{"id":18614,"date":"2025-03-22T14:54:35","date_gmt":"2025-03-22T13:54:35","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=18614"},"modified":"2025-03-22T14:57:10","modified_gmt":"2025-03-22T13:57:10","slug":"80-jahre-nach-kriegsende-unsere-geschichte-dient-als-mahnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=18614","title":{"rendered":"80 Jahre nach Kriegsende &#8211; Unsere Geschichte dient als Mahnung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Als der Zweite Weltkrieg am 18. M\u00e4rz 1945 gegen 17:00 Uhr, mit dem Einr\u00fccken amerikanischer Truppen f\u00fcr die Einwohner unseres Dorfes zu Ende ging, war Dirmingen eine der meist besch\u00e4digtsten Landgemeinden des damaligen Landkreises Ottweiler. Am Ende erlebten die Menschen in unserem Dorf 23 Bombenangriffe mit meist fatalen Folgen. Lange Zeit besch\u00e4ftigte man sich in Dirmingen mit der Frage: Warum wir? War Dirmingen etwas besonders oder gab es in unserem Heimatort besonders viele Nazis oder kampfbereite Soldaten? Am Ende hatte vieles damit zu tun, dass Dirmingen aufgrund seiner geologischen Lage als ein strategischer Knotenpunkt diente. Zudem verf\u00fcgte Dirmingen \u00fcber einen gro\u00dfen Bahnhof mit mehreren Gleisen. Die Wehrmacht nutzte dieses Bahngel\u00e4nde, um eine gro\u00dfe Flak zu positionieren. Ob es sich bei dieser Kanone tats\u00e4chlich um den sogenannten \u201eschweren Gustav\u201c handelte, der auf den Gleisen zwischen Dirmingen und Wemmetsweiler bewegt wurde, wage ich zu bezweifeln. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine weitaus kleinere Flak handelte. Zeitzeugen berichten jedoch davon, dass dieses Gesch\u00fctz nur selten zum Einsatz kam und die Wirkung verheerend gewesen sein muss. Durch die enorme Druckwelle der Kanone wurden einige H\u00e4user in unmittelbarer N\u00e4he besch\u00e4digt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Dorfchronik berichtet vom 18. M\u00e4rz 1945:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><em>\u201eDie Nacht vom 17.zum 18.03. schlief niemand, Dauerschie\u00dfen von Artillerie. Den ganzen Tag im Stollen. Um 14:00 Uhr wird der Volkssturm alarmiert. Panzersperre schlie\u00dfen. Volkssturm kommt nicht dazu. 15:00 Uhr: Die H\u00f6lle ist los. Dirmingen bekommt die n\u00e4chsten Treffer. Um halb 16:00 Uhr wurde das Gemeindehaus (Feuerwehrger\u00e4tehaus brennt) lichterloh getroffen, ebenfalls das Anwesen von Heinrich Heintz (Landwirt) brennt. Um 16:30 Uhr einzelne deutsche Truppen auf Autos kommen vom Westen und ziehen nach Osten ab. 17:00 Uhr: amerikanische Truppen ziehen in Dirmingen ein. Auf die zur\u00fcckziehenden deutschen Truppen wird geschossen, einige werden t\u00f6dlich getroffen. Ein Dirminger B\u00fcrger wird ebenfalls erschossen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"933\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155606-700x933.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18594\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155606-700x933.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155606-225x300.jpg 225w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155606-768x1024.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155606-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155606-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155606-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"933\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155550-700x933.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18593\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155550-700x933.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155550-225x300.jpg 225w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155550-768x1024.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155550-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155550-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/20240805_155550-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die amerikanischen Truppen versammelten die Dirminger Bev\u00f6lkerung vor dem zerst\u00f6rten Gemeindehaus und erkl\u00e4ren den Krieg f\u00fcr beendet. Die Befehlshaber quartierten sich kurzzeitig im Geb\u00e4ude der \u201ealten Apotheke\u201c ein. Der damalige Pastor Didas wurde befragt und half schlie\u00dflich einen geeigneten Ortsvorsteher zu benennen. Berichte nach denen zufolge Menschen in Dirmingen gefoltert, vergewaltigt oder diskriminiert wurden liegen nicht vor. Wenn man sich vor Augen f\u00fchrt, dass am gleichen Tag auch Eppelborn und Lebach besetzt wurde und am 21. M\u00e4rz Neunkirchen und Saarbr\u00fccken fielen, wird deutlich mit welchem Tempo die Alliierten vorgingen. Zeitzeugen berichten, dass die Menschen in Neunkirchen, Elversberg, Spiesen und Saarbr\u00fccken nicht so glimpflich davonkamen. Mit dem Einzug der Alliierten in unsere Region wurden immer wieder \u00fcber Diskriminierungen, Hinrichtungen und Vergewaltigungen berichtet. &nbsp;Dirmingen wurde zur Anlaufstelle von Fl\u00fcchtlingen, Strafarbeitern, Verletzten oder traumatisierten Soldaten. Der Fl\u00fcchtlingsstrom nach Kriegsende schien kein Ende zu nehmen. Die Menschen lie\u00dfen sich \u00fcberall nieder und suchten Hilfe und Obdach. Berichten zufolge schliefen die Fl\u00fcchtlinge in der Kirche, dem Pfarrhaus und auch in Stallungen und Ruinen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Als der Krieg zu Ende war, musste sich jeder selbst hinterfragen: War ich auf der richtigen Seite? War ich vielleicht zu gutgl\u00e4ubig? Waren die Nazis Verbrecher und was war \u00fcberhaupt mit den Juden? Nachweislich lebten in Zeiten des 2. Weltkrieges keine Juden in Dirmingen. Viele Juden waren jedoch Mitglied in der j\u00fcdischen Gemeinde Illingen und nahmen des \u00d6fteren den Weg durch unseren Heimatort. Haben wir tats\u00e4chlich nichts gesehen, oder haben wir bewusst weggeschaut? Warum ist uns nichts aufgefallen?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"597\" height=\"521\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/dirmingen1444.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6113\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/dirmingen1444.jpg 597w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/dirmingen1444-300x262.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"623\" height=\"403\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6112\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/1-1.jpg 623w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/1-1-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der M\u00e4rz 1945 brachte viel Unheil \u00fcber unser Dorf. Bis zum tats\u00e4chlichen Kriegsende herrschten in Dirmingen katastrophale Umst\u00e4nde. Am 13.M\u00e4rz 1945 berichtet der Kriegsberichter, dass es nach einem erneuten schweren Luftangriff kaum noch ein unbesch\u00e4digtes Haus in Dirmingen gab. Am 16.M\u00e4rz 1945 wurden starke Luftangriffe mit verheerenden Folgen gemeldet. \u00dcber 95% der H\u00e4user und Geb\u00e4uden waren durch Luftangriffe zerst\u00f6rt. Die Opfer in der Zivilbev\u00f6lkerung waren enorm hoch. Insgesamt verloren \u00fcber 200 Menschen k\u00e4mpfend an der Front oder als Zivilist in unserem Heimatort ihr Leben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Der schlimmste Angriff auf unseren Heimatort ereignete im Mai 1944. Der 11.Mai.1944 war ein Donnerstag. An diesem Tag brachte die \u201cOperation No. 351\u2033 unserer Dorfgemeinschaft gro\u00dfes Leid. Ziel der \u201eOperation No. 351\u201c war die Bombardierung der Verschiebebahnh\u00f6fe in Br\u00fcssel, L\u00fcttich, Konz-Karthaus, Luxemburg, V\u00f6lklingen \u2013 und Saarbr\u00fccken. Insgesamt 608 viermotorige Bomber vom Typ B-17 \u00bbFlying Fortress\u00ab starten zwischen 15.00 Uhr und 15.45 Uhr von ihren Flugpl\u00e4tzen in Ost- und S\u00fcdostengland. Die damaligen Kriegsberichterstatter berichtet: \u201e\u2026 zunehmend schlechter werdende Sichtverh\u00e4ltnisse \u00fcber der Stadt, stellenweiser Bodendunst und die Saarbr\u00fccker Flak erschweren den einfliegenden B-17 jedoch die genaue Zielerfassung.\u201c Die Alliierten hatten es schwer und am Ende waren nur noch mit 21 Maschinen \u00fcber Saarbr\u00fccken pr\u00e4sent. Nach Abbruch der\u201c Operation No. 351\u201c werfen 16 ihre Bombenlast \u00fcber V\u00f6lklingen ab, die \u00fcbrigen B-17 lassen ihre Bomben sp\u00e4ter irgendwo auf dem R\u00fcckflug fallen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"438\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w2100_h1313_x1294_y665_Postkarte_Dirmingen-e439c2c8433406bc-700x438.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18618\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w2100_h1313_x1294_y665_Postkarte_Dirmingen-e439c2c8433406bc-700x438.jpeg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w2100_h1313_x1294_y665_Postkarte_Dirmingen-e439c2c8433406bc-300x188.jpeg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w2100_h1313_x1294_y665_Postkarte_Dirmingen-e439c2c8433406bc-768x480.jpeg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w2100_h1313_x1294_y665_Postkarte_Dirmingen-e439c2c8433406bc-1536x960.jpeg 1536w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w2100_h1313_x1294_y665_Postkarte_Dirmingen-e439c2c8433406bc-2048x1280.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"469\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/bild-12-700x469-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18619\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/bild-12-700x469-1.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/bild-12-700x469-1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Sp\u00e4ter irgendwo auf dem R\u00fcckflug fallen! Irgendwo war an diesem Tag auch in Dirmingen. An diesem Schicksalstag mussten 11 Bewohner ihr Leben lassen. Unter den Opfern befand sich damals auch ein 2-j\u00e4hriges Kleinkind. Am Ende des zweiten Weltkrieges verloren \u00fcber 20 Zivilisten in unserem Dorf durch feindliche Luftangriffe ihr Leben. Zudem starben \u00fcber 160 Dirminger Soldaten auf den Schlachtfeldern dieses unn\u00fctzen Weltkrieges. Am 18. M\u00e4rz 1945 endete f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung unseres Heimatortes der zweite Weltkrieg. Mit dem Einr\u00fccken der Amerikaner in unseren Heimatort verloren drei weitere Menschen in letzten Gefechten ihr Leben. Unter den Opfern war der Dirminger Johann Nagel, der sich einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort befand. Zu den Opfern dieses Krieges geh\u00f6rte auch mein Gro\u00dfvater Artur Klein, der als Soldat im Kampf in Tschechien fiel. Ebenso die Schwester meiner Gro\u00dfmutter, also meine Gro\u00dftante Karoline Wohlfart, die den Bombenangriffen vom 11. Mai zum Opfer fiel. Irgendwie und irgendwo hat wohl jeder ein pers\u00f6nliches Opfer zu beklagen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In der Zeit zwischen Weihnachten 1944 und M\u00e4rz 1945 erfuhren die Menschen in Dirmingen viel Unheil. T\u00e4glicher \u00dcberlebenskampf in den vielen selbstangelegten Bunkern unseres Dorfes. Es herrschte Hunger und Durst. Der 21.Februar 1945 wurde zum traurigen Schicksalstag f\u00fcr die Dirminger Katholiken. An diesem sch\u00f6nen Vorfr\u00fchlingstag wurde die im Jahre 1911 erbaute Kirche auf dem Rothenberg bei einem Luftangriff v\u00f6llig zerst\u00f6rt. W\u00e4re die Bombe nur 15 Minuten fr\u00fcher an Ort und Stelle eingeschlagen, h\u00e4tte es vermutlich zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Die Bombe fiel nur Minuten vor einer angesetzten Abendmesse.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"503\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18012737_414404552273772_1951339380_o-700x503.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10575\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18012737_414404552273772_1951339380_o-700x503.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18012737_414404552273772_1951339380_o-300x215.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18012737_414404552273772_1951339380_o-768x552.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18012737_414404552273772_1951339380_o-1536x1103.jpg 1536w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/18012737_414404552273772_1951339380_o.jpg 1704w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"581\" height=\"897\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10582\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/800.jpg 581w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/800-194x300.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Bev\u00f6lkerung war nach Kriegsende traumatisiert. Eine Zeitzeugin sagte mir mal in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch: \u201e\u2026immer wenn die Jabos kamen zogen wir meinem Bruder einen Kartoffelsack oder eine M\u00fctze \u00fcber den Kopf, er hatte hellblondes Haar und war eine perfekte Zielscheibe f\u00fcr die Piloten.\u201c Die Jahre nach der Machtergreifung des Nazi- Regimes bis hin zum Kriegsende haben bei unserer Bev\u00f6lkerung tiefe Wunden hinterlassen. Ich habe es nie verstanden, dass bei der Volksabstimmung vom 13.Januar 1935 der damalige Deutsche Front in der B\u00fcrgermeisterei Eppelborn-Dirmingen mit 97 % der Abstimmungsberechtigten das h\u00f6chste Ergebnis im ehemals preu\u00dfischen Teil des Saargebietes gelang. Die landesweite Zustimmung f\u00fcr die Heimkehr ins Deutsche Reich lag lediglich knapp 91 % der abgegebenen Stimmen. Das Ergebnis der Reichstagswahlen von 29. M\u00e4rz 1936 demonstriert, wie radikal sich die politische Stimmung in der B\u00fcrgermeisterei Eppelborn Dirmingen ver\u00e4ndert hat. In Eppelborn und Wiesbach wagte damals jeweils nur ein W\u00e4hler gegen Hitlers Liste zu stimmen. In allen anderen D\u00f6rfern der B\u00fcrgermeisterei Eppelborn- Dirmingen wurde keine einzige Gegenstimme abgegeben. Auch meine Familie hat also damals f\u00fcr das Hitler-Regime gestimmt. Nat\u00fcrlich lag ein Grund darin, dass bei den Wahlvorg\u00e4ngen die Anonymit\u00e4t nicht vorhanden war und die Menschen erstmals Angst vor einer gef\u00e4hrlichen Entwicklung versp\u00fcrten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das Nazi-Regime st\u00fcrzte unseren Heimatort ins Verderben. Einer Umfrage zufolge nimmt heute ein Gro\u00dfteil der deutschen Bev\u00f6lkerung den Begriff \u201eBefreiung\u201c als w\u00f6rtlich. Ich frage mich, wie die Menschen in unserem Dorf es damals empfunden haben. Unmittelbar nach Kriegsende wuschen viele ihre H\u00e4nde in Unschuld. Keiner will etwas geh\u00f6rt oder gesehen haben. Nat\u00fcrlich gab es unter der Bev\u00f6lkerung auch sehr viel Angst. Die \u00fcber Jahre angestaute Angst vor den Nazis wisch nach der Befreiung in eine neuerliche Sorge vor der Macht der Besetzer. Dabei gab es in unserem Dorf auch Zwangsarbeit und auch Menschen, die deportiert wurden. Nachweislich wurde mit Rudolf Wohlfart ein B\u00fcrger im KZ Hadamar get\u00f6tet. Zwei weitere B\u00fcrger, deren Namen hier unerw\u00e4hnt bleiben, waren zeitweise im KZ Hinzert inhaftiert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"357\" height=\"363\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/600-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10581\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/600-1.jpg 357w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/600-1-295x300.jpg 295w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/600-1-75x75.jpg 75w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"359\" height=\"368\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/100-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10576\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/100-3.jpg 359w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/100-3-293x300.jpg 293w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>80. Jahre danach! Was bleibt? Nur die Erinnerung an ein schlimmes Regime und einen schrecklichen Krieg? Am Ende sollte uns die Erinnerung lehren, dass es niemals wieder so weit kommen darf. Dabei ist es wichtig die Erinnerung zu bewahren. Wir leben in einer Zeit, in der sich viele Kinder und Jugendliche kaum mit den Geschehnissen um den 2. Weltkrieg besch\u00e4ftigen. Die meisten Zeitzeugen sind mittlerweile verstorben oder k\u00f6nnen sich aufgrund ihres damals jungen Alters kaum erinnern<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">80. Jahre nach Kriegsende hat sich in unserem Land vieles ver\u00e4ndert. Wir leben in Freiheit, auf einem scheinbar sicheren Kontinent. Tats\u00e4chlich? Ist das so? Seit \u00fcber 3 Jahren tobt mitten in Europa ein Krieg. Die oft zitierte hat uns fest in ihrem Bann. Der Wind hat sich tats\u00e4chlich gedreht und vieles erinnert an die Weimarer Republik kurz vor der Machtergreifung der Nazis. Sollte sich die Geschichte tats\u00e4chlich wiederholen? Dabei ist der Konflikt in der Ukraine l\u00e4ngst nicht der einzige Krieg, der auf dieser Welt gef\u00fchrt wird. Wir leben in Zeiten der menschlichen Verrohung und des \u201eWir gegen Die\u201c. Die Angst vor einer nuklearen Katastrophe ist allgegenw\u00e4rtig. In Europa herrschte fast 80 Jahre lang Frieden. Das ist nun vorbei! Was macht das mit uns und wie gehen wir mit dieser Angst um? Wir alle verfallen in einen gewissen Pessimismus und eine gewisse Depression. Wir sehen nur noch schwarz oder wei\u00df. Die gesunde Mitte haben wir l\u00e4ngst aus den Augen verloren. Die extremen politischen R\u00e4nder werden gerade in diesen Zeiten gest\u00e4rkt. Schlimmer noch: Viele glauben tats\u00e4chlich, dass es fr\u00fcher doch \u00fcberhaupt nicht so schlimm gewesen sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt bewegt sich am Abgrund und wir ringen nach den richtigen Antworte. In den sozialen Medien herrscht Krieg. Unterstellungen, Halbwahrheiten, Hasskommentare, L\u00fcgen und Hetze sind an der Tagesordnung. Inwieweit bringt uns das alles in Gefahr?\u00a0 Das neue Zauberwort hei\u00dft: Aufr\u00fcstung! Koste es, was es wolle! Wir k\u00e4mpfen vor unserer Haust\u00fcr f\u00fcr besseres Klima, um dann mit teurem Geld in der Ukraine Bomben und Raketen zu verfeuern. Ist das tats\u00e4chlich der Weisheit letzter Schluss? Ich pers\u00f6nlich kann der Aufr\u00fcstung und dem Krieg nichts abgewinnen. Krieg ist etwas Furchtbares. Krieg ist immer anders und wird auf viele Arten gef\u00fchrt. Die Menschen in unserem Heimatort Dirmingen haben in den beiden Weltkriegen schreckliches erlebt. Die Ereignisse in Dirmingen vor \u00fcber 80 Jahren sollten uns eine Lehre sein. Ein Blick in die eigene Vergangenheit kann nicht schaden und ist in vielen F\u00e4llen hilfreich.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"556\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w994_h789_x497_y393_xB6rt-ff733812929c6a24-700x556.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18615\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w994_h789_x497_y393_xB6rt-ff733812929c6a24-700x556.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w994_h789_x497_y393_xB6rt-ff733812929c6a24-300x238.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w994_h789_x497_y393_xB6rt-ff733812929c6a24-768x610.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/w994_h789_x497_y393_xB6rt-ff733812929c6a24.jpg 994w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Welt bewegt sich am Abgrund. Meine Familie hat in den beiden Weltkriegen viele Opfer gebracht. Ich m\u00f6chte nicht, dass meine Kinder, Enkel und Schwiegers\u00f6hne das gleiche Leid erfahren. Europa wird Aufr\u00fcsten. Mit einer milit\u00e4rischen Abschreckung soll ein weiterer Weltkrieg verhindert werden. Meiner Meinung nach beginnt der wahre Frieden in den K\u00f6pfen der Menschen. Brauchen wir tats\u00e4chlich Waffen um Abzuschrecken? Im Grunde w\u00fcrde ein vern\u00fcnftiger Menschenverstand ausreichen, um das schlimmste zu verhindern. Genau von dieser Vernunft sind wir jedoch meilenweit entfernt.<\/strong> <strong>Die Geschichte unseres Dorfes sollte uns als Mahnung dienen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als der Zweite Weltkrieg am 18. M\u00e4rz 1945 gegen 17:00 Uhr, mit dem Einr\u00fccken amerikanischer Truppen f\u00fcr die Einwohner unseres Dorfes zu Ende ging, war Dirmingen eine der meist besch\u00e4digtsten Landgemeinden des damaligen Landkreises Ottweiler. Am Ende erlebten die Menschen in unserem Dorf 23 Bombenangriffe mit meist fatalen Folgen. Lange Zeit besch\u00e4ftigte man sich in Dirmingen mit der Frage: Warum<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18615,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1,9,8],"tags":[1114,1184,5,618,127,310],"class_list":["post-18614","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-dorfgetratsche","category-sellemols-und-awweile","tag-2-weltkrieg","tag-80-jahre-nach-kriegsende","tag-dirmingen","tag-gemeinde-eppelborn","tag-landkreis-neunkirchen","tag-saarland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18614","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18614"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18614\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18625,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18614\/revisions\/18625"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18615"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18614"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18614"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}