{"id":15521,"date":"2023-08-05T14:44:45","date_gmt":"2023-08-05T13:44:45","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=15521"},"modified":"2023-08-09T18:14:33","modified_gmt":"2023-08-09T17:14:33","slug":"die-suche-nach-der-eigenen-identitaet-und-einer-bleibenden-erinnerungskultur-persoenliche-erinnerungen-eines-dirmingers-an-die-alte-muehle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=15521","title":{"rendered":"Die Suche nach der eigenen Identit\u00e4t und einer  bleibenden Erinnerungskultur &#8211; Pers\u00f6nliche Erinnerungen eines Dirmingers an die &#8222;Alte M\u00fchle&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>M\u00fchlen waren f\u00fcr die Menschen in unserem Dorf von existenzieller Bedeutung und ein wichtiger Bestandteil des d\u00f6rflichen Lebens. Der Wasserreichtum der Ill- und Alsbach sorgte schon im Mittelalter dazu, dass Menschen mit Hilfe von Wasserr\u00e4dern die nat\u00fcrliche Energie der Bachl\u00e4ufe f\u00fcr den Betrieb von Getreidem\u00fchlen nutzen. Die historische \u201eAlte M\u00fchle\u201c am Ufer des Illbachs pr\u00e4gte \u00fcber Jahrhunderte hinweg das Ortsbild unseres Heimatdorfes. Genau dort, wo einst, die im Volksmund bekannte \u201eAlte M\u00fchle\u201c stand, befindet sich heute das Zentrum \u201eAlte M\u00fchle\u201c mit Arztpraxen und Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen. Dabei war die sogenannte \u201eAlte M\u00fchle\u201c, auch \u201eGuth\u00f6rl\u2019sche M\u00fchle\u201c genannt historisch gesehen eigentlich die \u201eNeue M\u00fchle\u201c. Die \u00e4lteste M\u00fchle Dirmingens hingegen stand an der Alsbach in Richtung Berschweiler. Die letzten Reste dieses M\u00fchlenkomplex wurden im Verlauf des zweiten Weltkrieges entfernt und zum Bau von Behelfsheimen genutzt. Heute befindet sich in etwa dort, wo einst die urspr\u00fcngliche erste \u201eAlte M\u00fchle\u201c stand, dass Kelterhaus des Obst- und Gartenbauvereins und das Kleinspielfeld des TV 04 Dirmingen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Bis heute ranken sich einige Mythen und Legenden um die \u201eAlte M\u00fchle\u201c am Ufer der Ill. Zu den bekanntesten Sagen geh\u00f6rt der Fund eines historischen Schatzes auf dem Dachboden der M\u00fchle im 20. Jahrhundert. Aber auch der nebell\u00f6se Brand des Vorg\u00e4ngerbaus aus dem 18. Jahrhundert sorgt bis heute f\u00fcr G\u00e4nsehaut. In beiden Weltkriegen suchten Fl\u00fcchtlinge in der M\u00fchle eine Notunterkunft und so manchem Soldaten bot das Anwesen einen rettenden Schlafplatz. Neben den beiden Kirchenbauten der hiesigen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden geh\u00f6rt die \u201eAlte M\u00fchle\u201c zu den Wahrzeichen des Dorfes. W\u00e4hrend die beiden Kirchenbauten sowie das historische evangelische Pfarrhaus unter Einzeldenkmalschutz stehen und immer noch ihren Nutzen tragen, wurde die \u201eAlte M\u00fchle\u201c im Jahre 1990 abgerissen. Den hohen Stellenwert der Dirminger M\u00fchlen erkennt man auch daran, dass sich M\u00fchlenr\u00e4der auf dem Ortswappen unseres Heimatortes befinden. Im Januar 1976 strebte die Gemeindeverwaltung eine Umbenennung von Stra\u00dfen innerhalb der Gesamtgemeinde Eppelborn an. Dabei wurde ausdr\u00fccklich das Ziel verfolgt gleiche Stra\u00dfennamen innerhalb der Gemeinde zu vermeiden. Die Bahnhofstra\u00dfe, an der sich die ehemalige M\u00fchle befand, wurde zu der Stra\u00dfe \u201eZur alten M\u00fchle\u201c umbenannt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"486\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-1--700x486.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15528\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-1--700x486.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-1--300x208.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-1--768x533.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-1-.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Nach dem 30- j\u00e4hrigen Krieg entwickelte sich Dirmingen zu einem wohlhabenden Bauerndorf. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden in Dirmingen zwei Mahlm\u00fchlen, eine \u00d6lm\u00fchle und eine S\u00e4gem\u00fchle. Schon in der H\u00e4userbeschreibung des F\u00fcrstentums Nassau-Saarb\u00fcckens, aus dem Jahre 1634, sind f\u00fcr Dirmingen zwei M\u00fchlen als Eigentum der anwohnenden M\u00fcller vermerkt. Das Oberamt Ottweiler war an der Vergabe von M\u00fchlenrechten durchaus interessiert. Immerhin bedeutete die Abgaben von M\u00fchlenrechten eine ansehnliche Einnahme f\u00fcr die Kellerei des Oberamtes. Im Januar 1733 meldeten sich mit Hans Nicol Wagner und Hans Jacob Wagner zwei Dirminger B\u00fcrger in Ottweiler, um einen zweiten M\u00fchlenbau in der Ortsmitte am Rande der Illbach zu beantragen. Die beiden M\u00e4nner begr\u00fcndeten ihr Vorhaben damit, dass bereits vor 100 Jahren zwei M\u00fchlen in Dirmingen existierten. Schlie\u00dflich h\u00e4tte sich laut den Antragstellern die Einwohnerzahl des Dorfes erh\u00f6ht. Letztendlich w\u00fcrde durch den Bau einer neuen M\u00fchle auch die Einnahmen der Herrschaft zu Nassau-Saarbr\u00fccken vermehrt. Nach einem l\u00e4ngeren Verfahren mit diversen Anh\u00f6rungen legte das Oberamt die Ausschreibung eines M\u00fchlenneubaus fest. Nach z\u00e4hen Verhandlungen und einem langwierigen Bieterverfahren fiel schlie\u00dflich am 24. September 1733 eine Entscheidung. Die F\u00fcrstin von Nassau und Gr\u00e4fin von Saarbr\u00fccken Charlotte Amalia hatte nach dem Tod ihres Mannes die Aufgabe im Namen der noch nicht vollj\u00e4hrigen Prinzen Carl und Wilhelm Heinrich eine Entscheidung kundzutun. Der Erbleihbrief wurde dem meistbietenden Nicol Zimmer aus Wiebelskirchen verliehen. Mit der Entscheidung der Herrschaft von Saarbr\u00fccken-Nassau und des zust\u00e4ndigen Oberamtes zu Ottweiler war somit der Bau einer neuen M\u00fchle besiegelt. Die damaligen Initiatoren des Dirminger \u201eM\u00fchlen-Projekts\u201c, Hans Nicol Wagner und Jakob Wagner hatten im Kampf um die M\u00fchlrechte das Nachsehen. Der M\u00fcller Nicol Zimmer machte sich umgehend an den Neubau einer M\u00fchle im Ortszentrum Dirmingens. Im Jahre 1742 brannte die neugebaute M\u00fchle aus bisher ungekl\u00e4rten Gr\u00fcnden bis auf die Grundmauern nieder. Die Witwe des M\u00fcllers baute trotz vieler Widerst\u00e4nde gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn Heinrich Bickelmann die M\u00fchle an gleicher Stelle wieder auf. Bei diesem Neubau handelt es sich um das historische Geb\u00e4ude, dass bis heute im Volksmund \u201eAlte M\u00fchle\u201c genannt wird. Im Jahre 1748 verstarb die Witwe des M\u00fcllers Eva Margaretha Zimmer, womit der Schwiegersohn Johann Heinrich Bickelmann nach einem langen Erbstreit mit weiteren Hinterbliebenen die M\u00fchle \u00fcbernehmen konnte. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Im Jahre 1759 wurden die M\u00fchlrechte der neuen M\u00fchle dem Dirminger Georg Guth\u00f6rl \u00fcbertragen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der M\u00fcller Georg Guth\u00f6rl stolzer Besitzer der &#8222;H\u00f6chster Mahl-und Oligm\u00fchlen&#8220;. Johann Bickelmann strebte nach einigen Jahren seines Wirkens einen Tausch seiner Dirminger M\u00fchle mit der &#8222;H\u00f6chster M\u00fchle&#8220; an. Georg Guth\u00f6rl war sofort mit dem Besitzerwechsel einverstanden und freute sich \u00fcber seine neue M\u00fchle in seinem Heimatort. Am 19. M\u00e4rz 1759 wird der Wechsel der Eigent\u00fcmer der \u201eNeuen Dirminger M\u00fchle\u201c und der \u201eH\u00f6chster M\u00fchle\u201c amtlich beurkundet und die beiden auf diese M\u00fchlen lautenden Erbbestandsbriefe entsprechend abge\u00e4ndert und die Namen der neuen Eigent\u00fcmer umgeschrieben. Mit diesem Besitzertausch kam die neue &#8222;Alte M\u00fchle&#8220; an der Ill erstmals zu ihrem H\u00e4usernamen &#8222;Guth\u00f6rl&#8217;sche M\u00fchle&#8220;. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"456\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-3-1-700x456.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15531\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-3-1-700x456.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-3-1-300x196.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-3-1-768x501.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-3-1.jpg 977w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Bis zum zweiten Weltkrieg wurde der M\u00fchlenbetrieb nachweislich weitergef\u00fchrt. Nachdem der M\u00fchlenkomplex ihren eigentlichen Nutzen verloren hatte, wurde das historische Geb\u00e4ude zun\u00e4chst auf vielf\u00e4ltige Art und Weise genutzt. Unter anderem fanden die Poststelle und auch der Kindergarten f\u00fcr kurze Zeit in der \u201eAlten M\u00fchle\u201c eine Unterkunft. Inmitten der 1980-ger Jahren befand sich das Geb\u00e4ude in einem j\u00e4mmerlichen Zustand. Im Jahr 1989 wuchs der Druck auf die verantwortliche Gemeindeverwaltung. Der Gemeinderat musste \u00fcber zwei vorliegende Bauanfragen und damit \u00fcber die Zukunft des historischen Geb\u00e4udes entscheiden. Nachdem die Bauanfragen zun\u00e4chst auf Eis gelegt wurden, hoffte die Gemeindeverwaltung auf andere Nutzungsinteressen und die Aufwertung des M\u00fchlenkomplexes. Nachdem das alte &#8222;Kl\u00e4se Haus&#8220; zu Beginn der 1960-er Jahre abgerissen wurde, bef\u00fcrchtete die Bev\u00f6lkerung den Verlust eines weiteren historischen Geb\u00e4udes. Man entschloss sich damals den Landeskonservator anzufragen, ob das Saarland \u201ekein Interesse\u201c h\u00e4tte in den M\u00fchlenkomplex zu investieren. Leider wurde diese Anfrage aus Kostengr\u00fcnden abgelehnt. Eine finanziell vertretbare Restaurierung r\u00fcckte mehr und mehr in den Bereich des Unm\u00f6glichen. Bis zuletzt hoffte man in Dirmingen auf eine einvernehmliche L\u00f6sung, die den Erhalt des historischen M\u00fchlenkomplex sicherstellte. Im Sp\u00e4tsommer des Jahres 1990 wurde schlie\u00dflich das Urteil \u00fcber die \u201eAlte M\u00fchle\u201c Dirmingen gef\u00e4llt. Der Gemeinderat stimmte einer Bauvorlage eines Arzt- und Gesch\u00e4ftshauses zu und besiegelte damit den Abriss der historischen \u201eAlten M\u00fchle\u201c. Im Jahre 1995 folgte der Neubau eines Arzt-und Gesch\u00e4ftshauses. Nat\u00fcrlich wurde mit dem Neubau dieses Arzt- und Gesch\u00e4ftshauses eine enorme Aufwertung der eigenen Infrastruktur hergestellt. Auf der anderen Seite verlor nicht nur unser Heimatort sondern auch die gesamte Region einen historischen Schatz. Heute findet man in den R\u00e4umen des Zentrums \u201cAlte M\u00fchle\u201d \u00c4rzte -und Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume sowie eine Apotheke. So entstand genau an der Stelle an der einst die historische &#8222;Alte M\u00fchle&#8220; stand eine durchaus sinnvolle Einrichtung f\u00fcr die Menschen unseres Dorfes.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"490\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-11-700x490.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-15534\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-11-700x490.png 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-11-300x210.png 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-11-768x537.png 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-11.png 812w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Als Heimatforscher steht man nat\u00fcrlich unweigerlich vor der Frage, ob es nicht doch m\u00f6glich gewesen w\u00e4re die &#8222;Alte M\u00fchle&#8220; im Ortszentrum zu erhalten. Der Dirminger B\u00fcrger Dr. R\u00fcdiger Neufang, Fachtierarzt f\u00fcr Pferde, f\u00fcr Tierschutz und f\u00fcr \u00f6ffentliches Veterin\u00e4rwesen hat auf meine Anfrage Stellung bezogen und aus seiner Sicht der Dinge die damaligen Geschehnisse reflektiert und f\u00fcr meinen Blog niedergeschrieben:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5e210ce5daecb551a5441c34d3e8822c wp-block-paragraph\"><strong>Erinnerungen von Dr. R\u00fcdiger Neufang<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-c33ca70cc4b5bb8faa6bbd473725e63d wp-block-paragraph\"><em>Im Jahr 1976 habe ich in der Waldstra\u00dfe in Dirmingen ein Haus gekauft und bin t\u00e4glich an der alten Guth\u00f6rl\u2019schen M\u00fchle, \u201eAlte M\u00fchle\u201c genannt, vorbeigefahren und habe das verlassene, anscheinend dem Verfall \u00fcberlassene Geb\u00e4ude mit einem Holl\u00e4nder-Walmdach bewundert. Zur Stra\u00dfe hin war der B\u00fcrgersteig nicht wie \u00fcblich in gleicher Ebene parallel zum Haus, sondern die Stra\u00dfe war ohne R\u00fccksicht auf das Haus schr\u00e4g an dem Haus vorbeigef\u00fchrt und reichte nicht &nbsp;direkt bis an das Haus. Man hatte den Eindruck, dass das Haus \u201eim Wege stand\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-8c247c7f9c265d4aae0f06a72f5ed47c wp-block-paragraph\"><em>Unterhalb des Hauses zu der Bachseite der \u201eIll\u201c hin und hinter dem Haus war &nbsp;auf etwa 500 qm eine Koppel eingez\u00e4unt, auf der ab und zu Pferde standen. Da ich selbst ein Pferd hatte und in meinem neuen Domizil noch keine M\u00f6glichkeit hatte ein Pferd unterzubringen, hatte ich Kontakt mit einer Familie Guth\u00f6rl aufgenommen, die Erben des letzten, verstorbenen M\u00fcllers war.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-35b68fa000042e0a02b809cb78f9541f wp-block-paragraph\"><em>In der untersten Etage (eine Ebene unter dem Stra\u00dfenbereich) war an der Hinterfront ein Pferdestall mit vier Boxen errichtet worden. Bei meinem ersten Besuch waren drei Boxen belegt und eine frei, so dass mein Pferd auch nach Dirmingen umziehen konnte (zumindest bis zur Fertigstellung eines bereits genehmigten Stallbaues in der N\u00e4he meines Wohnhauses).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-43fa8161b5ad327bce693e1a50018d73 wp-block-paragraph\"><em>Es blieb nicht aus, dass mein Interesse an der sonst verwahrlosten M\u00fchle geweckt wurde, die offen stand, so dass eigentlich jeder Zutritt haben konnte. Ich war sehr \u00fcberrascht, was man so alles sehen konnte: Die einzelnen R\u00e4ume mit noch vorhandenen T\u00fcren, aber recht marode Holztreppen, aber auch ein gro\u00dfer Raum mit einem riesen-gro\u00dfen, guterhaltenen Holzm\u00fchlenrad (Durchmesser etwa 5 m), das noch bewegt werden konnte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6e1c5d1d8e3c26fce6c86f175a009ca5 wp-block-paragraph\"><em>Ich wollte mehr dar\u00fcber wissen und ich konnte in Erfahrung bringen, dass der unverheiratete M\u00fcller gleich zu Beginn des 2. Weltkrieges \u201eeingezogen\u201c wurde und erst Jahre sp\u00e4ter zur\u00fcckgekommen ist. Ob ein regul\u00e4rer M\u00fchlenbetrieb wieder erfolgte, konnte man mir nicht sagen, aber dass in der M\u00fchle die Poststelle von Dirmingen und ein Kindergarten eingerichtet worden war. Nach dem Tod des letzte M\u00fcllers, sei die M\u00fchle keiner weiteren Nutzung zugef\u00fchrt worden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-22c0af642db82799cd314112d65d5a14 wp-block-paragraph\"><em>Ende der 70er\/Anfang der 80er Jahre war immer wieder in Dirmingen die Rede von einer Ortskernsanierung und es sei auch von dem Eppelborner Gemeinderat einer solchen zugestimmt worden sein, doch aus finanziellen Gr\u00fcnden wurde diese nicht realisiert.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-9080a3b5ca28c81db90bf5bc107bb38b wp-block-paragraph\"><em>Da es sich bei der \u201eAlten M\u00fchle\u201c um das \u00e4lteste Haus im Illtal handelte und an der M\u00fchle durchaus auch noch etliche Besonderheiten sichtbar waren (kunstreich zugehauene Sandstein-T\u00fcr- und Fensterst\u00fcrze,&nbsp; M\u00fchlensteine usw.) wurde bei dem Landeskonservator angefragt, ob das Saarland \u201ekein Interesse\u201c habe. Ablehnend hat dieser mitgeteilt, dass die M\u00fchle durchaus interessant sei und dass alles M\u00f6gliche schon vermessen und fotografiert sei, aber das w\u00e4re an Kosten schon genug f\u00fcr das Saarland gewesen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-a90c9fa87d9d94f94203251d4082f5e2 wp-block-paragraph\"><em>Die Besitzer, die Erben Guth\u00f6rl, hatten nicht das n\u00f6tige Kleingeld zum Umbau im historischen Stil, denn das hat der Landeskonservator zur weiteren Nutzungsbedingung gemacht, so dass an Abriss und ein Neubau gedacht wurde, aber es fand sich kein K\u00e4ufer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-b85f32a497b3c57257db43ae3ac8558c wp-block-paragraph\"><em>Im Hinterkopf war immer noch die Dorfsanierung und man hat Erkundungen eingezogen wie man eventuell ein Dorfgemeinschaftshaus&nbsp; mit einem gro\u00dfen Raum, in dem das M\u00fchlenrad im Mittelpunkt stehen k\u00f6nnte sowie ein Bauern- und M\u00fchlenmuseum. Damals entstand \u201eam Finkenrech\u201c, auf der fr\u00fcheren Kreisjungviehweide ein Schaugarten mit den hier im Raum klimatisch anpflanzbaren Blumen, Str\u00e4uchern sowie Hecken und eventuell&nbsp; noch einer Verk\u00f6stigungsstelle f\u00fcr die Besucher.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-504b40ca6ba695968dbb853ac2b67e5f wp-block-paragraph\"><em>F\u00fcr den Landrat des Landkreises Neunkirchen, der bei den W\u00fcnschen f\u00fcr die Gesamtanlage Finkenrech ein gro\u00dfes finanzielles Problem sah, war der M\u00fchlensanierungsplan in Rahmen der Dorfsanierung, durch m\u00f6gliche Landes- und Bundesmittelzusch\u00fcsse, eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr die Verwirklichung der Ortsmitteversch\u00f6nerung und er hat eine \u00fcberraschend hohe Summe zugesagt, dem auch der Eppelborner B\u00fcrgermeister mit einem \u00e4hnlichen Angebot folgte, doch diese Summen waren den Erben zu gering.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-cd60a3a77d84b19c0e1219e0aa844da0 wp-block-paragraph\"><em>Weitere Sponsoren konnten nicht gefunden werden, so dass f\u00fcr den Abriss der \u201eAlten M\u00fchle\u201c pl\u00e4diert wurde, da der Landeskonservator einem solchen zugestimmt hatte, aber es fand sich trotz recht kurioser Ideen kein K\u00e4ufer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-c104a8542f9856f2c9497e99e3ec1c80 wp-block-paragraph\"><em>Privat haben sich Dirminger B\u00fcrger immer wieder f\u00fcr eine L\u00f6sung eingesetzt, um die M\u00fchle zu retten. Als Beispiel sei angef\u00fchrt, dass sich ein bundesweit t\u00e4tiger \u201eVerein zur Rettung historischer M\u00fchlen\u201c f\u00fcr die Dirminger M\u00fchle interessierte und einen Zimmermann- und Dachdeckermeister vor Ort geschickt hat, der das Dachgeb\u00e4lk und das Walmdach besichtigt und gepr\u00fcft hat, da dieses als marode dargestellt wurde, aber von diesem M\u00fchlendachfachmann als noch \u201erelativ gut, erhalt- und kosteng\u00fcnstig reparierbar\u201c beurteilt wurde.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4b4c34901aedb14999f8c10c03b9e579 wp-block-paragraph\"><em>Aber nach all den Jahren wurde der Abriss vorangetrieben, 1989 eine Bauanfrage gestellt und nach Verkauf eine Abrissverf\u00fcgung genehmigt. Auf dem Gel\u00e4nde wurde nach dem Abriss im Jahr 1990 sp\u00e4ter ein gro\u00dfes Haus mit Apotheke sowie verschiedene Arztpraxen gebaut.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-primary-background-color has-text-color has-background has-link-color has-medium-font-size wp-elements-616a64459faa95e0c5b3477d0fb566ac wp-block-paragraph\"><em>Ich habe bei all den Bestrebungen unserer B\u00fcrger hier in unserem Dorf bitter erfahren m\u00fcssen, dass Personen, die eigentlich aus ihrem beruflichen Verst\u00e4ndnis ein architektonisches Feingef\u00fchl haben sollten, in der Moderne bei Historischem dies anscheinend vergessen, da zu keinem Zeitpunkt diesbez\u00fcglich eine Unterst\u00fctzung zur Erhaltung\/Renovierung der \u201eAlten M\u00fchle\u201c kam.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"495\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-4-700x495.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15535\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-4-700x495.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-4-300x212.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-4-768x543.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Muehle-4.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ich danke Dr., R\u00fcdiger Neufang f\u00fcr diese Ausf\u00fchrungen und die Bereitstellung seiner pers\u00f6nlichen Erinnerungen auf meinem Blog. Bis heute ist die &#8222;Alte M\u00fchle&#8220; ein fester Bestandteil unserer Geschichte. Die M\u00fchle steht noch heute sinnbildlich f\u00fcr den landwirtschaftlichen Aufschwung in unserem Heimatort nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg. Mit Hilfe der Landwirtschaft und der vorhanden M\u00fchlen wurde unser Heimatort zu einem der wohlhabendsten Bauernd\u00f6rfern im ehemaligen Kreis Ottweiler.<\/strong> <strong>Am Ende<\/strong> <strong>bleibt uns nur die Erinnerung an einen wundersch\u00f6nen historischen M\u00fchlenbau<\/strong> <strong>aus dem 18. Jahrhundert.<\/strong> <strong>Dem historischen &#8222;Hiwwelhaus&#8220; in Alsweiler h\u00e4tten wir mit unserer M\u00fchle ganz bestimmt Konkurrenz machen k\u00f6nnen.<\/strong> <strong>Fakt ist: Mit dem alten &#8222;Kl\u00e4se Haus&#8220;, dem alten Gemeindehaus und der &#8222;Alten M\u00fchle&#8220; hat unser Dorf binnen weniger Jahrzehnte wertvolle historische Sch\u00e4tze verloren.<\/strong> <strong>Schade !<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fchlen waren f\u00fcr die Menschen in unserem Dorf von existenzieller Bedeutung und ein wichtiger Bestandteil des d\u00f6rflichen Lebens. Der Wasserreichtum der Ill- und Alsbach sorgte schon im Mittelalter dazu, dass Menschen mit Hilfe von Wasserr\u00e4dern die nat\u00fcrliche Energie der Bachl\u00e4ufe f\u00fcr den Betrieb von Getreidem\u00fchlen nutzen. Die historische \u201eAlte M\u00fchle\u201c am Ufer des Illbachs pr\u00e4gte \u00fcber Jahrhunderte hinweg das Ortsbild<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":15527,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1,9,8],"tags":[1076,5,618,127,310,1077],"class_list":["post-15521","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-dorfgetratsche","category-sellemols-und-awweile","tag-alte-muehle-dirmingen","tag-dirmingen","tag-gemeinde-eppelborn","tag-landkreis-neunkirchen","tag-saarland","tag-zentrum-alte-muehle-dirmingen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15521","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15521"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15521\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15544,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15521\/revisions\/15544"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}