{"id":18172,"date":"2024-11-24T12:47:05","date_gmt":"2024-11-24T11:47:05","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=18172"},"modified":"2024-11-24T12:47:05","modified_gmt":"2024-11-24T11:47:05","slug":"mitten-im-derminga-wald-ein-ort-der-stille-und-des-gedenkens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=18172","title":{"rendered":"Mitten im &#8222;Derminga &#8220; Wald &#8211; Ein Ort der Stille und des Gedenkens"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Mitten im Wald zwischen Dirmingen, Humes und Hierscheid steht eine kleine Marienkapelle.  Inmitten des &#8222;Derminga&#8220; Waldes findet man Ruhe, Stille und die Zeit zur inneren Einkehr oder einem kleinen Gebet. Um die kleine Waldkapelle zu erreichen, muss man einen kleinen Spaziergang auf sich nehmen. Mit dem PKW ist die idyllische Stelle im Wald kaum zu erreichen. Wenn man sich nicht auskennt, wird man Probleme haben diesen Ort zu finden. Die kleine Waldkapelle ist ein echter Schatz. In den letzten Jahren habe ich erstaunlicher Weise die Erfahrung gemacht, dass selbst viele Einheimische nichts von der keinen Waldkapelle wissen. Der Bezug zur eigenen Heimat geht immer mehr verloren und wir kennen uns in unserem eigenen Haus l\u00e4ngst nicht mehr aus. Nicht selten werde ich von jungen Menschen gefragt, wo sich denn eigentlich die \u201eSteenrutsch\u201c befindet. Ganz oft antworte ich dann etwas unwirsch: &#8222;Na oben im Wald&#8220; <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Im Nachhinein, \u00e4rgere ich mich \u00fcber mich selbst. Wenn wir unsere Werte erhalten m\u00f6chten, m\u00fcssen wir davon berichten und die Leute mitnehmen. \u00dcberall in unserer Region findet man schmucke Kirchen und pr\u00e4chtige Kathedralen. Es gab eine Zeit, in der die zahlreichen Kirchenbauten den Christen nicht mehr gen\u00fcgten. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden in vielen W\u00e4ldern und Wiesen sowie auf Feldern und Landstra\u00dfen selbstgebaute Gedenkst\u00e4tten, Wegkreuze oder Kapellen. Die Menschen suchten sich die Orte, an denen sie ihre Ruhe finden konnten, selbst aus. Ganz oft entstand der Bezug zu solchen Orten durch eine pers\u00f6nliche Erfahrung oder einen Schicksalsschlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Entstehung der kleinen Waldkapelle im Dirminger Wald basiert auf einem gesunden Miteinander und gegenseitiger Unterst\u00fctzung. Immer wieder wurden die Erbauer der Kapelle vor neue Probleme gestellt, die es galt, gemeinsam zu \u00fcberwinden. Im Jahre 1951 brachte Fritz Schirra von einer Lourdes-Wallfahrt eine kleine Nachbildung der bekannten Lourdes-Madonna mit Nachhause. Nach \u00fcber sieben Monaten fand Schirra einen geeigneten Stellplatz f\u00fcr seine Statue. Im Sp\u00e4therbst des Jahres 1951 stellte er die Marien-Statue auf eine Konsole, an einen m\u00e4chtigen Stamm einer Fichte, im Dirminger Wald. Gemeinsam mit Peter Kuhn aus Humes lie\u00df er den Schreiner Gillich, aus Hierscheid, ein zierliches Geh\u00e4use f\u00fcr die Statue anfertigen. Matthias Maurer erkl\u00e4rte sich dazu bereit die St\u00e4tte zu pflegen. Bereits einige Zeit sp\u00e4ter suchte man nach neuen M\u00f6glichkeiten und entschloss sich eine Kapelle aus Holz mit einer gr\u00f6\u00dferen Marien Statue zu errichten. Dabei mussten zun\u00e4chst einige Hindernisse \u00fcberwunden werden. Die Genehmigung durch das Forstamt musste eingeholt und der ausgesuchte Platz im Wald eingeebnet und zurechtgemacht werden.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"589\" height=\"428\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/200.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7464\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/200.jpg 589w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/200-300x218.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 589px) 100vw, 589px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Fritz Schirra und Matthias Maurer bezahlten das erforderliche Holz. Anton Gillich, ein vertriebener Schreiner aus dem Sudentenland, machte sich an die Arbeit. Das Fundament wurde von Artur Schirra, einem Bruder des Fritz Schirra gelegt. Auch der Transportunternehmer Jacob unterst\u00fctzte das Unternehmen mit dem Holztransport in den Wald.&nbsp; Die Kapelle wurde schlie\u00dflich von Gillich, Maurer und Schirra an ihrer heutigen Stelle erbaut. Schirra besorgte unter gro\u00dfem Aufwand eine gr\u00f6\u00dfere Marien-Statue, die in Kevelaer hergestellt worden war. Die Kosten f\u00fcr diese anspruchsvolle Figur betrugen 1390,- DM. Der Franziskanerpater P. Oswald Holzer, aus Humes, segnete im Oktober 1964 die kleine Kapelle im Dirminger Wald ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Nach einigen Jahren setzten die Witterungsverh\u00e4ltnisse der Kapelle enorm zu. Im Jahre 1977 beantragte Fritz Schirra die Genehmigung zum Bau einer neuen Kapelle aus Stein. Bereits am 1. Mai des gleichen Jahres konnte die neue Kapelle von einem Benediktinerpater aus Tholey eingeweiht werden. An diesem Neubau beteiligten sich zahlreiche M\u00e4nner aus der Umgebung. Ein Landwirt aus Dirmingen transportierte das gesamte Material und Wasser in den Wald. Ein weiterer Mann aus Dirmingen lie\u00df das Dach auf eigene Kosten anfertigen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">So ist, im gemeinsamen Miteinander, eine schmucke Kapelle entstanden. Einige Jahre lang wurde an der Kapelle jeweils im Mai und im Oktober Andachten zu Ehren der Gottesmutter durchgef\u00fchrt. Im Marianischen Jahr 1987\/88 wurde auf einer Wallfahrt in Lourdes eine neuen Lourdes- Madonnen-Staue gekauft. Die Katholiken spielten damals mit dem Gedanken, die Kapelle st\u00e4rker der Grotte in Lourdes anzugleichen. Die schlichte Sch\u00f6nheit der Kapelle sollte jedoch bewahrt und der Fokus auf die neue Statue gerichtet werden. Gesucht wurde eine neue heimatbezogene Konzeption f\u00fcr die Kapelle. Nach einem Entwurf von Michael Thome wurde eine Stirnwand hergestellt die sich auf das Marien-Lied: \u201eMeerstern, ich gr\u00fc\u00dfe dich\u201c bezieht. Der Bildhauer Helmut Pink wurde beauftragt, die neue rustikale heimatbezogene Stirnwand anzufertigen. Die Kosten beliefen sich damals auf 8777,- DM. Die Finanzierung wurde ausschlie\u00dflich durch G\u00f6nner und Sponsoren realisiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"286\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/100-700x286.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7467\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/100-700x286.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/100-300x123.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/100-768x314.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/100-1536x628.jpg 1536w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/100.jpg 1720w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Am 15. Mai 1988 wurde, um 17:00 Uhr, die renovierte Waldkapelle zu Ehren der Mutter Gottes in einer feierlichen Andacht neu eingeweiht. Der Bau der Waldkapelle sollte dazu dienen Br\u00fccken zu bauen und Menschen zu verbinden. Damals wollte man bei der Neugestaltung der Kapelle die besondere Bedeutung der Lourdes Madonna, aus der s\u00fcdfranz\u00f6sischen Landschaft mit der volksfr\u00f6mmlichen Marienverehrung in unserer Region verkn\u00fcpfen. Die Kapelle sollte zum Symbol f\u00fcr den V\u00f6lkerfrieden zwischen den jahrhundertealten Erbfeinden Frankreich und Deutschland werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Heute ziert die kleine Waldkapelle unseren sch\u00f6nen Dirminger Wald. Dort wo andere gerne Urlaub machen w\u00fcrden, leben wir in einer wunderbaren Landschaft mit vielen kleinen Sehensw\u00fcrdigkeiten. Das Naherholungsgebiet Steinrausch hat einiges zu bieten. Neben dem bedeutendsten geologischen Naturdenkmal der \u201eSteenrutsch\u201c, der idyllischen Wassertretanlage und den historischen Grenzsteinen der alten Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken steht die kleine Waldkapelle einsam und verlassen im Dirminger Wald. Ein Spaziergang zur Marienkapelle lohnt sich in jedem Fall. Man sagt, es gibt nur wenige Orte an denen man soviel Ruhe und Kraft tanken kann. Probieren Sie es aus \u2026\u2026<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten im Wald zwischen Dirmingen, Humes und Hierscheid steht eine kleine Marienkapelle. Inmitten des &#8222;Derminga&#8220; Waldes findet man Ruhe, Stille und die Zeit zur inneren Einkehr oder einem kleinen Gebet. Um die kleine Waldkapelle zu erreichen, muss man einen kleinen Spaziergang auf sich nehmen. Mit dem PKW ist die idyllische Stelle im Wald kaum zu erreichen. 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