{"id":8226,"date":"2020-12-27T17:24:58","date_gmt":"2020-12-27T16:24:58","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=8226"},"modified":"2020-12-27T18:04:49","modified_gmt":"2020-12-27T17:04:49","slug":"weihnachten-2020-eine-echte-chance-fuer-die-oekumene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=8226","title":{"rendered":"Weihnachten 2020 &#8211; Eine echte Chance f\u00fcr die \u00d6kumene"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Mag sein, dass es Menschen geben wird, die mich nach dem Lesen dieses Blogeintrages f\u00fcr sentimental halten. Mag sein, dass ich mich t\u00e4usche, aber ich glaube dieses Weihnachtsfest hat etwas besonders ausgel\u00f6st. Bereits mit Beginn der Pandemie habe ich festgestellt, dass in unserem Dorf die \u00d6kumene wieder mehr in den Vordergrund ger\u00fcckt wird. Schon im Sommer wurden, unter guten Zuspruch, die ersten \u00f6kumenische \u201eOpenAir\u201c Gottesdienst abgehalten. Dies allein ist l\u00e4ngst noch nichts besonders und wird in vielen anderen Ortschaften ebenso praktiziert. Die Art und Weise wie diese Gottesdienste jedoch zustande kamen und wie seitdem unsere beiden Kirchengemeinden zusammenarbeiten gibt jedoch Anlass zur Hoffnung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Ich habe mir zuletzt \u00f6fters die Frage gestellt, ob es tats\u00e4chlich sein k\u00f6nnte, dass wieder mal eine Katastrophe unsere Dorfgemeinschaft enger zusammenschwei\u00dft. Es w\u00e4re nicht das erste Mal, dass ein besonderes Ereignis daf\u00fcr Sorge tr\u00e4gt, dass die Menschen in unserem Dorf zusammenr\u00fccken und die \u00d6kumene in den Vordergrund stellen. Unmittelbar vor dem Ende des 2. Weltkrieges wurde, am 21, Februar 1945, die katholische Kirche auf dem Rotenberg w\u00e4hrend eines Bombenangriffs vollkommen zerst\u00f6rt. Dieser schwarze Tag in der Geschichte, der damals noch jungen katholischen St. Wendalinus-Gemeinde, wurde zu einem Schicksalstag f\u00fcr unsere Dorfgemeinschaft. In tiefster Not reichte die evangelische Kirchengemeinde die Hand und bot den Katholiken ihre Kirche an. Es war die Frau des Evangelischen Pfarrers Engel, die nach R\u00fccksprache mit ihrem Mann, auf den Rotenberg eilte und dem damaligen Pastor Didas ein entsprechendes Angebot unterbreitete. Die katholische Pfarrgemeinde nahm an und die evangelische Kirche in der Ortsmitte wurde \u00fcber Jahre hinweg als sogenannte Simultankirche genutzt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"417\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/ED-2-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8233\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/ED-2-2.jpg 620w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/ED-2-2-300x202.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Der damalige K\u00fcster Peter Bastuck berichtete:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong><em>\u201eBereits einen Tag nach dem schrecklichen Angriff kam die Frau des evangelischen Pfarrers Engel, der zum Kriegsdienst eingezogen war in das Pfarrhaus und teilte Herrn Pastor mit, dass die evangelische Kirchengemeinde den Katholiken die evangelische Kirche zur Mitbenutzung \u00fcberlassen wolle und Herr Pastor m\u00f6ge einverstanden sein.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong><em>\u2026\u2026Mit gro\u00dfer Niedergeschlagenheit standen wir in der f\u00fcr uns fremden Kirche, aber auch mit froher Dankbarkeit den evangelischen Christen gegen\u00fcber, die auf diese Weise Anteil an unserem Ungl\u00fcck nahmen. Wir f\u00fchlten uns bald als christliche Freunde, obschon uns manches trennte. Von diesem Bewusstsein getragen, haben wir das Gebet um Vereinigung aller Christen im wahren Glauben vielleicht noch nie mit solcher Inbrunst gebetet, wie in der evangelischen Kirche.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Offensichtlich musste also erst ein Ungl\u00fcck geschehen um die beiden Kirchengemeinden wachzur\u00fctteln. Damals versprachen sich Christen beider Konfessionen, dass zuk\u00fcnftig der Burgfrieden im Dorf gehalten werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"360\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG-20200628-WA0015-e1599751342556-700x360.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6672\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG-20200628-WA0015-e1599751342556-700x360.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG-20200628-WA0015-e1599751342556-300x154.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG-20200628-WA0015-e1599751342556-768x395.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG-20200628-WA0015-e1599751342556.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Weihnachten 2020: Unmittelbar vor der Adventszeit standen wir vor der Frage, wie wir in Zeiten der Pandemie das Weihnachtsfest feiern k\u00f6nnen. In den letzten Monaten wurde deutlich, dass es ein begr\u00fcndetes Interesse daran besteht, Weihnachten in der \u00d6kumene zu feiern. Was \u00fcber Jahrzehnte hinweg kaum vorstellbar schien, bewirkte am Ende ausgerechnet eine Seuche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Erneut sorgte also eine Katastrophe daf\u00fcr, dass die Dorfgemeinschaft zusammenr\u00fcckt und die \u00d6kumene wiederentdeckt. Dabei gab es wieder mal eine erstaunliche Parallele: W\u00e4hrend des zweiten Weltkrieges waren sich Pastor Didas und der evangelische Pfarrer Engel sp\u00fcrbar n\u00e4hergekommen. Schon damals wurde zu Kriegszeiten Dinge vereinbart, die nicht unbedingt \u00fcblich waren. So wurden zum Beispiel Kriegsopfer in einer gemeinsamen Zeremonie beerdigt. Auch das heutige Verh\u00e4ltnis der Gemeindereferentin Anne Haan von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Eppelborn-Dirmingen und des evangelischen Pfarrers Harro Eder ist bemerkenswert und gibt gro\u00dfen Grund zur Hoffnung. Gemeinsam wurden Adventsandachten und &#8222;Online-Gottesdienste&#8220; angeboten und eben auch \u00f6kumenische &#8222;Heilig-Abend-Gottesdienste&#8220; durchgef\u00fchrt. Wenn es nach den Worten der beiden Geistlichen geht, sollen im kommenden Jahr weitere gemeinsame Aktionen folgen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Damit wir uns nicht falsch verstehen: Grunds\u00e4tzlich gibt es in Dirmingen keine Probleme zwischen Protestanten und Katholiken. Diese Zeiten sind ohnehin l\u00e4ngst vorbei und geh\u00f6ren der Geschichte an. Auch das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Presbyterium und der katholischen Pfarrgemeinderat wird auf Augenh\u00f6he gepflegt. Dennoch wird uns ab und zu immer noch in Erinnerung gerufen, dass gerade in Dirmingen \u00fcber viele Jahrhunderte extreme Spannungen zwischen den beiden Konfessionen herrschten. Gottlob geh\u00f6ren diese Zeiten der Vergangenheit an.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"296\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/overtop-Kopie-700x296.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7228\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/overtop-Kopie-700x296.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/overtop-Kopie-300x127.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/overtop-Kopie-768x325.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/overtop-Kopie.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Heute bietet uns die \u00d6kumene eine echte Chance. Ich habe das Gef\u00fchl, dass die Menschen beider Konfessionen an einer engen Zusammenarbeit interessiert sind. In Zeiten, in denen beide Kirchen mit Problemen zu k\u00e4mpfen haben, k\u00f6nnte die \u00d6kumene hilfreich sein. Weihnachten 2020 gibt allen Grund zur Hoffnung. Gemeinsam wurden in unserem D\u00f6rfchen \u00f6kumenische Gottesdienste angeboten und durchgef\u00fchrt. Von denjenigen die einen Gottesdienst besucht hatten, bekamen wir durchweg ein positives Feedback. Hand in Hand wurde daran gearbeitet, den Menschen zumindest an Weihnachten ein weinig Normalit\u00e4t zu vermitteln. Ja, es mag sein, dass ich durch dieses Weihnachtsfest ein wenig Sentimental geworden bin. Es ist jedoch unbestritten, dass in der Adventszeit T\u00fcren aufgesto\u00dfen und durchschritten wurden. Die \u00d6kumene bietet eine echte Chance f\u00fcr unsere Dorfgemeinschaft. Wir m\u00fcssen diese Chance nur zu nutzen wissen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Nat\u00fcrlich liegt zwischen beiden Kirchen immer noch so manches Hindernis. Gro\u00dfes entsteht jedoch bekanntlich im Kleinen und warum sollen wir nicht in unserem Dorf aufzeigen, wie es funktionieren kann? Wenn dieses verflixte Jahr 2020 am Ende irgendetwas gutes gebracht hat, dann die Tatsache, dass wir durch die \u00d6kumene mehr M\u00f6glichkeiten haben. Lasst uns diesen guten Weg, im gemeinsamen Miteinander auf Augenh\u00f6he, weitergehen und vorantreiben.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mag sein, dass es Menschen geben wird, die mich nach dem Lesen dieses Blogeintrages f\u00fcr sentimental halten. Mag sein, dass ich mich t\u00e4usche, aber ich glaube dieses Weihnachtsfest hat etwas besonders ausgel\u00f6st. 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