{"id":18992,"date":"2025-07-20T11:50:41","date_gmt":"2025-07-20T10:50:41","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=18992"},"modified":"2025-07-20T12:11:03","modified_gmt":"2025-07-20T11:11:03","slug":"knatteraddatsch-on-ballawer-mit-der-nachbarschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=18992","title":{"rendered":"&#8222;Knatteraddatsch on Ballawer&#8220; mit der Nachbarschaft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Im Verh\u00e4ltnis zu unseren benachbarten Ortsteilen spielte immer auch die herrschaftliche Zugeh\u00f6rigkeit und die territorialen Verh\u00e4ltnisse eine gewichtige Rolle. Die im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Machtverh\u00e4ltnisse werden auch im Wappen unserer Heimatgemeinde verdeutlicht. Der gest\u00fcmmelte Adler in Rot steht f\u00fcr das Herzogtum Lothringen, wozu Bubach, Calmesweiler, Eppelborn, Habach, Humes, Macherbach und Wiesbach geh\u00f6rten. Die. \u201eWolfsangel\u201c war das Herrschaftszeichen des Grafen Nassau-Saarbr\u00fccken, zudem stets Dirmingen und eine Zeitlang auch Hierscheid geh\u00f6rten. Der silberne Schr\u00e4grechtbalken ist Bestandteil des Wappens der Ortsherrschaft Ippelbrunn, eines ritterlichen Adelsgeschlechts, das Eppelborn im Mittelalter zu Lehen hatte. Der politische wie auch kirchlich-kulturelle Einfluss des f\u00fcrstbisch\u00f6flichen Kurtrier kommt in den Farben Rot-Silber zum Ausdruck. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In der heutigen Gemeinde Eppelborn ver\u00e4nderten sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder die herrschaftlichen Machtanspr\u00fcche. Historischen Quellen zufolge kam es bereits in der preu\u00dfischen Zeit immer wieder zu heftigen Querelen zwischen Eppelborn und Dirmingen. In den meisten F\u00e4llen ging es um Grenzangelegenheiten oder Holzfrevel. Im Gegensatz zu anderen Nachbarorten war die Beziehung zu Eppelborn oftmals angespannt. Das k\u00f6nnte an den territorialen Verh\u00e4ltnissen und Machtanspr\u00fcchen gegen\u00fcber der einzelnen Gemarkungsgrenzen gelegen haben. Auf der anderen Seite hatte unser Grenzgebiet mit der sogenannte \u201edas-dat-Linie\u201c, schon immer einen tiefreligi\u00f6sen Hintergrund. Dirmingen rein protestantisch rieb sich schon immer gerne an dem katholischen Eppelborn. Im Jahre 1575 f\u00fchrte Graf Philipp III die Reformation nach lutherischem Bekenntnis in Dirmingen ein. Die Einf\u00fchrung der Reformation f\u00fchrte mit Sicherheit zu weiteren Spannungen zwischen den beiden Nachbargemeinden Dirmingen und Eppelborn. Dies wird in einem Rechtsstreit deutlich, der sich \u00fcber viele Jahrzehnte bis hin zu einem Vergleich im Jahre 1629 hinzog. Danach gerieten die evangelischen Gemeinden in der Grafschaft Saarwerden in harte Bedr\u00e4ngnis durch die von Lothringen unterst\u00fctzte Gegenreformation.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"512\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/33-700x512-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19001\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/33-700x512-1.jpeg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/33-700x512-1-300x219.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Entlang der historischen Grenzlinie zwischen der Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken und dem einstigen Herzogtum Lothringen findet man noch heute m\u00e4chtige Grenzsteine. Diese Steine bestehen aus rotem Vogesen-Sandstein und wurden 1767 markiert. Im Naherholungsgebiet &#8222;Steinrausche&#8220; findet man unter zahlreichen Grenzsteinen auch einen sogenannten Dreibanngrenzstein aus dem Jahre 1767. Dieser Stein markiert die Grenze zwischen Eppelborn, Dirmingen und Hierscheid. Schon damals prallten zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite Eppelborn das mit Lothringen dem K\u00f6nigreich Frankreich zugeordnet wurde und Dirmingen das weiterhin zur Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken geh\u00f6rte. Wechselnde Herrschaftsverh\u00e4ltnisse und unterschiedliche Konfessionszugeh\u00f6rigkeit sorgten immer wieder f\u00fcr starke Spannungen zwischen Eppelborn und Dirmingen. Die Geschichte der heutigen Einheitsgemeinde und insbesondere von Eppelborn und Bubach\/Calmesweiler ist eng verbunden mit dem Schicksal der Freiherren von Busek. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich aus einer Vogtei in der Abtei Tholey und dem Verduner Besitz um Schaumberg eine lothringische Landesherrschaft, zu der auch unser Nachbarort Eppelborn geh\u00f6rte. In einem alten Lehensverzeichnis des Bischofs von Verdun, aus dem Jahre 1235, wird erstmals auf einen Haupt Hof \u201eYpulinire\u201c hingewiesen. Aus dem Namen \u201eIppelbrun\u201c wurde im Jahre 1563 der \u00e4hnelnde Name Eppelbronn. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der Ortsname Dirmingens auf einen Sippenf\u00fchrer aus der keltischen oder galloromanischen Epoche anspielt und von dem Namen Tiermund abgeleitet wird, stammt der Ortsnamen Eppelborn aus zwei Silben, die sich aus unterschiedlichen Sprachen zusammensetzen. Das Wort \u201eEppel\u201c stammt aus dem keltischen und das Wort \u201eBorn\u201c aus der alten fr\u00e4nkischen Sprache. Dabei haben beide W\u00f6rter die gleiche Bedeutung. Auch das oft verwendete W\u00f6rtchen \u201eApul\u201c stammt aus dem keltischen und bedeutet kleines Wasser. Der urspr\u00fcngliche Ortsname \u201eYpulinire\u201c kommt aus dem Wort \u201eAppulinire\u201c und bedeutet: wasserreiches Tal. Das W\u00f6rtchen \u201eBorn\u201c bedeutet auf Brunnen, B\u00e4chlein oder Quelle. \u00dcberliefert ist auch, dass im Mittelalter die Besitzer der Herrschaft Eppelborn einen Apfel als Wappenzeichen in Schild und Helmzier aufwiesen. Historischen Quellen zufolge gab es in Eppelborn einst eine Wasserburg. Heimatforscher haben \u00fcbermittelt, dass dieses Schloss \u201eIppelbrunn\u201c eines den ersten festen Geb\u00e4uden in Eppelborn gewesen sein muss. Das Schloss d\u00fcrfte nicht besonders gro\u00df gewesen sein und muss in der N\u00e4he der heutigen Schlossstra\u00dfe gelegen haben. Im Jahre 1595 wurde das Schloss mit Erlaubnis des Kaisers renoviert und befestigt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Dirmingen bekannte sich unter dem Grafen von Saarbr\u00fccken im Jahre 1575 zur Reformation und war fortan protestantisch. In Eppelborn hingegen k\u00e4mpfte man lange um die Beibehaltung der katholischen Konfession. Diese Konfessionsstreitigkeiten dauerten \u00fcber Jahre hinweg. Am 30. September 1621 bekundeten Herzog Heinrich von Lothringen und Graf Ludwig von Nassau, dass \u201c\u2026. einige Zwistigkeiten in Religionssachen zu Uchtelfangen zwischen den Untertanen des Herzogs von Lothringen und seines Lehnsmanns Georg Friedrich von L\u00f6wenstein einerseits und des Grafen von Nassau anderseits beigelegt worden sind.\u201c Die Freiherrn von Busek treten erstmals im Jahre 1668 in Erscheinung. Der katholische Zweig der Busecks kam durch die Ehe des Conrad Philipp mit Maria Margaretha von L\u00f6wenstein in den Besitz von Calmesweiler und kurze Zeit sp\u00e4ter auch in den Besitz der Herrschaft Eppelborn. <\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"660\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/22-700x660-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19002\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/22-700x660-1.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/22-700x660-1-300x283.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Gegen Ende des 17 Jahrhunderts war das Verh\u00e4ltnis der Busecks zu den Herren von Kerpen im nahen Illingen ungetr\u00fcbt und die Grafen von Nassau-Ottweiler stellten sogar die Paten bei den Busecks. Nach der franz\u00f6sischen Revolution entstanden die ersten Zivilgemeinden, sogenannten \u201eMaire\u201c, zu Deutsch B\u00fcrgermeistereien. Die ersten B\u00fcrgermeistereien von Eppelborn und Dirmingen waren also Nachfolger der Grundherrschaft Eppelborn. Bis auf Dirmingen wechselten gerade in Humes und Hierscheid immer wieder die territorialen Machtverh\u00e4ltnisse.&nbsp; Neben den vielen konfessionellen Spannungen kam es im Laufe der Jahrzehnte immer wieder zu neuerlichen Grenzkonflikten und Holzdiebst\u00e4hlen. Der Holzfrevel wurde damals hart bestraft. Besonders zwischen Hierscheid und Humes kamen diesbez\u00fcglich immer wieder schwere Spannungen zu Tage. Dirmingen spielte dabei aufgrund seines gro\u00dfen Waldgebietes, als direkter Nachbar beider D\u00f6rfer, eine gro\u00dfe Rolle. Im Jahre 1741 musste der Forstbeamte der Meierei Dirmingen Christoph Hammerer eine Anzeige gegen Steinartzen Nickel erstatten. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Darin hie\u00df es:  \u201cSteinartzen Nickel von Humes n\u00e4chst dem dreyb\u00e4nnigen Stein welcher Hummeser, die Dirminger und die Hirschder Banne scheidet sich die sogenannten Dreyspitz auf dem Hirschder Bann widerrechtlich angemasset \u00fcberackert und besamt hat\u201c. <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Holzf\u00e4ller aus Humes erntenden trotz des Protestes der Hierscheider weiterhin ihr Holz und rodeten zudem eine Teilfl\u00e4che des Waldes. Am 16.02.1741 spielte sich an der Hierscheider Banngrenze zu Dirmingen Folgendes ab: Carl und Johannes aus Humes hatten am 16.02. 1741, in unredlicher Absicht, die Bannmeile im Hohlfelder Jungenwald bearbeitet. Bei ihrem Tun wurden die beiden vom Dirminger F\u00f6rster Hammerer \u00fcberrascht und zur Rede gestellt. Was dann geschah schildert der Forstbeamte Hammerer in seinem Bericht wie folgt: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201e\u2026..wie ich nun nahe bei Johannes gestanden und ihn pf\u00e4nden wollte, gab dieser zwar gute Worte, aber der Carl, der auf dem Baum gesessen, stieg herunter und ihn Vermuths schlug er mir hinterhertragen, ich wei\u00df nicht ob mit der Axt oder womit, auf m\u00f6rderische Weise auf den Kopf. Desgleichen auch der Johannes da ich auf ersteren Streich nicht fallen wollte, bis sie mich zu Boden schlugen, sagten darbet : dass ist der rechte Schelm, der uns auch unsere Gerechtigkeit wehren will Holtz zu hauen, man muss den Hundt todtschlagen, wie dann auch wirklich, da ich auf dem Boden lag\u2026.noch mehrere Streiche gefallen sind auf Kopf, Arm und H\u00fcfte und ich glaube, wenn nicht etlich Leute aus Hirscht und Hummes in der N\u00e4he gewesen w\u00e4ren\u2026..so h\u00e4tten sie&nbsp;noch nicht aufgeh\u00f6rt zuzuschlagen. Weil mir nun nicht befohlen ist, um eines Astes oder eines Baumes wegen, einen Menschen krumm und lahm zuschlagen oder gar Todt zu schie\u00dfen, weil solches von beyden hohen Herrschaften nicht ausgemacht ist. So habe ich derenthalben keine Th\u00e4tlichkeit an ihnen ver\u00fcben wollen. Sollte mir aber k\u00fcnftighin einer von diesen Schelmen \u2026..begegnen so werde ich Revange suchen, es mag befohlen sein oder nicht, weil mir die zwei sehr wehe Thun und ich in den n\u00e4chsten acht Tagen meinen Forst nicht versehen kann\u2026\u2026\u201d<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Sache landete schlie\u00dflich vor Gericht. Regierungssprecher Schultz leitet das Schreiben des F\u00f6rsters umgehend an den Amtmann El Payen in Tholey weiter und forderte die Auslieferung und Bestrafung der beiden Holzfrevler. In seiner Aufforderung verwies der Beamte darauf, dass der Dirminger F\u00f6rster auf \u201c\u2026\u2026..unstrittige diesseitigem Territorium die T\u00e4ter angetroffen\u201d habe. Der F\u00f6rster sei nach den ersten Schl\u00e4gen davongelaufen und hingefallen. Daraufhin haben die T\u00e4ter wieder zugeschlagen. Leider ist das Ende dieses Verfahrens nicht bekannt.  In der ersten H\u00e4lfte des 18 Jahrhunderts stand die f\u00fcrstliche Verwaltung in Ottweiler den Grenzverletzungen und Holzdiebst\u00e4hlen der Lothringer weitgehend machtlos gegen\u00fcber. Wenn Holzfrevler erwischt wurden, drohte ihnen schlimmstenfalls eine milde Strafe oder eine Verwarnung. Weitreichende Strafen scheiterten an den lothringischen Amtsm\u00e4nnern von Tholey. Die Lothringer sch\u00fctzten immer wieder ihre Landsleute und verhinderten somit die notwendige Rechtsprechung. Von daher d\u00fcrfte auch die Tat an dem Dirminger F\u00f6rster Hammerer vergleichbar milde ausgegangen sein. <\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"825\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Wappen_eppelborn-700x825.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19010\" style=\"aspect-ratio:0.8484874959047723;width:563px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Wappen_eppelborn-700x825.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Wappen_eppelborn-254x300.jpg 254w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Wappen_eppelborn-768x906.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Wappen_eppelborn-1303x1536.jpg 1303w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Wappen_eppelborn.jpg 1379w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Als sich im Jahre 1762 der k\u00fcnftige Verlauf der Reichsgrenze abzeichnete bekam Nassau zusehends mehr Handhabe. Im Juli des Jahres \u00e4u\u00dferte die Nassauer Amtsverwaltung die Hoffnung auf Besserung. Die Drohung, dass Humes und Wiesbach alsbald nach der Grenzregulierung zur Nassau geh\u00f6ren w\u00fcrden und die T\u00e4ter somit der Gerichtsbarkeit der Nassauer unterstehen, verbreitete Angst und Schrecken. In den Ausschreibungen hie\u00df es, dass es zuk\u00fcnftig keine sanften Strafen mehr geben w\u00fcrde, sondern mehr H\u00e4rte. Der franz\u00f6sische Grenz-Kommissar Joseph Mathis setzte aufgrund seiner Souver\u00e4nit\u00e4t den r\u00e4uberischen Aktivit\u00e4ten der Lothringer ein Ende. Er lie\u00df im Juni 1765 auf Plakaten, die an allen Kirchent\u00fcren der Region angeschlagen wurden, verk\u00fcnden: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-medium-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wie Joseph Mathis , k\u00f6niglicher Rath und Commissarius \u00fcber die Gr\u00e4nzen hiesiger Gegenden : zufolge derer uns zugekommenen Befehlen \u2026..verbieten nochmals hierdurch ernstlich denen Gemeinden Wustweiler , Wiesbach und Humes auch sonst jederm\u00e4nniglich einigen Frevel oder Holtz Diebstahl zu begehen in den Waldungen des F\u00fcrsten von Nassau Saarbr\u00fccken unter der Verwarnung ,dass die so hierwieder handeln, arretiert und nach Saarbr\u00fccken ins Gef\u00e4ngnis gef\u00fchrt werden.\u201c <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Diese Ank\u00fcndigung zeigten bei unseren direkten Nachbarn ihre Wirkung. Weiter Grenzzwischenf\u00e4lle und Holzdiebst\u00e4hle gegen\u00fcber Hierscheid und Dirmingen blieben zuk\u00fcnftig weitgehendst aus. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Obwohl das Verh\u00e4ltnis zwischen Dirmingen und Berschweiler wegen ihrer gemeinsamen Geschichte ein weitaus besseres war, sind auch hier einige Reibungspunkte nicht von der Hand zu weisen. In fr\u00fcheren Zeiten waren die beiden heutigen Ortschaften Dirmingen und Berschweiler ein Dorf. In alten Niederschriften finden wir den chronologischen Eintrag von Andreae in seiner Genealogia Saraepontana: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-medium-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>\u201e\u2026.Dirmingen\u2026ist eine gro\u00dfe Pfarr und liegen die H\u00e4user oder Vogteien etwas zerstreut voneinander. Ein gro\u00dfer Teil dieses Dorfes wird auch Berschweiler genannt\u201c. <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Historischen Quellen zufolge m\u00fcssen wir davon ausgehen, dass Berschweiler einmal ein Ortsteil von Dirmingen war. In noch \u00e4lteren Chroniken ist sogar von dem Begriff \u201eVorhof Berschweiler\u201c die Rede. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Berschweiler zu einer eigenen selbstst\u00e4ndigen Gemeinde. Bis zur Selbst\u00e4ndigkeit unseres Nachbarortes musste der bis dahin gemeinschaftlichen Bann getrennt und neu eingetragen werden. In dieser Angelegenheit entstanden immer wieder Differenzen, die auch in alten Akten, im Staatsarchiv Koblenz, zu finden sind. In einem \u201eDirminger Gemeindebrief\u201c aus dem Jahre 1733 finden wir einen entsprechenden Vertrag zwischen den beiden Gemeinden Dirmingen und Berschweiler. In diesem Abkommen wird auf die Dauer von 10 Jahren ein Vergleich abgeschlossen. Darin ging es um bestehende Differenzen wegen der \u201eWeidgerechtigkeit\u201c. In der damaligen Zeit wurde die Weidgerechtigkeit als Ehrenkodex f\u00fcr J\u00e4ger oder Angler dargestellt. Das geschlossene Abkommen hatte jedoch auch eine rechtliche Bedeutung. Obwohl Dirmingen damals einige Zugest\u00e4ndnisse machte, verlangte Berschweiler mehr Weidrechte. In aufwendiger Form wurde damals detailliert aufgelistet, welche Fluren und Landschaften Berschweiler zugesprochen werden oder von beiden Ortschaften gemeinsam genutzt werden sollten. Au\u00dferdem wurden gemeinsame Weidrechte in Bezug auf die Nutzung von Obstwiesen und Futterwiesen getroffen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"487\" height=\"693\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Nassau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19003\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Nassau.jpg 487w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Nassau-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Gerade in Grenzgebieten wie z.B der Frankenbach wurden bis in die Spitze detaillierte Nutzungsabkommen abgeschlossen. Zu dieser Zeit entstanden zwischen der Bev\u00f6lkerung und insbesondere zwischen den Landwirten beider Ortschaften deutliche Differenzen. Ein erster sogenannter Weidvertrag wurde am 23. Januar 1733 in Ottweiler abgeschlossen. Der Vertrag hatte die Dauer von 10 Jahren und wurde j\u00e4hrlich in beiden Gemeinden von den zust\u00e4ndigen Meyern verlesen. Am 28 Mai 1770 befasste sich die Adjudications-Commission erneut mit einer Beschwerde unseres Nachbarortes Berschweiler. Erneut wurden gegen\u00fcber Dirmingen Anspr\u00fcche wegen einer Trift geltend gemacht. Eine Viehtrift markiert einen vom Vieh benutzten Weg zwischen Weideland und Stall. Die damalige Forderung auf Gemeinweidigkeit stie\u00df bei den Dirmingern auf wenig Gegenliebe. Schlie\u00dflich wurden beide Ortschaften beauftragt eine Einigung zu finden oder sich gegebenenfalls \u201eh\u00f6heren Ortes\u201c zu melden. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Am 02.juni 1770 wurde die \u201eGemeine Gerechtsame\u201c f\u00fcr Dirmingen festgelegt und dabei auch die Verh\u00e4ltnisse zur Nachbargemeinde Berschweiler geordnet. Mit diesem neuerlichen Vertrag wurden erstmals die Banngrenzen formuliert. Im Jahre 1814 wurden neue Kreise gebildet und Berschweiler kam mit der B\u00fcrgermeisterei Dirmingen zum Kanton Ottweiler. Nach der neuen Landgemeindeordnung aus dem Jahre 1845 sowie durch das Verfassungsgesetz 1856 konnte Berschweiler erstmals wieder einen eigenen Gemeinderat w\u00e4hlen. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"432\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/GH-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-767\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/GH-1.jpg 625w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/GH-1-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Heute liegen beiden Ortschaften in verschiedenen Landkreisen und geh\u00f6ren jeweils zu anderen Landgemeinden. Dennoch besteht zwischen Dirmingen und Berschweiler, alleine schon aus konfessionellen Gr\u00fcnden, eine enge Verbundenheit. Seit der Einf\u00fchrung der Reformation im Jahre 1575 geh\u00f6rt Berschweiler zu der evangelischen Kirchengemeinde Dirmingen. Im Jahre 1952 baute die evangelische Kirchengemeinde Dirmingen das Gemeindehaus in Berschweiler. Nur kurze Zeit sp\u00e4ter im Jahre 1953 wurde die katholische Kapelle in Berschweiler eingeweiht. Bereits Im Jahre 1731 fertigte der evangelische Pfarrer Morch ein sogenanntes \u201eSeelenregister meiner Pfarrkinder zu Berschweiler&#8220; an. Bis zum Jahre 1755 besuchten die Kinder aus Berschweiler die Dirminger Schule. Im Jahre 1755 wurde erstmals in Berschweiler eine Schule erbaut. Die Dirminger Lehrerschaft bef\u00fcrchtete daraufhin eine K\u00fcrzung ihrer Bez\u00fcge und verlangt Schadensersatz f\u00fcr die \u201eabgenommenen B\u00f6rschweiler Schuhlkinder\u201c. Die \u00e4lteste Einwohnerlisten Berschweilers stammen aus dem Jahre 1537. Die Neubesiedlung des Dorfes Berschweiler, nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg, fand im Jahre 1665 statt. Ab dann entwickelte sich unser Nachbarort immer mehr zu einer selbstst\u00e4ndigen Gemeinde mit einer deutlichen Abspaltung zur ehemaligen Heimatgemeinde Dirmingen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Mit der Eingliederung Dirmingens, in die Gemeinde Eppelborn, verlor auch das bisherige gemeindeeigene Rathaus seinen Nutzen. Die Gemeinde Dirmingen hatte im Jahre 1972 einen Bausparvertrag \u00fcber 50 000,- \u20ac abgeschlossen. Der damalige Gemeinderat hatte damals fest im Blick das Gemeindehaus zu sanieren. Bis zur Gebietsverwaltungsreform im Jahre 1974 wurde jedoch nicht mehr auf diese Zuteilung zur\u00fcckgegriffen. Mit den Jahren verlor das Gemeindehaus zusehends an Attraktivit\u00e4t und wurde sogar zu einem echten Schandfleck. Auch das am Gemeindehaus angebaute Ger\u00e4tehaus der Dirminger Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt l\u00e4ngst keine Augenweide mehr. In der Bev\u00f6lkerung wurde erste Stimmen laut die sich nach dem Bausparvertrag erkundigten. Der Dirminger Gemeinderat favorisierte 1973 die Eingliederung in die Einheitsgemeinde Illingen mit Zugeh\u00f6rigkeit zum Kreis Ottweiler oder den Zusammenschluss einer sogenannten Alsbachtal-Gemeinde. In diesem Fall w\u00fcrden die historischen, kulturellen, kirchlichen und verwandtschaftlichen Beziehungen zu Berschweiler gewahrt bleiben. Es kam anders und Dirmingen wurde der neuen Einheitsgemeinde Eppelborn zugeordnet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"712\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/dirmingen301-700x712-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18988\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/dirmingen301-700x712-1.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/dirmingen301-700x712-1-295x300.jpg 295w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/dirmingen301-700x712-1-75x75.jpg 75w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Zu Beginn der 1980-ger Jahre wurde der Abriss des ehemaligen Gemeindehauses beschlossen. Der ehemalige B\u00fcrgermeister der Gemeinde Dirmingen Otto Gordner forderte damals, als Vorsitzender des Heimat -und Verkehrsvereins, den Erhalt des Gemeindehauses und verwies darauf, dass auch der Seniorentreff des DRK mit diesem Vorhaben seine Anlaufstelle verlieren w\u00fcrde. Die Dirminger Feuerwehr hingegen setzte sich schon recht fr\u00fch f\u00fcr den Bau eines neuen Ger\u00e4tehauses ein. Nach dem Abriss des alten Gemeindehauses wurde in der Dirminger Bev\u00f6lkerung erneut die Frage nach dem Bausparvertrag der ehemaligen Gemeinde Dirmingen laut. Die Ger\u00fcchtek\u00fcche brodelte und die fast vergessenen Spannungen zwischen Eppelborn und Dirmingen kamen leider wieder zu Tage. Fakt ist, dass die heutige Gemeinde Eppelborn, in den letzten 50 Jahren, die wenigsten Neubauten und gro\u00dfangelegten Investitionen in Dirmingen get\u00e4tigt hat. Dennoch scheint heute das schlimmste \u00fcberstanden,&#8230;. und das ist gut so !<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Verh\u00e4ltnis zu unseren benachbarten Ortsteilen spielte immer auch die herrschaftliche Zugeh\u00f6rigkeit und die territorialen Verh\u00e4ltnisse eine gewichtige Rolle. Die im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Machtverh\u00e4ltnisse werden auch im Wappen unserer Heimatgemeinde verdeutlicht. Der gest\u00fcmmelte Adler in Rot steht f\u00fcr das Herzogtum Lothringen, wozu Bubach, Calmesweiler, Eppelborn, Habach, Humes, Macherbach und Wiesbach geh\u00f6rten. Die. \u201eWolfsangel\u201c war das Herrschaftszeichen des Grafen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10987,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1,9,8],"tags":[5,618,127,310],"class_list":["post-18992","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-dorfgetratsche","category-sellemols-und-awweile","tag-dirmingen","tag-gemeinde-eppelborn","tag-landkreis-neunkirchen","tag-saarland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18992"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19019,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18992\/revisions\/19019"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10987"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}