{"id":8603,"date":"2021-01-19T20:06:46","date_gmt":"2021-01-19T19:06:46","guid":{"rendered":"http:\/\/echta-derminga.de\/?p=8603"},"modified":"2021-01-19T20:12:55","modified_gmt":"2021-01-19T19:12:55","slug":"do-werd-die-wutz-geschlacht-dodraus-werd-worschd-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=8603","title":{"rendered":"&#8222;&#8230;..do werd die Wutz geschlacht, dodraus werd Worschd gemacht&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Die ersten Nachweise \u00fcber die T\u00e4tigkeit eines Metzgers finden wir bei den alten Galliern. Schon weit vor Christi Geburt gab es Menschen die Wurst herstellten und damit ihr t\u00e4gliches Brot verdienten. Seitdem hat sich vieles ver\u00e4ndert. Bei den R\u00f6mern sorgte ein Lanius (Metzger) f\u00fcr die Versorgung der Truppe mit Wurst und Fleisch. Der Beruf des Metzgers kam zun\u00e4chst \u00fcber die St\u00e4dte auf das Land. Im 17. Jahrhundert lie\u00dfen sich vermehrt Fleischer in den D\u00f6rfern nieder. <strong>Das Schlachten bekam zusehends mehr System<\/strong> wobei immer mehr Bauern das blutige Handwerk der Fleischer nutzten. Geschlachtet wurde im Haus des Metzgers<\/strong> <strong>oder auf dem Geh\u00f6ft des Bauern.<\/strong> <strong>Nach dem 30-j\u00e4hrigen Krieg verbreitete sich der Beruf des Fleischers im ganzen Land.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Diejenigen die sich keinen Metzger leisten konnten, mussten selbst zum Beil greifen. In den meisten D\u00f6rfern wurde bis ins 20.Jahrhundert Hausschlachtungen betrieben. Dabei ging es im Wesentlichen darum die eigene Familie zu versorgen. Die Menschen hatten nicht viel und mussten sich ihre Lebensmittel einteilen. Geschlachtet wurde meistens vor gro\u00dfen Festen wie z.B Weihnachten oder Ostern oder einem gro\u00dfen Familienfest wie Hochzeit oder Geburtstag. Gerade im Saarland waren im 19.Jahrhundert Kartoffelspeisen sehr beliebt. Geschlachtet wurde eher selten. Fleisch und Wurst waren kostbar und wurden, wenn vorhanden, ger\u00e4uchert und gut aufbewahrt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"583\" height=\"745\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/10-2.jpg\" alt=\"\" data-id=\"8617\" data-full-url=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/10-2.jpg\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=8617\" class=\"wp-image-8617\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/10-2.jpg 583w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/10-2-235x300.jpg 235w\" sizes=\"auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"935\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/schwein-700x935.jpg\" alt=\"\" data-id=\"8612\" data-full-url=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/schwein.jpg\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=8612\" class=\"wp-image-8612\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/schwein-700x935.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/schwein-225x300.jpg 225w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/schwein.jpg 751w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Im 18.Jahrhundert war es nicht selten, dass Menschen die Arbeit eines Metzgers nebenbei verrichteten. Ganz oft handelte es sich um Wirtsleute oder Handwerker, die das Schlachten \u00fcbernahmen. Erst im 20. Jahrhundert kamen die gro\u00dfen Schlachth\u00e4user in Mode. Das Produkt Fleisch und Wurst gewann zusehends Popularit\u00e4t. Immer mehr Bauern und Landwirte lebten von der Viehlandschaft. Der Beruf des \u201eFleischbeschauers\u201d erlebte seine Hochzeit. Nur das Beste Fleisch sollte verwendet werden. In den 1920 Jahren mussten Metzger aufgrund der mangelnden K\u00fchlm\u00f6glichkeiten rund um die Uhr einsetzbar sein. Nichtsdestotrotz wurde gerade auf dem Land und in D\u00f6rfern weiterhin auf Hausschlachtungen gesetzt. Auch in Dirmingen schlachteten viele Landwirte und Bergmannsbauern weiterhin selbst ihr Vieh oder bestellten sich einen Metzger zur Schlachtung Nachhause. Die Schweine wurden durch einen Schlag auf den Kopf mit der stumpfen Seite einer Axt bet\u00e4ubt und anschlie\u00dfend abgestochen, wobei das Blut in einer irdenen Sch\u00fcssel aufgefangen wurde. Das Blut musste st\u00e4ndig ger\u00fchrt werden, damit es nicht gerinnen konnte. Hausschlachtungen waren f\u00fcr die ganze Familie, insbesondere die Kinder ein Ereignis, denn dem geschlachteten Schwein wurde die Blase entnommen, die aufgeblasen und getrocknet als Ball zum Spielen verwendet wurde. Selbst in den 1970-ger Jahren fanden noch enorm viele Hausschlachtungen in unserem Heimatort statt. Ich kann mich daran erinnern, dass ich auf meinem Schulweg einen Bauernhof passieren musste, der regelm\u00e4\u00dfig selbst schlachtete. Das aufgeschnittene und ausgeweidete Schwein wurde am gro\u00dfen Stalltor aufgeh\u00e4ngt. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"613\" height=\"949\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen1154.jpg\" alt=\"\" data-id=\"8614\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=8614\" class=\"wp-image-8614\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen1154.jpg 613w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen1154-194x300.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 613px) 100vw, 613px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"619\" height=\"817\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen770.jpg\" alt=\"\" data-id=\"8615\" data-full-url=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen770.jpg\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=8615\" class=\"wp-image-8615\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen770.jpg 619w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen770-227x300.jpg 227w\" sizes=\"auto, (max-width: 619px) 100vw, 619px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\">Die ersten gro\u00dfen Fleischerm\u00e4rkte und Gro\u00df-Metzgereien wurden im fr\u00fchen 20.Jahrhundert gegr\u00fcndet.&nbsp;Im Jahre 1910 begann in Dirmingen die Geschichte der saarl\u00e4ndischen Firma H\u00f6ll. Das Ehepaar Hans und Katharina gr\u00fcndeten im Herzen unseres Heimatortes eine Metzgerei. Im Jahre 1930 \u00fcbernahm Sohn Wilhelm den Betrieb und f\u00fchrte diesen erfolgreich in die Zukunft. Schon im Jahre 1962 wurde die bereits stark gewachsene Produktionsst\u00e4tte nach Illingen verlegt. Im Jahre 1975 \u00fcbernahm Hans H\u00f6ll Junior in dritter Generation die Unternehmensleitung. Ebenfalls in den 1920-ger Jahren er\u00f6ffnete der Metzgermeister Karl Ludwig Eigner und seine Frau Louise Regitz, aus dem Dirminger Haus \u201eHanjere\u201c, eine Metzgerei. So entstand in den eigenen vier W\u00e4nden die traditionsreiche Dirminger Metzgerei \u201eEischnersch\u201c. Der Sohn des Ehepaars Werner Eigner \u00fcbernahm schlie\u00dflich die Metzgerei mit eigener Schlachtung. Jahre sp\u00e4ter f\u00fchrte die Familie Fei\u00dft als P\u00e4chter den Verkauf von Fleisch und Wurstwaren weiter. Neben des Wurst-Giganten H\u00f6ll hatte die Metzgerei Eigner in Dirmingen einen \u00fcberaus guten Ruf. Damals gab es noch in jedem gr\u00f6\u00dferen Dorf eine eigene B\u00e4ckerei oder Metzgerei.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"631\" height=\"409\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen799.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8619\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen799.jpg 631w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/dirmingen799-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:18px\"><strong>Wenn ich zur\u00fcck an meine Jugendzeit denke, erinnere ich mich noch gut an den Metzger Knichel oder die Metzgerei des Peter Heidemann in der Ortsmitte. Metzgereien geh\u00f6rten viele Jahrzehnte fest zur Infrastruktur unseres Heimatortes. Nach dem zweiten Weltkrieg basiert der wirtschaftliche Aufschwung unseres Dorfes zu gro\u00dfen Teilen auf der hiesigen \u201cSch\u00e4fer Brauerei\u201d und auf dem Wurstfabrikanten \u201cH\u00f6ll\u201d. Jeden Morgen verlie\u00dfen massenweise die Dienst -und Lieferfahrzeuge den Fuhrpark, um das begehrte Produkt zu vermarkten. Im Jahre 2010 besch\u00e4ftigte das Traditions-Unternehmen H\u00f6ll in Saarbr\u00fccken rund 700 Mitarbeiter. Die Eigenmarke H\u00f6ll produzierte im Laufe der Jahrzehnte knapp 800 Varianten Wurstwaren. Besonders im Saarland genie\u00dft die Marke H\u00f6ll bis heute einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2013 meldete das Traditionsunternehmen Insolvenz an. Heute erinnert nur noch das Gr\u00fcndungshaus der Fa. H\u00f6ll und das Familiengrab auf dem Dirminger Friedhof an den ehemaligen saarl\u00e4ndischen Wurstgiganten. Die wenigsten Saarl\u00e4nder wissen, dass die Wiege der Firma H\u00f6ll in Dirmingen stand.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"1338\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/hoelli-700x1338.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8621\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/hoelli-700x1338.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/hoelli-157x300.jpg 157w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/hoelli-768x1468.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/hoelli-804x1536.jpg 804w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/hoelli.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Nachweise \u00fcber die T\u00e4tigkeit eines Metzgers finden wir bei den alten Galliern. 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