{"id":16721,"date":"2024-02-18T13:57:12","date_gmt":"2024-02-18T12:57:12","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=16721"},"modified":"2024-02-18T15:23:05","modified_gmt":"2024-02-18T14:23:05","slug":"die-frankenbach-wiege-unserer-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=16721","title":{"rendered":"Die Frankenbach &#8211; Wiege unserer Kultur"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Arch\u00e4ologen haben im fr\u00fchen 20. Jahrhundert in unserer Heimatregion Ausgrabungen durchgef\u00fchrt. Dabei mussten sich die Wissenschaftler sehr oft mit wenig zufrieden geben. Tonscherben, G\u00f6tzenfiguren, winzige Holzresten, Knochen oder Utensilien der Landwirtschaft wurden an vielen Stellen im Illtal gefunden. In unserer Region siedelten mit den Treverern und den Mediamatikern zwei keltische St\u00e4mme. Die Heimat der Treverer umfasste Hunsr\u00fcck und Eifel und reichte bis nach Belgien hinein. Die Mediomatriker kamen aus Ostfrankreich, ihre Hauptstadt war Divodorum Mediomatricorum, das heutige Metz. Wenn man sich mit der Geschichte unseres Heimatortes besch\u00e4ftigt, kommt man an den Kelten kaum vorbei. Die Nationalsozialisten forschten in den 1930-er Jahren ebenfalls in unseren Heimatgefilden. Dabei wollte man im Wesentlichen mehr \u00fcber die eigene &#8222;deutsche Kultur&#8220; herausfinden. Besonders bedeutend d\u00fcrften die gesammelten Erkenntnisse nicht gewesen sein. Unsere Vorfahren waren allesamt irgendwann einmal J\u00e4ger, Sammler, Fl\u00fcchtlinge und Reisende.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Kelten an der Saar schlossen sich friedlich dem R\u00f6mischen Reich an. Ehemalige r\u00f6mische Soldaten lie\u00dfen sich hier im Illtal nieder und verm\u00e4hlten sich mit Keltinnen. Dabei musste man den Begriff \u201eR\u00f6mer\u201c nicht unbedingt w\u00f6rtlich nehmen. Die R\u00f6mischen Truppen wiederum setzten sich aus dem gesamten r\u00f6mischen Herrschaftsgebiet zusammen. Dazu geh\u00f6rten auch Spanier oder Griechen. Nat\u00fcrlich kamen auch einfache r\u00f6mische Siedler mit ihren Familien in das sch\u00f6ne Illtal, Im Laufe der Zeit entstand eine gallo-r\u00f6mische Kultur. Die vorhandenen Kulturen in unserer Region verschmolzen innerhalb von wenigen Generationen zu einer neuen Kultur. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>In der Zeit der V\u00f6lkerwanderung (etwa 375 bis 568) lie\u00dfen sich die Merowinger beziehungsweise die Franken, ein germanischer Gro\u00dfstamm, an der Saar nieder. Die gallo-r\u00f6mische Bev\u00f6lkerung wurde vereinnahmt. Sp\u00e4testens mit dem Einzug der Franken in unsere Region bekam unser Heimatort auch sinnbildlich einen Namen zugeordnet. Arch\u00e4ologen fanden besonders im Bereich der heutigen Frankenbach verschiedene Funde, die auf Siedlungen der Kelten, gallo-r\u00f6mischen Kulturen und den Franken hindeuteten. Nicht zuletzt aufgrund dieser historischen Funde bekam die Frankenbach ihren Namen zugeordnet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wie sich die die in unserem Tal befindliche Bev\u00f6lkerung damals selbst verstand, ist kaum noch festzustellen. Wahrscheinlich ordneten sich die Menschen einer jeweiligen lokalen Herrschaft zu und geh\u00f6rten zu irgendeiner Oppida. Mit der Zeit der Franken begann eigentlich erst die Zeit der ersten einheimischen Bev\u00f6lkerung. Vorher wanderten und siedelten die Menschen von Ort zu Ort beziehungsweise von Land zu Land. Man k\u00f6nnte also \u00fcberspitzt behaupten, dass die ersten festen Siedlungen unseres Heimatortes im Bereich der Frankenbach entstanden.  Mit der Christianisierung der Germanen und den ersten entstandenen Kirchenbauten begann in unserem Tal eine neue Epoche. Erste Kapellen oder kleine Kirchen wurden errichtet. Wahrscheinlich hat es sich auch so \u00e4hnlich in unserem Dorf zugetragen. Der Sage nach soll es bereits im Jahre 900 n.Chr.  in Dirmingen eine Kapelle oder eine Gebetsstelle gegeben haben.&nbsp;Ein Hinweis darauf, dass sich das menschliche Leben mehr und mehr von der Frankenbach in Richtung des Zusammenfluss von Ill und Alsbach bewegte. Wo Wasser zu finden war, lie\u00dfen sich die Menschen immer wieder gerne nieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>In historischen Quellen wird davon berichtet, dass Einwohner des sogenannten Remigiushofes zum neuen Kirchlein am Zusammenfluss der beiden Bachl\u00e4ufe zum Gebet kamen. Der \u00dcberlieferung zufolge war der Remigiushof eine Siedlung, von stattlichen Ausma\u00dfen, die im heutigen \u201eRaimesteich\u201c gelegen haben soll. Die \u00e4lteren Bewohner unter uns bekamen in ihrer Schulzeit sehr oft von Alt-Dirmingen erz\u00e4hlt. Ich vermute, dass die Menschen vom sogenannten Remigiushof, im heutigen Dirminger Raimesteich\u201c, die erste feste Siedlung in unserem Tal anlegten. Berichten zufolge wurden im \u201eDellwieser Hiwwel\u201c und im \u201eRemmesteich\u201c entsprechende Funde gemacht die auf eine Siedlung hinweisen. Die Forschung geht davon aus, dass der Flurname B\u00f6llingen sich auf die das fr\u00e4nkische Wort \u201eBehlingen\u201c bezieht. Interessant ist dabei auch die -ingen Endung des Names. In sp\u00e4teren Niederschriften st\u00f6\u00dft man immer wieder auf den Ortsnamen B\u00f6llingen mit der Flurbezeichnung des Zusammenflusses von Frankenbach und Alsbach. <\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"510\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220403_155916-700x510.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12509\" style=\"width:700px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220403_155916-700x510.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220403_155916-300x218.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220403_155916-768x559.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220403_155916.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Quelle: Landkreis Neunkirchen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnen also davon ausgehen, dass es sich bei der \u00d6rtlichkeit B\u00f6llingen um eine Siedung handelte, die in der heutigen Frankenbach lag. Den Forschungen zufolge hat diese Siedlung noch vor dem Jahre 1200 existiert. Das Dorf Dirmingen wurde nachweislich erstmals im Jahre 1281 urkundlich erw\u00e4hnt. Bei den genannten Siedlungen Remiguishof oder B\u00f6llingen handelte es sich jedoch nicht um D\u00f6rfer sondern vielmehr um Siedlungen im eigentlichen Sinne.\u00a0Genau dort, wo sich heute der Frankenbacher- Hof befindet, wurden in den 1960-er Jahren verschiedene landwirtschaftliche Sachgegenst\u00e4nde aus der gallo- r\u00f6mischen und germanischen Landnahmezeit gefunden. Ein historischer Ort mit wertvoller Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ich pers\u00f6nliche schlie\u00dfe daraus, dass das Leben in unserem Dorf im Bereich der heutigen Frankenbach seinen Weg in die heutige Ortsmitte an Ill und Alsbach fand. Obwohl die Franken die R\u00f6mer verdr\u00e4ngten, \u00fcbernahmen Sie zun\u00e4chst die fr\u00fchkeltischen und gallo &#8211; r\u00f6mischen Hinterlassenschaften. Nicht alles was Sie in den vorhandenen Siedlungen vorfanden war schlecht. Die alten Germanen \u00fcbernahmen so einiges von den guten alten R\u00f6mern. Bis heute finden wir im Bereich der Frankenbach so einiges, was an die gallo-r\u00f6mischen und sogar keltischen Zeit erinnert. Der bekannte Kaselswald tr\u00e4gt ebenso einen bis heute erhaltenen keltischen Namen, wie zum Beispiel der Kaselsbach (fr\u00fcher Kaselfloss). Aus dem Kaselsbach wurde im Laufe der Zeit die \u201eFrankenbach\u201c wobei sich dieser Name an die fr\u00fcheren Bewohner dieser Gegend anlegt &#8211; Die Franken. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die heutige Frankenbach und die Flur Raimesteich kann man also gut und gerne als Wiege des D\u00f6rfchen Dirmingen betiteln. \u00dcbrigens gibt es auch im Illtal einen bedeutenden Indiz auf keltisches Leben. Die Ill bekam einen keltischen Namen verliehen: &#8222;Ilara&#8220; bedeutet soviel wie &#8222;die Eilige&#8220;. Der fr\u00fchere Remigiushof in der Frankenbach wurde irgendwann liegen gelassen und verfiel. Die Menschen haben irgendwann diesen Ort verlassen, um sich einem anderen aufstrebenden Dorf anzuschlie\u00dfen \u2013 Dirmingen. <\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"572\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/22-644x572.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3994\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/22-644x572.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/22-300x266.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/22.jpg 704w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arch\u00e4ologen haben im fr\u00fchen 20. 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