{"id":3714,"date":"2019-05-04T13:49:25","date_gmt":"2019-05-04T12:49:25","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=3714"},"modified":"2019-05-04T13:49:25","modified_gmt":"2019-05-04T12:49:25","slug":"auf-protestantischen-spuren-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=3714","title":{"rendered":"Auf protestantischen Spuren in Paris"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Eine andere Sicht der Dinge. In der Regel besucht man Paris, die \u201eStadt der Liebe, um als Tourist die Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser wunderbaren europ\u00e4ischen Metropole zu genie\u00dfen. Die meisten von uns kennen nat\u00fcrlich den Eifelturm, den Louvre, Arc de Triomphe de l\u2019\u00c9toile, Avenue des Champs-\u00c9lys\u00e9es, Basilika Sacr\u00e9-C\u0153ur oder die zuletzt, wegen eines Brandes, in die Schlagzeilen geratene Kathedrale Notre-Dame. Ein Besuch der franz\u00f6sischen Hauptstadt lohnt sich in jedem Fall und jeder der noch nicht dort war, sollte dies nachholen. Heute ist eine Reise mit dem ICE weitaus weniger beschwerlich und man erreicht schon nach knapp 2 Stunden die sch\u00f6ne Stadt an der Seine.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-644x483.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3720\" width=\"322\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-644x483.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-300x225.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-768x576.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><figcaption>&#8222;Rue Visconti&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Das Presbyterium unserer evangelischen Kirchengemeinde Dirmingen durfte, mit Unterst\u00fctzung der evangelischen Landeskirche und des Kirchenkreises Saar-Ost, eine Bildungsreise in die franz\u00f6sische Hauptstadt unternehmen. Gemeinsam mit unserem Pfarrer Harro Eder und Pfarrer Uwe Schmidt, der als Reiseleiter agierte, machten wir uns auf die Spuren des Protestantismus in Paris. Am Ende war es eine besondere Erfahrung mit vielen neuen Eindr\u00fccken. Wir alle haben Paris von einer anderen Seite, fernab von allen touristischen Sehensw\u00fcrdigkeiten, kennengelernt. Wichtig ist, dass jedes einzelne Presbyteriumsmitglied diese Reise, mit Zusch\u00fcssen der Landeskirche, selbst finanziert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Streng genommen ist Frankreich und damit auch Paris katholisch. Mit Hilfe des evangelischen Begegnungszentrums &#8222;Le Pont\u201c durften wir in der Metropole die protestantischen Bauwerke bewundern. Die Geschichte der Protestanten in Frankreich ist zeitgleich auch die Geschichte der Hugenotten. Die Nacht zum 24. August 1572 ist vielen geschichtsinteressierten Menschen bestens in Erinnerung. In dieser Nacht fielen 3.000 Hugenotten innerhalb weniger Stunden einem Gemetzel zum Opfer. Das Massaker begann am Louvre und verlief in den Stra\u00dfen um die &#8222;Rue Visconti&#8220; im Zentrum der Stadt. Die Katholiken waren mit Einverst\u00e4ndnis des damaligen K\u00f6nigs verantwortlich f\u00fcr diese Untaten. Die Protestanten, die wegen der zur Vers\u00f6hnung dienenden Hochzeit des Protestanten Heinrich von Navarra (Heinrich IV.) und Margarete von Valois in Paris gekommen waren hatten keine Chance. Sp\u00e4ter wurde dieses Ereignis auch als Blut-Hochzeit bekannt. Letztendlich ging dieses Abschlachten jedoch als &#8222;Bartholom\u00e4usnacht&#8220; in die Geschichtsb\u00fccher ein. Am Ende war diese Nacht nicht nur f\u00fcr die Protestanten, sondern f\u00fcr ganz Frankreich ein Drama. Inzwischen ist der Protestantismus aber ein Teil der franz\u00f6sischen Gesellschaft geworden. In Frankreich leben heute rund eine Million Menschen evangelischen Glaubens. Die ersten protestantischen Spuren mussten die Hugenotten heimlich hinterlassen. Meistens wurden in irgendwelchen Kellern Gottesdienste gefeiert. In der \u201eRue Visconti\u201c wurde 1555 die erste reformierte Taufe gefeiert. Die \u00e4lteste Kirche von Paris \u201eSaint-Germain-des-Pr\u00e9s\u201c, von 1163, gilt als die Wiege reformatorischer Ideen in Frankreich. Protestantische Spuren sind in Paris oft erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Die Hugenotten hatten es damals nicht einfach. Das ist bis heute zu sp\u00fcren: Frankreich und seine Metropole Paris sind bis heute tief katholisch gepr\u00e4gt. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-644x497.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3723\" width=\"322\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-644x497.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-300x231.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-768x592.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><figcaption>Seine -Fahrt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Es waren angenehme und interessante Tage in Paris. Ich bin ohnehin der Meinung, dass unser Presbyterium gerade in den Jahren der Vakanz enger zusammengewachsen ist. Die Paris-Reise hat dieses Gef\u00fchl bekr\u00e4ftigt. Es ist ein harmonisches Miteinander, bei dem sich jeder auf den anderen verlassen kann. Gemeinsam mit unserem neuen Pfarrer Harro Eder, der sehr gut zu uns passt, werden wir vieles erreichen k\u00f6nnen. Wichtig ist nur, dass wir den begonnen Weg genauso fortf\u00fchren und den Kurs halten. Auch vor unsere Kirchengemeinde stehen gro\u00dfe Herausforderungen. Die gemeinsamen Abende in Paris verbrachten wir in Gedanken versunken im Gespr\u00e4ch bei Wein und Leckereien. Paris, war allein wegen dieser sch\u00f6nen Gesellschaft, eine Reise wert. Ein besonderes Lob hat unser \u201eReisef\u00fchrer\u201c Pfarrer Schmidt verdient.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Noch Zuhause haben mich die Eindr\u00fccke dieser Reise verfolgt. Besonders der Besuch in einer reformierten Kirche und die Visite in der deutschen evangelischen Christuskirche in Paris waren beeindruckend. Die Kirche hat in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert und es ist erstaunlich mit welchen Problemen gerade protestantische Kirchengemeinden zu k\u00e4mpfen haben. Der Staat h\u00e4lt sich beim Thema Kirche weitgehend zur\u00fcck.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4-644x483.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3725\" width=\"322\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4-644x483.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4-300x225.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><figcaption>Synagoge de la Victoire<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Eine besondere Erfahrung war der Besuch der \u201eGrande Synagogue de la Victoire\u201c der gr\u00f6\u00dften Synagoge Europas. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war dies eine Premiere. Ich war zuvor noch nie in einer Synagoge und habe diese Erfahrung genossen. Der Rabbi und seine Mitarbeiter standen gerne Rede und Antwort und gew\u00e4hrten uns zudem einen Blick auf das heiligste: die Tora. Die gemeindeeigene Torarolle ist eine handgeschriebene Rolle aus Pergament mit einem hebr\u00e4ischen Text der f\u00fcnf B\u00fccher Mose. Nur w\u00e4hrend eines j\u00fcdischen Gottesdienstes wird daraus gelesen. \u00dcberrascht hat mich die offene, wenn auch manchmal eigene Art, des Rabbis. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Ja es stimmt: Paris war eine Reise wert. Ich habe diese Stadt auf eine andere Art kennengelernt und sehe sie heute mit ganz anderen Augen. Was bleibt? Nur eine sch\u00f6ne Erinnerung? Nein, weitaus mehr. Am Ende sind es viele neue Erfahrung. Ich habe gelernt, dass auch die Kirchengemeinden in Frankreich mit enormen Problemen zu k\u00e4mpfen haben und das gerade die Kirche einen schweren Stand in unserem Nachbarland genie\u00dft. Ich habe festgestellt, dass es auch in Paris sch\u00f6ne Kirchengeb\u00e4ude gibt und diese auch mit liebe und Sorgfalt gepflegt werden. Die sch\u00f6nste Kirche befindet sich jedoch bei uns \u201eDehemm\u201c. Denn mag Paris noch so sch\u00f6n sein: \u201eDehemm is Dehemm\u201c und dort ist es immer am sch\u00f6nsten!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"483\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/5-644x483.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3727\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/5-644x483.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/5-300x225.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/5-768x576.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/5.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><figcaption> <br>Gemeinsam vor der <em>Sacr\u00e9<\/em>&#8211;<em>C\u0153ur<\/em>\u00a0de Montmartre <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Achso, bevor ich es vergesse: Ja Notre Dame hat einen enormen Schaden erlitten. Schade um diesen sch\u00f6nen Kirchenbau. Inmitten des Bau&#8217;s ist am Kirchenschiff schon ein erheblicher Schaden entstanden. Deutlich zu erkennen sind die schwarzen Brandflecken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"403\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/6-644x403.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3730\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/6-644x403.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/6-300x188.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/6-768x480.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/6-542x340.jpg 542w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/6.jpg 1025w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine andere Sicht der Dinge. 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