{"id":5220,"date":"2020-01-05T14:18:10","date_gmt":"2020-01-05T13:18:10","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=5220"},"modified":"2020-01-05T14:31:11","modified_gmt":"2020-01-05T13:31:11","slug":"facebook-account-sein-oder-nichtsein-das-ist-hier-die-frage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=5220","title":{"rendered":"Facebook Account &#8211; Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Ich sitze an meinem Rechner und habe die Maus bereits auf dem Button \u201eAccount l\u00f6schen\u201c. Ich z\u00f6gere und \u00fcberlege mir noch ob ich das auch wirklich m\u00f6chte. Die sozialen Medien und insbesondere Facebook k\u00f6nnten so viele Vorteile bringen. Wenn ich an meine Gruppe \u201eEchte Derminga\u201c denke, geht mir das Herz auf. \u00dcber Facebook ist es m\u00f6glich mit meinen Landsleuten \u00fcber ein gemeinsames, uns verbindendes Thema zu kommunizieren. M\u00f6chte ich das jetzt wirklich aufgeben? Auf der anderen Seite merke ich immer \u00f6fter das ich mich \u00e4rgere und diesen \u00c4rger auch mit ins Bett nehme. Ich spiele mit der Maus auf meinem Pad und rolle auf den Button \u201eAccount l\u00f6schen\u201c und dann wieder runter. Ein letztes Nachdenken und dann,\u2026.lasse ich es\u2026.! Mir hat mal wieder die Kraft gefehlt neu anzufangen und mich selbst zu sch\u00fctzen. Ich bin zu gerne mittendrin dabei. Ich wei\u00df genau, dass ich meine Entscheidung recht bald bereuen werde und widme mich  schnell wieder anderen Dingen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Letztens habe ich im Netz eine interessante Aussage von Bertolt Brecht, aus dem Jahr 1927, gefunden. Damals wandte er sich an die Intendanten der Radiostationen und meinte: \u201eMan habe mit dem Radio pl\u00f6tzlich die M\u00f6glichkeit, alles zu sagen\u201c, aber man habe \u201enichts zu sagen\u201c. Am meisten missfiel ihm, dass das neue Medium nur eine Richtung der Kommunikation kannte: die des Sendens. Er empfahl, den \u201eDistributionsapparat\u201c in einen \u201eKommunikationsapparat\u201c zu verwandeln. Ein Medium, dass dem \u201eZuh\u00f6rer nicht nur h\u00f6ren, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern in Beziehung zu setzen\u201c, sei der denkbar gro\u00dfartigste Kommunikationsapparat des \u00f6ffentlichen Lebens. Mittlerweile wurde der Wunsch von Berthold Brecht erf\u00fcllt und das Internet bietet genau eine solche Plattform. Was aber w\u00fcrde Brecht \u00fcber das heutige Internet und die damit verbundenen sozialen Medien sagen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Ehrlich gesagt, ich wei\u00df nicht ob das noch lange gut geht. Grunds\u00e4tzlich bin ich ein Freund der Meinungsfreiheit. Ich erkenne auch nicht hinter jeder kritischen \u00c4u\u00dferung einen Nazi und habe auch kein Problem mit \u201eFridays for Future\u201c oder \u201eFridays for Altersarmut\u201c. Ist doch gut, wenn Leute aufstehen und sich engagieren. In einer Demokratie herrscht Meinungsfreiheit, Mitsprache und Demonstrationsrecht. Das Problem liegt allein darin damit umgehen zu k\u00f6nnen. Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass Facebook daf\u00fcr nicht die richtige Plattform darstellt. Jeder sieht nur noch sich selbst und seine eigene Meinung. Von einem sozialen Umgang miteinander entfernen wir uns Tag f\u00fcr Tag mehr. Ich selbst bewege mich viel in den sozialen Medien und meine mir ein Urteil erlauben zu d\u00fcrfen. Ich ertappe mich immer \u00f6fter dabei, dass ich mein Handy nehme, um Mails zu checken und schnell mal nachzusehen was auf Facebook gerade so abgeht. Das ganze kann schnell zur Sucht werden. Einer meiner Neujahrsvors\u00e4tze liegt darin das ganze etwas zu reduzieren und nicht mehr jedem Kommentar zu antworten. Ich muss lernen mich und meine Nerven sch\u00fctzen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Das Internet verbindet Millionen Menschen auf der ganzen Welt miteinander. Ich bleibe dabei die Grundidee von Facebook ist wunderbar. Nie war es leichter weltweit zu kommunizieren oder eine Sache zu bewerben. Jeder kann sich in den sozialen Medien Geh\u00f6r verschaffen und seine Meinung kundtun. Dabei bleibt jedoch das Gespr\u00e4ch auf der Strecke. Das Internet hat unsere Art zu kommunizieren keineswegs verbessert, sondern vielmehr verschlechtert. Der Ton untereinander ist auch rauer geworden. Die Sozialen Medien sind gerade bei politischen Themen ein Ort f\u00fcr Hass und Ausgrenzung. Jeder der sich ungerecht behandelt f\u00fchlt \u00e4u\u00dfert nicht nur seine Meinung, sondern beleidigt auch noch Andersdenkende. Ich glaube das gerade Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram zu mehr Aggression verleiten. Das Internet ist zu einem Schlachtfeld geworden. Beleidigungen und Hasskommentare sind die Modernen Waffen unserer Gesellschaft. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Ich glaube, dass viele Menschen mit ihrer, auf Facebook erworbenen Macht, nicht umgehen k\u00f6nnen. Die sozialen Medien geben jedem einzelnen nicht nur die M\u00f6glichkeit die eigene Meinung zu \u00e4u\u00dfern, sondern diese auch zu bewerben. Das Resultat ist in vielerlei Hinsicht Hass, Wut und Abneigung. Morddrohungen gegen Politiker oder Andersdenkende sind l\u00e4ngst an der Tagesordnung. S\u00e4tze wie \u201e\u2026.fr\u00fcher h\u00e4tte man sie an die Wand gestellt\u201c oder\u201c\u2026. lasst sie an ihrem Papier ersticken\u201c sind noch die harmlosesten \u00c4u\u00dferungen. J\u00fcngstes Beispiel ist die aktuelle Morddrohung gegen den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Bedford-Strohm weil er ein Schiff zur Seenotrettung kaufen wollte. Shitstorm, Drohungen, Beleidigungen und Hass werden zur Normalit\u00e4t. Ich glaube, dass viele sich l\u00e4ngst nicht mehr der Tragweite ihrer Kommentare bewusst sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Ich selbst diene da wiedermal als abschreckendes Beispiel. Es gibt Leute, mit denen ich \u00fcber Facebook gestritten und danach von meiner Freundesliste gestrichen habe. Heute frage ich mich ob wir \u00fcberhaupt Freunde waren oder vielmehr ob dieser Streit mit einem Gespr\u00e4ch zu vermieden gewesen w\u00e4re. Die Freundesliste auf Facebook ist ohnehin so ein Thema. Ich glaube ich habe \u00fcber 1000 Freunde auf Facebook. Wie viele Freunde habe ich in Wirklichkeit? Wer von meinen sogenannten \u201eFreunden\u201c, in den sozialen Medien, kennt mich \u00fcberhaupt und wer meint es gut mit mir? Ich h\u00f6re die Geister, die ich rief!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Noch bin ich genauso wie alle anderen. Ich bewege mich viel im Netz und die Tatsache das ich einen eigenen Blog habe f\u00fchrt mir vor Augen, dass ich mich selbst gerne \u00e4u\u00dfere und Stellung beziehe. Ich bilde mir ein, dass andere gerne mein Geschriebenes lesen. Ist das nicht Arrogant? Seit einigen Tagen verfolgt mich jedoch ein Gedanke. Ich glaube ich sollte meinen Umgang mit Facebook \u00fcberdenken. Lange Zeit habe ich gedacht ich m\u00fcsste jeden M\u00fcll kommentieren und meine Meinung vertreten. Ich glaube das lasse ich zuk\u00fcnftig lieber. Das Streiten im Netz macht krank!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Zudem lasse ich mich nicht gerne in einer Schublade stecken. Ich habe den Eindruck, dass man bei Facebook schnell in einer solchen landet. Die sind dagegen, die anderen sind daf\u00fcr. Dort stehen die Politiker hinten das Volk, hier sind die Linken auf der anderen Seite die Rechten, hinten stehen die Gutmenschen und da vorne finden wir die Realisten. Der Mensch wird einfach wegen einer \u00c4u\u00dferung oder eines Kommentars in einer Schublade gesteckt. Dort sind die \u201eFridays\u201c- Gegner und dr\u00fcben wiederum die \u201eFridays\u201c- Bef\u00fcrworter. Herrscht im Netz wirklich Meinungsfreiheit? Ich f\u00fcrchte wir befinden uns auf dem Weg die sozialen Medien zu missbrauchen. Die Stimmungsmache auf Facebook endet in alle Richtungen im Unermesslichen. Mittlerweile werden auf Facebook und Twitter ganze Wahlen gewonnen. Auch f\u00fcr die Politik ist Facebook Fluch und Segen. Wie lange h\u00e4lt sich jedoch noch diese Balance?<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze an meinem Rechner und habe die Maus bereits auf dem Button \u201eAccount l\u00f6schen\u201c. Ich z\u00f6gere und \u00fcberlege mir noch ob ich das auch wirklich m\u00f6chte. Die sozialen Medien und insbesondere Facebook k\u00f6nnten so viele Vorteile bringen. 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