{"id":1855,"date":"2018-08-08T14:41:16","date_gmt":"2018-08-08T13:41:16","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=1855"},"modified":"2018-08-10T13:12:22","modified_gmt":"2018-08-10T12:12:22","slug":"schweigende-zeitzeugen-unserer-geschichte-von-historischen-grenzsteinen-im-dirminger-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=1855","title":{"rendered":"Schweigende Zeitzeugen unserer Geschichte &#8211; Von historischen Grenzsteinen im Dirminger Wald"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Nur wer seine Grenzen kennt, wei\u00df, wann er sie \u00fcberschreitet. (Rupert Sch\u00fctzbach (*1933),<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fcher spielten wir viel im Freien. Wir trafen uns auf der Stra\u00dfe, im Wald oder auf der Wiese zum Rollenspiel. Gemeinsam gingen wir auf Entdeckungsreise und lernten spielend unsere Heimat kennen. Unsere Stra\u00dfe oder unser Wald war ein Ort, an dem wir uns frei f\u00fchlten und Spiele erfunden haben. Dabei spielte es keine Rolle, ob es regnete, kalt war oder ob die Sonne schien.<\/p>\n<p><b>Beim Kinderspiel nutzten wir die gro\u00dfen klotz-f\u00f6rmigen&nbsp;Steine als H\u00fcrde oder als Versteck. Dabei war es uns v\u00f6llig egal warum diese Steine mitten im Wald standen. Erst viele Jahre sp\u00e4ter erfuhr ich von der Bedeutung dieser historischen Grenzsteine, im Dirminger Wald.<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_1861\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1861\" class=\"wp-image-1861 size-medium\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/echt-2-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/echt-2-225x300.jpg 225w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/echt-2.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-1861\" class=\"wp-caption-text\">Grenzstein auf Finkenrech<\/p><\/div>\n<p><strong>Die Grenzsteine sind Teil unserer Geschichte und inzwischen \u00fcber 270 Jahre alt!<\/strong><\/p>\n<p>T\u00e4glich passieren Spazierg\u00e4nger und Wanderer die historischen Steine ohne ihnen dabei Beachtung zu schenken. Die gro\u00dfen Grenzsteine sind l\u00e4ngst in die Natur und unsere gewohnte Umgebung \u00fcbergegangen. Kaum einer fragt noch nach der Herkunft oder der Bedeutung dieser Grenzsteine. Sie stehen einfach da und standen irgendwie schon immer an Ort und Stelle.<\/p>\n<p><strong>Woher kommen diese Grenzsteine und wer hat sie aufgestellt? Als Heimatforscher habe ich mich nat\u00fcrlich l\u00e4ngst mit diesen Steinen befasst und bin seitdem fasziniert von diesem echten St\u00fcck Dirminger Geschichte.<\/strong><\/p>\n<p>Im n\u00f6rdlichen Teil unseres Heimatortes befinden sich, in der N\u00e4he des Freizeitzentrums Finkenrech, diese historischen Grenzsteine. Auch im Naherholungsgebiet Steinrausch findet man noch einige wenige Exemplare dieser Steine. Die Steine sind aus lokalem verkieselten Sandstein angefertigt und bilden eine sogenannte Grenzlinie. Die Steine stammen aus der Zeit des F\u00fcrstentum Nassau-Saarbr\u00fccken. In die Grenzsteine wurde die sogenannte \u201eWolfsangel\u201c eingemei\u00dfelt, Diese \u201eWolfsangel\u201c finden wir au\u00dferdem im Wappen unseres Heimatortes Dirmingen. Die Z-f\u00f6rmige Wolfsangel und die Buchstaben NS auf den Grenzsteinen stehen f\u00fcr Nassau-Saarbr\u00fccken. Das Rautenwappen steht f\u00fcr das bekannte Regentenhaus Wittelsbach. Das urspr\u00fcngliche franz\u00f6sische Drei-Lilien-Wappen wurde nach 1787 umgearbeitet. Damit die Steine nicht heimlich von der anderen Seite aus dem Weg ger\u00e4umt wurden, hat man sie damals nummeriert. Die Inschriften lassen erkennen, dass die Grenzsteine im Jahre 1767 gesetzt wurden. Die Bezeichnung KW stammt aus dem fr\u00fchen 19.Jahrhundert und bedeutet k\u00f6niglicher Wald.<\/p>\n<p><strong>Manchmal w\u00fcnschte ich mir, diese historischen Steine k\u00f6nnten sprechen und von der Geschichte unserer Heimat berichten. Die Grenzsteine haben Krieg und Zerst\u00f6rung \u00fcberstanden und sind bis heute schweigende Zeitzeugen unserer Geschichte. <\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_1862\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1862\" class=\"wp-image-1862 size-medium\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Echt-3-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Echt-3-207x300.jpg 207w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Echt-3.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><p id=\"caption-attachment-1862\" class=\"wp-caption-text\">Historische Aufnahme eines Grenzsteins<\/p><\/div>\n<p>\u00dcber viele Jahrhunderte hinweg verschoben sich immer wieder die Grenzen mitteleurop\u00e4ischer F\u00fcrstent\u00fcmer. Ganz oft wechselten sogar ganze Gebiete und Regionen ihre Herrschaft. Die Grenzsteine dienten dazu die eigenen Gebiete von den Nachbarn abzugrenzen. Ortsfremde erkannten somit sofort auf welchem Terrain sie sich gerade befanden. Bereits im Jahre 1738 wurde, im \u201eFrieden von Wien\u201c, dem vertriebenen Polenk\u00f6nig Stanislaus Lescynski das Herzogtum Lothringen zugesprochen.<\/p>\n<p>In diesem Herzogtum befand sich auch unser Amt Schaumburg mit der Baronie Eppelborn und den an Dirmingen grenzenden D\u00f6rfern Sotzweiler und Thalexweiler. Als der Polenk\u00f6nig Lescynski 1766 verstarb, wurde Lothringen zu einer franz\u00f6sischen Provinz. Die Grenze zwischen Dirmingen, Eppelborn Thalexweiler und Sotzweiler wurde damit zur Staatsgrenze zwischen dem Heiligen R\u00f6mischen Reich deutscher Nation und dem K\u00f6nigreich Frankreich. Die historischen Grenzsteine im Dirminger Wald erinnern uns also heute noch an die Herrschaftsgrenzen des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1787 wurde das Oberamt Schaumburg, im Zuge einer Grenzregulierung zwischen Pfalz-Zweibr\u00fccken und Frankreich, den Pf\u00e4lzern zugesprochen.<\/p>\n<p><strong>Die historischen Grenzsteine symbolisieren noch heute die Gemarkungsgrenzen von Dirmingen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bei einer Wanderung des &#8222;Grenzstein-Wanderweges&#8220; auf Finkenrech, kann man vieles \u00fcber die historischen stummen Zeitzeugen erfahren.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur wer seine Grenzen kennt, wei\u00df, wann er sie \u00fcberschreitet. (Rupert Sch\u00fctzbach (*1933), Fr\u00fcher spielten wir viel im Freien. Wir trafen uns auf der Stra\u00dfe, im Wald oder auf der Wiese zum Rollenspiel. Gemeinsam gingen wir auf Entdeckungsreise und lernten spielend unsere Heimat kennen. 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