{"id":840,"date":"2018-03-25T12:31:50","date_gmt":"2018-03-25T11:31:50","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=840"},"modified":"2018-03-25T12:37:45","modified_gmt":"2018-03-25T11:37:45","slug":"am-beispiel-funino-mut-zur-veraenderung-im-kinder-und-jugendfussball","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=840","title":{"rendered":"Am Beispiel FUNino &#8211; Mut zur Ver\u00e4nderung im Kinder-und Jugendfu\u00dfball"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es k\u00f6nnte sein, dass ich mir mit den n\u00e4chsten Zeilen nicht nur Freunde mache. Ich bin mir dar\u00fcber bewusst, dass es in unserem Land mittlerweile fast 80 Millionen Bundestrainer gibt. Gerade im Fu\u00dfball denken viele Fachleute die passenden Antworten auf alle Fragen zu haben. Seit ich Kreisjugendleiter des Nordsaarkreises bin, versuche ich mit mehr Demut die Belange unseres Jugendfu\u00dfballs anzugehen. Wer hat schon immer die richtigen Antworten? Ver\u00e4nderungen sind gut und schaden in den seltensten F\u00e4llen.<\/strong><\/p>\n<p>Ich vertrete die Meinung, dass die Ver\u00e4nderungen der letzten Jahre dem Kinder- und Jugendfu\u00dfball gut getan haben. Der Fu\u00dfball lebt von Ver\u00e4nderungen und neuen Ideen. Nat\u00fcrlich bin ich mir dar\u00fcber im Klaren, dass solche S\u00e4tze bei vielen Experten nicht auf Gegenliebe sto\u00dfen. In den letzten 15 Jahren wurden im SFV richtungsweisende Ver\u00e4nderungen im Jugendfu\u00dfball angetrieben und durchgef\u00fchrt. Viele dieser Ver\u00e4nderungen mussten sich gegen harte Widerst\u00e4nde durchsetzen. Ich denke an die Spielfeldreform, die Einf\u00fchrung altersgerechte Ballgr\u00f6\u00dfen, die Anpassungen im Hallenfu\u00dfball, die Einf\u00fchrung der Turnierform im Kleinjugendbereich und die \u00c4nderung des Spielsystems sowie die Anpassung der Spielzeiten.<\/p>\n<p><strong>Wenn man sich mit etablierten Fu\u00dfballtrainern unterh\u00e4lt, wird man feststellen, dass diese Ver\u00e4nderungen die richtigen Schritte in die Zukunft waren. In den letzten Jahren haben wir gelernt, welchen wichtigen Einfluss Eltern auf die fu\u00dfballerische Entwicklung der Kinder haben k\u00f6nnen. Ohne die aktive Unterst\u00fctzung der Eltern w\u00e4re unser Kinder- und Jugendfu\u00dfball kaum noch m\u00f6glich. Darum m\u00fcssen wir versuchen die Eltern und Trainern vor Ort in unsere Planungen mit einzubinden.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-842\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/2-1-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/2-1-214x300.jpg 214w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/2-1.jpg 536w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/>Unsere Kinder definieren ihren Spa\u00df am Fu\u00dfball nicht nur \u00fcber gewonnene Spiele oder Niederlagen.Das wichtigste ist und bleibt die Freude am Fu\u00dfballspiel. Der Kinderfu\u00dfball sollte auch zuk\u00fcnftig st\u00e4ndigen Ver\u00e4nderungen unterliegen. Weiterbildung und Ausbildung sind daher dringend notwendig.<br \/>\nDie fu\u00dfballerische Ausbildung der Kinder hat sich in den letzten Jahren komplett ver\u00e4ndert. Heute wird ausschlie\u00dflich mit dem Ball gearbeitet. Auch das Rotationsprinzip spielt f\u00fcr die heutigen Trainer eine gewichtige Rolle. Es gilt die These: \u201e<strong>Wir m\u00fcssen uns kurzfristig schw\u00e4cher machen, um langfristig st\u00e4rker zu werden\u201c. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Das rotieren vor oder w\u00e4hrend des Spiels f\u00f6rdert die Kinder und Jugendlichen. Ein Jugendspieler sollte lernen auf mehreren Positionen zu spielen. Aus meiner Sicht sollte bis einschlie\u00dflich zur D-Jugend ohne feste Positionen gespielt werden.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nun sehe ich, vor meinem geistigen Auge, viele Trainer die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammenschlagen. Dabei sollte man mal \u00fcber diesen Gedanken nachdenken. Flexibilit\u00e4t spielt im Jugendfu\u00dfball eine wichtige Rolle. Ver\u00e4nderungen sind gut! Der Fu\u00dfball entwickelt sich ausschlie\u00dflich durch Ver\u00e4nderungen und Verbesserungen. Unsere Nationalmannschaft ist auch Weltmeister geworden, weil die Verantwortlichen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.<\/p>\n<p><b>Der ehemalige Sportdirektor des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes Matthias Sammer hatte zu seiner Zeit sein Konzept zur Nachwuchsf\u00f6rderung vorgestellt. Das DFB-Talentf\u00f6rderprogramm, die Leistungszentren der Lizenzvereine oder die Jugend-Nationalteams sollten verbessert und optimiert werden. Es sollten neue Initiativen angesto\u00dfen werden und \u00c4nderungen vollzogen werden. Am Ende sollte einen alters- und entwicklungsgerechter\u00a0sowie langfristig angelegter Leistungsaufbau f\u00fcr Talent und Elitespieler stehen. Dabei sollte neuerdings neben der individuellen sportlichen Ausbildung auch auf die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung geachtet werden. Das Hauptaugenmerk sollte bei der Vermittlung von Freude an Bewegung und Spielen liegen. Dabei ging es Sammer nicht nur darum, dass alle Kinder ausschlie\u00dflich Fu\u00dfball spielen. Vielmehr sollten f\u00fcr Kleinkinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren eine umfassende Bewegungsschulung erreicht werden. In den Altersstufen sieben bis elf sollten dann die technische und spielerische Vielseitigkeit geschult werden<\/b>.<strong>\u00a0Die weiteren Ausbildungsschritte sollten vor allem das leistungsorientierte Fu\u00dfball-Training umfassen. In den Altersstufen 12 bis 15 Jahren sollte mit fu\u00dfballspezifischem Grundlagentraining die Basis f\u00fcr eine sogenannte beginnende Spezialisierung gelegt werden. Erst im Alter zwischen 16 und 18 Jahren sollte der Schwerpunkt im Spezialisierungstraining liegen.<\/strong><\/p>\n<p>Eines muss man Mathias Sammer lassen: Er hatte Mut zur Ver\u00e4nderung ! Die sportlichen Erfolge unserer Auswahlmannschaften in den letzten Jahren tragen eindeutig seiner Handschrift.<\/p>\n<p><strong>Als wir in den sp\u00e4ten 2000er Jahren im Nordsaarkreis die Spielfeldreform einf\u00fchrten, erntenden wir vielerorts auch herbe Kritik. Heute ist die Spielfeldreform im ganzen Land angekommen. Nat\u00fcrlich ist es viel besser, wenn Kinder auf einem angepassten Spielfeld mit einem altersgerechten Fu\u00dfball spielen. Wir alle sollten uns Ver\u00e4nderungen positiv entgegenstellen und ruhig auch mal von anderen Sportarten lernen.<\/strong><\/p>\n<p>Als mein Vor-Vorg\u00e4nger Rudi Gerber w\u00e4hrend seiner Amtszeit die Einf\u00fchrung des Hallenfu\u00dfballs umsetzte wurde er vielerorts bel\u00e4chelt. Heute ist der Budenzauber eine feste Gr\u00f6\u00dfe im Fu\u00dfball. Mittlerweile wird in der Jugend Futsal gespielt. Auch diese Ver\u00e4nderungen wurden mit Mut und Willen durchgesetzt. In den modernen Trainingskonzepten des DFB liegt der Schwerpunkt bei den Ballkontakten. Die Kinder brauchen den Ball um zu lernen damit umzugehen. Das Laufen kommt von selbst und sollte in der heutigen Trainingslehre mit Spa\u00df verbunden werden. Kinder ben\u00f6tigen aufgrund ihrer muskul\u00e4ren Strukturen noch kein typisches Aufw\u00e4rmprogramm.<\/p>\n<p>Nun wurde den ehrenamtlichen Verbandsmitarbeitern im SFV, w\u00e4hrend einer Klausurtagung in Braunshausen, eine neue Form des altersgerechten Kinder- und Jugendfu\u00dfballs vorgestellt. Anhand eines Schauturnieres, einiger F-Jugendmannschaften aus unserem Nordsaarkreis, wurde die neue Turnierform FUNino vorgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Was ist FUNino ? Kurz beschrieben:<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-843\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/3-1-300x259.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/3-1-300x259.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/3-1-768x663.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/3-1-644x556.jpg 644w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/3-1.jpg 812w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><strong>FUNi\u00f1o\u00a0wird von Fachleuten f\u00fcr die 8- und 9-J\u00e4hrigen als das\u00a0am besten geeignetste Fu\u00dfballwettspiel\u00a0empfohlen. Aus Sicht der Experten ist es ein ideales Werkzeug ist, um technischen, taktischen, k\u00f6rperlichen und kognitiven\u00a0F\u00e4higkeiten zu entwickeln. Das Spiel auf\u00a04 Tore im 3 vs 3\u00a0bietet viele L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten und die Spieler k\u00f6nnen sich in ihrer\u00a0Kreativit\u00e4t frei entfalten.\u00a0FUNi\u00f1o\u00a0ist deshalb eine optimale Vorbereitung sowohl f\u00fcr den 5er als auch f\u00fcr den 7er Fu\u00dfball. Nat\u00fcrlich ist diese Art des Spielens auch f\u00fcr \u00e4ltere\u00a0Kinder\u00a0und sogar\u00a0Jugendliche\u00a0geeignet. Die Spielfeldausma\u00dfe f\u00fcr\u00a0FUNi\u00f1o\u00a0sind\u00a020-25 x 25-30 Meter. Somit haben idealerweise 8\u00a0FUNi\u00f1o\u00a0Felder auf einem regelrechten Fu\u00dfballfeld Platz.\u00a0Auf jeder Grundlinie werden\u00a02 Tore, 2 Meter breit und ein Meter hoch, aufgestellt. Zwischen den Toren muss ein Abstand von\u00a0mindestens 12 Meter, besser 14 Meter, bestehen.\u00a0Der\u00a0Strafraum\u00a0oder die\u00a0Schusszone\u00a0wird durch einen parallel zur Grundlinie verlaufende Linie markiert, die\u00a06 Meter\u00a0von der Grundlinie entfernt ist.\u00a0Ein Tor ist nur dann g\u00fcltig, wenn der Ball vorher von einem Angreifer in die Schusszone gespielt wurde und wenn der Ball vollst\u00e4ndig die Torlinie \u00fcberschritten hat.\u00a0Eine Mannschaft besteht aus\u00a04 Spielern, 3 sind auf dem Spielfeld.\u00a0Nach jedem Tor m\u00fcssen beide Mannschaften einen Spieler auswechseln.\u00a0Der Wechsel geschieht unter den 4 Spielern in Rotation und immer in der Mitte des Spielfeldes.\u00a0Es gibt\u00a0kein Abseits,\u00a0keine Ecken\u00a0und\u00a0keinen Elfmeter.\u00a0Einen Freisto\u00df gibt es nur im Mittelfeld und in der eigenen Schusszone. Der Ball wird mit einem Pass oder einer Ballf\u00fchrung ins Spiel gebracht. Bei einem\u00a0Regelversto\u00df der Verteidiger in ihrem Strafraum gibt es einen\u00a0Strafangriff\u00a0f\u00fcr den Gegner.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Kinder der F-Jugendmannschaften,die FUNino in Braunshausen vorstellten, hatten eine Menge Spa\u00df und auch die Trainer lobten nach anf\u00e4nglicher Skepsis diese neue Spielform.<\/p>\n<p><strong>Nun m\u00f6chte ich die zahlreichen Trainer und Betreuer der F-Jugenden in unserem Kreis beruhigen. Keine Angst, wir werden jetzt nicht Knall auf Fall alles wieder \u00e4ndern und nun ausschlie\u00dflich auf die Marke FUNnio setzen. Was aber spricht dagegen, diese Spielform einmal vorzustellen und als M\u00f6glichkeit anzubieten? Vielleicht gibt es Trainer und Betreuer die mit dieser neuen Spielform etwas anfangen k\u00f6nnen und gefallen daran finden ?<\/strong><\/p>\n<p>Lasst es uns doch einmal probieren! Lasst uns weiterhin neue Wege gehen! Lasst uns Ver\u00e4nderungen anstreben zum Wohle unseres Kinder- und Jugendfu\u00dfballs.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt davon:<\/p>\n<p>Der Fu\u00dfball wird davon profilieren und sich weiterentwickeln.<\/p>\n<p><strong>Der Kinder- und Jugendfu\u00dfball braucht immer auch Mut zur Ver\u00e4nderung.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es k\u00f6nnte sein, dass ich mir mit den n\u00e4chsten Zeilen nicht nur Freunde mache. Ich bin mir dar\u00fcber bewusst, dass es in unserem Land mittlerweile fast 80 Millionen Bundestrainer gibt. Gerade im Fu\u00dfball denken viele Fachleute die passenden Antworten auf alle Fragen zu haben. 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