{"id":12236,"date":"2022-03-05T15:11:55","date_gmt":"2022-03-05T14:11:55","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=12236"},"modified":"2022-03-05T15:12:29","modified_gmt":"2022-03-05T14:12:29","slug":"und-jetzt-mit-vollgas-richtung-abgrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=12236","title":{"rendered":"Und jetzt ? Mit Vollgas Richtung Abgrund ? &#8211; Wozu sind Kriege da ?"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>\u201eManchmal graut mir vor dem Krieg, und alle Hoffnung will mir vergehen. Ich mag gar nicht dran denken, aber es gibt ja bald nichts anderes mehr als Politik, und solange sie so verworren ist und b\u00f6se, ist es feige, sich von ihr abzuwenden.\u201c <\/strong><\/p><cite><strong>\u00a0 Sophie Scholl<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ich mache mir ernsthaft Sorgen um die vielen Kinder und Jugendlichen auf diesem wundersch\u00f6nen Planeten. Die beste Zeit ihres Lebens wurde ihnen zun\u00e4chst durch die Auswirkungen der Pandemie und nun durch diesen uns\u00e4glichen Krieg in der Ukraine versaut. Ich denke an unsere Kultur, unsere Gemeinschaft und schlie\u00dflich auch an unsere Wirtschaft. \u00c4ngste und Sorgen begleiten uns im Alltag. Der Satz unseres Bundeskanzlers klingt noch in meinen Ohren:<strong> \u201eDie Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor.\u201c<\/strong> Das ganze klingt wie eine Drohung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Stimmt, wir befinden uns inmitten einer Zeitenwende und es geht tats\u00e4chlich darum unsere Werte wie Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Was aber k\u00f6nnen wir Zuhause in unseren vier W\u00e4nden tun und wie k\u00f6nnte unsere Verteidigung vor Ort aussehen? Angesichts der furchtbaren Nachrichten aus der Ukraine erstarren wir fassungslos vor dem Bildschirm in Selbstmitleid. Wir ertrinken in einem Meer aus Fragen, Sorgen, \u00c4ngsten und Panik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Aktuell ist es eher unwahrscheinlich, dass der Krieg nach Deutschland kommt. Wenn er jedoch kommt, wird er anders auftreten als alles was die Welt vorher erlebt hat. Die Angst vor der nuklearen Kataststrohe ist allgegenw\u00e4rtig. Die furchtbaren Bilder aus Kiew, Charkiw oder Mariupol zeigen die h\u00e4ssliche Fratze des Krieges. Die Ukraine ist kein NATO-Mitglied und somit kann auch kein NATO-B\u00fcndnisfall eintreten. Eine Einsendung von NATO-Truppen k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass die Situation eskaliert. Dennoch m\u00fcssen wir davon ausgehen, dass die NATO ihre Truppenst\u00e4rke an der Grenze zu Russland verst\u00e4rkt. Das bedeutet auch, dass Soldatinnen und Soldaten unserer Bundeswehr nach Litauen gesendet werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ich empfinde den Angriff auf die Ukraine als himmelschreiende Ungerechtigkeit, der mit nichts zu rechtfertigen ist. Nat\u00fcrlich ist auch mir l\u00e4ngst bekannt welche Gr\u00fcnde Russland zu diesem Schritt f\u00fchrten. Aus der russischen Sicht geht es um Vertragsbruch und eine unerlaubte Osterweiterung der Nato und der europ\u00e4ischen Gemeinschaft. Russland m\u00f6chte mit diesem \u00dcberfall die Geschichte seines Landes wieder zurechtr\u00fccken. Heim zu V\u00e4terchen Russland oder b\u00f6se ausgedr\u00fcckt \u201eHeim ins Reich\u201c? Fakt ist, dass viele L\u00e4ndern, die ebenfalls fr\u00fcher zur Sowjetunion geh\u00f6rt haben, nicht zur\u00fcck m\u00f6chten. Auch die EU- und NATO-Mitglieder Estland, Lettland und Litauen geh\u00f6ren zu diesen L\u00e4ndern. Nicht auszudenken, wenn\u2026\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Seit 1991 ist die Ukraine ein unabh\u00e4ngiger Staat. Seit 1994 hat Russland die Unantastbarkeit der Grenzen und die Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine anerkannt. Im Gegenzug hat die Ukraine ihre Atomwaffen aus Sowjetzeit an Russland abgegeben. Das ist Geschichte. Die Zukunftsprognose ist finster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Aus meiner Sicht wurde mit dem Angriff auf die Ukraine das V\u00f6lkerrecht gebrochen. In den sozialen Medien lese ich in den letzten Tagen vermehrt, dass man auch Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die russische Denkweise haben sollte. Immerhin wurden Seitens des Westens und der Ukraine Vertr\u00e4ge oder Abkommen gebrochen. Ich wei\u00df nicht welcher Vertragsbruch einen Kriegsbeginn und Blutvergie\u00dfen rechtfertigt. Ehrlichgesagt, ist kein Papier und ein Abkommen wichtiger als ein Menschenleben. Der Konflikt in der Ukraine ist deshalb so schlimm, weil der gro\u00dfe Bruder Russland den kleinen Bruder Ukraine zu Boden wirft und niederdr\u00fcckt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Und jetzt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Angst vor einen nuklearen Krieg r\u00fcckt immer mehr in unser Verst\u00e4ndnis. Ich stelle mir die Frage, wie Herr Putin aus dieser Geschichte rauskommen m\u00f6chte, ohne sein Gesicht zu verlieren. Ist er gezwungen diesen Weg weiterzugehen oder kriegen wir gemeinsam noch die Kurve. Die Angst vor einem nuklearen Angriff l\u00e4hmt den Westen. Diese Angst hat l\u00e4ngst auch unser kleines L\u00e4ndchen an der Saar erreicht. Das aus strategischer Sicht wichtige Ramstein ist einen Steinwurf entfernt und bei gutem Wetter kann man von den Saarh\u00f6hen aus Cattenom erkennen. Genug der Panik. Wir brauchen mehr Abstand und Zuversicht. Angst l\u00e4hmt und kann krank machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Keine Frage, Russland ist eine Atommacht. Ein m\u00f6glicher Atomschlag d\u00fcrfte jedoch in Anbetracht dessen, dass die auch die eigene Vernichtung zufolge h\u00e4tte, relativ unwahrscheinlich sein. Ein Atomangriff w\u00e4re auch ein Angriff auf das eigene Volk. Ich gehe mal davon aus, dass dies nicht im Interesse des Kremls sein kann. Sicher k\u00f6nnen wir uns jedoch nicht sein. Wie reagiert ein wildes Tier, wenn es in den Ecken gedr\u00e4ngt wird?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Ich denke zur\u00fcck an viele Gespr\u00e4che mit \u00e4lteren Mitb\u00fcrgern, die zu den Kindern des zweiten Weltkrieges geh\u00f6rten. Haben wir den nichts aus der Geschichte gelernt? Wir alle haben doch eine Verantwortung gegen\u00fcber den n\u00e4chsten Generationen. Unsere Kinder und Jugendliche werden im Zeichen der Pandemie und eines milit\u00e4rischen Konfliktes aufwachsen. Unseren Kindern und Jugendlichen geht die Leichtigkeit des Seins verloren. Demn\u00e4chst werden wir noch zum Lachen in den Keller m\u00fcssen. Ich h\u00e4tte es nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass unsere Welt sich mit Vollgas Richtung Abgrund bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Und jetzt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Was bringt die Zukunft? Steuern wir schnurstracks auf einen Weltkrieg zu? Die Hoffnung stirbt zuletzt und noch \u201e\u2026ist Polen nicht verloren.\u201c Angst ist ein schlechter Berater. Vielmehr sollten wir aus Fehlern lernen und versuchen es zuk\u00fcnftig besser zu machen. Wir brauchen Mut und Zuversicht. Letztendlich geht es um die kommenden Generationen um unsere Kinder und Jugendlichen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>\u201eIch kann es nicht begreifen, dass nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist f\u00fcr\u00b4s Vaterland.\u201c <\/strong><\/p><cite><strong> Sophie Scholl<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Was tun und wie sollen wir nun mit dieser Situation umgehen? Kopf in den Sand stecken? Zitternd vor Angst im Selbstmitleid versinken? In der Ukraine sterben jeden Tag Menschen. Jeder Krieg ist sinnlos und menschenverachtend. Was uns bleibt ist mal wieder Aufstehen und Stellung beziehen. Wir d\u00fcrfen nicht schweigen und m\u00fcssen lauthals den Frieden einfordern. Menschenketten, Demonstrationen, Spendenaufrufe, Sammelaktionen oder Benefizveranstaltungen m\u00f6gen dem ein oder anderen vielleicht sinnlos erscheinen. Aus meiner Sicht der Dinge sind sie ein wichtiger Bestandteil von Demokratie und Menschenrecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>In den letzten Tagen erreichten mich in meiner Position als Ortsvorsteher zahlreiche Anfragen bez\u00fcglich des Konflikts in der Ukraine. Die Menschen m\u00f6chten helfen und sind bereit zu spenden oder aktiv zu helfen. Mal wieder wippt eine gro\u00dfe Solidarit\u00e4tswelle \u00fcber unseren Heimatort. Genauso wie w\u00e4hrend der Pandemie oder die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal. Zeit auch mal stolz auf die Menschen in seinem Dorf zu sein. Zeit, um einmal Danke zu sagen. In der Not stehen wir zusammen und sind bereit an unsere Grenzen zu gehen. Genau das zeichnet eine funktionierende Dorfgemeinschaft aus. Aus Solidarit\u00e4t kann man Mut und Zuversicht sch\u00f6pfen. Die H\u00e4nde in den Scho\u00df legen ist keine Alternative. Wir m\u00fcssen etwas tun, wir k\u00f6nnen etwas tun. Wir m\u00fcssen es nur wollen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>\u00abMan muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz. Wir haben alle unsere Ma\u00dfst\u00e4be in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig.\u00bb \u00abEiner musste ja schlie\u00dflich damit anfangen.\u00bb<\/strong><\/p><cite><strong>Sophie Scholl<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In den kommenden Monaten werden wir die Auswirkungen dieses Krieges deutlich zu sp\u00fcren bekommen. Unsere Wirtschaft und auch unsere d\u00f6rfliche Infrastruktur wird an ihre Grenzen sto\u00dfen. Fl\u00fcchtlinge werden auch in unserem Dorf Schutz und Unterschlupf suchen. Ich bin mir sicher, dass wir die Kraft haben zu helfen. Unsere Regierung wird zuk\u00fcnftig mehr Wert auf Selbstverteidigung und Aufr\u00fcstung legen. Ob dies der richtige Weg ist, sollte jeder mit sich selbst ausmachen. Ich pers\u00f6nliche habe so meine Probleme mit Waffen und Gewalt. Das alles nutzte jedoch nichts. Ich bin zu weit weg, um beurteilen zu k\u00f6nnen, was wir in Sachen Verteidigung leisten m\u00fcssen. Ein jeder kehre vor seiner eigenen Haust\u00fcr! Jetzt ist mal wieder die Zeit, um die \u00c4rmel hochzukrempeln und zu helfen. Ein jeder so wie er kann und m\u00f6chte. Die Menschen in der Ukraine brauchen jede erdenkliche Form von Hilfe und Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Abschlie\u00dfend noch ein Gedanke: Unsere Kultur, die Musik und die Kunst sind gerade in diesen Zeiten sehr wichtig. Die Kultur spendet Trost und kann zusammenf\u00fchren. Unsere Gesellschaft wird ohne eigene Kultur sterben. Von daher finde ich es gut und richtig, dass auch in Zeiten wie diesen am eigentlichen Dorf leben festgehalten wird. Nat\u00fcrlich f\u00e4llt es jedem von uns schwer, in diesen Zeiten zu feiern. Der Mensch braucht jedoch Hoffnung und Halt. Wir k\u00f6nnen Hoffnung und Zuversicht nur weitergeben, wenn wir sie selbst erfahren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wer Wohnraum f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine zur Verf\u00fcgung stellen m\u00f6chte, wird gebeten sich im \u00a0Rathaus Eppelborn bei Sabine Girnus, (06881) 969-245,\u00a0girnus.sabine@eppelborn.de\u00a0zu melden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Spendenaufruf des Landkreis Neunkirchen gemeinsam mit allen saarl. Landkreisen<\/strong><br>Spendenkonto bei der Kreissparkasse Saarpfalz, DE24 5945 0010 1030 6152 88,<br>BIC: SALADE51HOM, Empf\u00e4nger: SPK-KooperationDPG-SpohnsHaus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eManchmal graut mir vor dem Krieg, und alle Hoffnung will mir vergehen. 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