{"id":20330,"date":"2026-08-08T13:00:47","date_gmt":"2026-08-08T12:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=20330"},"modified":"2026-08-08T13:03:38","modified_gmt":"2026-08-08T12:03:38","slug":"wo-man-singt-da-lass-dich-nieder-boese-menschen-haben-keine-lieder-was-wir-von-den-old-boys-lernen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=20330","title":{"rendered":"\u201eWo man singt, da lass dich nieder, b\u00f6se Menschen haben keine Lieder\u201c \u2013 Was wir von den \u201eOld Boys\u201c lernen k\u00f6nnen!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ich bin kein Freund davon, dass Heute schlechtzureden und nur in der Vergangenheit zu denken. Nein, fr\u00fcher war l\u00e4ngst nicht alles besser, aber so manches. Die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert. Nicht nur der Sport, sondern auch das Leben in unseren Vereinen. Fr\u00fcher war das Training oder das Spiel nicht einfach vorbei, sobald das Trikot abgestreift wurde. Man blieb noch zusammensitzen und genoss, dass ein oder andere Kaltgetr\u00e4nk. Man sa\u00df im Vereinsheim, auf der Terrasse oder im Sommer am Lagerfeuer. Es wurde geredet, gelacht, diskutiert und manchmal bis sp\u00e4t in den Abend hinein musiziert. Aus diesen gemeinsamen Stunden entstand etwas, das heute immer schwieriger zu finden ist: eine echte Gemeinschaft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Nach dem Training sa\u00dfen wir bei einem Bier stundenlang zusammen, tauschten uns aus und sprachen \u00fcber das Spiel, den Alltag oder einfach \u00fcber Gott und die Welt. Irgendwann wurde die Gitarre herausgeholt und jeder sang mit. Manchmal entstanden daraus sogar neue Musikgruppen oder Bands. Freundschaften wurden geschlossen, Ideen entstanden und aus einzelnen Sportlern wurde eine Mannschaft \u2013 nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch daneben. So geschehen, auch beim SV Dirmingen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ich werde es nie vergessen: Nach dem Training waren unter der Woche mehr Leute im Sportheim als heutzutage in einer guten Gastst\u00e4tte am Wochenende. Irgendwann z\u00fcckte einer der \u201eAlten Herren\u201c die Gitarre und sang alte Fu\u00dfballlieder oder Wander- und Volkslieder. \u201eElf Spieler m\u00fcsst ihr sein, um Siege zu erringen!\u201c Wir waren nicht immer gute Spieler, meine Wenigkeit schon mal \u00fcberhaupt nicht, aber wir waren treue Kameraden und liebten den Fu\u00dfball.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Genau dieses Miteinander hat ein Vereinsleben fr\u00fcher so besonders gemacht. So wie im Fu\u00dfball wird es sich in anderen Sportarten zum Beispiel beim Handball auch zugetragen haben. Man kannte nicht nur den Spieler oder die Spielerin im Training, sondern auch die Menschen dahinter. Man wusste, wer gerade Sorgen hatte, wer Geburtstag feierte, wer Hilfe brauchte oder wer einfach jemanden zum Reden suchte. Die Mannschaft wurde zu einer Gemeinschaft und der Verein zu einem St\u00fcck Heimat.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"678\" height=\"524\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20334\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-4.jpg 678w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-4-300x232.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Auch mein Heimatverein, der SV Dirmingen, suchte fr\u00fch nach L\u00f6sungen das eigene Vereinsleben aufzuwerten. Das gemeinsame Musizieren r\u00fcckte irgendwann immer mehr in den Vordergrund. Irgendwann brauchte der Verein f\u00fcr die eigenen Veranstaltung eine geeignete Band oder Gruppe, die das Fest mit Live-Musik versorgte. Innerhalb der \u201eAlten Herren &#8211; Abteilung\u201c. Im Jahre 1990 gr\u00fcndete sich in der AH- Abteilung eine kleine Musikgruppe, die auf verschiedenen Festen musizierte. Die Gruppe nannte sich zun\u00e4chst \u201eAmigos los Antiquos\u201c. Etwas sp\u00e4ter \u00e4nderte die Band ihren Namen in \u201eOld Boys\u201c. Alles begann auf einem AH- Turnier und dem Vereinsjubil\u00e4um und endete irgendwann in den gro\u00dfen Hallen. Mit bekannten Oldies bespielte die Band am Ende sogar die Borrwieshalle in Dirmingen oder die Hirschberghalle in Bubach\/Calmeweiler mit ihren damals bekannten \u201cOldie- Abenden\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Zu der Ur-Besetzung der Old-Boys geh\u00f6rten: Hans- Peter Hoffmann (Gitarre), der damals als AH -Leiter Verantwortung trug, Bert St\u00fcrmer (Gitarre), der viele Jahre als SVD- Vorsitzender agierte, Christoph Ehwein (Bass), der zu den erfahrensten Musikern geh\u00f6rte, Dieter Hindorf (Gesang), der als Jugendleiterin des Vereins agierte, Lothar Keller (Gesang), der als aktiver Spieler immer den richtigen Ton fand und Werner Hell (Orgel), der \u00fcber seine Freundschaft zu einzelnen Bandmitgliedern zum festen Bestandteil der Old Boys wurde. Im Grunde legten die Old Boys zu ihrer Zeit eine steile Karriere an den Tag. Aus ehemaligen Fu\u00dfballern wurden binnen weniger Jahre eine gute Band, die es verstand mit ihrer Performance ganze Hallen zu f\u00fcllen. Dabei legten die Old Boys ihren musikalischen Schwerpunkt auf die Hits der 50er, 60er und 70er Jahre. Irgendwann wurde sogar eine CD ver\u00f6ffentlicht auf der die Old Boys mit \u201eMein Eppelborn\u201c einen eigenen Song herausbrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ich habe die Old Boys immer bewundert. Der Band ist es gelungen die Erfahrungen und Gemeinsamkeiten, die der Fu\u00dfball mit sich brachte, mitzunehmen und etwas Neues daraus zu machen. Was bei dem SVD die Old Boys waren, gelang dem TVD schon einige Jahre fr\u00fcher mit der Gruppe Rastlos. Der Sport hat Verbindungen geschaffen und Freundschaften geformt. Aus \u201eElf Spielern m\u00fcsst ihr sein, um Siege zu erringen\u201c wurden gestandene Musiker mit einer neuen Intention. \u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Heute ist vieles anders. Nach dem Training schaut jeder auf die Uhr, steigt ins Auto und f\u00e4hrt nach Hause. Jeder hat seinen eigenen Terminkalender, seine Verpflichtungen und seine Freizeitaktivit\u00e4ten. Das Leben ist schneller geworden und die M\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltiger. Das ist nicht grunds\u00e4tzlich schlecht \u2013 aber es ver\u00e4ndert das Vereinsleben. Fr\u00fcher wurde nach dem Training oder dem Spiel noch Stunden gemeinsam gefeiert oder diskutiert. Heute endet die sportliche Zweck- Gemeinschaft oft mit dem Abpfiff. Jeder macht sein Ding. Der eine muss noch arbeiten, der n\u00e4chste nach Hause, andere haben bereits den n\u00e4chsten Termin. Und so wird es immer schwieriger, dieses Gef\u00fchl von Zusammengeh\u00f6rigkeit aufrechtzuerhalten. Der Verein leidet in der Regel unter dieser Entwicklung. Nicht zuletzt verliert der Verein nicht nur das notwendige Identifikationsmittel, sondern auch den dringend notwendigen Umsatz im Sportheim.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Dabei entsteht Vereinsleben nicht nur im Training und bei den Wettk\u00e4mpfen. Vereinsleben entsteht vor allem in den Stunden dazwischen oder danach: beim gemeinsamen Essen, beim Gespr\u00e4ch nach dem Training, beim Musizieren, am Lagerfeuer oder bei einer spontanen Diskussion, die eigentlich gar nichts mit dem Sport zu tun hat. Alles das, ging in den letzten Jahren zusehends verloren. Mit dieser Entwicklung geht auch der eigene Nachwuchs den Bach herunter. Wie soll es unter diesen Umst\u00e4nden gelingen Kinder und Jugendliche an den Verein zu binden. Fr\u00fcher bot die vereinseigene Jugendarbeit auch immer eine Art Lebensschule.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"515\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-3-700x515.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20335\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-3-700x515.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-3-300x221.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-3-768x564.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-3-1536x1129.jpg 1536w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Musik-3.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Vielleicht sollten wir wieder st\u00e4rker daran erinnern, was einen Verein wirklich ausmacht. Nicht nur Leistung, Tabellenpl\u00e4tze und Ergebnisse, sondern die Menschen, die dahinterstehen. Das gemeinsame Lachen. Die Gespr\u00e4che. Die Freundschaften. Die Erinnerungen, die bleiben, lange nachdem das Spiel vorbei ist. Ich erinnere mich heute kaum noch an einen gro\u00dfartigen Sieg oder eine herbe Niederlage. Ich erinnere mich aber sehr wohl an viele sch\u00f6ne gemeinsame Stunden in Freundschaft und Gemeinsamkeit. Die Gabe sich mit einem Verein zu identifizieren und dessen Vereinsfarben oder das Wappen stolz auf der Brust zu tragen, geht uns zusehends mehr verloren. Wo ist der Spieler oder die Spielerin, die trotz ihres gro\u00dfen Talentes im Heimatverein bleiben und mithelfen das gro\u00dfe Ganze am Laufen zu halten. Heute verlassen Spielerinnen und Spieler schon im Kleinjugendbereich ihren Heimatverein. Da vertrocknen die eigenen Wurzeln schneller als man denkt. Wie sollen wir unter diesen Umst\u00e4nden neue Vereinsvorsitzende, Jugendleiter, Organisationsleiter oder Besitzer in den Vereinen finden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher entstanden am Lagerfeuer oder im Sportheim neue Ideen, neue Gruppen und manchmal sogar ganze Abteilungen oder sogar Bands und Muskgruppen. Menschen haben gemeinsam etwas auf die Beine gestellt, weil sie Zeit miteinander verbracht haben und weil sie sich miteinander verbunden f\u00fchlten. Heute brauchen wir vielleicht wieder mehr von diesem Gedanken: Nicht nur gemeinsam Sport treiben, sondern auch gemeinsam Zeit verbringen. <strong>Die &#8222;Old Boys&#8220; haben uns gezeigt, wie es funktionieren kann: Ein Verein lebt nicht allein vom Sport. Ein Verein lebt von seinen Menschen.<\/strong> Wenn unsere Spielerinnen und Spieler auch weiterhin nach dem Training oder dem Spiel sofort nach Hause gehen, verlieren wir vielleicht irgendwann genau das, was einen Verein zu etwas Besonderem macht: das Miteinander, die Zusammengeh\u00f6rigkeit und das Gef\u00fchl, Teil einer Gemeinschaft und Teil eines Vereins zu sein.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"995\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260808_131939-700x995.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-20336\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260808_131939-700x995.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260808_131939-211x300.jpg 211w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260808_131939-768x1092.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260808_131939-1080x1536.jpg 1080w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260808_131939-1440x2048.jpg 1440w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/20260808_131939-scaled.jpg 1801w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin kein Freund davon, dass Heute schlechtzureden und nur in der Vergangenheit zu denken. 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