{"id":19675,"date":"2026-03-14T13:29:01","date_gmt":"2026-03-14T12:29:01","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=19675"},"modified":"2026-03-14T13:41:00","modified_gmt":"2026-03-14T12:41:00","slug":"jetzt-mal-ehrlich-brauchen-wir-wirklich-noch-einen-ortsvorsteher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=19675","title":{"rendered":"Jetzt mal ehrlich! &#8211; Brauchen wir wirklich noch einen Ortsvorsteher ?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Irgendwann steht jeder Mensch vor der Entscheidung: Geh\u00f6re ich zu denen die den M\u00fcll wegschmei\u00dfen oder zu denen die den M\u00fcll aufheben?! Ich verstehe die allgemeine Entt\u00e4uschung \u00fcber die Politik und die damit verbundene Wut. Aus dieser angestaunten Wut sollte jedoch niemals Hass entstehen. Niemand hat das Recht ehrenamtliche Kommunalpolitiker zu verunglimpfen. Ein Indianisches Sprichwort sagt: \u201eGehe hundert Schritte in den Schuhen eines anderen, wenn Du ihn verstehen willst\u201c<\/strong> <strong>Vielleicht lohnt ein Blick hinter die Kulissen.<\/strong> <strong>Bei all&#8216; dem Hass, den b\u00f6sen Kommentaren und den zahlreichen Verunglimpfungen sollte man zumindest wissen \u00fcber wen man genau urteilt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Was macht eigentlich ein Ortsvorsteher? Die Aufgabe eines Ortsvorstehers ist es, die W\u00fcnsche und Anliegen der Einwohner des Ortsteiles gegen\u00fcber dem Rat und der Verwaltung zu vertreten. Der Ortsvorsteher\/in ist dazu berechtigt und verpflichtet diese Anliegen, Anregungen und Beschwerden aufzugreifen und diese der Verwaltung oder dem B\u00fcrgermeister\/in weiterzuleiten. Der Ortsvorsteher\/in ist der Vertreter eines stadt- bzw. gemeindezugeh\u00f6rigen Ortes. Der Ortsrat w\u00e4hlt nach den Kommunalwahlen, in der Regel mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion, den Ortsvorsteher\/in aus seinen Reihen. Der Ortsvorsteher\/in vertritt als Ehrenbeamter die Interessen seines Ortes gegen\u00fcber der Gemeinde bzw. der Stadt. Der Ortsvorsteher ist in seiner Rechtsstellung ehrenamtlicher Beigeordneter. Der Ortsvorsteher ist ausdr\u00fccklich berechtigt, an allen Sitzungen des Gemeinde- bzw. Stadtrates und deren Aussch\u00fcssen teilzunehmen, auch wenn sie nicht \u00f6ffentlich sind. Diese Gremien sind verpflichtet, dem Ortsvorsteher zu Angelegenheiten, die seinen Gemeindebezirk betreffen, das Rederecht zu erteilen und ihm n\u00e4here Ausk\u00fcnfte zu geben. Der Ortsvorsteher ist befugt, Antr\u00e4ge entgegenzunehmen sowie amtliche Beglaubigungen und Lebensbescheinigungen auszustellen. Die Gemeinde kann dem Ortsvorsteher durch Satzung weitere Aufgaben \u00fcbertragen. Dar\u00fcber hinaus kann der Ortsvorsteher im Auftrag des B\u00fcrgermeisters weitere Verwaltungsangelegenheiten oder repr\u00e4sentative Aufgaben wahrnehmen. Der B\u00fcrgermeister ist in seiner Eigenschaft als Dienstvorgesetzter gegen\u00fcber dem Ortsvorsteher weisungsberechtigt. Der Ortsvorsteher hingegen hat gegen\u00fcber der Gemeindeverwaltung und dem B\u00fcrgermeister eine besondere Treupflicht. (vgl. \u00a7 59 Abs. 5 saarl. KSVG).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Im Grunde genommen bedeutet das nichts anderes, als dass der Ortsvorsteher den Kopf hinhalten und Beschwerden seiner Mitb\u00fcrger\/innen weiterleiten muss. In den meisten F\u00e4llen liegt die Entscheidung \u00fcber ein Problem oder die Umsetzung eines Projekts nicht in seinen H\u00e4nden. Die Notwendigkeit eines Ortsvorstehers f\u00fcr die Kommunalverwaltung h\u00e4ngt von den spezifischen Anforderungen und der Struktur der jeweiligen Gemeinde ab. W\u00e4hrend der Ortsvorsteher in anderen Bundesl\u00e4ndern einen h\u00f6heren Stellenwert genie\u00dft und sogar die Vertretung des B\u00fcrgermeisters \u00fcbernimmt und \u00fcber eigenen Haushalt verf\u00fcgt, sind die M\u00f6glichkeiten im Saarland eher \u00fcberschaubar. Grunds\u00e4tzlich gilt: Der B\u00fcrgermeister kann entscheiden, umsetzen und verwalten. Der Ortsversteher hingegen ist am Ende nicht mehr als der Verwalter eines ortsinternen Kummerkastens. Sollte ein Projekt erfolgreich umgesetzt werden, war es immer der B\u00fcrgermeister und die Verwaltung. Der Ortsvorsteher steht am Rande und hat bestenfalls H\u00e4ndchen gehalten.<\/strong> <strong>Der Ortsvorsteher k\u00fcmmert sich vor Ort und setzt sich bei der Verwaltung f\u00fcr seinen Heimatort ein. Die Umsetzung und die dazugeh\u00f6rige Ehre wird dem B\u00fcrgermeister zu teil. Ganz egal was es ist, ob Verkehrsschild, Friedhofsmauer oder Nahversorger, am Ende ist es immer ein Erfolg der Verwaltungsspitze. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1440\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/483525113_1075737481260240_2866405585980602979_n.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19723\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Tats\u00e4chlich hat der Stellenwert des Ortsvorsteher in den letzten Jahren gelitten. Die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und auch die Vereine und Organisationen benutzen den Ortsvorsteher und seinen Ortsrat bestenfalls als Bindeglied und F\u00fcrsprecher. In den meisten F\u00e4llen wird der Ortsvorsteher \u00fcbergangen und der B\u00fcrgermeister kontaktiert. Warum soll ich zu Schmidtchen gehen, wenn Schmidt viel mehr kann ? Der Ortsvorsteher bekommt in der Regel nur Schimpf und Schande zu h\u00f6ren. Das Lob geb\u00fchrt, nach Vollendung eines Projekts, immer dem B\u00fcrgermeister. Das Gleiche Schicksal ereilt den Ortsrat. Obwohl der Ortsrat zu allen wichtigen Entscheidungen, die den Ort betreffen rechtzeitig geh\u00f6rt werden muss, hat er keine Entscheidungsgewalt \u00fcber seinen Ortsteil. Bestenfalls k\u00f6nnen Vorschl\u00e4ge und Anregungen sowie Antr\u00e4ge eingereicht werden. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Die endg\u00fcltige Entscheidung \u00fcber unseren Heimatort liegt im Gemeinderat und nicht bei unserem Ortsvertretern im Ortsrat. Wer soll den Ortsrat hinter dieser Tatsache noch ernst nehmen und welche B\u00fcrgerin oder B\u00fcrger strebt unter diesen Umst\u00e4nden noch ein Mandat an ? Viel leichter und einfacher ist es doch eine Facebook- Gruppe zu gr\u00fcnden und loszupoltern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden besch\u00e4ftigt sich unser Bundesland mit der \u00dcberarbeitung des Kommunalveraltungsgesetzes, einer m\u00f6glichen Zusammenlegung der Landkreise und der Sinnhaftigkeit oder Beibehaltung eines Ortsrates. Die letzten Kommunalwahlen haben gezeigt, dass wir immer gr\u00f6\u00dfere Probleme bekommen, ehrenamtliche Mandatstr\u00e4ger f\u00fcr Orts- oder Gemeinderat zu finden. Das Amt des Ortsvorstehers ist keine hauptamtliche T\u00e4tigkeit, sondern ein Ehrenamt. Im Gegensatz zu anderen Ehren\u00e4mtern bekommt der Ortsvorsteher aufgrund seiner Parteizugeh\u00f6rigkeit kaum eine Anerkennung. Nat\u00fcrlich bekommt der Ortsvorsteher\/ in eine monatliche Aufwandsentsch\u00e4digung. Diese Zuwendung bemisst sich an der Gr\u00f6\u00dfe seines Heimatortes. Man muss schon eine hohe Schmerzgrenze, viel Idealismus und gro\u00dfe Heimatliebe an den Tag legen, um dieses Ehrenamt auszu\u00fcben. Ganz ehrlich: So beschnitten, in seinen M\u00f6glichkeiten, ergibt das Amt des Ortsvorstehers nur wenig Sinn!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Gewalt gegen kommunale Mandatstr\u00e4ger hat in den letzten Jahren zugenommen. Dieses ernsthafte Problem gef\u00e4hrdet unsere Demokratie. Kommunalpolitikerinnen und &#8211; politiker werden immer wieder Opfer von Hass und Hetze. Das geht so weit, dass jeder Ortsvorsteher oder Ortsvorsteherin mindestes ein- oder zweimal in seiner Amtszeit Bedrohungen und Anfeindungen ausgesetzt ist. Ganz zu schweigen von den t\u00e4glichen Beschimpfungen und Verunglimpfungen die nat\u00fcrlich auch ein B\u00fcrgermeister erf\u00e4hrt. Besonders in den sozialen Medien wird geschimpft, gehetzt, gewettert und verurteilt bis die Dr\u00e4hte gl\u00fchen. Jeder wei\u00df es besser und scheut nicht davor zur\u00fcck den Menschen hinter dem Mandat anzugeifern. In der Gemeinschaft oder im Omnibus l\u00e4sst es sich unter dem angeblichen Denkmantel der Demokratie gut l\u00e4stern und verunglimpfen. Wenn man jedoch alle f\u00fcnf Jahre einen Menschen sucht, der ein kommunalpolitisches Ehrenamt aus\u00fcben m\u00f6chte, kommt man leicht zu Ern\u00fcchterung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1536\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/OR_Dirmingen-2024-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19724\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Grunds\u00e4tzlich werden kommunale Ehren\u00e4mter von DEINEN Nachbarn, Landsleuten, Vereinskollegen oder Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrgern \u00fcbernommen. Jeder kann ein solches Amt anstreben. Daf\u00fcr bedarf es grunds\u00e4tzlich keiner Mitgliedschaft in einer Partei. Ein kommunales Ehrenamt oder eine Mitgliedschaft in einem Orts -oder Gemeinderat bringt nat\u00fcrlich viel Verantwortung mit sich und nimmt viel Freizeit in Anspruch. In den letzten Jahren ist der Respekt gegen\u00fcber diesen Ehren\u00e4mtern rapide zur\u00fcckgegangen. Unsere kommunalpolitischen Vertreter kommen nicht nur in den sozialen Medien schlecht weg und werden allzu oft f\u00fcr Dinge verantwortlich gemacht, die nicht in ihren H\u00e4nden liegen. Ich bin gespannt, ob es uns gelingt die diversen kommunalen Listen f\u00fcr Orts -oder Gemeinderat auch zuk\u00fcnftig zu besetzen. Die Bev\u00f6lkerung leidet unter dem Mangel an geeigneten Kommunalpolitikern. Wer hilft mir bei meinen Problemen und wer erhebt seine Stimme?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Jeder Mensch hat ein Recht auf Meinungsfreiheit. Jeder kann heutzutage an der Tastatur seine Gedanken niederschreiben und draufhauen. Leider kann aber nicht jeder mit dieser Macht umgehen. Die Verrohung in unserer Gesellschaft steigt weiter an und vielerorts werden auch Kommunalpolitiker massiv angegangen. Ich warte auf den Tag an dem der erste Ortsvorsteher oder das Orts- oder Gemeinderatsmitglied eines auf die Nase bekommt. Merke: Wenn sich Meinungsfreiheit in Hetzte, Verunglimpfung und Diffamierung verwandelt, kann \u201eK\u00f6nig Untertan\u201c zur Bestie werden. In den sozialen Medien gibt es diverse Plattformen auf denen man seine Meinung, seinen Unmut oder auch seine Wut loswerden kann. Das ist OK und sollte gerade von der Kommunalpolitik ausgehalten werden. Meinungsfreiheit ist und bleibt ein hohes Gut und konstruktive Kritik st\u00e4rkt unsere Demokratie.&nbsp;Bei aller Kritik sollte der Schreiber\/in jedoch immer seine Haltung und die gute Kinderstube im Auge behalten. In den sozialen Medien herrscht l\u00e4ngst das Recht des St\u00e4rkeren: \u201eNur meine Meinung z\u00e4hlt und ich allein habe Recht\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Gemeinderat_05.09-13-1-1024x768-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19725\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Keine Frage: Nat\u00fcrlich vergessen viele Kommunalpolitiker viel zu schnell, warum sie gew\u00e4hlt wurden. Ein pers\u00f6nliches Mandat verpflichtet einen Menschen zum Einhalten von Werten und Aufgaben. Mit der Demokratie macht man keine Spielchen! Meine Kritik am kommunalen Status Quo kommt nicht von ungef\u00e4hr! Das Ganze haut auch \u00fcberhaupt nichts mit Gejammer oder D\u00fcnnh\u00e4utigkeit zu tun. Ich glaube, dass viele Amtskollegen mir beipflichten werden: Ein kommunales Ehrenamt sollte mehr sein als nur dorfinterner Kummerkasten, in dem jeder seinen M\u00fcll abladen kann. Wenn man ein solches Ehrenamt aus\u00fcben m\u00f6chte, will man auch mitgestalten und verwalten. Ja, ich finde, dass es auch zuk\u00fcnftig einen Ortsvorsteher\/in oder Ortsrat geben sollte. Wir brauchen Menschen die bereit sind sich f\u00fcr ihre Heimat einzusetzen. Menschen die sehen woran es h\u00e4ngt und was in einem Dorf ben\u00f6tigt wird. Wir brauchen aber auch ein Umdenken in der Bev\u00f6lkerung und in unserer Verwaltung. Ein kommunaler Ehrenamtler ist kein &#8222;Crashtest-Dummy&#8220; f\u00fcr einen B\u00fcrgermeister, die Verwaltung, den Abgeordneten oder f\u00fcr die w\u00fctende Bev\u00f6lkerung. Jeder Mensch hat Respekt verdient, auch ein kleiner Kommunalpolitiker. Wehe uns, wenn es diese Menschen nicht mehr gibt !<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann steht jeder Mensch vor der Entscheidung: Geh\u00f6re ich zu denen die den M\u00fcll wegschmei\u00dfen oder zu denen die den M\u00fcll aufheben?! Ich verstehe die allgemeine Entt\u00e4uschung \u00fcber die Politik und die damit verbundene Wut. Aus dieser angestaunten Wut sollte jedoch niemals Hass entstehen. Niemand hat das Recht ehrenamtliche Kommunalpolitiker zu verunglimpfen. 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