{"id":4425,"date":"2019-09-07T14:13:07","date_gmt":"2019-09-07T13:13:07","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=4425"},"modified":"2019-09-07T14:35:50","modified_gmt":"2019-09-07T13:35:50","slug":"einwirkungen-der-grafschaft-nassau-saarbruecken-auf-dirmingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=4425","title":{"rendered":"Einwirkungen der Grafschaft  Nassau-Saarbr\u00fccken auf Dirmingen"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Dirmingen, allein nassauisch, liegt in einem Tal, das Dirminger Tal genannt. Ist eine gro\u00dfe Pfarr und liegen die H\u00e4user oder Vogteien etwas zerstreut voneinander. Ein gro\u00dfer Teil des Dorfes wird auch Berschweiler genannt.&nbsp; &#8230;&#8220; <\/strong><\/p><cite> Historische Niederschrift Andreae GenSaraept Seite 485.  <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Nachdem sich bereits im 10. Jahrhundert, unter der karolingischen Herrschaft, das &#8222;Heilige R\u00f6mische Reich&#8220; entwickelte, kam es im 15. Jahrhunderts zu der Bezeichnung \u201eHeiliges R\u00f6misches Reich Deutscher Nation\u201c. Dieses Reich war kein Nationalstaat, wie wir es heute kennen, sondern viel mehr ein Land mit vielen selbst\u00e4ndigen F\u00fcrstent\u00fcmern. Die Grafschaft Saarbr\u00fccken, lag im S\u00fcdwesten des Reiches und war ein selbst\u00e4ndiges F\u00fcrstentum des &#8222;Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation&#8220;. Die damalige Residenzstadt war unsere heutige Landeshauptstadt Saarbr\u00fccken. In den Chroniken wurde das F\u00fcrstentum Nassau-Weilburg, dass auch als Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken bezeichnet wurde, erstmals im Jahre 1381 erw\u00e4hnt. Das Gebiet dieses F\u00fcrstentums umfasste die sp\u00e4teren Landkreise Saarbr\u00fccken und Neunkirchen, au\u00dferdem geh\u00f6rten dazu die Grafschaft Saar-Wehrden und die Herrschaft Lahr in Baden. Das Gebiet des Landkreises Neunkirchen deckt sich heute mehr oder weniger mit dem ehemaligen \u201eAmt Ottweiler&#8220; der Grafschaft Saarbr\u00fccken. Im 13. Jahrhundert erlebte die Stadt Ottweiler unter den Grafen von Nassau-Saarbr\u00fccken eine wahre Bl\u00fctenzeit. Im Jahre 1545 teilten sich die beiden S\u00f6hne des verstorbenen Grafen die Macht, der eine erhielt, Saarbr\u00fccken und Ottweiler, der andere Saarwerden und Lahr. Beide Grafen starben ohne Nachkommen, womit die \u00e4ltere Linie Nassau-Saarbr\u00fccken ausstarb. Beide Grafschaften fielen an das evangelische Haus Nassau-Weilburg, das in Saarbr\u00fccken offiziell die Reformation einf\u00fchrte. In Saarbr\u00fccken regierte bis zum 1574 Graf Johann IV. Der Herrscher \u00fcber das Reich z\u00f6gert zun\u00e4chst und wollte sich vor seinem m\u00f6glichen Anschluss an die Reformation \u00fcber die Entwicklung dieser neuen Bewegung informieren. Graf Johann III. war folglich der letzte katholische Graf im heutigen Saargebiet. Erst nach seinem Tod wurde von seinen lutherischen Erben und Nachfolgern im Jahre 1575 offiziell das Augsburger Bekenntnis eingef\u00fchrt. Bereits zum 1. Januar 1575 f\u00fchrte Graf Philipp III. in seinem Herrschaftsbereich die Reformation ein. Katholische Priester wurden aus ihrem Amt entfernt oder mussten die neue Lehre annehmen. Philipp erlie\u00df hierf\u00fcr eine umfangreiche Kirchenordnung. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Albrecht_van_Nassau-Weilburg-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4435\" width=\"200\" height=\"205\"\/><figcaption>Graf Albrecht von Nassau-Weilburg (Quelle saarl. Geschichte)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Nach dem Tod Johanns III. von Nassau-Saarbr\u00fccken fielen im Jahr 1574 die Grafschaften Saarbr\u00fccken, Saarwerden mit Ottweiler und Homburg an die Br\u00fcder Albrecht und Philipp von Nassau-Weilburg. Graf Philipp erhielt Saarbr\u00fccken und Saarwerden. Graf Albrecht erhielt Ottweiler, die \u00c4mter Homburg, Kirchheim und die saarwerdischen Herrschaften Lahr und Mahlberg im Schwarzwald. Graf Albrecht lie\u00df in Ottweiler ein neues Schloss erbauen, dieses wurde im Jahre 1575 sein Hauptsitz. Genau wie sein Vater Philipp III. von Nassau-Weilburg war Albrecht ein Bef\u00fcrworter der Reformation. Unter dem Grafen Albrecht, wurde in der Herrschaft Ottweiler, zu der auch Dirmingen geh\u00f6rte, die Reformation eingef\u00fchrt. Albrecht wurde schon als Kind im evangelischen Glauben erzogen. Zu seinen einschneidendsten Erlebnissen geh\u00f6rte die Bekanntschaft zu dem ber\u00fchmten Reformatoren Philipp Melanchton. In Ottweiler unternahmen Albrecht und Lorenz Stephani Ma\u00dfnahmen, um die Reformation schneller durchzusetzen. Katholische Priester wurden aus dem Amt entfernt oder auf die neue Lehre verpflichtet. Genauso muss es sich auch in Dirmingen zugetragen haben. Der damalige katholische Pfarrer Jakob Venn (von der Fenn genannt) blieb seinem katholischen Glauben treu und musste umgehend das Land verlassen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">In unserem Heimatort Dirmingen, dass im Zentrum der Grafschaft lag, zog die Reformation im Jahre 1575 weitreichende Ver\u00e4nderungen mit sich. Eine Kirchenordnung, die bereits im Jahr 1574 erlassen wurde, diente als Grundlage des kirchlichen Lebens in Saarbr\u00fccken und Ottweiler. Die herausragendste Gestalt der Reformation an der Saar war Superintendent Laurentius Stephani, der bei Philipp Melanchthon in Wittenberg studiert hatte. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Grenzi.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4441\" width=\"283\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Grenzi.jpg 565w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Grenzi-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 283px) 100vw, 283px\" \/><figcaption>Dirminger Grenzsteine<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">N\u00f6rdlich von Dirmingen, in der N\u00e4he des Naherholungszentrum Finkenrech, befinden sich in einer Grenzlinie noch einige Grenzsteine des F\u00fcrstentum Nassau-Saarbr\u00fccken. In die Grenzsteine eingemei\u00dfelt befindet sich die \u201cWolfsangel\u201d, die auch im Wappen der Gemeinde Eppelborn, sowie im Wappen von Dirmingen vorkommt. \u201cNS\u201d auf den Grenzsteinen steht f\u00fcr Nassau-Saarbr\u00fccken. Aber auch das damalige Familienwappen der F\u00fcrsten, mit darunter befindlicher Jahreszahl \u201c1767\u201d, sind in den Grenzsteinen dargestellt. Diese Grenzsteine haben Krieg und Zerst\u00f6rung \u00fcberstanden und sind bis heute schweigende Zeitzeugen der Geschichte unseres Heimatortes und nat\u00fcrlich derer von Nassau-Saarbr\u00fccken. \u00dcber viele Jahrhunderte hinweg verschoben sich immer wieder die Grenzen mitteleurop\u00e4ischer F\u00fcrstent\u00fcmer. Ganz oft wechselten sogar ganze Gebiete und Regionen ihre Herrschaft. Die Grenzsteine dienten dazu die eigenen Gebiete von den Nachbarn abzugrenzen. Ortsfremde erkannten sofort auf welchem Terrain sie sich gerade befanden. Bereits im Jahre 1738 wurde, im \u201eFrieden von Wien\u201c, dem vertriebenen Polenk\u00f6nig Stanislaus Lescynski das Herzogtum Lothringen zugesprochen. In diesem Herzogtum befand sich auch unser \u201eAmt Schaumburg\u201c mit der Baronie Eppelborn und den an Dirmingen grenzenden D\u00f6rfern Sotzweiler und Thalexweiler. Als der Polenk\u00f6nig Lescynski 1766 verstarb, wurde Lothringen zu einer franz\u00f6sischen Provinz. Die Grenze zwischen Dirmingen, Eppelborn Thalexweiler und Sotzweiler wurde damit zur Staatsgrenze zwischen dem Heiligen R\u00f6mischen Reich deutscher Nation und dem K\u00f6nigreich Frankreich. Die historischen Grenzsteine im Dirminger Wald erinnern uns noch heute an die Herrschaftsgrenzen des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1787 wurde das Oberamt Schaumburg, im Zuge einer Grenzregulierung zwischen Pfalz-Zweibr\u00fccken und Frankreich, den Pf\u00e4lzern zugesprochen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pfarr-644x452.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4439\" width=\"322\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pfarr-644x452.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pfarr-300x210.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pfarr.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><figcaption>Altes Evangelisches Pfarrhaus<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Um das Jahr 1730 wurde das evangelische Pfarrhaus in der Dirminger Ortsmitte erbaut. Die links neben dem Pfarrhaus verlaufende Stra\u00dfe hat ihren Namen \u201eHerreng\u00e4rten\u201c wohl in Anlegung an die Herrschaft derer die das sp\u00e4tere Pfarrhaus im Jahre 1736 erbauten und dort lebte. Bereits im Jahre 1684 war die Stra\u00dfe unter dem Namen \u201eHohlgassen\u201c in unserem Dorf bekannt. Ihren eigentlichen Namen \u201eHerreng\u00e4rten\u201c bekam die Stra\u00dfe jedoch erst viel sp\u00e4ter. Die damalige Gemeinde Dirmingen hatte sich vor der Namensgebung bestens informiert. In den Chroniken hei\u00dft es: \u201eIm Besitz der Herren des Ortes, die in einem Ortsteil zusammenwohnen und als die reichsten Bauern des Ortes gelten. Wahrscheinlich sind dies die \u00e4ltesten Siedler (Freisassen). Nicht ausgeschlossen ist auch, dass es sich um die G\u00e4rten der \u201eH\u00e4re\u201c d.i der Geistlichen handelte\u201c. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/katharina_kest.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4444\" width=\"249\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/katharina_kest.jpg 497w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/katharina_kest-208x300.jpg 208w\" sizes=\"auto, (max-width: 249px) 100vw, 249px\" \/><figcaption>Das &#8222;G\u00e4nsegretel&#8220;(Quelle saarl. Geschichte)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Noch heute ranken sich viele Geschichten um das barocke Anwesen. Eine der bekanntesten Erz\u00e4hlungen handelt von der saarl\u00e4ndischen F\u00fcrstin Katharina Kest, die im Volksmund auch \u201eG\u00e4nsegretel\u201c genannt wurde. Die sp\u00e4tere Reichsgr\u00e4fin von Ottweiler war die Ehefrau des F\u00fcrsten Ludwig von Nassau-Saarbr\u00fccken. Die Mutter der F\u00fcrstin, eine gewisse Barbara Wohlfahrt, wohnte in Dirmingen und soll Magd am ehemaligen Jagdschloss in Dirmingen gewesen sein. Aus den Chroniken geht hervor, dass das Ehepaar Johann Christoph Wohlfahrt, aus Ruppertsdorf, und Anna Gertrud Wagner aus Dirmingen eine Tochter bekamen. Diese Tochter wurde Anna Barbara Wohlfahrt genannt. Der historischen Quelle zufolge diente Anna Barbara Wohlfahrt als Magd in dem fr\u00fcheren Jagdschloss der Gesellschaft von Nassau-Saarbr\u00fccken. Dort lernte Sie irgendwann ihren sp\u00e4teren Ehemann Johann Georg Kest kennen und lieben. Die beiden wurden ein Ehepaar und bekamen eine Tochter: Das \u201eG\u00e4nsegretel\u201c. Nachweislich hatte Katharina Kest nicht nur Vorfahren in Dirmingen, sondern wohnte auch eine kurze Zeit in unserem Dorf. Im Jahr 1784 wurde Katharina Reichsgr\u00e4fin von Ottweiler und 1789 Herzogin von Dillingen. Katharina Kest heiratete im Februar des Jahres 1787 F\u00fcrst Ludwig von Nassau-Saarbr\u00fccken. Das \u201eG\u00e4nsegretel\u201c verstarb im Jahre 1829 in Mannheim. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"176\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/evang-Gemeinde-644x176.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4446\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/evang-Gemeinde-644x176.jpeg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/evang-Gemeinde-300x82.jpeg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/evang-Gemeinde-768x210.jpeg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/evang-Gemeinde.jpeg 1129w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><figcaption>Von Ihro Durchlaucht&#8230;Evangelisch Neu Erbaut 1766<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Als im Jahre 1963 das alte evangelische Gemeindehaus abgebrochen wurde und dem heutigen weichen musste,wurde \u00fcber der T\u00fcr im Kellergeschoss ein Stein mit der Inschrift: &#8220; Von Ihro Durchlaucht&#8230;Evangelisch Neu erbaut 1766&#8243; gefunden. Bei dieser Durchlaucht hat es sich um F\u00fcrst Wilhelm Heinrich von Nassau gehandelt. Unter dem F\u00fcrsten Wilhelm Heinrich entstand das alte Gemeindehaus, die Stengelkirche und auch das evangelische Pfarrhaus. Der alte Stein aus dem Jahre 1766 wurde beim Bau des neuen evangelischen Gemeindehauses im Eingangsbereich eingebaut.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Wilhelm-Heinrich-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4450\" width=\"220\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Wilhelm-Heinrich-1.jpg 439w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Wilhelm-Heinrich-1-278x300.jpg 278w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><figcaption>F\u00fcrst Wilhelm Heinrich (Quelle saarl. Geschichte)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Wilhelm Heinrich war der vorletzte der in Saarbr\u00fccken herrschenden Grafen. Wie kein anderer hat er das Erscheinungsbild der heutigen Landeshauptstadt Saarbr\u00fccken gepr\u00e4gt. Obwohl er nach seinem Tot einen gro\u00dfen Schuldenberg hinterlie\u00df geh\u00f6rt bis heute zu den bekanntesten und beliebtesten Grafen. Im Jahre 1768 starb F\u00fcrst Wilhelm Heinrich. Erst zwei Jahre sp\u00e4ter \u00fcbernahm F\u00fcrst Ludwig die Regierungsgesch\u00e4fte in Nassau-Saarbr\u00fccken. F\u00fcrst Ludwig hatte von seinem Vater einen riesigen Schuldenberg \u00fcbernommen. Schlie\u00dflich war er dazu gezwungen L\u00e4ndereien zu verpf\u00e4nden. Die eigene Hofhaltung in Saarbr\u00fccken konnte er nicht mehr aufrechterhalten. In dieser Zeit benutzte der F\u00fcrst nachweislich kleineren Jagdschl\u00f6sser im Saarbr\u00fccker Umland als Regierungssitz. Zu diesen geh\u00f6rten<\/strong> <strong>J\u00e4gersburg-Neunkirchen, Dudweiler, Karlsbrunn Neuhaus. Vielleicht entstand zu dieser Zeit die Sage, dass der F\u00fcrst auch das sp\u00e4tere evangelische Pfarrhaus in Dirmingen nutzte? Letztlich gelang es dem angeschlagenen F\u00fcrsten doch einige positive Bauvorhaben und Gesetzes\u00e4nderungen durchzuf\u00fchren. F\u00fcrst Ludwig schaffte die Folter ab und reformierte die Prozessordnung. Zudem setzte der F\u00fcrst zahlreiche Neuordnungen im Schulwesen und in der Land- und Forstwirtschaft durch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"280\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/ludwig-von-Nassau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4460\"\/><figcaption>F\u00fcrst Ludwig von Nassau (Quelle saarl. Geschichte)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">1793 erreichte die Franz\u00f6sische Revolution das Saargebiet. F\u00fcrst Ludwig, gesundheitlich schwer angeschlagen, floh nach Aschaffenburg. Im Jahre 1794 verstarb der letzte F\u00fcrst der Linie Nassau-Saarb\u00fccken. Die Franz\u00f6sische Revolution, in der Zeit von 1789 bis 1799, ver\u00e4nderte die europ\u00e4ischen Machtverh\u00e4ltnisse. Der Wiener Kongress vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 legte in Europa die Grenzen neu fest und definierte neue Staaten. Die F\u00fcrstent\u00fcmer wurden aufgel\u00f6st, und die ehemalige Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken kam unter preu\u00dfische Herrschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Bis zum Jahre 1791\/92 geh\u00f6rte Dirmingen der Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken an. Im Oberamt Ottweiler war Dirmingen eine eigene Meierei. Im Zuge einer Verwaltungsreform und Neugliederung wurde das Oberamt Ottweiler in Schulthei\u00dfereien unterteilt. Das Oberamt Ottweiler schlug am 11. Mai 1791 vor, den gesamten Oberamtsbezirk in vier Schulthei\u00dfereien zu unterteilen. Diese waren Neunkirchen, Ottweiler, Werschweiler und Uchtelfangen. Der Vorschlag wurde von den Landesherren angenommen und am 11. Juli 1791 verwirklicht. Eine Schulthei\u00dferei setzte sich aus mehreren Meiereien zusammen wobei Dirmingen mit der Meierei Dirmingen der Schulthei\u00dferei Uchtelfangen zugeordnet wurde. Die Ortschaften Berschweiler, Dirmingen, Hierscheid, Humes, Kaisen, Uchtelfangen, Wiesbach und Wustweiler geh\u00f6rten nun erstmals in einer gro\u00dfen Schultei\u00dferei zusammen. Die Gr\u00fcndung einer Schulthei\u00dferei war letztlich der erste Schritt zu den noch heute vorhandenen Landkreisen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"270\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Heinrich_van_Nassau-Saarbr\u00fccken_1768-1797.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4463\"\/><figcaption>F\u00fcrst Heinrich Ludwig von Nassau (Quelle saarl. Geschichte)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">F\u00fcrst Ludwigs Sohn Heinrich Ludwig Karl Albrecht von Nassau-Saarbr\u00fccken war folglich der erste nicht mehr regierende F\u00fcrst von Nassau-Saarbr\u00fccken. &nbsp;Am 6. Oktober 1785 heiratete er Marie Fran\u00e7oise Maximilienne de Montbarrey. Weil diese Ehe kinderlos blieb, fiel der F\u00fcrstentitel nach Heinrich Ludwigs Tod an Karl Wilhelm von Nassau-Usingen, einen Cousin seines Vaters. Die Linie derer von Nassau-Saarbr\u00fccken war somit beendet. Dirmingen hat der Grafschaft zu Nassau-Saarbr\u00fccken einiges zu verdanken. Der barocke Baumeister der Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken Friedrich Joachim Stengel erbaute im Jahre 1746 die evangelische Kirche in Dirmingen. Nachweislich wurde auch das alte evangelische Pfarrhaus von Mitgliedern der Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken als Jagdresidenz genutzt. Was blieb nun am Ende von der jahrhundertelangen Herrschaft derer von Nassau? Letztlich erinnern nur noch die vorhandenen historischen Bauten in unserem Dorf an diese Epoche. Unser Erbe bleibt der Erhalt und die Pflege dieser  Bauwerke. Alleine dies wird eine gro\u00dfe Aufgabe der wir uns immer wieder auf&#8217;s neue Stellen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"595\" height=\"779\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/dirmingen108-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4473\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/dirmingen108-1.jpg 595w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/dirmingen108-1-229x300.jpg 229w\" sizes=\"auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Dirmingen, allein nassauisch, liegt in einem Tal, das Dirminger Tal genannt. Ist eine gro\u00dfe Pfarr und liegen die H\u00e4user oder Vogteien etwas zerstreut voneinander. Ein gro\u00dfer Teil des Dorfes wird auch Berschweiler genannt.&nbsp; &#8230;&#8220; Historische Niederschrift Andreae GenSaraept Seite 485. Nachdem sich bereits im 10. Jahrhundert, unter der karolingischen Herrschaft, das &#8222;Heilige R\u00f6mische Reich&#8220; entwickelte, kam es im 15. 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