{"id":2625,"date":"2018-11-11T13:46:32","date_gmt":"2018-11-11T12:46:32","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=2625"},"modified":"2018-11-11T14:19:41","modified_gmt":"2018-11-11T13:19:41","slug":"100-jahre-nach-ende-des-1-weltkrieges-erinnerungen-aus-der-heimat-bewahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=2625","title":{"rendered":"100 Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges &#8211; Erinnerungen aus der Heimat bewahren !"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong><em>\u201eEs war 3 Uhr, die Pause hatte begonnen, die Kinder spielten auf dem Schulhof und wir spazierten auf der Stra\u00dfe vor dem Schulhaus. Da kam Frau Heintz von der Post, ganz niedergeschlagen und sagte mit bewegter Stimme: Es gibt doch Krieg! Eben ist\u2019s gekommen: Ich soll den Geheimbrief \u00f6ffnen und bin doch allein. Ich habe so Angst. Mein Mann ist drau\u00dfen im Kornfeld. Wollen Sie ihn nicht rufen lassen?\u201c\u00a0\u00a0<\/em><\/strong><\/p><cite><strong><em>(Schulchronik evangelische Volksschule Dirmingen, 31.Juli 1914)<\/em><\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Bis um 20 Uhr dauerte es, bis die offizielle Erkl\u00e4rung des Kriegszustandes \u00f6ffentlich bekannt gemacht wurde. In unserem Dorf erhielten unmittelbar nach der Erkl\u00e4rung des Krieges etwa 20 Reserve- und Landwehrleute ihren Gestellungsbefehl. Die Eisenbahnlinien und alle Stra\u00dfen wurden umgehend sorgf\u00e4ltig bewacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong><em>\u201e Da besonders aus der Saargegend die ungeheuerlichsten Ger\u00fcchte \u00fcber franz\u00f6sisches Spionagewesen kamen, verd\u00e4chtigte Individuen auch an Wasserwerken gesehen wurden, also die M\u00f6glichkeit von Wasservergiftung vorlag, so wurde vom 2.August an der Wasserbeh\u00e4lter auf dem Kirchberg Tag und Nacht durch Dirminger Einwohner, die sich gegenseitig abl\u00f6sten und mit Gewehren des Sch\u00fctzen- und Kriegervereins bewaffnet waren, bewacht. (Schulchronik evangelische Volksschule, 31.Juli 1914)<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2636\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-3.jpg 800w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-3-300x225.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-3-768x576.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-3-644x483.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption>Ford Douaumont in Verdun<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Ab dem 03.August wurde die Bahnstrecke Wemmetsweiler-Primsweiler milit\u00e4risch bewacht. Auf der Dirminger Strecke versah diesen Dienst ein aus 9 Landsturmleuten gebildetes Kommando. Der Wachhabende war Unteroffizier Molter aus Dirmingen. Als Wachstube wurde damals der Wartesaal der 2.Klasse im Bahnhofsgeb\u00e4ude genutzt. Das Wachkommando wurde bereits Ende November wieder aufgel\u00f6st. Au\u00dferdem wurden am 03.August 1914 Stra\u00dfenwachen ausge\u00fcbt. In H\u00f6he der Sch\u00e4fer-Brauerei war aus Wagen und Ackerger\u00e4ten eine Stra\u00dfensperre eingerichtet worden. Alle durchfahrenden Verkehrsteilnehmer durften erst gegen Vorzeigen des Ausweises passieren. Die Schule wurde bereits am 02.August wegen des Kriegszustandes geschlossen. Die Schulkinder wurden damals aufgefordert, den Eltern bei der Erntearbeit zu helfen. Der Unterricht wurde erst wieder am 27.August 1914 aufgenommen. Alle im Dorf befindlichen Pferde und Wagen wurden gemustert und vom Staat gekauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Es war tats\u00e4chlich geschehen: Der 1.Weltkrieg war ausgebrochen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Der damals erst 12-j\u00e4hrige bekannte Saarbr\u00fccker Film- und Theaterregisseur Max Oph\u00fcls berichtete:\u201c <em>\u201eWir freuten uns. Es gab einen Tag schulfrei. Alle Einwohner kamen sich wichtig vor. Die Stadt wurde im Aufmarsch gegen Frankreich das Hauptquartier der kronprinzlichen Armee. Wir Sch\u00fcler liefen alle auf die Bahnhofsstra\u00dfe. Der Beginn des Weltkriegs erschien uns \u00fcberhaupt wie eine Serie von galanten Abenteuern des Kronprinzen, der von einer unerm\u00fctlichen Potenz behaftet schien.\u201c<\/em><\/strong><\/p><cite>( Max Oph\u00fcls -Saarl\u00e4ndischer Regisseur)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Viele Saarl\u00e4nder wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was auf sie zukommen w\u00fcrde. Der Erste Weltkrieg war der erste industriell gef\u00fchrte Massenkrieg in der Geschichte der Menschheit. Am Ende befanden sich drei Viertel der Weltbev\u00f6lkerung im Kriegszustand &#8211; mehr als 17 Millionen Menschen starben. \u00a0Auch im Saarland und somit auch in unserem Dorf hat dieser Krieg seine Spuren hinterlassen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/IMG_20181110_140622_resized_20181111_090807337-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2638\" width=\"264\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/IMG_20181110_140622_resized_20181111_090807337-Kopie.jpg 527w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/IMG_20181110_140622_resized_20181111_090807337-Kopie-264x300.jpg 264w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><figcaption><strong>Beinhaus von Douaumont ( Inschrift)<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Alles begann am 28.Juni 1914 mit der Ermordung des \u00f6sterreichische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo. Anschlie\u00dfend \u00fcberschlugen sich die Ereignisse und wenige Wochen sp\u00e4ter befand sich Deutschland im Kriegszustand. Unser Saarland existierte bis dahin nicht als politische Einheit. Manche Teile geh\u00f6rten zu Preu\u00dfen, andere wiederum zu Bayern und Oldenburg. Das Saarland wurde erst mit dem Vertrag von Versailles als das &#8222;Saargebiet&#8220; geschaffen. Auf dem Gebiet des heutigen Saarlandes waren die Auswirkungen des Kriegsgeschehens an der Westfront in den Jahren 1914\u20131918 wie in keiner anderen deutschsprachigen Region sp\u00fcrbar. Durch die unmittelbare N\u00e4he zu Frankreich traten die Kriegsbegeisterung und Ablehnung besonders stark zu Tage. Mit dem Bergbau kam dem heutigen Saarland gemeinsam mit dem Ruhrgebiet eine Schl\u00fcsselfunktion in den zu Stellungskriegen stagnierten Materialschlachten zu.\u00a0 Die Saargegend war w\u00e4hrend des gesamten Ersten Weltkrieges als Durchmarschregion bekannt. \u00dcberall entstanden Lazarette, Lager und Notunterk\u00fcnfte. Gleich zu Beginn kam, wie bereits erw\u00e4hnt, der zivile Eisenbahnverkehr zum Erliegen und blieb w\u00e4hrend des gesamten Krieges stark eingeschr\u00e4nkt. In der Folge mussten wegen des Koks- und Erzmangels die H\u00fctten vor\u00fcbergehend ihren Betrieb einstellen. Auch die Steinkohlenf\u00f6rderung ging stark zur\u00fcck. Im Saarland waren mehr M\u00e4nner eingezogen als vergleichbar im \u00fcbrigen Deutschland. Die Arbeitspl\u00e4tze wurden durch \u00e4ltere und jugendliche M\u00e4nner ersetzen. In vorher nie gekanntem Ausma\u00df mussten auch Frauen Schwerarbeit verrichten. Im Laufe des Krieges wurden tausende von russischen Kriegsgefangenen zur Zwangsarbeit verpflichtet. Im Sommer des Jahres 1915 war das gesamte Industrierevier an der Saar Ziel von Luftangriffen. Obwohl die Zahl der Opfer und Sch\u00e4den zun\u00e4chst eher gering blieb, zeigte der Krieg zeigte pl\u00f6tzlich ein v\u00f6llig neues Gesicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Der Erste Weltkrieg ver\u00e4nderte das Leben der Soldaten ebenso wie das der Zivilbev\u00f6lkerung in der Heimat. Gerade f\u00fcr Frauen steigerte sich die Doppelbelastung durch Haushalt, Familie sowie durch ihre immer st\u00e4rkere Erwerbst\u00e4tigkeit. Der t\u00e4gliche \u00dcberlebenskampf gegen die miserable Lebensmittelversorgung hinterlie\u00df in der Bev\u00f6lkerung ein ausgepr\u00e4gtes Misstrauen gegen\u00fcber allen staatlichen Instanzen. Auch das Leben Zuhause war f\u00fcr alle Beteiligten gepr\u00e4gt von Entbehrung und Verlust.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>\u201eMama warum hast du mich zur Welt gebracht? Warum muss ich solches miterleben?\u00a0<\/strong><\/p><cite><strong>( Verdun 1916: Feldpost ungekannter Soldat)<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2641\" width=\"369\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-2.jpg 1899w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-2-300x172.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-2-768x440.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-2-644x369.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><figcaption>Nachstellung Schlachtfeld<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Am 21.Februar 1916 begann mit der Schlacht von Verdun das wohl grausamste und verheerendste Kapitel dieses v\u00f6llig unsinnigen Weltkrieges. Bekanntlich waren auch M\u00e4nner aus Dirmingen an dieser Schlacht beteiligt. Rund 300 Tage und N\u00e4chte lang lieferten sich franz\u00f6sische und deutsche Soldaten erbitterte Grabenk\u00e4mpfe in Verdun. Nach Sch\u00e4tzungen sollen fast 320.000 von ihnen im Kugelhagel gefallen oder f\u00fcr immer verschwunden sein.Die genaue Opferzahl l\u00e4sst sich bis heute nicht ermitteln. Zahlreiche D\u00f6rfer wurden im Zuge der Schlacht vollst\u00e4ndig evakuiert und zerst\u00f6rt. Heute erinnern nur noch Schilder und Eintr\u00e4ge auf Karten an diese einst lebendigen D\u00f6rfer. W\u00e4hrend der Schlacht um Verdun wurden 9 D\u00f6rfer von der Karte ausradiert. Als Dorfkind kann ich mir sehr gut vorstellen, was es f\u00fcr die Bewohner der betreffenden zerst\u00f6rten Ortschaften, um Verdun, bedeutete ihre Heimat zu verlieren. Die eigene Zuhause wurde einfach als Schlachtfeld verwendet, zerst\u00f6rt und der Vergessenheit \u00fcberlassen. Wenn ich mir dar\u00fcber so meine Gedanken mache, erweckt in mir eine tiefe Traurigkeit.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>\u00a0\u201eMeine lieben Eltern, ich liege auf dem Schlachtfeld mit einer Kugel im Bauch. Ich glaube ich bin dabei zu sterben\u201c.\u00a0<\/strong><\/p><cite><strong>( Verdun 1917: Feldpost des jungen deutschen Soldaten Johannes Haas)<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Wie mag das damals in den saarl\u00e4ndischen D\u00f6rfern gewesen sein? Wie haben die Menschen in der Heimat auf die Nachrichten der Soldaten an der Front reagiert ? Das Saarland war schon damals sehr von der Landwirtschaft, Kohle und Stahl gepr\u00e4gt. Die Bergmannsbauern bestellten ihr Feld und gingen daneben zur Schicht ins n\u00e4chste Bergwerk. W\u00e4hrend viele M\u00e4nner in den Krieg zogen, mussten viele Frauen allein zurecht kommen und die Kinder ohne Vater erziehen. Auch meine Ur-Gro\u00dfmutter musste meine Oma und ihre 6 Geschwister alleine aufziehen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/7-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2646\" width=\"200\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/7-1.jpg 400w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/7-1-161x300.jpg 161w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption>Mein Ur-Gro\u00dfvater<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Mein Ur-Gro\u00dfvater Johann Georg Wagner war einer dieser Bergmannsbauern. Nach seinem Gestellungsbefehl wurde er an der Ostfront eingesetzt. Wahrscheinlich war er im Jahr 1917 an der deutschen Unterst\u00fctzungsoffensive der revolution\u00e4ren Bolschewiki beteiligt. Die Offensive wirkte sich entscheidend auf den Kriegsverlauf an der Ostfront aus. Die revolution\u00e4ren Bolschewiki konnten in der Oktoberrevolution von 1917 die Macht in Russland \u00fcbernehmen. Meinem Gro\u00dfvater hat das alles nichts gen\u00fctzt. Mein Ur-Opa fiel am 08.09.1917 in Russland und hinterlie\u00df 7 Kinder und seine Ehefrau. Meine Oma war damals erst 5 Jahre alt und musste als Halbweise aufwachsen. Mein Ur-Opa ist nat\u00fcrlich kein Einzelfall. Vielerorts starben V\u00e4ter, Ehem\u00e4nner und Kinder bei den verschiedenen Kampfhandlungen auf den vielen Schlachtfeldern. Dies war der erste Krieg in dem der Mensch als Material angesehen wurde. Der Mensch war nichts mehr als ein geringer Teil der brutalen Maschinerie dieses f\u00fcrchterlichen Krieges. Verdun steht noch heute als eines der blutigsten Kapitel des Ersten Weltkriegs. Tausende Soldaten lie\u00dfen im Kampf um wenige hundert Meter Boden ihr Leben. Bis heute ist das sinnlose Massensterben an den beiden Fronten des Schlachtfeldes von Verdun ein Symbol f\u00fcr das menschenverachtende Gesicht des Ersten Weltkrieges.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Am 11.November 1918 endete der 1.Weltkrieg. Am Ende verloren etwa 17 Millionen Menschen durch diesen Krieg ihr Leben. Auch in Dirmingen musste man von 55 M\u00e4nnern Abschied nehmen. Das j\u00fcngste Opfer unseres Heimatortes war gerade einmal 19 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>In der Zeit vom 16. bis 23. November kam eine Flut von zur\u00fcckmarschierenden deutschen Truppen durch das Saarland. Auch in unser Dorf kamen die Soldaten v\u00f6llig entkr\u00e4ftet und suchten Unterkunft f\u00fcr Mann und Pferde. Alle \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude und nat\u00fcrlich auch alle privaten H\u00e4user und Stallungen wurden belegt. Gegen Ende des Krieges verzichtete die Bev\u00f6lkerung zugunsten der Soldaten an der Front immer mehr auf ihre Lebensmittel. Von daher kamen die fl\u00fcchtenden Soldaten mit gen\u00fcgend Verpflegung in unserem Dorf an. Die Soldaten hausten im ger\u00e4umten Schulsaal, in der Kirche und im Pfarrhaus. Oftmals blieben die zur\u00fcckmarschierenden Soldaten nicht lange an einem Ort.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Anfang Dezember, kamen die ersten franz\u00f6sischen Truppen auch in Dirmingen an. Es gab keinerlei Zwischenf\u00e4lle. Die Bev\u00f6lkerung war froh, dass dieser Krieg endlich vorbei war. F\u00fcr viele Dorfbewohner war der erste Weltkrieg ein Albtraum, aus dem es scheinbar kein Erwachen gab. Die franz\u00f6sische Trikolore wurde auch in unserem Dorf gehisst und flatterte fortan an der Stra\u00dfe. Die Bev\u00f6lkerung verhielt sich gegen\u00fcber den Siegerm\u00e4chten zur\u00fcckhaltend. Die franz\u00f6sischen Soldaten benahmen sich jedoch gut und behandelten die Menschen respektvoll. Die Franzosen hielten sich nicht lange in unserem Dorf auf und zogen bereits am n\u00e4chsten Tag weiter. Den Siegerm\u00e4chten ging es darum, ihre Machtposition unter Beweis zu stellen. Der franz\u00f6sische Marsch durch unser Land verlief in aller Ruhe.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-4-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2643\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-4-Kopie.jpg 800w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-4-Kopie-300x225.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-4-Kopie-768x576.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Blog-4-Kopie-644x483.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption>Gedenkst\u00e4tte auf dem Schlachtfeld Verdun<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Am Sonntag,11.November 2018 j\u00e4hrt sich das Ende des 1.Weltkrieges also zum 100male. Das ist die Zeit um nachzudenken und den Vergessenen zu Gedenken. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Jeder von uns hat in den beiden Weltkriegen Menschen verloren. Wir alle sollten daf\u00fcr Sorge tragen, dass es einen solchen menschenverachtenden Krieg nie wieder gibt !<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs war 3 Uhr, die Pause hatte begonnen, die Kinder spielten auf dem Schulhof und wir spazierten auf der Stra\u00dfe vor dem Schulhaus. Da kam Frau Heintz von der Post, ganz niedergeschlagen und sagte mit bewegter Stimme: Es gibt doch Krieg! Eben ist\u2019s gekommen: Ich soll den Geheimbrief \u00f6ffnen und bin doch allein. Ich habe so Angst. 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