{"id":10799,"date":"2021-10-02T14:28:40","date_gmt":"2021-10-02T13:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=10799"},"modified":"2022-03-31T12:57:20","modified_gmt":"2022-03-31T11:57:20","slug":"dirmingen-ein-tag-im-jahre-1948","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=10799","title":{"rendered":"Dirmingen &#8211; Ein Tag im Jahr 1948"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Nachkriegszeit war gepr\u00e4gt von Verzicht und Entbehrungen. Ich habe mir die Frage gestellt, wie damals die Menschen den Alltag in unserem Heimatort erlebt haben<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Dirmingen im Jahre 1948. Kinder spielen auf den zerst\u00f6rten Stra\u00dfen mit verlorener Munition und vergessenen Waffen, die sie irgendwo in den Ruinen fanden. Das Saargebiet geh\u00f6rte nach dem Zweiten Weltkrieg als Teilgebiet zu der franz\u00f6sischen Besatzungszone. Im Oktober 1946 wurde unser Land aus verwaltungstechnischen Gr\u00fcnden aus dieser Besatzungszone ausgegliedert. Von 1947 bis Ende 1956 war das Saarland einer eigenen Beh\u00f6rde unterstellt, die von einem Hochkommissar Frankreichs kontrolliert wurde. Die Verfassung des Saarlandes trat nach den ersten Landtagswahlen 1947 in Kraft. Die Eigenst\u00e4ndigkeit unseres Landes, wurde durch eine eigene Staatsangeh\u00f6rigkeit, eigene Flagge, eine eigene Hymne und ein eigenes Landeswappen symbolisiert. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wie aber sah es damals, kurz nach Kriegsende, in unserem D\u00f6rfchen aus? Ein Versuch einen Tag in Dirmingen im Jahre 1948 zu rekonstruieren sollte naturgem\u00e4\u00df scheitern. Schlie\u00dflich war ich aus nat\u00fcrlichen Gr\u00fcnden selbst nicht dabei. Selbst mein Vater war zu diesem Zeitpunkt erst 4 Jahre alt und hat kaum noch Erinnerungen an dieses Jahr 1948. Ich habe es dennoch versucht einen Tag in Dirmingen, im Jahre 1948, nachzustellen. Ich werde bei diesem Versuch bestimmt nicht frei von Fehlern gehandelt haben. Dennoch oder &#8222;graad se l\u00e4\u00e4ds&#8220; m\u00f6chte ich es wagen:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"459\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Str.-Strassenbau-in-den-Fuenfzigern-9-700x459-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9118\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Str.-Strassenbau-in-den-Fuenfzigern-9-700x459-1.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Str.-Strassenbau-in-den-Fuenfzigern-9-700x459-1-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Morgens 04:00 Uhr: B\u00e4cker H\u00e4rtel blickt aus seiner Backstube und gr\u00fc\u00dft die vorbeigehenden Bergleute, die irgendeine Mitfahrgelegenheit nutzen oder zu ihrer Grube wandern. F\u00fcr die H\u00fctten- und Bergleute aus unserem Dorf ist es jeden Morgen das gleiche Spiel. Morgens in aller Fr\u00fche los und am sp\u00e4ten Nachmittag wieder Nachhause. Nach der Schicht findet das Leben eines Bergmannsbauern statt. Die eigene Landwirtschaft fordert ihren Tribut.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Der Blick des B\u00e4cker H\u00e4rtel wandert \u00fcber die \u201eAlte M\u00fchle\u201c \u00fcber das Gasthaus \u201eSchuhhannesse\u201c hinauf zu der bald fertiggestellten neuen katholischen Kirche auf dem G\u00e4nseberg. \u201eWas hat sich die dortige Kirchengemeinde f\u00fcr Arbeit aufgehalst\u201c denkt er und geht zur\u00fcck in seine Backstube. Bis zur Fertigstellung der neuen katholischen Kirche werden noch zwei weitere Jahre vergehen. Unweit von seiner B\u00e4ckerei liegt der Bahnhof. B\u00e4cker H\u00e4rtel h\u00f6rt die ersten Z\u00fcge einfahren und wiederum die n\u00e4chsten verlassen. Die 8 Gleise sind immer noch gut zu erkennen, wobei der Krieg unserem Dorf b\u00f6se Wunden zugef\u00fcgt hat. Es wird noch eine Zeitlang dauern, bis der altehrw\u00fcrdige Bahnhof wieder hergestellt sein wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Aufbruchstimmung in der Ortsmitte. In H\u00f6he der Sch\u00e4fer Brauerei beginnt das Verladen der F\u00e4sser und Flaschen auf die Bierautos. Lauthals wird \u00fcber den Hof gerufen, niemand nimmt hier R\u00fccksicht auf das schlafende Volk. Die Autos m\u00fcssen raus um den goldenen Gerstensaft auf die Zechen bringen. Die Brauerei musste in Zeiten des Krieges vieles erdulden. Zeitweise wurde das Unternehmen stillgelegt. Die Brauerei ben\u00f6tigt dringend Eink\u00fcnfte. Die gerade neu abgeschlossenen Vertr\u00e4ge mit den saarl\u00e4ndischen Gruben und ihren Kantinen l\u00e4sst das Familienunternehmen neu hoffen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery aligncenter has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"438\" data-id=\"10820\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2-644x438-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10820\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2-644x438-1.jpeg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2-644x438-1-300x204.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"470\" data-id=\"10822\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen-brauerei-schafer-700x470.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10822\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen-brauerei-schafer-700x470.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen-brauerei-schafer-300x200.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen-brauerei-schafer-768x515.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen-brauerei-schafer.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Ein paar Meter weiter verlassen die ersten Lieferfahrzeuge der Firma H\u00f6ll das firmeneigene Gel\u00e4nde. Wilhelm H\u00f6ll hat das Unternehmen im Jahre 1930 in unruhigen Zeiten von seinem Vater Hans \u00fcbernommen. Kritisch blickt er aus seinem B\u00fcro \u00fcber den Hof. Schichtwechsel! Einige m\u00fcde Arbeiter verlassen nach der Nachtschicht das Werksgel\u00e4nde w\u00e4hrend andere wiederum zur Fr\u00fchschicht den Hof betreten. Die Infrastruktur unseres Heimatortes basierte nach dem zweiten Weltkrieg zu gro\u00dfen Teilen auf der hiesigen \u201cSch\u00e4fer Brauerei\u201d und auf dem Wurstfabrikanten \u201cH\u00f6ll\u201d. &nbsp;Wilhelm H\u00f6ll denkt zur\u00fcck an die Anfangszeiten: Zweimal in der Woche spannt der Vater den gro\u00dfen Bernhardiner vor den zweir\u00e4drigen Karren, hievt den Kessel mit dem br\u00fchend hei\u00dfen Wurstwasser und den darin schwimmenden Fleischwurstringen auf den Karren und zog durch die Stra\u00dfen des Dorfes. Die Bergleute im Dorf nahmen immer einen Lyoner mit zur Schicht. So kommt es, dass wenige Jahre sp\u00e4ter zweimal in der Woche vom Hof der Metzgerei ein dreir\u00e4driger Holzvergaser die Kantinen der saarl\u00e4ndischen Kohlegruben und H\u00fctten abf\u00e4hrt. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Irgendwo kr\u00e4ht ein Hahn. Die ersten Bauern sind l\u00e4ngst mit ihrem Tagewerk besch\u00e4ftigt. Es ist Sp\u00e4tsommer und sehr bald soll die Ernte eingefahren werden. Neben dem altehrw\u00fcrdigen Evangelischen Pfarrhaus ist der Bauer damit besch\u00e4ftigt sein Vieh zu f\u00fcttern. Das gleiche wird wohl auf den anderen H\u00f6fen in Dirmingen geschehen. Landwirtschaft spielt eine gewichtige Rolle. Gleich um die Ecke schreitet der Metzgermeister Karl Ludwig Eigner, in den fr\u00fchen Morgenstunden, zu seinem blutigen Handwerk. Im Dorf wurde t\u00e4glich geschlachtet. Dabei verrichteten nicht nur die Metzger ihr blutiges Handwerk, sondern auch die Bauern. Schweine k\u00f6nnen wie Kinder schreien und wittern genau die Gefahr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Lehrer Fritz Reutler trifft die Vorbereitungen f\u00fcr seinen Unterricht. Der Lehrer hat bereits den ersten Weltkrieg \u00fcberstanden und kennt die Auswirkungen des Krieges auf seine Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Viele Kinder haben mit ihren Erlebnissen zu k\u00e4mpfen und finden nur schwer zur\u00fcck ins Leben.<\/em> <em>Gottlob hat die neue im Jahre 1933 erbaute Schule die Kriegswirren ohne gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den \u00fcberstanden.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"431\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen166.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10807\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen166.jpg 640w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen166-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Im Dorf gr\u00fc\u00dfen sich die Hausfrauen. Manche von Ihnen sind auf dem Weg zur Ill um ihre t\u00e4gliche W\u00e4sche zu waschen. Andere besch\u00e4ftigen sich mit der Hausarbeit. Dabei muss nicht nur das Haus sondern auch der Stall oder die Waschk\u00fcche sauber gehalten werden. Meistens befindet sich in einem Stallanbau oder einem Keller ein gro\u00dfer kohlebefeuerter Herd, der zum Kochen und Einkochen und zum Heizen an Waschtagen dient. Das hei\u00dfe Wasser wird in einem eingemauerten Kessel zubereitet. Dort werden W\u00fcrste gebr\u00fcht oder auch Pflaumenmus oder Marmeladen eingekocht. Jedes Haus hat einen Keller oder einen Lagerraum, in dem Kartoffeln, \u00c4pfel und R\u00fcben gelagert werden. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Gegen\u00fcber der Metzgerei Eigner beginnt im Dirminger Lichtspielhaus das Saubermachen. Die letzte Nachtvorstellung endete sp\u00e4t und dass Kino muss f\u00fcr die n\u00e4chste Vorstellung vorbereitet werden. Wieder ein paar Meter wicht die Putzfrau den \u201eJohne Saal\u201c. Schon bald werden die ersten G\u00e4ste f\u00fcr den Fr\u00fchschoppen erwartet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Es ist Mittag, die Kirchenglocken l\u00e4uten. Schon bald soll die Kirche in der Ortsmitte nicht mehr allein l\u00e4uten m\u00fcssen. Pfarrer Engel schaut gebannt auf den Rotenberg. Wie lange werden die dortigen Bauarbeiten zum Bau einer neuen Kirche noch andauern?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Spuren des Krieges sind im Dorf noch gut sp\u00fcrbar. Das seit Jahrhunderten angespannte Verh\u00e4ltnis zwischen den Katholiken und Evangelischen in dem Dorf ist jedoch besser geworden. Pfarrer Engel war noch an der Front als er seiner Frau den Auftrag gab Pastor Didas nach der Zerst\u00f6rung der katholischen Kirche die Hand zu reichen und die eigene Kirche zur Mitnutzung anzubieten. &nbsp;Nun wird die Evangelische Kirche schon seit fast 3 Jahren als Simultankirche von beiden Konfessionen genutzt. Wer h\u00e4tte gedacht, dass es so gut funktioniert Pfarrer Engel zieht den Mantel hoch und geht in Richtung Pfarrhaus.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"523\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen1477.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10813\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen1477.jpg 640w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen1477-300x245.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Am Gemeindehaus herrscht reges Treiben. Immer noch schauen t\u00e4glich franz\u00f6sische Besatzer vorbei.  Ortsvorsteher Georg Gr\u00e4\u00dfer verl\u00e4sst das Gemeindehaus in Richtung \u201eKarls Wirtschaft\u201c. Jeden Morgen das gleiche Ritual nach dem Besuch bei \u201eKarls B\u00e4ckerei\u201c macht er seinen Rundgang durch das Dorf. Diesmal f\u00fchrt sein Weg jedoch zun\u00e4chst auf den G\u00e4nseberg. Am 15. September 1947 wurde die Baugenehmigung f\u00fcr den Wiederaufbau der katholischen Kirche erteilt. Die Pl\u00e4ne f\u00fcr das neue Gotteshaus, das an der gleichen Stelle wie der Vorg\u00e4ngerbau erbaut werden soll, entwarf Architekt, Kirchenbauer und Hochschullehrer Dominikus B\u00f6hm aus K\u00f6ln. Im Mai 1948 war der erste Spatenstich und schon am 4. Juli 1948 die Grundsteinlegung. Es ist September heute kommt der Architekt Dominikus Braun auf eine Stippvisite nach Dirmingen, um sich von den Bauarbeiten einen pers\u00f6nlichen Eindruck zu verschaffen. Georg Gr\u00e4\u00dfer freut sich dar\u00fcber das die Bauma\u00dfnahmen so schnell voranschreiten. Nun muss er sich aber beeilen, Pastor Didas erwartet ihn schon und er mag keine Versp\u00e4tung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Beim Gang auf den G\u00e4nseberg blickt er in Richtung Anh\u00f6he Rotenberg. Hier w\u00fcteten die Jabos besonders schlimm. Immer noch werden von Bergungstrupps und Kampfmittelr\u00e4umdiensten Blindg\u00e4nger gefunden. Wann wird dieses Dorf in eine bessere Zeiten starten. Vor gar nicht langer Zeit gab es im Dorf einen Unfall mit Blindg\u00e4ngern, dabei wurden auch Kinder verletzt. Kopfsch\u00fcttelnd marschiert er Richtung Kirchenneubau. Dieses Dorf hat im Krieg genug bezahlt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Es ist Nachmittag. \u00dcber das Dorf weht der Geruch von Biermaische und frischgemachtem Heu und Kuhmist. Im Jahre 1940 wurde das alte Gast -und Bauernhaus Guth\u00f6rl gegen\u00fcber der heutigen Wirtschaft abgerissen und eingeebnet. Der Krieg hat tiefe Wunden geschlagen und die Leute brauchen Hoffnung und Mut. Abends werden an der Theke in &#8222;Schuhhannesse- Wertschaft&#8220; gemeinsam neue Pl\u00e4ne schmieden. &#8222;Schuhannesse&#8220; erwartet die ersten Erzfuhrwerke die abends aus dem Hochwald kommen und am besten auch in Dirmingen eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit suchen. Schon am n\u00e4chsten Tag geht es f\u00fcr diese Fuhrwerke weiter gehen in Richtung Neunkircher Eisenwerk, um sich dort der Fracht zu entledigen. Auf dem R\u00fcckweg transportieren diese Fuhren Kohle f\u00fcr den Hochwald.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Kinder laufen spielend durch die Stra\u00dfen. In der Ortsmitte ruft irgendeine Mutter nach ihren Kindern. B\u00e4cker H\u00e4rtel steht auf seiner Haustreppe und blickt wieder in Richtung Dorfmitte. Er wird noch einige Stunden schlafen bevor der Wecker mitten in der Nacht l\u00e4utet und zum Tagwerk ruft. Morgen wartet ein neuer, arbeitsreicher Tag in einer Zeit zwischen Aufbruch und Entbehrung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Handlungen wurden von mir frei erfunden. Ich beziehe mich in diesem Text auf die geschichtliche Grundlage unseres Heimatortes.<\/strong> <strong>So k\u00f6nnte es sich in etwa zugetragen haben !<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"609\" height=\"697\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen608.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10805\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen608.jpg 609w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/dirmingen608-262x300.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 609px) 100vw, 609px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachkriegszeit war gepr\u00e4gt von Verzicht und Entbehrungen. Ich habe mir die Frage gestellt, wie damals die Menschen den Alltag in unserem Heimatort erlebt haben. Dirmingen im Jahre 1948. 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