{"id":12156,"date":"2022-02-21T06:00:00","date_gmt":"2022-02-21T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=12156"},"modified":"2022-03-31T13:00:25","modified_gmt":"2022-03-31T12:00:25","slug":"das-wunder-um-den-tabernakel-am-schicksalstag-der-dirminger-katholiken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=12156","title":{"rendered":"Das Wunder um den Tabernakel am Schicksalstag der Dirminger Katholiken"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Nach der Reformation hatten es die wenigen Katholiken in Dirmingen sehr schwer wieder Fu\u00df zu fassen. Die ersten katholischen Christen kamen aus der Schweiz in das beschauliche Saargebiet. Im Jahre 1892 wurde auf Anregung von Wilhelm Riehm ein Dirminger Kirchbauverein gegr\u00fcndet. Die Anzahl der Katholiken in unserem Dorf war zu diesem Zeitpunkt ansteigend. Im Fr\u00fchjahr des Jahres 1911 begannen die Bauarbeiten zum Bau einer ersten eigenen Kirche auf dem Rotenberg. Schon am 19. April 1912 wurde in der neuerbauten Kirche die erste heilige Messe gehalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Mit dem Kirchenbau entwickelte sich das Bestreben der ortsans\u00e4ssigen Katholiken nach einer eigenen Gemeinde. Am 27. November 1920 wurde der ehrw\u00fcrdige Pastor Didas als Expositus (Geistlicher) von Dirmingen eingef\u00fchrt. Nur kurze Zeit sp\u00e4ter am 21. April 1921 fand seine Ernennung zum Pfarrverwalter von Dirmingen statt. Am 18. Dezember 1922 wurde ein Antrag auf Errichtung einer Pfarrei in Dirmingen eingereicht. Erst im Juli 1925 erf\u00fcllte sich der Traum der Dirminger Katholiken. Pastor Didas wurde in sein Amt als Pfarrer der Pfarrei St. Wendalinus in Dirmingen eingef\u00fchrt. Die offizielle Einweihung der Pfarrei St. Wendalinus fand am 17. August 1925 in Dirmingen statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Bis zum Kriegsbeginn im Jahre 1939 wuchs die junge Gemeinde zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe an. W\u00e4hrend des Krieges suchten die katholischen Christen gerne Zuflucht in ihrer Kirche. Mehrmals in der Woche wurden Andachten angesetzt. Die Gemeinde fand Trost und Zuflucht in ihrem Glauben.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"567\" height=\"436\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/222.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12159\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/222.jpg 567w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/222-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><figcaption>Ehemalige katholische Kirche Dirmingen erbaut 1911<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>So wird in unserer Dorfchronik berichtet, dass auch am 21 Februar 1945 f\u00fcr abends 18:00 Uhr eine Bittandacht angek\u00fcndigt war. Das Wetter war wundersch\u00f6n und viele Dirminger versuchten an diesem friedlichen Nachmittag mit einem Spaziergang die zermarterten Nerven zu beruhigen.&nbsp;In unserer Dorfchronik finden wir historische Niederschriften und Zeitzeugenaussagen. Der ehemalige K\u00fcster Peter Bastuck berichtete:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-medium-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong> \u201eUm halb sechs ging ich zur Kirche, um die f\u00fcr 6 Uhr angesetzte Andacht vorzubereiten. Zur gleichen Zeit, kurz vor der D\u00e4mmerung, als man wegen der hereinbrechenden Nacht nicht mehr mit Fliegern rechnete, erschienen pl\u00f6tzlich 6 feindliche Jabos, kreisten \u00fcber das Dorf und drohten mit neuer Gefahr\u201c. Ich war am Hochalter besch\u00e4ftigt und schenkte anfangs den Fliegerger\u00e4usch nicht viel Beachtung, die Kirche, die ja ziemlich au\u00dferhalb des Dorfes lag und keinerlei strategische Bedeutung hatte, konnte doch nicht das Ziel eines Angriffs sein. Ich arbeitete weiter. Eine unheimliche Ahnung trieb mich pl\u00f6tzlich vom Hochaltar hinweg, hinaus aus der Kirche. Die Flieger schienen immer gefahrdrohender zu werden. Ich hielt es f\u00fcr angebracht, vorl\u00e4ufig in den Sakristeikeller zu gehen. In diesem Augenblick kam der hochw\u00fcrdige Herr Pastor aus dem Pfarrhaus, um sorgenvoll die kreisenden Flieger zu beobachten. Er dr\u00e4ngte mich, sofort mit ihm in den Pfarrhauskeller zu kommen. Ohne weitere Einw\u00e4nde folgte ich seinen Worten und eiligst ging die ganze Pfarrhausfamilie mit mir in den Keller. Schon nach wenigen Augenblicken verriet Maschinengewehrfeuer einen Angriff. Im selben Moment krachten Bomben, klirrende Glassplitter, zu Boden st\u00fcrzendes Hausger\u00e4t, in den Keller. Eindringliche Rauchschwaden \u00fcberzeugten uns, dass die Bomben ganz in der N\u00e4he eingeschlagen waren. Als keine Bomben mehr fielen, gingen wir aus dem Keller ins Pfarrhaus, dass im inneren vom Luftdruck sehr demoliert war. \u00dcber Holz-, Glas-, und Geschirrsplitter arbeiteten wir uns ins Freie. Hier stellten wir mit Schrecken fest, dass die H\u00e4lfte unserer Kirche zu einem Schutthaufen geworden war. Eine Bombe ging in den Chor nieder, zerst\u00f6rte Hochaltar, die beiden Seitenalt\u00e4re und fast die gesamte Inneneinrichtung. Nur ein Teil der Mauern mit dem Turm bleib stehen. Hochw\u00fcrden Pastor Didas hielt Ausschau nach dem Tabernakel mit dem Allerheiligsten. Wir bef\u00fcrchteten, da die Bombe unter dem Hochaltar zur Explosion kam, der Tabernakel sei vollst\u00e4ndig zerst\u00fcckelt, unter den Tr\u00fcmmern begraben. Mit freudigem Erstaunen fanden wir ihn als einzig erhaltenen Bestandteil des Hochaltars unversehrt auf dem Tr\u00fcmmerhaufen. Einige M\u00e4nner stellten den Tabernakel aufrecht. Herr Pastor Didas versuchte ihn aufzuschlie\u00dfen und siehe &#8211; er konnte ihn ungehindert \u00f6ffnen. Der Monstranz war unbesch\u00e4digt. Der Speisekelch war wohl umgefallen und einige Hostien lagen daneben., sonst war der Tabernakel unbesch\u00e4digt. Der hochehrw\u00fcrdige Pastor trug dann das Allerheiligste unter dankbarer Bewunderung aller Anwesenden ins Pfarrhaus in ein wenig besch\u00e4digtes Zimmer. Die Nacht war hereingebrochen. Die Leute kehrten ersch\u00fcttert, doch Gott dankend, dass er wie durch ein Wunder Menschenleben verschont hatte- 10 Minuten sp\u00e4ter w\u00e4re die Kirche mit Menschen angef\u00fcllt gewesen- wieder in ihre Wohnungen zur\u00fcck.<\/strong><\/p><cite><strong>Buch<\/strong>: <strong>Dirmingen &#8211; Ein Versuch, die Entwicklung darzustellen 1980<\/strong> <strong>(Festausschuss)<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der 21.Februar 1945 wurde also zum Schicksalstag der hiesigen katholischen Kirchengemeinde St Wendalinus. Die Geschichte um den unversehrten Tabernakel ist allen Katholiken bis heute fest in Erinnerung geblieben. Manch ein Gl\u00e4ubiger deutete dieses Ereignis als Wunder oder zumindest als Botschaft. F\u00fcr die hiesige katholische Kirchengemeinde Dirmingen war es in erster Linie ein Zeichen den Weg weiterzugehen und die begonnene Arbeit fortzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Nach jahrelanger Vorbereitungszeit konnte am 15. September 1947 die Baugenehmigung f\u00fcr den Wiederaufbau der Kirche erteilt werden. Das neue Gotteshaus, sollte an der gleichen Stelle wie der Vorg\u00e4ngerbau erbaut werden. Der Architekt, Kirchenbauer und Hochschullehrer Dominikus B\u00f6hm aus K\u00f6ln \u00fcbernahm die Verantwortung f\u00fcr den Kirchenbau. Am 15. Mai 1948 erfolgte der erste Spatenstich und am 4. Juli 1948 die Grundsteinlegung. Das Richtfest wurde am 16. Oktober 1949 vollzogen. Die Einsegnung der neuen Kirche wurde am 17. Dezember 1950 vorgenommen. Die feierliche Kirchweihe erfolgte am 4. Mai 1954.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"296\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/333-700x296.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12161\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/333-700x296.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/333-300x127.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/333-768x325.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/333.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption>Heutige katholische Kirche an gleicher Stelle erbaut !<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Reformation hatten es die wenigen Katholiken in Dirmingen sehr schwer wieder Fu\u00df zu fassen. Die ersten katholischen Christen kamen aus der Schweiz in das beschauliche Saargebiet. Im Jahre 1892 wurde auf Anregung von Wilhelm Riehm ein Dirminger Kirchbauverein gegr\u00fcndet. Die Anzahl der Katholiken in unserem Dorf war zu diesem Zeitpunkt ansteigend. Im Fr\u00fchjahr des Jahres 1911 begannen die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12157,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1,9,8],"tags":[5,618,568,127,310],"class_list":["post-12156","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-dorfgetratsche","category-sellemols-und-awweile","tag-dirmingen","tag-gemeinde-eppelborn","tag-katholische-kirchengemeinde","tag-landkreis-neunkirchen","tag-saarland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12156"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12156\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12497,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12156\/revisions\/12497"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}