{"id":2772,"date":"2018-11-28T20:43:40","date_gmt":"2018-11-28T19:43:40","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=2772"},"modified":"2018-11-28T20:51:15","modified_gmt":"2018-11-28T19:51:15","slug":"sagen-mythen-und-legenden-vom-dirminger-kloster-und-einem-unterirdischen-gang-nach-tholey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=2772","title":{"rendered":"Sagen, Mythen und Legenden \u2013 Vom Dirminger Kloster und einem unterirdischen Gang nach Tholey"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Nat\u00fcrlich gibt es auch in Dirmingen, wie in den meisten anderen Regionen unseres Landes, etliche Sagen, Mythen und Legenden. Zu den bekanntesten Sagen unseres Dorfes geh\u00f6rt mit Sicherheit die Geschichte von der \u201eGoldenen Chaise\u201c, um die sich bis heute zahlreiche Erz\u00e4hlungen ranken. Die \u201eGoldene Chaise\u201c soll, der Sage nach, in der Frankenbach begraben liegen. Ein fr\u00e4nkischer F\u00fcrst soll die Kutsche auf seiner Flucht im Bereich der Frankenbach vergraben haben. Die Sage behauptet das die \u201eChaise\u201c nicht tiefer als ein Hahnenfu\u00df unter der Erde liegen soll.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Als Kind waren wir \u00f6fters in der Frankenbach unterwegs, um endlich f\u00fcndig zu werden. Sagen wir mal so, es muss damals ein gro\u00dfer Hahn gewesen sein. Spa\u00df beiseite, Sagen, Mythen und Legenden entstehen \u00fcberall und basieren letztlich aus alten \u00dcberlieferungen, einem St\u00fcck Aberglaube und alten Geschichten. Den Rest besorgt der Volksmund!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Eine weitere Legende rankt sich um unsere Ortsmitte. Der Sage nach soll es in Dirmingen einst ein Kloster gegeben haben. Bis zur Neuordnung der Di\u00f6zesangrenzen, durch Preu\u00dfen, geh\u00f6rte Dirmingen zum Bistum Metz. In einer alten Schrift hei\u00dft es :\u201c \u2026wurde schon vor 870 dem Metzer Eigenkloster St. Nabor bewusst als Grenzposten gegen\u00fcber den Ausstrahlungen des Trierer kirchlichen St\u00fctzpunktes Tholey \u00fcbertragen und besa\u00df die Pfarrei mit Patronatsrechten.\u201c Heute wissen wir, dass das christliche Leben in Dirmingen wahrscheinlich von Illingen beeinflusst wurde. Im Jahre 893 wurde die Illinger Kirche dem Kloster Neum\u00fcnster zugeordnet. Seitdem geh\u00f6rte Illingen und nachweislich auch Dirmingen zum Metzer Bistum. Hingegen finden wir in den Archiven der Abtei Tholey keine Hinweise auf eine seelsorgerische T\u00e4tigkeit der Tholeyer M\u00f6nche in Dirmingen. \u00a0Fall gekl\u00e4rt, war\u2018s das mit dem sagenumwobenen Kloster? Naja, nicht so ganz, vielleicht entstand die Legende ganz einfach aus der Verbindung und der N\u00e4he zu der Abtei Tholey. Immerhin geh\u00f6rt das Kloster Tholey zu den \u00e4ltesten unseres Landes und ein direkter Einfluss in unser Dorf ist nur schwer von der Hand zu weisen.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/G-Schw\u00e4nz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2778\" width=\"297\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/G-Schw\u00e4nz.jpg 594w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/G-Schw\u00e4nz-300x249.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 297px) 100vw, 297px\" \/><figcaption>Zeichnung &#8222;Schw\u00e4hns Haus ( Pfarrer Engel)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Die heutigen Flurbezeichnungen \u201eIm gro\u00dfen Kloster\u201c oder \u201eIm Hof\u201c geben jedenfalls weiteren Z\u00fcndstoff und jede Menge Grund zur Annahme. Die beiden Fluren befinden sich in unmittelbarer N\u00e4he zur evangelischen Kirche und grenzen an dem ehemaligen Gel\u00e4nde der \u201eBrauerei Sch\u00e4fer\u201c, an der heutigen Stra\u00dfe \u201eAm Render\u201c. Unterlagen die letztlich eine Existenz eines Klosters in Dirmingen beweisen w\u00fcrden, gibt es bis heute nicht. Eigentlich ist es auch sehr unwahrscheinlich das hier in Dirmingen jemals ein Kloster existierte. Der \u00dcberlieferung zufolge gab es fr\u00fcher einen unterirdischen Gang von diesem besagten Dirminger Kloster zum heutigen Benediktinerkloster in Tholey. \u00a0Als das alte historische \u201eSchw\u00e4ns-Haus\u201c abgerissen wurde, enteckten die Arbeiter einen unterirdischen Gang, der in Richtung Tholey f\u00fchrte. War das der Beweis oder der Stoff aus dem Legenden gemacht werden ? \u00a0Ich pers\u00f6nlich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass es sich bei diesem gefunden Gang um ein \u201eH\u00e4hloch\u201c handelte. Ein &#8222;H\u00e4hloch&#8220; war fr\u00fcher nichts anderes als ein Versteck f\u00fcr Lebensmittel oder Wertgegenst\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Der ehemalige Dirminger Posthalter Johann Nikolaus Heintz berichtete, dass der \u201eKl\u00e4se Vater\u201c ihm, als kleiner Junge, von einem unterirdischen Gang erz\u00e4hlte. Bei der Renovierung der evangelischen Kirche zu Dirmingen im Jahre 1890 enteckten Arbeiter unter dem Alter einen Hohlraum, der wie ein Gang ausgesehen haben soll. Vor ca. 80 Jahren konnte sich die \u00e4ltesten Bewohner Dirmingens an einen alten Gew\u00f6lbe Keller in der N\u00e4he des \u201cKl\u00e4se- Hauses\u201c erinnern. Ist das alles nur Zufall und Legende? Das \u201eKl\u00e4se Haus\u201c wurde vor \u00fcber 50 Jahren abgerissen und nur noch der alte historische \u201eKl\u00e4se-Keller\u201c erinnert an das Haus in der Ortsmitte. Einen echten Beweis f\u00fcr die tats\u00e4chliche Existenz eines Klosters in Dirmingen gibt es also wirklich nicht. Sei\u2019s drum der Volksmund machte sich seinen Reim aus den vorhandenen Quellen und so entstand schlie\u00dflich die Sage von einem Kloster in Dirmingen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Am Ende wird die Wahrheit wohl wie immer in der Mitte liegen! Ich denke schon, dass gerade w\u00e4hrend der Christianisierung die M\u00f6nche aus der Abtei Tholey ihre Missionarsarbeit auch in Dirmingen verrichteten. Ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, dass diese in einer Behausung oder einem Anwesen auf den heutigen besagten Fluren lebten oder \u00fcbernachteten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Stopp! Jetzt passiert mir doch tats\u00e4chlich das gleiche wie unseren Landsleuten und Ahnen. So ist das halt mit den Legenden man h\u00f6rt etwas Interessantes, vermutet weiteres und f\u00fcgt noch etwas hinzu. Am Ende entstehen genau so die Sagen, Mythen und Legenden.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch in Dirmingen, wie in den meisten anderen Regionen unseres Landes, etliche Sagen, Mythen und Legenden. Zu den bekanntesten Sagen unseres Dorfes geh\u00f6rt mit Sicherheit die Geschichte von der \u201eGoldenen Chaise\u201c, um die sich bis heute zahlreiche Erz\u00e4hlungen ranken. Die \u201eGoldene Chaise\u201c soll, der Sage nach, in der Frankenbach begraben liegen. 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