{"id":6452,"date":"2020-06-05T19:39:47","date_gmt":"2020-06-05T18:39:47","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=6452"},"modified":"2020-06-05T19:45:00","modified_gmt":"2020-06-05T18:45:00","slug":"vom-humes-lipps-und-dem-schinderhannes-raeuber-im-dirminger-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=6452","title":{"rendered":"Vom &#8222;Humes Lipps&#8220; und dem Schinderhannes &#8211; R\u00e4uber im Dirminger Wald"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Das 18. Jahrhunderte war die Zeit von R\u00e4ubern, Banditen und Wegelagerern. Dirmingen mit seinem gro\u00dfen Waldgebiet war die Heimat von vielen Gesetzlosen. Das 18. und beginnende 19. Jahrhundert wird gerne als die Bl\u00fctezeit der R\u00e4uberbanden bezeichnet. Nachweislich gibt es mehr als 24 Hinweise auf kriminelle Vereinigungen in unserer Region. Neben dem sagenumwobenen \u201eSchinderhannes\u201c, der nachweislich auch in den W\u00e4ldern an der Ill sein Unwesen trieb, gab es zahlreiche kleinere R\u00e4uber und Banden. Auch der \u201eHumes Lipps\u201c aus unserem Nachbarort war Verantwortlich f\u00fcr zahlreiche Verbrechen auf Dirminger Bann. Der \u201eLipps\u201c wilderte und pl\u00fcnderte mit seiner Bande im Dirminger Wald.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Im Jahre 1731 war die Bande des &#8222;Lipps&#8220; verantwortlich f\u00fcr einen gro\u00dfangelegten Holzdiebstahl im Dirminger Wald. Im Jahre 1732 wurde auf Befehl der F\u00fcrstin Charlotte Amalia ein Trupp zusammengestellt der bewaffnet und mit Hunden versehen die Diebesbande aufsuchen und zur Strecke bringen sollte. Die F\u00fcrstin forderte, dass der Bande endlich das schmutzige Handwerk gelegt werden sollte. Im Januar 1736 wurde bei einer Auseinandersetzung zwischen der \u201eLipps\u201c Bande und den nassau-saarbr\u00fcckischen Forstbeamten ein Wilderer erschossen. Die Wilddiebe schleppten den toten Kameraden auf den Uchtelfanger Kirchhof. Es folgte eine tagelange Diskussion um eine unbekannte m\u00e4nnliche Leiche auf dem Kirchhof der Simultankirche in Uchtelfangen. In der Nacht vom 05. Auf den 06. Februar begruben die R\u00e4uber ihren toten Kameraden trotz Verbotes des Pfarrers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Im Gegensatz zu den Verbrechen des Johannes B\u00fcckler, in Fachkreisen auch Schinderhannes genannt, ist die Geschichte des &#8222;Humes Lipps&#8220; eher harmlos. Der Schinderhannes ist wohl der bekannteste R\u00e4uber unserer Gro\u00dfregion. Die Geschichten und Anekdoten vom R\u00e4uberhauptmann Schinderhannes begeistern noch heute Romantiker. Der Schinderhannes wurde im Jahre 1781 in einem D\u00f6rfchen an der Nahe geboren und kam als Vierzehnj\u00e4hriger zu einem Schinder in die Lehre. Wegen eines Hammeldiebstahls wurde der sp\u00e4tere R\u00e4uber davonjagte. Aus diesem Grund bekam der R\u00e4ubergeselle wohl seinen Namen Schinderhannes. Der Schinderhannes war eigentlich ein kluger Kerl, wobei seine F\u00e4higkeiten und seine Begabung bemerkenswert waren. Der Volksmund erz\u00e4hlt, dass der Schinderhannes stets bei armen Leuten Unterschlupf und Schutz gesucht und gefunden hatte. Ein Art \u201eRobin Hood\u201c war der R\u00e4uber jedoch nicht. Sein Hass und seine Abneigung gegen Juden war verheerend. \u00a0Von den 211 belegten Verbrechen richteten sich 59 Delikte ausschlie\u00dflich gegen Juden. Die Opfer wurden bei den \u00dcberf\u00e4llen in der Regel brutal misshandelt. Oft wurde der Tod ihrer Opfer bewusst in Kauf genommen. Der \u00dcberfall auf die S\u00f6terner Kaufleute Levi dient hier als passendes Beispiel.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Schinderhannes wurde im vierten Jahre seines Bandenwesens gefangen genommen und in Saarbr\u00fccken eingekerkert. Dort konnte er ausbrechen wobei er kurze Zeit sp\u00e4ter wieder in Gefangenschaft geriet. Am 28. Oktober 1803 wurde er mit zehn seiner Bandenmitglieder zum Tode verurteilt. Seine Geliebte \u201eJulie Bl\u00e4sius, Beyschl\u00e4ferinn des Schinderhannes, 21 Jahre alt, eine Musikantin von Badenweierbach, wurde zu einer zweij\u00e4hrigen Haftstrafe verurteilt. Noch in der Gefangenschaft gebar die junge Frau das Kind des Schinderhannes. Am 21. November 1803 wurde der Schinderhannes guillotiniert. Er war kaum 24 Jahre alt und wurde nach seiner Hinrichtung zum Mythos einer ganzen Region. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Der ber\u00fchmte R\u00e4uber trieb sein Unwesen vor allem im Gebiet des Hunsr\u00fccks, suchte aber auch Orte im Saarland auf und hatte dort einige Verstecke. Von seinen 130 protokollierten Verbrechen beging er mindestens drei in saarl\u00e4ndischen Gemeinden. Neben dem nordsaarl\u00e4ndischen Ort \u00a0S\u00f6tern begann er auch nachweislich Verbrechen in Illingen und im umliegenden Waldgebiet. Heute wird mit dem alten Schinderhannes Werbung f\u00fcr die unterschiedlichsten Produkte betrieben. Der Schinderhannes ist zu einer der popul\u00e4rsten historischen Gestalten des heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz geworden. Man ist Stolz auf seinen Schinderhannes und die damit verbundene Geschichte. Vergessen sind die zahlreichen Morde und Untaten an unschuldigen Personen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 18. Jahrhunderte war die Zeit von R\u00e4ubern, Banditen und Wegelagerern. Dirmingen mit seinem gro\u00dfen Waldgebiet war die Heimat von vielen Gesetzlosen. Das 18. und beginnende 19. Jahrhundert wird gerne als die Bl\u00fctezeit der R\u00e4uberbanden bezeichnet. Nachweislich gibt es mehr als 24 Hinweise auf kriminelle Vereinigungen in unserer Region. 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