{"id":14487,"date":"2023-01-15T13:36:57","date_gmt":"2023-01-15T12:36:57","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=14487"},"modified":"2023-01-15T13:42:19","modified_gmt":"2023-01-15T12:42:19","slug":"dirmingen-ein-tag-im-jahr-1281","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=14487","title":{"rendered":"Dirmingen &#8211; Ein Tag im Jahr 1281"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Dirmingen im 13. Jahrhundert. Das heutige Deutschland, so wie wir es kennen, bezeichnete man im sp\u00e4ten 13. Jahrhundert als Heiliges R\u00f6misches Reich. Die damaligen r\u00f6misch-deutschen K\u00f6nige und Kaiser sahen sich in der Tradition des antiken R\u00f6mischen Reichs. Das Gebiet des heutigen Saarlandes wurde im Jahr 925 mit dem fr\u00e4nkischen Lothringen dem Ostreich zugeordnet. In dieser Zeit wurde das Territorium des heutigen Saargebietes von Erzstift und Kurf\u00fcrstentum Trier, des Herzogtums Lothringen, des Wittelsbachischen Herzogtum Pfalz-Zweibr\u00fccken und der Grafschaft Saarbr\u00fccken gepr\u00e4gt. Das Rittertum erreichte in dieser Zeit seine erste Bl\u00fctezeit. Die Menschen lebten \u00fcberwiegend auf dem Land und nicht wie vielleicht vermutet in Burgen oder Schl\u00f6ssern. Am Ende des 13. Jahrhunderts hatte das Saargebiet einen stattlichen Bev\u00f6lkerungsstand. Im Jahre 1300 erfasste das heutige Saargebiet ca. 820 Ortschaften. Der Bau von Burgen wurde vorangetrieben und sollte der Sicherung des Landesausbaues dienen. Neue Stra\u00dfen wurden angelegt und Verkehrswege zunehmend kontrolliert damit die Einnahme von Z\u00f6llen sichergestellt wurde. Die Grafen von Saarbr\u00fccken z\u00e4hlten mit dem Beginn des 12. Jahrhunderts zu den m\u00e4chtigsten Geschlechtern im s\u00fcdwestdeutschen Raum. Zu ihren Besitzt\u00fcmern geh\u00f6rten Landsitze an der Saar, im Bliesgau, im Elsass, in der Pfalz und am Mittelrhein sowie zahlreiche eintr\u00e4gliche Vogteien. Dirmingen geh\u00f6rte bereits vor seiner ersten urkundlichen Erw\u00e4hnung im Jahre 1281 zur Grafschaft Saarbr\u00fccken. In der Grafschaft Saarbr\u00fccken existierten nach den \u201eGrafen von Saarbr\u00fccken\u201c die \u201eGrafen von Saarbr\u00fccken-Commercy\u201c und erst danach die \u201eGrafen von Nassau-Saarbr\u00fccken\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wie aber sah es damals, in der zweiten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts, in unserem D\u00f6rfchen aus? Ein Versuch einen Tag in Dirmingen im Jahre 1281 zu rekonstruieren, sollte naturgem\u00e4\u00df scheitern. Schlie\u00dflich war ich aus nat\u00fcrlichen Gr\u00fcnden nicht selbst vor Ort. Dennoch habe ich einmal mehr versucht einen Tag in Dirmingen im Jahre 1281 nachzustellen. Ich werde bei diesem Versuch bestimmt nicht frei von Fehlern gehandelt haben. Dennoch oder \u201cgraad se l\u00e4\u00e4ds\u201d m\u00f6chte ich es wagen:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"447\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dirmingen664-700x447.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14495\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dirmingen664-700x447.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dirmingen664-300x191.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dirmingen664-768x490.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/dirmingen664.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Es ist der 28. Dezember 1281. Der Tag vor der vierten Rauhnacht ist angebrochen und versetzt die Menschen auf dem Geh\u00f6ft in Angst und Schrecken. Es ist kalt und vereinzelt liegt noch Schnee auf den Feldern. Christian verl\u00e4sst seinen Hof und schn\u00fcrt seinen Mantelumhang fest zusammen. Seine Frau Katharina steht an der T\u00fcr und schaut ihrem Mann mit sorgenvoller Miene hinterher.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Nachricht erreichte das Geh\u00f6ft kurz vor der heiligen Christnacht. Das adlige Burgmannengeschlecht der Grafen Saarbr\u00fccken-Commercy bereiste in den Tagen der Rauhn\u00e4chte das Land, um neue M\u00f6glichkeiten des Landtauschs und der Lehnsherrschaft zu suchen. Der Baron Simon aus der Grafschaft Sarabruck und der Herrschaft Commercy verlangte Rechenschaft von den Menschen in seinem Herrschaftsgebiet. Dies war nichts Verwerfliches, wobei es immer wieder zu Unruhen in der Bev\u00f6lkerung f\u00fchrte. Man h\u00f6rte von einem Interesse der Adelsbr\u00fcder Jehans und Godelsmans, Ritter von Ekeswilre an dem Tal entlang dem Wasserlauf Illara.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Christian lebt seit seiner Geburt in diesem Tal und hat erst vor wenigen Jahren sein Weib Katharina zur Frau genommen. Das erste Kind hat der Herr schon vor seinem ersten Lebensjahr zu sich gerufen. Nun ist Katharina wieder schwanger und sorgt sich um ihren Ehemann. Seit Wochen geht er nach seiner Feldarbeit zu dem kleinen Kirchlein am Zusammenfluss beider Wasserl\u00e4ufe. Eine Handvoll M\u00e4nner hat es sich zur Aufgabe gemacht die kleine Dorfkirche zu ert\u00fcchtigen. Katharina sieht ihren Mann fast nur noch im gemeinsamen Ehebett oder beim Essen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Es sind harte Zeiten, wobei die Feldarbeit in diesen harten Wintertagen ohnehin vollst\u00e4ndig zum Erliegen kommt. Christian nimmt den Weg vorbei an der kleinen Dorfkirche in Richtung der Als. Seit der Entstehung des Hofes Diermanges kommen immer wieder Freunde und Weggef\u00e4hrten der Grafen zu Sarabruck in das Dorf an Als und Ilara. Einen Steinwurf entfernt entstand ein neues D\u00f6rflein Namens Berswilre. Christian war auf dem Weg zu seinem Freund Jakob der mit seinem Weib Magdalena am Ufer der Als lebte. Gemeinsam mit Jakob m\u00f6chte er \u00fcber den bevorstehenden Besuch des Landsherren und Burgmannsgeschlechter reden. Auf seinem Weg findet er niemanden an. Frauen m\u00fcssen w\u00e4hrend der Rauhn\u00e4chte ohnehin im Hause bleiben. Christian ist aufgeregt und sucht nach Leidensgenossen. Wie wird es wohl mit seinem Geh\u00f6ft weitergehen? Werden sich die neuen Landesherren edel oder fortan als uneinsichtig beweisen? Jakob erwartet Christian schon an seiner schweren Holzt\u00fcr. Beide begr\u00fc\u00dfen sich schweigend mit einer Umarmung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>\u201eTritt ein\u201c, raunt Jakob und weist auf den schweren Tisch inmitten des einzigen Raumes des kleinen H\u00e4uschens. \u201eMagdalena?\u201c, fragt Christian. \u201eSie ist in der Stallung und schaut nach dem Vieh\u201c. Christian nickt und nimmt auf einem der Holzhocker Platz. \u201eSagt an, wie verbleiben wir, was wollen wir den Herren sagen?\u201c, Jakob nimmt tief Luft und nimmt einen gro\u00dfen Schluck Bier. \u201eWollt ihr mittrinken, mein Freund?\u201c. Christian presst die Lippen festzusammen und nickt zustimmend. Die beiden M\u00e4nner verharren mit sorgenvollen Minen an dem gro\u00dfen Holztisch und wissen nicht mit der Situation umzugehen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Mittlerweile ist die Mittagstunde angebrochen und die beiden M\u00e4nner sitzen sich immer noch abwartend gegen\u00fcber. Was wird die Zeit bringen? Pl\u00f6tzlich klopft es an der schweren Holzt\u00fcr. Jakob blickt seine Frau Magdalena an, zuckt mit den Schultern und \u00f6ffnet die schwere T\u00fcr. Der Weber Johannes steht vor der T\u00fcr und bittet um Einlass. Christian blickt den Landsmann pr\u00fcfend an und nickt gr\u00fc\u00dfend. \u201eWas gibt\u2019s Weber?\u201c, fragt Jakob neugierig. \u201eNehmt euren Mantel und folgt mir ins Dorf, wir wollen uns besprechen.\u201c Jakob blickt seinen Freund Christian tief in die Augen. \u201eKomm alter Freund, machen wir uns auf den Weg.\u201c Magdalena ruft Jakob beunruhigt hinterher: \u201eund die Kinder?&nbsp; Du wolltest doch&#8230;\u201c Jakob schaut seine Frau an und erwidert: \u201eMach dir keine Sorgen Lenchen, ich komme recht bald zur\u00fcck. Bitte denk dran im Hause zu bleiben es herrscht die Rauhnacht.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Die M\u00e4nner gehen strammen Schrittes inmitten des Geh\u00f6fts Diermanges. Von Ferne erkennen Sie schon eine handvoll M\u00e4nner, die zusammen vor dem kleinen Kirchlein stehen und aufgeregt debattieren. Gottfried, der Orts\u00e4lteste, krault sich seinen vollen Bart und h\u00f6rt sich interessiert die Worte der M\u00e4nner an. Als er Jakob und Christian sieht, hebt er beschwichtigend seine gro\u00dfen H\u00e4nde und redet beruhigend auf die M\u00e4nner ein: \u201eAber ihr wisst doch gar nicht was uns geschieht. Sagt, warum bef\u00fcrchtet ihr das Schlimmste? Habt Gottvertrauen. Syed gegr\u00fc\u00dft Christian und Jakob, sch\u00f6n, dass ihr zu uns kommt\u201c. Christian spuckt auf die lehmigen und w\u00e4sserigen Stra\u00dfen und nickt Gottfried wohlwollend zu: \u201eDer Weber sagt, ihr verlangt nach uns?\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Gottfried nickt und spricht weiter auf seine Landsleute ein: \u201eSehet, seit Jahren wohnen wir mit unseren Familien in diesem Dorf und dem Geh\u00f6ft Diermanges. Jedes Haus steht einzeln von Hof, Garten und Feld umgeben in diesem sch\u00f6nen Tal. Noch haben sich nicht allzu viele Menschen hierher verirrt. Unsere H\u00e4user aus Holz, Lehm und Strohdach haben die ersten harten Winter gut \u00fcberstanden und wir leben rechtens in diesem Tal. Gottesf\u00fcrchtig bauen wir an unserem Kirchlein und Arbeiten von fr\u00fch bis Spat auf dem Felde. Sagt, warum sollen die Herren an uns einen Verdruss finden? Vor vielen Jahren lie\u00dfen sich schon unsere V\u00e4ter in diesem Tal nieder. Hier gibt es Wasser und gute Erde. \u00dcberall im Lande entstehen an Fl\u00fcssen und L\u00e4ufen D\u00f6rfer und Geh\u00f6fte. Sagt, werte Herren, warum sollte unser Landesherr dies \u00e4ndern wollen? Ist es nicht vielmehr so, dass der Graf das Volk in seinem Lande braucht?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Der J\u00fcngling Alexander fror unter seiner Cotte und dem d\u00fcnnen Leibhemd. Zitternd erhebt er das Wort: \u201eLasst uns zu den Waffen greifen und das Tal verteidigen\u201c. Jakob versetzt dem J\u00fcngling eine schallende Backpfeife. \u201eSag, wei\u00dft du wovon du redest, du Narr?\u201c Alexander blickt versch\u00e4mt zum Boden und zieht zitternd seinen Mantelumhang zusammen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Agnes, die Frau von Gottfried, eilt pl\u00f6tzlich \u00fcber die schlammigen Stra\u00dfen zu den M\u00e4nnern. Schon von Ferne h\u00f6rt Gottfried sein Weib rufen. Erstaunt blickt er nach oben. \u201eWas treibst du hier Husvrouw (Hausfrau), solltest du nicht mit der Magd und den Infantias (Kindern) im Hause bleiben? Gleich beginnt die Rauhnacht und die D\u00e4monen werden durch das Tal streichen.\u201c \u201eNoch ist Zeit, bis zum Abend vergehen noch Stunden\u201c, sagt Agnes und ringt nach Atem: \u201eVon Wustvilre kommend sucht eine Reiterschar den Weg zu unserem D\u00f6rflein.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Jakob sieht seinen Freund Christian pr\u00fcfend an und raunt: \u201eNun werden wir sehen was passiert\u201c, Christian nickt und schn\u00fcrt seinen Kragenmantel zusammen. Die K\u00e4lte kriecht den M\u00e4nnern von unten durch die d\u00fcnnen Hosen hinauf bis zu den Haaren. \u201eEs ist kalt\u201c, fl\u00fcstert Christian leise vor sich hin.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die M\u00e4nner blicken den Reitern mit Ehrfurcht entgegen. Als die Burgm\u00e4nner endlich vor dem kleinen Kirchlein angekommen sind, verbeugen sich die Dorfbewohner vor den edlen Ank\u00f6mmlingen. Gottfried ergreift das Wort: \u201eSyed gegr\u00fc\u00dft edle Herren, sagt an, was f\u00fchrt euch zu uns?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Vier Reiter sind mit edler Kleidung versehen. Sie sind von stattlicher Gestalt und tragen teures Tuch und feinen Zwirn. Begleitet werden die Herren von vier Soldaten, die mit schwerer R\u00fcstung und Waffen ausgestattet sind. Der Kleinste der Herren zieht eine Schatulle aus seinem Sattel und entnimmt ein gro\u00dfes Schreiben: \u201eSagt, Bauern, wie hei\u00dft dieses Dorf im Lande unseres Grafen Simon zu Sarabruck?\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>\u201eDiermanges ist\u2019s und gleich dahinter findet ihr das D\u00f6rflein Berswilre\u201c, erwidert Christian mit fester Stimme. Der edle Reiter nickt wohlwollend und greift nach seiner Feder: \u201eNun, dann soll dieses Geh\u00f6ft fortan Platz auf unseren Karten finden und beurkundet seyn.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>\u201eSagt an, edler Herr, was geschieht nun mit uns? Wir leben redlich mit Recht in diesem Tal und waren dem Grafen immer untergeben.\u201c Der Reiter nimmt tief Luft und zeigt gen Osten: \u201eIn dieser Richtung geht\u2019s nach Berswilre, sagt ihr?\u201c, Christian nickt zustimmend. \u201eJa, einen Steinwurf entfernt.\u201c \u201eNun denn\u201c, f\u00e4hrt der edle Herr fort, \u201eruft das Volk von Berswilre herbei, wir haben etwas kundzutun.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Der J\u00fcngling Alexander erhebt die Stimme: \u201eIch werde hin\u00fcbereilen und die M\u00e4nner herbeirufen.\u201c Gottfried klopft dem jungen Mann anerkennend auf die Schulter und sagt: \u201eNimm den Weg an der Als vorbei, so gewinnst du an Zeit.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Nach einer Stunde stehen die M\u00e4nner von Diermanges mit den M\u00e4nnern von Berswilre vereint vor dem kleinen Kirchlein und harren den Dingen, die da kommen sollen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">&nbsp;<em>\u201eH\u00f6ret, Volke des Geh\u00f6fts und Dorfes Diermanges und des Dorfes Berswilre. Unser edler Graf Simon zu Sarabruck verk\u00fcndet die Vergabe der neuen Lehn \u00fcber das Tal an Als und Ilara. Als neue Lehnsherren gelten fortan Jehans und Godelsman, Ritter von Ekeswilre, die euch an meiner Seite gr\u00fc\u00dfen, um folgendes kundzutun.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Die M\u00e4nner sehen sich erschrocken an! \u201eSagtet Ihr, an meiner Seite?\u201c, unterbricht der Orts\u00e4lteste Gottfried den edlen Redner. \u201eSo ist es\u201c, herrschte einer der beiden Reiter vom Pferd herunter. \u201eMein Name ist Jehans von Ekeswilre, nebst an meiner Seite seht ihr meinen Bruder Godelsmann. Sehet M\u00e4nner, vor euch stehen eure neuen Lehnsherren.\u201c Die M\u00e4nner aus Diermanges und Berswilre verbeugten sich voller Ehrfurcht und treten unwillk\u00fcrlich einen Schritt zur\u00fcck. \u201eHabt keine Furcht und h\u00f6rtet von der Beurkundung eures Dorfes\u201c, f\u00e4hrt der stattliche Reiter fort. Jehans von Ekeswilre blickt zu seinem Knappen und raunt ihn an: \u201eFahrt fort mit eurer Rede, mein Guter.\u201c Der Knappe nickt zustimmend und ergreift das Wort, um die Urkunde zu verlesen: &nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>\u201eDie Br\u00fcder Jehans und Godelsmans, Ritter von Ekeswilre, bekunden, dass sie einen Tausch mit dem Baron Simon, Grafen von Sarabrucke und Herrn von Commercy, gemacht, indem sie ihm das Land von St. Jehan und St. Arnual, das sogenannte Neuegut, mit Ausnahme der beiden Br\u00fcder Fomar und Orri von Bradebach und ihres Gutes, \u00fcbergeben und daf\u00fcr erhalten haben das Dorf Berswilre im Hof von Diermanges mit Ausnahme der H\u00f6rigen Dolart und Simont mit ihrem Gute&#8220;.<\/em><\/strong> <em><strong>Heinrich, Graf von Salm und Castres, und Eberhard von Walram, Grafen von Zweibr\u00fccken, siegeln.<\/strong><\/em><\/p>\n<cite><strong>1281 le dimenge apres la nativitei nostres seignor.\u201c (Das Original dieser Urkunde wird im Staatsarchiv in Koblenz bewahrt)<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"375\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230115_132839-Kopie-700x375.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14494\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230115_132839-Kopie-700x375.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230115_132839-Kopie-300x161.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230115_132839-Kopie-768x411.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230115_132839-Kopie.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Kopie der Erw\u00e4hnungsurkunde aus dem Jahre 1281 ( Das Original befindet sich im Staatsarchiv Koblenz)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Godelsmann von Ekerswilre ergreift das Wort: \u201eFortan sollt ihr in Frieden mit dem Segen Gottes unter dem Schutze unseres Banners stehen.\u201c Die Dorfbewohner verbeugen sich abermals tief und blicken mit Ehrfurcht zu den Reitern auf.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Am Abend sitzen Christian und sein Weib Katharina zuhause beim Abendbrot. Christian l\u00e4sst Brot und K\u00e4se links liegen und r\u00fchrt nachdenklich in seiner Getreidebrei. \u201eWas wird aus uns werden?\u201c, grummelte er in seinen Bart. Christian legt seinen L\u00f6ffel zur Seite und erg\u00e4nzt: \u201eSeit vielen Jahren sind wir ein Allod der Grafen von Sarabruck. Im Familienbesitz wurden wir nie als Lehn angesehen. Warum jetzt? Wie werden die Grafen fortan mit ihren G\u00fctern und Renten an das Sarabrucker Burgmannengeschlecht umgehen? Was wird aus uns werden?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Still betrachtet Katharina ihren Ehemann eine Zeit lang, um dann zu erwidern: \u201eDie Zeit wird es zeigen. Ich glaube fest daran, dass auch unsere Kinder hier eine feste Heimat finden werden. In diesem Tal steht unser Heim und auch unsere Nachfahren werden hier zuhause sein.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Diese Geschichte ist auf der Grundlage historischer Ereignisse frei erfunden, wobei es die namentlich erw\u00e4hnten Personen tats\u00e4chlich gegeben hat. Ziel ist es den Lesern und Menschen unseres Heimatortes die Geschichte Dirmingens n\u00e4her zu bringen und dem Vergessen entgegenzuwirken. So wie in dieser frei erfundenen Geschichte, k\u00f6nnte es sich am Ende tats\u00e4chlich zugetragen haben<\/strong>&nbsp;<strong>!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dirmingen im 13. Jahrhundert. Das heutige Deutschland, so wie wir es kennen, bezeichnete man im sp\u00e4ten 13. Jahrhundert als Heiliges R\u00f6misches Reich. Die damaligen r\u00f6misch-deutschen K\u00f6nige und Kaiser sahen sich in der Tradition des antiken R\u00f6mischen Reichs. 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