{"id":20053,"date":"2026-05-28T13:48:07","date_gmt":"2026-05-28T12:48:07","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=20053"},"modified":"2026-05-28T13:58:09","modified_gmt":"2026-05-28T12:58:09","slug":"die-geschichte-vom-fuenften-rad-am-wagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=20053","title":{"rendered":"Die Geschichte vom f\u00fcnften Rad am Wagen!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Nur ein M\u00e4rchen ??<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Es war einmal ein kleines Dorf inmitten eines beschaulichen Landes. \u00dcber Jahrhunderte f\u00fchlte sich das kleine D\u00f6rfchen zu seinem nord\u00f6stlichen Nachbarort verbunden. Beide D\u00f6rfer pflegten den gleichen Dialekt und die gleiche Konfession. Irgendwann forderten die gro\u00dfen Herren des Landes eine neue Zusammenlegung der Landkreise. Das kleine Taldorf war von diesen Pl\u00e4nen keineswegs begeistert. Die Trennung vom Nachbardorf, hin zu einer neuen Gemeinde, wurde nur z\u00e4hneknirschend hingenommen. Mit der Neueingliederung wurde das D\u00f6rfchen zum \u00f6stlichsten und abgelegensten Ortsteil der neuen Einheitsgemeinde. Die Einwohner des D\u00f6rfchens f\u00fchlten sich schnell wie das \u201ef\u00fcnfte Rad am Wagen\u201c.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die Zeiten \u00e4nderten sich und mit ihnen auch das d\u00f6rfliche Leben. Im Laufe der Jahrzehnte wurde viele alte historische Geb\u00e4ude wie eine alte M\u00fchle, eine alte Schule oder das alte Gemeindehaus dem Erdboden gleichgemacht. Im Gegenzug wurde nur wenig neu erbaut. Gottlob bekam die ortseigene Feuerwehr ein neues Ger\u00e4tehaus und irgendwann wurde, nach vielen Streitereien, auch mal ein neuer Kindergarten erbaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Jahre vergingen und die Menschen in dem D\u00f6rfchen passten sich immer mehr den neuen Begebenheiten an. Immerhin musste man miteinander klarkommen und sich gegenseitig respektieren. Immer dann, wenn in dem D\u00f6rfchen etwas Neues entstehen sollte, musste mit der Verwaltung dar\u00fcber gestritten werden. Die Fronten verh\u00e4rteten und nur selten konnten sich die Menschen in dem kleinen Taldorf \u00fcber eine Entwicklung freuen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Irgendwann sollte in der Ortsmitte ein neuer Einkaufsladen errichtet werden. Nach vielen Jahren mit endlosen Debatten, Streitereien und gegenseitigen Vorw\u00fcrfen konnte schlie\u00dflich der Bau eines neuen Einkaufsmarktes in Angriff genommen werden. Die Menschen in dem Dorf durften sich jedoch nur kurze Zeit \u00fcber diese Entwicklung freuen. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rten die Einheimischen von einem Baustopp und Ungereimtheiten im Bauvorhaben. Die Dorfbewohner standen fassungslos vor einem Streit zwischen Verwaltungen und den Bauherren. Niemand im Dorf konnte nachvollziehen, wie es zu diesem Baustopp kommen konnte. Im Mittelpunkt einer neu aufflammenden Diskussion stand der Hochwasserschutz. Warum der Baustopp jedoch erst nach Fertigstellung des Geb\u00e4udes einberufen wurde und nicht unmittelbar nach Baubeginn, konnte niemand nachvollziehen. Unn\u00f6tige Zeit ging verloren und die Menschen f\u00fchlten sich mal wieder wie das \u201ef\u00fcnfte Rad am Wagen\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Das Dorf geh\u00f6rte wegen seiner gro\u00dfen Gemarkung zu den gr\u00f6\u00dften Ortschaften des beschaulichen Landes an der Saar. Irgendwann musste eine uralte Br\u00fccke zu einem vielbesiedelten Ortsteil aus Sicherheitsgr\u00fcnden entfernt werden. Die Menschen waren sich zun\u00e4chst sicher, dass schon sehr bald eine neue Br\u00fccke erbaut werden w\u00fcrde. Immerhin wurde mit diesem Br\u00fcckenr\u00fcckbau ein kompletter Ortsteil von der Dorfmitte getrennt. Im Laufe der Zeit wurden den Menschen bewusst, dass der Bau einer neuen gemeindeeigenen Br\u00fccke immer mehr in die Ferne r\u00fcckte. Die Kosten einer neuen Br\u00fccke konnte die Einheitsgemeinde nicht allein tragen. Auf ihrer Suche nach F\u00f6rderern, Helfern oder Geldgebern wurden die Menschen immer wieder entt\u00e4uscht. Niemand konnte verstehen, warum man einen solchen Zustand duldet. Die Entt\u00e4uschung der Menschen und insbesondere der betreffenden Siedlung war deutlich zu sp\u00fcren. Die Bewohner f\u00fchlten sich mal wieder wie das \u201ef\u00fcnfte Rad am Wagen\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"491\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Brauerei-700x491.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18817\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Brauerei-700x491.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Brauerei-300x211.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Brauerei-768x539.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Brauerei.jpg 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das D\u00f6rfchen pflegte eine gute Gemeinschaft, in der auch Vereine, Organisationen und besonders Kinder sich wohl f\u00fchlten konnten. Leider fehlten dem Dorf ein Zentrum, um sich zu treffen und die Zeit zu vertreiben. Einzig die ortseigene Schulturnhalle bot eine Anlaufstelle f\u00fcr die Kindergartenkinder, Schulkinder und alle Mitglieder der vielen Vereine und Organisationen. In der Halle fand w\u00f6chentlich ein reges Treiben statt. Es wurde gefeiert, trainiert, ge\u00fcbt und gespeilt. Irgendwann kam \u00fcber Nacht die schreckliche Nachricht, dass sich die Schulturnhalle in einem desolaten Zustand befindet und geschlossen werden muss. Die Menschen fragten sich, ob diese Erkenntnis tats\u00e4chlich so \u00fcberrascht kam. Fassungslos mussten die Dorfbewohner zusehen, wie ihre Kinder fortan in andere Ortschaften ihrem Sport nachgehen mussten. Die letzte Anlaufstelle einer funktionierenden Dorfgemeinschaft wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die sicherheitsbedingten Gr\u00fcnde waren nachvollziehbar. Die Menschen stellten sich jedoch die Frage, warum man so lange mit der Sanierung gez\u00f6gert hatte. Auf der Suche nach F\u00f6rderern, Helfern und Geldgebern wurden die Verantwortlichen wieder Mals entt\u00e4uscht. Traurig musste man mitansehen, wie gute Gelder woanders investiert wurden. Die Bewohner des D\u00f6rfchens f\u00fchlten sich mal wieder wie das \u201ef\u00fcnfte Rad am Wagen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wenn man nichts mehr hat, muss man sich gegenseitig festhalten. Die Menschen nutzten jede M\u00f6glichkeit um miteinander zu feiern und die Zeit zu verbringen. Das \u00f6rtliche Gewerbe schrumpfte zusehends und die Gastronomie hatte es immer schwerer. Die Nachricht von einem Brand, in einer inner\u00f6rtlichen Gastst\u00e4tte, ersch\u00fctterte die Dorfgemeinschaft bis ins Mark. Erneut standen die Menschen buchst\u00e4blich vor den Tr\u00fcmmern und blickten dankbar auf die noch vorhandene Gastronomie. Mit diesem verheerenden Brand einer Dorfkneipe verlor die Bev\u00f6lkerung erneut eine wichtige Anlaufstelle. Die Menschen konnten ihr Unheil nicht fassen und f\u00fchlten sich mal wieder wie das \u201ef\u00fcnfte Rad am Wagen\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Weitermachen und nicht aufgeben! Die Menschen in dem kleinen D\u00f6rfchen machten weiter und arbeiteten an ihrer Zukunft. Immer wieder mussten die Leute empfindliche R\u00fcckschl\u00e4ge einstecken. Schon Jahre vor dem Abbruch der Br\u00fccke, der Schlie\u00dfung der Halle und den Problemen um den Bau eines Nahversorgers musste das Dorf herbe Schicksalsschl\u00e4ge einstecken. Einem schrecklichen Starkregenereignis folgte einige Jahre sp\u00e4ter ein b\u00f6ses Hochwasser. Viele Menschen verloren dabei Hab und Gut und standen vor einem Neuanfang. Doch irgendwie haben es die Menschen in diesem Dorf geschafft sich immer wieder neu zu erfinden. Mit Trotz, Wut und Flei\u00df fanden die Menschen in dem kleinen D\u00f6rfchen immer wieder einen Neuanfang. Viele Bewohner blickten in diesem schweren Zeiten neidisch auf andere Regionen und f\u00fchlten sich mal wieder wie das \u201ef\u00fcnfte Rad am Wagen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Irgendwann durften die Einwohner des Dorfes auf die Erschlie\u00dfung eines Neubaugebietes hoffen. Neue Menschen sollten eine neue Heimat finden und das Dorf bereichern. Das kleine Taldorf wusste sehr wohl, dass dieses Bauvorhaben einige Probleme mit sich zog. Die Versieglung eines gro\u00dfen Gebietes k\u00f6nnte bei starken Regen zu Problemen in der Ortsmitte f\u00fchren. Die Menschen hofften jedoch darauf, dass diese H\u00fcrden schnell zu nehmen<\/strong> <strong>sind und schon bald der erste Bagger auftauchen w\u00fcrde. Es muss doch eine vern\u00fcnftige L\u00f6sung f\u00fcr alle Menschen in diesem Dorf geben, oder? Weit gefehlt von allen Ecken des Landes kamen Bedenkentr\u00e4ger und Besserwisser. Der Baubeginn r\u00fcckte immer mehr in die Ferne und die Menschen in diesem Dorf f\u00fchlten sich mal wieder wie das \u201ef\u00fcnfte Rad am Wagen\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"637\" height=\"524\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Schwaenz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18818\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Schwaenz.jpg 637w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/G-Schwaenz-300x247.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Hin und wieder fanden die Einheimischen Trost in der Sanierung der ein oder anderen Br\u00fccke oder der Erneuerung eines Bahnhofsparkplatzes oder eines Parkes in der Ortsmitte. Vieles erledigten die Menschen im Dorf jedoch selbst in ehrenamtlicher Kleinarbeit. Flut, Feuer und Niederschl\u00e4ge vermochten es nicht die Menschen des keinen Dorfes zu entmutigen. Im Laufe der Jahre hat sich das kleine Taldorf ver\u00e4ndert. Menschen verstarben oder suchten anderswo eine neue Heimat. Auf der Suche nach neuen Chancen wurden die Einheimischen erfinderisch. W\u00e4hrend vielerorts das kulturelle Dorfleben nur noch mit Steuergeldern oder Unterst\u00fctzung der Verwaltung am Leben gehalten wurde, konnten die Menschen in dem kleinen D\u00f6rfchen Kraft aus vielen eigenen Veranstaltungen sch\u00f6pfen.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Das f\u00fcnfte Rad am Wagen. Immer dann, wenn jemand \u00fcberfl\u00fcssig oder l\u00e4stig ist, bezeichnet man diesen als das f\u00fcnfte Rad am Wagen. Das Sprichwort ist so alt wie das kleine D\u00f6rfchen selbst. Den \u00e4ltesten Nachweis f\u00fcr diese Redensart findet man bereits in Fecunda ratis des Egbert von L\u00fcttich, einer lateinischen Sprichw\u00f6rtersammlung aus dem 11. Jahrhundert in der Form: \u201eQuem fastidimus, quinta nobis est rota plaustri\u201c (Wer uns widerw\u00e4rtig ist, der ist das f\u00fcnfte Rad am Wagen).&nbsp; Die Menschen in dem kleinen D\u00f6rfchen haben gelernt mit diesem Makel zu leben. Immer dann, wenn es am h\u00e4rtesten wird, w\u00e4chst die Dorfgemeinschaft \u00fcber sich hinaus. Wie lebt es sich als \u201ef\u00fcnftes Rad am Wagen\u201c? Spannend wird es erst dann, wenn eines der vier \u201ewichtigen\u201c R\u00e4der einmal wegbricht. In einem solchen Fall ist man froh, wenn man ein funktionierendes \u201ef\u00fcnftes Rad am Wagen\u201c hat !<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>&#8230;&#8230;und wenn Sie nicht gestorben sind, dann leben Sie noch heute<\/strong> !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur ein M\u00e4rchen ?? Es war einmal ein kleines Dorf inmitten eines beschaulichen Landes. \u00dcber Jahrhunderte f\u00fchlte sich das kleine D\u00f6rfchen zu seinem nord\u00f6stlichen Nachbarort verbunden. Beide D\u00f6rfer pflegten den gleichen Dialekt und die gleiche Konfession. Irgendwann forderten die gro\u00dfen Herren des Landes eine neue Zusammenlegung der Landkreise. Das kleine Taldorf war von diesen Pl\u00e4nen keineswegs begeistert. Die Trennung vom<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18816,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,2,8],"tags":[5,618,444,127,1223,310],"class_list":["post-20053","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kulturecke","category-sellemols-und-awweile","tag-dirmingen","tag-gemeinde-eppelborn","tag-geschichte","tag-landkreis-neunkirchen","tag-maerchen","tag-saarland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20053","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20053"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20053\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20071,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20053\/revisions\/20071"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18816"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}