{"id":15001,"date":"2025-04-27T08:09:11","date_gmt":"2025-04-27T07:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=15001"},"modified":"2025-04-27T08:09:12","modified_gmt":"2025-04-27T07:09:12","slug":"dirmingens-schwarzer-weisser-sonntag-erinnerung-an-ein-schreckliches-verbrechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=15001","title":{"rendered":"Dirmingens schwarzer &#8222;Wei\u00dfer Sonntag&#8220; &#8211; Erinnerung an ein schreckliches Verbrechen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Mit diesem Blogeintrag m\u00f6chte ich an eines der dunkelsten Kapiteln unseres Heimatdorfes erinnern.<\/strong> <strong>Viele Wochen habe ich \u00fcberlegt, ob ich \u00fcber dieses schreckliche Ereignis berichten m\u00f6chte oder es lieber bleiben lassen sollte. Dabei findet man auf diversen Plattformen im Netz gen\u00fcgend Infos \u00fcber dieses Verbrechen. Nach reiflichen \u00dcberlegungen kam ich zu dem Schluss, dass eine Seite die sich mit Dirmingen besch\u00e4ftigt auch \u00fcber ein solch schreckliches Verbrechen berichten sollte. Ich werde jedoch, im Gegensatz zu anderen Quellen im Internet, auf Details verzichten und mich auf das Wesentliche und die damaligen Zeitungsberichte konzentrieren. Wir sollten die Erinnerung an diesen verh\u00e4ngnisvollen schwarzen &#8222;Wei\u00dfen Sonntag&#8220; in Dirmingen bewahren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wir schreiben das Jahr 2025. Wenn wir das Fernsehen anschalten werden wir t\u00e4glich mit schrecklichen Nachrichten und Berichterstattungen konfrontiert. Das alles ist jedoch weit weg und geschieht nicht vor unserer Haust\u00fcr. Umso schlimmer ist es, wenn tats\u00e4chlich einmal etwas unvorhersehbar, schreckliches wie der Mord an der Dirmingerin Brunhilde Meyer im Jahre 1957 passiert. Wie geht man in einer d\u00f6rflichen Gemeinschaft mit einer solchen f\u00fcrchterlichen Tat um und wie verarbeitet man solche Geschehnisse ? Letztendlich war auch das Verbrechen an Brunhilde Meyer ein St\u00fcck Dirminger Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Am \u201eWei\u00dfen Sonntag\u201c 1957 geschah eines der schrecklichsten Verbrechen in der Geschichte unseres Dorfes. Der Mord an der Dirmingerin Brunhilde Meyer geh\u00f6rt bis heute zu den schw\u00e4rzesten Kapiteln unseres Heimatortes.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><u>Die Saarbr\u00fccker Zeitung berichtete am 29.April 1957:<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>\u201eZwanzigj\u00e4hriges M\u00e4dchen in Dirmingen ermordet.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><em>Schwarzer &#8222;Wei\u00dfer Sonntag&#8220; f\u00fcr die Gemeinde Dirmingen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Brunhilde Meyer, geboren am 7. Juni 1937, wurde am Nachmittag des vergangenen Samstags unweit ihres Elternhauses in Dirmingen von einem noch unbekannten T\u00e4ter ermordet. Nach einer fieberhaften Suchaktion, an der sich die Dorfgemeinschaft und die Freiwillige Feuerwehr beteiligten, und die vom Einbruch der Dunkelheit des Samstagabends bis in die fr\u00fchen Morgenstunden des Sonntags andauerte, wurde das bedauernswerte Opfer der Gewalttat in einem Unterholz unweit des Ehrenmals tot aufgefunden. Das ist der n\u00fcchterne Tatbestand, der die Gemeinde Dirmingen am &#8222;Wei\u00dfen Sonntag&#8220; ersch\u00fctterte.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"358\" height=\"863\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot_20180404-150408_resized_20180404_030513547.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1038\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot_20180404-150408_resized_20180404_030513547.jpg 358w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot_20180404-150408_resized_20180404_030513547-124x300.jpg 124w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Das auffallend h\u00fcbsche, gro\u00df gewachsene M\u00e4dchen, das ich im Dorfe eines guten Rufes erfreute, war&nbsp; wie \u00fcblich am Samstagmorgen zu Ihrer Arbeitsstelle, in einer Baumschule gegangen und hatte auch dort Ihre Arbeit aufgenommen. Dort soll sie von 13.00 Uhr an allein gearbeitet haben und sollte gegen 17.00 Uhr nach Hause zur\u00fcckkehren. Als sie aber mit, Einbruch der Dunkelheit noch nicht wieder heimgekehrt war, wurde eine allgemeine Suchaktion eingeleitet, an der sich die ganze Dorfgemeinschaft beteiligte. Unter Ihnen auch der Vater Brunhildes, seines -Zeichens Polizeimeister. Die Freiwillige Feuerwehr setzte Lautsprecher ein, aber die Suche verlief bis in die fr\u00fchen Morgenstunden ergebnislos. Gegen 7.30 Uhr fr\u00fch wurde das M\u00e4dchen dann gefunden. Die Kleider der Ungl\u00fccklichen lagen etwa 200 Meter vom Tatort, an einem Hauptweg, w\u00e4hrend die nackte Leiche mit W\u00fcrgemerkmalen in einem dichten Unterholz aufgefunden wurde. Inzwischen haben die Ermittlungen der Landeskriminalpolizei &#8211; Mordkommission &#8211; eingesetzt, die zurzeit noch andauern. Die furchtbare Tat hat in der ruhigen Gemeinde begreifliche Erregung ausgel\u00f6st. Brunhilde Meyer entstammt geordneten und guten Verh\u00e4ltnissen, genoss einen guten Ruf in der Gemeinde und ging einer geordneten Arbeit nach. Die Tat selbst geschah nicht allzu weit vorn elterli\u00adchen Haus, in dem Brunhilde als eines von sechs Kin\u00addern eines angesehenen Polizeibeamten mit ihren Eltern lebte. Das scheu\u00dfliche Verbrechen wurde nach Ansicht des Arztes etwa gegen 17 Uhr ver\u00fcbt, also am hellen Tage. Der Tatort selbstliegt etwa 80 Meter von einem vielbegangenen Feldweg, und nur etwa 20 Meter von einem dort abzweigenden Pfad, im Unterholz. Die Kleider hat der T\u00e4ter auf dem vorgenannten Feldweg abgelegt, und zwar vermutlich aus Verdunkelungsgr\u00fcnden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die Beamten der Mordkommission, die unter der Lei\u00adtung von Kriminalrat Lamy schon mehrere Gewaltver\u00adbrechen in k\u00fcrzester Zeit aufgekl\u00e4rt und den T\u00e4ter \u00fcber\u00adf\u00fchrt haben, arbeiten zur Zeit fieberhaft an den Ermitt\u00adlungen, und die Bev\u00f6lkerung von Dirmingen setzt ihr ganzes Vertrauen in die Erfahrung der Kriminalpolizei. Es war ein schwarzer &#8222;wei\u00dfer&#8220; Sonntag f\u00fcr die Gemeinde Dirmingen, und das scheu\u00dfliche Verbrechen lag wie ein Schatten auf der Festtagsfreude. Umso mehr w\u00fcn\u00adschen die B\u00fcrger der Gemeinde, dass der ruchlose T\u00e4ter schnell seiner gerechten Strafe zugef\u00fchrt werden wird. Die Kriminalpolizei hat \u00fcbrigens bew\u00e4hrte und sichere Sp\u00fcrhunde eingesetzt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"1457\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot_20180404-150421-644x1457.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1039\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot_20180404-150421-644x1457.png 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot_20180404-150421-133x300.png 133w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot_20180404-150421.png 713w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong><u>Die Saarbr\u00fccker Zeitung berichtet am 30. April 1957:<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201eDirminger M\u00f6rder bereits gefasst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>19j\u00e4hriger aus Eppelborn der T\u00e4ter &#8211; Nach der Tat das Kino besucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Am Samstag, dem 27. April. wurde die 19j\u00e4hrige Brunhilde Meyer, die als Waldarbeiterin im Staatsforst bei Dirmingen bis 16.30 Uhr zu arbeiten hatte, von dem aufsichtsf\u00fchrenden Forstbeamten des Forstamts Lebach vermisst. Brunhilde Meyer sollte etwa um 17 Uhr, zu Hause sein. Der Forstaufseher hatte sie zum letzten Male bei der Auftragserteilung um 13.30 Uhr im sogenannten Pflanzgarten gesehen. Von der Mutter und, dem Bruder der Vermissten konnte die von letzterer mitgef\u00fchrte Einkaufstasche, ihre Sch\u00fcrze, Jacke und ein Eimer am Stra\u00dfenrand des Hierscheider Wegs &#8211; des Heimwegs des M\u00e4dchen &#8211; gefunden werden. Die am Samstagabend eingeleitete und mit Unterst\u00fctzung der Feuerwehr und der Bev\u00f6lkerung durchgef\u00fchrte Suchaktion verlief erfolglos.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>Die am Sonntag, dem 28. April. wieder aufgenommenen Suchma\u00dfnahmen f\u00fchrten etwa um 7.30 Uhr zur Auffindung der Leiche der Vermisstem. Die Leiche war mit Ihren zerrissenen Kleidern zugedeckt. Der Fundort befindet sich s\u00fcdlich der Wegegabelung Dirmingen-Eppelborn und Dirmingen-Hierscheid, 25 Meter von der dort verlegten Gasleitung Inmitten eines dichten, schwer zug\u00e4nglichen Gestr\u00fcpps. Die von der Staatsanwaltschaft und der Mordkommission des Landeskriminalamts Saarland unverz\u00fcglich aufgenommenen Ermittlungen f\u00fchrten &#8211; nach Auswertung verschiedener Spuren im Laufe des Sonntags &#8211; am Montagvormittag zur Festnahme des T\u00e4ters. Es handelt sich um einen 19j\u00e4hrigen jungen Mann aus Eppelborn, der seit dem 25. M\u00e4rz 1957 aus eigenem Verschulden arbeitslos Ist. Er hatte w\u00e4hrend eines planlosen Spazierganges am fr\u00fchen Samstagnachmittag im Pflanzgarten das M\u00e4dchen arbeiten sehen. Etwa gegen 17 Uhr begegnete er ihm nach weiteren Umherstreifen auf dessen Heimweg an dem sp\u00e4teren Fundort Ihrer Tasche, bzw. Ihrer Jacke. Er sprang das M\u00e4dchen von hinten an und riss es seitlich In das Geb\u00fcsch am Wegesrand. Dort entwendete er der am Boden Liegenden die Armbanduhr. Da er f\u00fcrchtete, dass das M\u00e4dchen ihn erkannt h\u00e4tte und Ihn anzeigen k\u00f6nnte, entschloss er sich, es umzubringen. Er zwang es, etwa 120 bis 150 Meter den einsam gelegenen, mit dichtem Geb\u00fcsch bewachsenen Berghang hinaufzugehen. Am sp\u00e4teren Fundort der Leiche sprang er das M\u00e4dchen an &#8211; offensichtlich f\u00fcr es \u00fcberraschend &#8211; und riss es nieder. Er erw\u00fcrgte es und verging sich an ihm. Nach der Tat begab er sich nach Dirmingen, besuchte das Kino und kehrte um Mitternacht nach Hause zur\u00fcck.Die Arbeiten der Kriminalpolizei wurden wesentlich durch die tatkr\u00e4ftige Mithilfe der \u00f6rtlichen Gendarmerie, der Gemeindebeh\u00f6rden, der Feuerwehr und der Bev\u00f6lkerung unterst\u00fctzt\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Brunhilde Meyer war die Schwester der ehemaligen Gastronomin \u201eTilly\u201c Vogel aus dem Gasthaus Vogel<\/strong>. <strong>W\u00e4hrend ihrer Arbeit zur Aufforstung unseres Waldes wurde Sie Opfer dieses uns\u00e4glichen Verbrechens.<\/strong> <strong>Der T\u00e4ter war der letzte Inhaftierte, der im Gef\u00e4ngnis Tholey seine Strafe verb\u00fc\u00dfte. Wir sollten auch \u00fcber 60 Jahren nach ihrem schrecklichen Tot die Erinnerung an Brunhilde Meyer bewahren.<\/strong> <strong>Genau deshalb hatte ich mich entschlossen, diesen Bericht zu ver\u00f6ffentlichen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit diesem Blogeintrag m\u00f6chte ich an eines der dunkelsten Kapiteln unseres Heimatdorfes erinnern. Viele Wochen habe ich \u00fcberlegt, ob ich \u00fcber dieses schreckliche Ereignis berichten m\u00f6chte oder es lieber bleiben lassen sollte. Dabei findet man auf diversen Plattformen im Netz gen\u00fcgend Infos \u00fcber dieses Verbrechen. 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