{"id":2678,"date":"2018-11-14T17:41:36","date_gmt":"2018-11-14T16:41:36","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=2678"},"modified":"2018-11-15T15:49:31","modified_gmt":"2018-11-15T14:49:31","slug":"von-fehlenden-strassenfussballern-und-der-verloren-bolzplatz-mentalitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=2678","title":{"rendered":"Von fehlenden Stra\u00dfenfu\u00dfballern und der verlorenen Bolzplatz-Mentalit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Kennt ihr noch \u201eHoch-Hebches\u201c, \u201eHoch-Ball\u201c, Elfmeterk\u00f6nig, Vollyk\u00f6nig oder Luftk\u00f6nig?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Diese uralten Kinderspiele haben viele Namen und waren fr\u00fcher in ganz Deutschland weit verbreitet. Dabei m\u00fcssen die teilnehmenden Spieler versuchen, aus der Luft, Tore zu erzielen. Wichtig ist, dass der Ball volley oder per Kopf\u00a0im Tor untergebracht wird. F\u00fcr jeden Treffer wird dem Torwart ein Punkt abgezogen. Sollte ein angreifender Spieler \u00fcber oder neben das Tor schie\u00dfen, muss er selbst zwischen die Pfosten.\u00a0Wer keine Punkte mehr hat, scheidet aus oder hat verloren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">In meiner Kinder- und Jugendzeit waren wir eigentlich t\u00e4glich auf dem Bolzplatz oder auf einer Wiese um Fu\u00dfball zu spielen. Notfalls wurde auf der Stra\u00dfe gekickt, wobei das Garagentor als Tor diente. Nat\u00fcrlich ist dies heute nicht mehr so leicht m\u00f6glich. Der Stra\u00dfenverkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen und auch der Umgang der Nachbarschaft untereinander ist nicht mehr so ganz entspannt wie fr\u00fcher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Seit vielen Jahren tingele ich \u00fcber die Sportpl\u00e4tze unseres Landes und war dabei Jahrzehnte als Trainer und Betreuer f\u00fcr meinen Heimatverein den SV Dirmingen t\u00e4tig. In meiner heutigen Position als Kreisjugendleiter des Nordsaarkreises bem\u00e4ngele ich seit vielen Jahren eine negative Entwicklung: Der Stra\u00dfenfu\u00dfballer stirbt aus! Ich kann mit fug und recht behaupten, dass ich in Sachen Fu\u00dfball viel unterwegs bin und mir eine Meinung bilden kann. Nirgendwo finde ich mehr Kinder, die auf der Stra\u00dfe, der Wiese oder einem Bolzplatz toben und spielen. Nat\u00fcrlich hat sich auch hier der Zeitgeist ver\u00e4ndert. Randsportarten sind st\u00e4rker geworden und nicht jedes Kind m\u00f6chte mehr ausschlie\u00dflich Fu\u00dfball spielen. Obwohl der Fu\u00dfball immer noch die beliebteste Sportart unseres Landes ist, schw\u00e4chelt es an vielen Ecken und Kanten. Das Problem wurde schon vor Jahren erkannt wobei der DFB und seine Landesverb\u00e4nde schon damals versuchten mit gebauten und gesponserten Kleinspielfeldern dem Problem entgegenzuwirken. Aus meiner Sicht war dies damals nicht der richtige Ansatz. Stra\u00dfenfu\u00dfball muss von den Kindern selbst kommen und sollte wenn m\u00f6glich an ureigenen Orten, auf nicht vorgeschriebenen Pl\u00e4tzen stattfinden. Zugegeben, der \u00f6ffentliche Raum schrumpft, Bolzpl\u00e4tze m\u00fcssen Wohngebieten weichen und viele Wiesen<\/strong> <strong>d\u00fcrfen heute nicht mehr so einfach bespielt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/street2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2682\" width=\"300\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/street2.jpg 600w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/street2-300x221.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Stra\u00dfenfu\u00dfball bedeutet\u00a0Miteinander! In der Regel treffen sich ein paar Leute zum Spielen oder einfach nur zum Bolzen. Irgendwie ist man auf jeden Spieler angewiesen und begegnet jedem mit Respekt. Fairness spielt eine gewichtige Rolle. Schiedsrichter\u00a0oder Trainer gibt es nicht und werden auch nicht gebraucht. Die Spieler bestimmen also \u00fcber s\u00e4mtliche Elemente der Spielform selbst. Dabei lernen die Kinder schon fr\u00fch, dass\u00a0R\u00fccksicht auf den Einzelnen\u00a0genommen werden muss und in Zweifelsf\u00e4llen immer die Mehrheit und niemals eine einzelne Person entscheidet. Stra\u00dfenfu\u00dfball zeichnet sich durch viele Faktoren aus, die es im normalen Fu\u00dfball nicht gibt. In erster Linie geht es darum, sich mit besonders feiner Technik von den Gegenspielern abzuheben, ohne dabei jemals unfair zu sein. Jeder muss einmal ins Tor oder in die Abwehr und zum Tore schie\u00dfen nach vorn. Die Kinder lernen spielend Positionen anzunehmen und Instinkte zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Ich pers\u00f6nlich trauere dem Stra\u00dfenfu\u00dfball nach! Nat\u00fcrlich gibt es heute viel besser Trainingsformen als zu meiner Jugendzeit. Der DFB hat in den letzten Jahren diesbez\u00fcglich gute Arbeit geleistet und gern auch mal \u00fcber den Tellerrand gespitzt. Die Jugendarbeit im DFB und seinen Landesverb\u00e4nden befindet sich auf hohem Niveau. Um jedoch an die gro\u00dfen Erfolge unserer A- Nationalmannschaft anzukn\u00fcpfen, m\u00fcssen st\u00e4ndig neue Wege aufgezeigt werden. Stillstand ist der Tod! Die Konkurrenz schl\u00e4ft nicht und bestraft jeden Fehler.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Wo findet man heute noch Stra\u00dfenfu\u00dfballer? Gibt es diese noch und wo treiben sie sich rum? Man kann es nat\u00fcrlich nicht erzwingen. Es ist sicherlich auch nicht damit getan, einfach ein paar Kids zusammenzutrommeln und sie auf irgendeine Wiese zum bolzen zu schicken. Das w\u00e4re zu einfach! Heute gibt es \u201ecoolere Dinge\u201c als auf dem Bolzplatz rumzutoben. Wir leben im Zeitalter der Modernen Technik. Anstatt dem runden Leder selbst nachzujagen spielen die Kids lieber \u201eEA-FIFA-Games\u201c oder andere Spiele auf der Playstation. Wir haben ohnehin das Problem, dass die Kinder lieber drinnen bleiben und nicht mehr drau\u00dfen spielen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Der Druck auf die Kinder- und Jugendspieler ist heute enorm. Daf\u00fcr tragen wir alle die Verantwortung. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr Sorge tragen, dass ein Kind noch Kind sein darf. Der Anspruch an die Kinder und der t\u00e4gliche Druck in der Schule und in der Freizeit dient nicht gerade der Sache. Schule und Hobby in Einklang zu bringen ist eine gro\u00dfe Aufgabe. Auch der DFB und seine Landesverb\u00e4nde steht hier in der Verantwortung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Wenn man sich den Wochenplan eines talentierten Jugendspielers anschaut muss man schlucken. Schule, Hausaufgaben, Sichtungstraining, Vereinstraining, F\u00f6rderma\u00dfnahmen und am Wochenende Punktspiele. Muten wir unseren Kindern nicht Zuviel zu? Wo bleibt da noch Zeit f\u00fcr Freunde oder im besten Fall f\u00fcr sich selbst? Dient der vorhandene Druck \u00fcberhaupt der F\u00f6rderung unserer Talente und wann findet ein Kind noch Zeit, auf der n\u00e4chsten Wiese, mit den Freunden zu \u201eFubben\u201c?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/33.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2322\" width=\"292\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/33.jpg 584w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/33-300x232.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Fakt ist: Stra\u00dfenfu\u00dfball und insbesondere Spiele wie z.B Luftk\u00f6nig oder Elfmeterschie\u00dfen f\u00f6rdern die Technik und das Talent eines Fu\u00dfballers. Die Kinder lernen mit schlechten Bedingungen wie z.B unebene Spielfelder oder hohes Gras umzugehen. Not macht erfinderisch und f\u00f6rdert in diesem Fall den Umgang mit dem Sport. Wenn ich daran denke, dass wir fr\u00fcher auf den Stra\u00dfen den Berg hinauf zum Tor st\u00fcrmen mussten, bin ich heute schon etwas stolz. Oftmals hatten wir noch nicht mal einen guten Ball und waren schon zufrieden, wenn das Ding gen\u00fcgend Luft hatte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Wobei wir nun bei dem Thema Anspruch und Wirklichkeit sind. Ich finde wir alle haben unsere Kinder -und Jugendspieler schon etwas verw\u00f6hnt. Das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen ist enorm. Der Stolz der Eltern kann der Entwicklung des Kindes ebenfalls im Wege stehen. Nicht jeder kann mit dem Fu\u00dfball sein Geld verdienen. Es kann nicht nur Top-Talente geben! Um unseren Fu\u00dfball zuk\u00fcnftig w\u00f6chentlich anzubieten ben\u00f6tigen wir nicht nur Klasse sondern auch Masse. Jeder ist wichtig und hilft dem gro\u00dfen Ganzen auf seine ureigene Art und Weise. Meistens sind es diejenigen, die mit weniger Talent behaftet waren und sp\u00e4ter zu Vorsitzenden oder guten Funktion\u00e4ren wurden. Das Ehrenamt hat oberste Priorit\u00e4t. Wir brauchen Jugendbetreuer, Platzwarte, Schiedsrichter u.s.w. Die Suche nach dem perfekten Verein mit den besten Voraussetzungen f\u00fcr das eigene Kind wird zur Hetzjagd. Voreilige Vereinswechsel, Zusatzeinheiten oder Meldungen auf Fu\u00dfballschulen erh\u00f6hen den Druck auf das Kind und sind nicht immer dienlich. Aus meiner Sicht ist es ein Unding, dass es heute Kinder gibt, die bis zur D-Jugend schon mehr Vereinswechsel hinter sich gebracht haben als andere in ihrem ganzen Leben. Ist das noch kindgerecht? F\u00f6rdern wir noch das Talent des Kindes oder das eigene Ego ?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Freunde, dass ist nicht der richtige Weg! Kinder brauchen Zeit zur eigenen Entfaltung. Wenn wir unseren Kindern wieder mehr Freir\u00e4ume geben, funktioniert es auch wieder mit dem Stra\u00dfenfu\u00dfball. Wetten &#8230;?<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennt ihr noch \u201eHoch-Hebches\u201c, \u201eHoch-Ball\u201c, Elfmeterk\u00f6nig, Vollyk\u00f6nig oder Luftk\u00f6nig? Diese uralten Kinderspiele haben viele Namen und waren fr\u00fcher in ganz Deutschland weit verbreitet. Dabei m\u00fcssen die teilnehmenden Spieler versuchen, aus der Luft, Tore zu erzielen. Wichtig ist, dass der Ball volley oder per Kopf\u00a0im Tor untergebracht wird. F\u00fcr jeden Treffer wird dem Torwart ein Punkt abgezogen. 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