{"id":7374,"date":"2020-09-10T16:32:45","date_gmt":"2020-09-10T15:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=7374"},"modified":"2020-09-10T16:48:11","modified_gmt":"2020-09-10T15:48:11","slug":"gemeinsam-eine-chance-nutzen-gelebte-oekumene-im-derminga-doerfche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=7374","title":{"rendered":"Gemeinsame Chancen nutzen \u2013 Gelebte \u00d6kumene im \u201eDerminga D\u00f6rfche\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Auf dem Land spielen theologische Grundsatzfragen in der Regel eine untergeordnete Rolle: Das t\u00e4gliche Dorfleben steht im Vordergrund und vereinfacht im Grunde die \u00d6kumene. Der b\u00f6se Bazillus Covid 19 macht es m\u00f6glich und \u00f6ffnet uns allen wieder einmal die Sicht auf das Wesentliche. In den letzten Monaten wurde aufgrund der Pandemie mehr Wert auf \u00f6kumenisches Miteinander gelegt. Gemeinsames Solidarit\u00e4tsl\u00e4uten, gemeinsame Open-Air Gottesdienste und gemeinsames Beten er\u00f6ffneten uns allen das Tor zu mehr Miteinander. Ich habe das Gef\u00fchl, dass die Corona-Pandemie das Thema \u00d6kumene vorangetrieben hat. Durch die Pandemie erkennen wir die \u00d6kumene wieder als echte Chance. Manchmal braucht es einen Tiefschlag, um sich zu sch\u00fctteln und wach zu werden. Pl\u00f6tzlich \u00f6ffnet sich das Tor zu neuen M\u00f6glichkeiten. Nat\u00fcrlich wurde in unserem Dorf schon weit vor der Pandemie die \u00d6kumene gepflegt. Ich pers\u00f6nlich habe jedoch den Eindruck gewonnen, dass alles etwas n\u00e4her zusammenr\u00fcckt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Theologische Grundsatzfragen d\u00fcrfen in einem Dorf unserer Gr\u00f6\u00dfenordnung keine Rolle spielen. Letztendlich geht es darum, dass die Menschen gut miteinander leben k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich haben katholische und evangelische Christen im Grundsatz verschiedenen Auffassungen: Das Papsttum, die Abendmahlfrage, das Z\u00f6libat, dass alles sind geistliche Fragen, die bei den Menschen auf dem Lande eher im Hintergrund stehen. Vielmehr sollte es aus meiner Sicht darum gehen, wie wir gemeinsam unsere christliche Zukunft gestalten. Wie k\u00f6nnen wir uns gegenseitig st\u00e4rken, helfen, heben und unterst\u00fctzen. Damit verbunden ist am Ende automatisch die Frage: Wie k\u00f6nnen wir gemeinsam unseren Glauben st\u00e4rken? \u00d6kumene ist eine Chance und wom\u00f6glich auch der Schl\u00fcssel zu einer guten Zukunft. Was wir nun brauchen ist Mut zur Initiative.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"331\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/117445187_3195863393841697_152296964282161237_o-700x331.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7089\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/117445187_3195863393841697_152296964282161237_o-700x331.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/117445187_3195863393841697_152296964282161237_o-300x142.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/117445187_3195863393841697_152296964282161237_o-768x364.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/117445187_3195863393841697_152296964282161237_o.jpg 1352w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>In Zeiten, in denen sich die Menschen immer mehr von der Kirche abwenden, wird es Zeit gemeinsam neue Wege zu gehen. Gemeinsam ohne Neid und Missgunst die Zukunft gestalten. Das ist die Aufgabe unserer Zeit. Das Ganze kann bei der Kinder- und Jugendarbeit beginnen und im gew\u00f6hnlichen Gottesdienst oder einer Messe enden. Vieles ist m\u00f6glich!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">In unserem Heimatort wurde im Grunde schon nach dem zweiten Weltkrieg die Basis f\u00fcr eine gesunde \u00f6kumenische Gemeinschaft gelegt. Nach der Zerst\u00f6rung der ersten katholischen Kirche auf den Rothenberg bot der damalige evangelische Pfarrer Engel seinem katholischen Kollegen Pastor Didas an, die evangelische Kirche in der Ortsmitte mit zu benutzen. Fast 5 Jahre wurde in der evangelischen Stengelkirche in Dirmingen das Simultaneum gelebt. Die \u00e4lteren Bewohner unter uns berichten noch heute von wundersch\u00f6nen Jahren mit vielen gemeinsame Aktionen. Heute gibt es in Deutschland mehrere Simultankirchen, die von verschiedenen christlichen Konfessionen gemeinsam genutzten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Damit wir uns nicht falsch verstehen und unabsichtlich eine weitere unn\u00f6tige Debatte aufsto\u00dfen: Ich pl\u00e4diere hier keineswegs daf\u00fcr eine unserer beiden Kirchen zu schlie\u00dfen! Nein, das ist nicht der Plan. Vielmehr wei\u00df ich sehr wohl, wie viel Kraft und Liebe der katholische Pfarrgemeinderat und das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde in ihre Gemeinden investieren. Solange die Kraft ausreicht, sollten wir f\u00fcr den aktuellen Status Quo k\u00e4mpfen und versuchen zu halten, erneuern und gestalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Was aber kommt danach? Die Geschehnisse im Jahre 1945 haben eindrucksvoll aufgezeigt was in unserem Dorf m\u00f6glich w\u00e4re. Die Zahl der konfessionslosen Menschen ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Wie k\u00f6nnen wir gemeinsam unseren Glauben sch\u00fctzen und wieder verbreiten? Seit der Reformation ist vieles geschehen. Auf beiden Seiten wurden Menschen get\u00f6tet, verfolgt und verdammt. Die Kirche hat seit \u00fcber tausend Jahren viel Blut an ihren H\u00e4nden. Manchmal muss gro\u00dfes im kleinen Entstehen. In unserem Dorf hat die \u00d6kumene eine echte Chance. Wenn wir alle unsere eigenen Interessen ein wenig hintenanstellen und den Blick auf den anderen richten ist vieles m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"525\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/eee-700x525.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7382\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/eee-700x525.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/eee-300x225.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/eee-768x576.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/eee.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>In Dirmingen hat die \u00d6kumene eine echte Chance. Die Geschichte unseres Dorfes steht beispielhaft f\u00fcr den konfessionellen Kleinkrieg zwischen Katholiken und Protestanten. An Fronleichnam verrichteten die Protestanten ihre Hofarbeit um die Festlichkeiten der katholischen Kirche zu st\u00f6ren und am Reformationstag revanchierten sich die Katholiken. \u00dcber Jahrhunderte war es auf Seiten beider Konfessionen eine S\u00fcnde, wenn der Sohn ein M\u00e4dchen der anderen Konfession ins Haus brachte. Nachdem sich die Reformation im Jahre 1575 in unserer Heimat durchsetze hatte, gab es in unserem Dorf \u00fcber viele Jahrzehnte fast nur noch Protestanten. Die wenigen Katholiken mussten \u00fcber viele Jahre ihre Verstorbenen in Urexweiler beerdigen. Erst gegen Ende des 19.Jahrhunderts vermehrte sich die Zahl der katholischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass die heutige evangelische Stengelkirche bis zur Reformation eine katholische Kirche war.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Heute im Jahre 2020 macht sich Ern\u00fcchterung breit. Quo Vadis Kirche, wohin f\u00fchrt der Weg unserer beider Kirchen und was wird morgen sein? Dabei haben beide Konfessionen die gleichen Probleme. Immer weniger Sch\u00e4fchen, weniger Kirchenbesucher und auch der gemeinsame Glaube erreicht kaum noch die Menschen. Die \u00d6kumene ist eine echte Chance. Macht euch auf den Weg und geht aufeinander zu. Es lohnt sich!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong><em>Man stelle sich einmal vor: Unsere gemeinsame Stengelkirche in der Ortsmitte, als gemeinsames Wahrzeichen unseres Dorfes, wird von beiden Konfessionen im Wechsel oder nacheinander genutzt. Die Kinder und Jugendarbeit wird gemeinsam verrichtet. Auf die Kommunion folgt am Nachmittag die Konfirmation. Sonntags treffen sich Seniorinnen und Senioren beider Konfessionen zum Nachmittagskaffee und die beiden Sekret\u00e4rinnen trinken morgens gemeinsam mit dem Pastor und dem Pfarrer, in den benachbarten Pfarrb\u00fcros unter einem Dach, eine sch\u00f6ne Tasse Kaffee. Der neue Pfarrsaal wird gemeinsam genutzt und die Menschen pflegen das Miteinander. W\u00e4re das nicht sch\u00f6n?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-dark-gray-background-color has-text-color has-background has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Leute entspannt euch: Ich tr\u00e4ume ja nur\u2026\u2026.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Am Sonntag, 13.September findet um 10:00 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Wendalinus Dirmingen wieder ein \u00f6kumenischer Gottesdienst statt. Wie ich sehe, sind wir auf dem Weg. Herzliche Einladung an alle, es lohnt sich\u2026.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Land spielen theologische Grundsatzfragen in der Regel eine untergeordnete Rolle: Das t\u00e4gliche Dorfleben steht im Vordergrund und vereinfacht im Grunde die \u00d6kumene. Der b\u00f6se Bazillus Covid 19 macht es m\u00f6glich und \u00f6ffnet uns allen wieder einmal die Sicht auf das Wesentliche. In den letzten Monaten wurde aufgrund der Pandemie mehr Wert auf \u00f6kumenisches Miteinander gelegt. 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