{"id":16736,"date":"2024-02-18T15:22:20","date_gmt":"2024-02-18T14:22:20","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=16736"},"modified":"2024-02-18T15:23:30","modified_gmt":"2024-02-18T14:23:30","slug":"die-eilige-ilara-fliesst-durch-dirmingen-und-gibt-unserem-tal-ihren-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=16736","title":{"rendered":"Die &#8222;eilige Ilara&#8220; flie\u00dft durch Dirmingen und gibt unserem Tal ihren Namen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Ill. Sie gab unserem Tal den Namen und brachte mit ihrem Wasser den Wohlstand. Die Ill ist vermutlich der Grund daf\u00fcr, dass sich unseren Vorfahren und Urahnen genau an dieser Stelle niederlie\u00dfen und unseren Heimatort gr\u00fcndeten. Ein dicht bewaldetes Land mit gen\u00fcgend Wasser, in einem Tal gelegen und umgeben von Bergen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Ill. Die Kelten gaben dem Flie\u00dfgew\u00e4sser ihren sch\u00f6nen Namen. Jedenfalls entstammt der Name\u00a0Ill\u00a0aus der keltischen Sprache. Die Ill, im keltischen \u201cilara\u201c, bedeutet \u00fcbersetzt \u201eeilig\u201c. Das M\u00fcndungsgebiet des Bachlaufs liegt relativ hoch. Das Flie\u00dfgew\u00e4sser verliert in seinem Verlaufe sehr schnell an H\u00f6he. Dadurch entsteht eine hohe Flie\u00dfgeschwindigkeit. Dies k\u00f6nnte zur Folge gehabt haben, dass die Kelten dem Bachlauf den Namen \u201eIlara\u201c, die Eilige, gaben. Die \u201eEilige\u201c. Ein sch\u00f6ner Name f\u00fcr ein Flie\u00dfgew\u00e4sser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Kelten lie\u00dfen sich nachweislich bevorzugt an gro\u00dfen Fl\u00fcssen oder Flie\u00dfgew\u00e4ssern nieder. Das Land war dort an den Ufern besonders fruchtbar. Es entstanden erste Siedlungen und damit auch erste Zivilisationen. Genauso d\u00fcrfte es auch in Dirmingen gewesen sein. Der Flie\u00dflauf der Ill ist bestimmend f\u00fcr unseren Heimatort. Nat\u00fcrlich verf\u00fcgt die ILL auch in Dirmingen \u00fcber Nebenb\u00e4che. Diese liegen innerhalb der Dirminger Ortsgrenze. Die Ill durchflie\u00dft die Gemarkung Dirmingen in s\u00fcd\u00f6stlicher-nordwestlicher Richtung und biegt im \u201cM\u00fchlbach\u201d in S\u00fcd- West-Richtung ein. Sie nimmt den Dusterbach(Wustweiler), den Alsbach in der Ortsmitte, den M\u00fchlbach und das Klingelflo\u00df (Eppelborn) von rechts auf. Die\u00a0Quelle der Ill\u00a0befindet sich in Urexweiler von dort zieht der sogenannte Mittelgebirgsbach, mit einer Gesamtl\u00e4nge von 29,8 Kilometer, sein Flu\u00dfbett durch unser sch\u00f6nes Heimatland. Genaugenommen entspringt die Ill n\u00f6rdlich von\u00a0Urexweiler gelegen\u00a0und nimmt zun\u00e4chst in s\u00fcdlicher Richtung ihren Lauf. Dem Flusslauf zufolge passiert die Ill die Orte\u00a0Hirzweiler,\u00a0H\u00fcttigweiler\u00a0und\u00a0Wemmetsweiler. Genau dort wendet sich die Ill nach Westen und erreicht Illingen, um dort wieder eine Drehung nach Nordwesten zu vollziehen. Illingen verdankt dem Flie\u00dfgew\u00e4sser seinen Namen. Von dort aus nimmt das Flussbett seinen Verlauf in Richtung Wustweiler\u00a0und zu unserem Heimatort\u00a0Dirmingen. Fr\u00fcher wurde die Ill in Dirmingen auch Dirminger Bach genannt. Der Flusslauf setzt sich von Dirmingen aus fort in Richtung Eppelborn und Bubach\/Calmesweiler. Dort m\u00fcndet die Ill von links in die Theel. Die Theel flie\u00dft schlie\u00dflich in die Prims, diese wiederum in die Saar. Die Saar flie\u00dft schlie\u00dflich in die Mosel und diese wiederum in den Rhein.<\/strong> <strong>Im 18. Jahrhundert ben\u00f6tigte Holland wegen seines intensiven Schiffbaus Holz aus Deutschland. Damals entstand der Begriff Holl\u00e4nderholz. Das Saargebiet profilierte von diesem schwunghaften Holzhandel. \u00dcber den Rhein und seine Nebenfl\u00fcsse wurden gro\u00dfe Einzelst\u00e4mme im Verbund in die gro\u00dfen holl\u00e4ndischen Hafenst\u00e4dte gefl\u00f6\u00dft. Vorab wurden die gro\u00dfen Holzst\u00e4mme mit Pferdegespann zum n\u00e4chsten Flie\u00dfgew\u00e4sser transportiert. Von Dirmingen aus verlief der Transport \u00fcber die Ill, Theel, Prims, Saar und Mosel bis hin zum Rhein. Der Holzhandel an der Saar florierte besonders in der Zeit von 1680 bis 1740.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Ill und ihre Nebenb\u00e4che wurden immer schon auf vielf\u00e4ltige Art und Weise genutzt. Die Menschen wuschen dort z.B ihre Kleider und trockneten diese auch an den Ufern der Ill und Alsbach. Dabei wurde stets an einem bestimmten festgelegten Waschtag die W\u00e4sche gereinigt. Am Abend vor dem Waschtag holten die Frauen zun\u00e4chst einmal ein paar Eimer Wasser aus der Ill. In gro\u00dfen Bottichen und Tr\u00f6gen wurde die W\u00e4sche \u00fcber Nacht eingeweicht. Auf gro\u00dfen Schubkarren oder Heuwagen wurden die W\u00e4schek\u00f6rbe dann zur Ill transportiert. An der Ill gab es praktisch bei jedem angrenzenden Haus eine separate Sp\u00fclstelle. Damit beim Sp\u00fclen die W\u00e4sche nicht durch den Schlamm gezogen wurde, wurde das Bachbett etwas vertieft und mit Sp\u00fclsteinen ausgelegt. Besonders verschmutzte Stellen wurden dann am Illufer mit Seife eingerieben und gereinigt. Die Ill war Lebensader und wichtiger Bestandteil der Entwicklung unseres Dorfes. Es gab jedoch auch Zeiten, in denen die Ill den Menschen gro\u00dfe Sorgen bereitete. Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1947 sorgten starke Regenf\u00e4lle f\u00fcr eine \u00dcberflutung der Ill. Die komplette Dorfmitte stand damals unter Wasser. Nach diesem verheerenden Schicksalstag, an dem es f\u00fcr alle Dirminger \u201eLand unter\u201c hie\u00df, wurde fieberhaft an eine L\u00f6sung gearbeitet. Zuk\u00fcnftig sollten solche Hochwasser verhindern werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Im Jahre 1951 wurde der urspr\u00fcngliche Einm\u00fcndungsbereich der Alsbach in die Ill reguliert und in seinen heutigen Zustand am Alsbachdurchlass verlegt. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief das Flie\u00dfbett der Alsbach neben der evangelischen Kirche und m\u00fcndete in der N\u00e4he der ehemaligen Firma H\u00f6ll in die Ill.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Dennoch konnten die Menschen die \u201eEilige\u201c nie so ganz unter Kontrolle bringen. In den 1980-ger Jahren gab es erneut ein starkes Hochwasserereignis in unserem Dorf. An dem Unwetterereignis im Jahre 2016 tr\u00e4gt die Ill hingegen keine Verantwortung. Zum Zeitpunkt der Starkregenereignisse waren die Pegel der Ill und Alsbach relativ normal. In diesem speziellen Fall sorgte der Starkregen daf\u00fcr, dass ganze Felder von den Bergen ins Tal gesp\u00fclt wurden. In den 1990er Jahren wurde der Zweckverband Illrenaturierung gegr\u00fcndet. Im Jahr 1992 wurden die Ill und ihre Nebenb\u00e4che in ein F\u00f6rderprogramm des Bundes f\u00fcr gesamtstaatlich repr\u00e4sentative Naturschutzgro\u00dfvorhaben aufgenommen. Mit der Illrenatuierung sollte die Landschaft um die Ill und ihre Nebenb\u00e4che so naturnah wie m\u00f6glich umgestaltet werden. Ziel war es au\u00dferdem, verloren geglaubte Tierarten wieder anzusiedeln. Im Jahre 1994 gelang die \u201cWiedereinb\u00fcrgerung\u201d des Bibers. Heute ist der Biber in Dirmingen l\u00e4ngst heimisch geworden und f\u00fchlt sich an den Ufern der Ill und Alsbach sichtlich wohl. Angenagte B\u00e4ume und Holzreste zeugen von der Aktivit\u00e4t des kleinen Nagers. Aus dem Illtal ist l\u00e4ngst das Tal der Biber geworden. Das lange Zeit vom Aussterben bedrohte Tier hat sich inzwischen wieder erholt und erfreut sich an den Ufern der Ill bester Laune und Gesundheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Ill. Neben den historischen Bauten in Dirmingen geh\u00f6rt das Flie\u00dfgew\u00e4sser zu den beeindruckendsten Merkmalen unseres Heimatortes. Unaufhaltsam bahnt sie sich ihren Lauf und gibt unserer Heimat ihren Namen: Illtal !<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"464\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1280px-Ill_bei_Dirmingen_alte_Ziegelei-700x464.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16741\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1280px-Ill_bei_Dirmingen_alte_Ziegelei-700x464.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1280px-Ill_bei_Dirmingen_alte_Ziegelei-300x200.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1280px-Ill_bei_Dirmingen_alte_Ziegelei-768x509.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1280px-Ill_bei_Dirmingen_alte_Ziegelei.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ill. 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