{"id":9830,"date":"2021-07-03T12:01:44","date_gmt":"2021-07-03T11:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=9830"},"modified":"2021-07-03T12:56:37","modified_gmt":"2021-07-03T11:56:37","slug":"unser-gemeinsamer-weg-in-eine-andere-bestattungskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=9830","title":{"rendered":"Unser gemeinsamer Weg in eine andere Bestattungskultur"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Bestattungskultur und somit auch unser Umgang mit Tod, Trauer, Gedenken hat sich grundliegend ver\u00e4ndert. Immer mehr Menschen entscheiden sich f\u00fcr kleine und anonyme Rituale. Von der fr\u00fcheren Bestattungskultur, gepr\u00e4gt durch das christliche Brauchtum, ist nicht mehr viel \u00fcbriggeblieben. Auf unseren Friedh\u00f6fen werden Gr\u00e4ber immer individueller gestaltet, wobei die Erdbestattung v\u00f6llig aus der Mode gekommen ist. Im fr\u00fchen 20.Jahrhundert galt die Feuerbestattung in der katholischen Kirche als &#8222;barbarische Sitte&#8220;. Heute kann man sich einen Friedhof ohne die M\u00f6glichkeit einer Urnenbestattung kaum noch vorstellen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In der Gemeinde Eppelborn befasst man sich schon seit geraumer Zeit mit dem Wandel der Friedhofskultur. Auch der Dirminger Ortsrat hat sich mit diesem Thema schon besch\u00e4ftigt. Wenn man vor dem Dirminger Friedhof steht, kann man recht gut die vielen freien unbenutzten Fl\u00e4chen erkennen. Die vielen Urnenw\u00e4nde haben das Bild unseres Friedhofs enorm ver\u00e4ndert. Darauf gilt es Antworten zu finden.&nbsp;Nicht zu \u00fcbersehen sind die vielen L\u00fccken zwischen den Gr\u00e4bern. Der Weg unserer Friedhofskultur geht definitiv weg von er klassischen Erdbestattung hin zur Urnenbeisetzung. Der neuste Trend geht mit der Baumbestattung sogar noch mehr in Richtung Natur. Waldfriedh\u00f6fe oder Baumbestattungen sind hoch im Kurs. Auch in Dirmingen verfolgt man solche Ziele und m\u00f6chte diese M\u00f6glichkeit so bald wie m\u00f6glich anbieten. Platz genug w\u00e4re vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Bestattungskultur befindet sich also wieder mal im Wandel. Dabei ist die Tradition, Verstorbene auf einem Friedhof zu bestatten, noch gar nicht so alt. Im Mittelalter wurden Leichen regelrecht entsorgt, ohne Sarg, in T\u00fccher geh\u00fcllt, vergraben. Die Friedh\u00f6fe, wie wir sie kennen, sind eine Errungenschaft der Neuzeit. Oft lagen die Grabst\u00e4tten, wie auch in Dirmingen, rund um die Kirche. Die so genannten Kirchh\u00f6fe galten als Symbol f\u00fcr die N\u00e4he zu Gott. Vorgaben f\u00fcr Bestattungen gab es zun\u00e4chst kaum. Es wurde viele Jahre auch nicht vorgeschrieben, wie die Leichname begraben sein mussten. Quellen berichten, dass Totengr\u00e4ber ger\u00fcgt wurden, wenn Hunde die Gebeine wieder ausgegraben haben. Der Verwesungsgeruch in den St\u00e4dten war, historischen Quellen zufolge, unertr\u00e4glich. Am Ende war es weniger die Erinnerungskultur sondern vielmehr der Hygieneaspekt, warum die heutigen Friedh\u00f6fe mit ihren strengen Bestattungsregeln entstanden sind. Irgendwann ging es auch darum Infektionen und Seuchen zu verhindern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"672\" height=\"803\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/222.jpg\" alt=\"\" data-id=\"10043\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=10043\" class=\"wp-image-10043\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/222.jpg 672w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/222-251x300.jpg 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 672px) 100vw, 672px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Alte Friedhofsmauern auf dem Render<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"670\" height=\"1023\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1392333679.jpg\" alt=\"\" data-id=\"10057\" data-full-url=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1392333679.jpg\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=10057\" class=\"wp-image-10057\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1392333679.jpg 670w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/1392333679-196x300.jpg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Letztes vorhandenes Grabkreuz auf dem alten Friedhof<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Die erste Eintragung, in das Dirminger Kirchenbuch, zu einer Beerdigung finden wir im Jahre 1664. Dort steht geschrieben: &#8222;Sonnabend, 17 Christmonat, ist Meister Jakobs des Wagners zu Berschweiler Hausfrau Maria begraben worden.\u201c Das Wort \u201ebegraben\u201c kommt in den folgenden Jahren nur noch einmal vor. Bei allen anderen 8 Beerdigungen dieses ersten Kirchenjahres hei\u00dft es :\u201czur Erde bestattet worden\u201c oder \u201eChristlichem Gebrauch nach ehrlich zur Erde bestattet worden.\u201c In den folgenden Jahren lautete die Eintragung in der Regel: &#8222;Christlich zur Erde bestattet worden\u201c. In den ersten Kirchenbucheintragungen f\u00e4llt auf, dass damals keine Alterseingabe gemacht wurden. Dies wurde auch in den folgenden Jahren so gehandhabt. Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel. Als ein hochbetagtes Gemeindeglied verstarb schrieb man nieder: \u2026.welcher sein Leben auf 95 Jahr in dieser Welt brachte\u201c. Im Jahre 1742 beginnt Pfarrer Philipp Heinrich Wagner damit regelm\u00e4\u00dfig das Alter der Verstorbenen einzutragen. Das Dorf erholte sich zun\u00e4chst nur langsam von den Auswirkungen des 30 j\u00e4hrigen Krieges. Dabei war auch die Sterbensrate bei Kindern aufgrund der Lebensverh\u00e4ltnisse sehr hoch. Beispielsweise fanden in den Jahren 1701 bis 1705 ca. 12 Beerdigungen statt, darunter waren 5 Kinder. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"506\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/111-700x506.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10042\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/111-700x506.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/111-300x217.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/111-768x555.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/111.jpg 917w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption>Trauermarsch auf dem &#8222;stillen Weg&#8220; durch Dirmingen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Das Dorf wuchs st\u00e4ndig an und schon im Jahre 1751 bis 1755 fanden 48 Beerdigungen, davon 25 Kinder und 3 Jugendliche statt .Die hohe Sterbensrate bei Kindern und Jugendlichen h\u00e4lt sich bis ins 19 Jahrhundert. In den Jahre 1851 bis 1855 wurden 146 Beerdigungen durchgef\u00fchrt, darunter waren 64 Kinder und 5 Jugendliche. Die Sterblichkeit im ersten Lebensjahr bezeichnete man als S\u00e4uglingssterblichkeit. Die Hauptursache f\u00fcr diese Kindersterblichkeit lag an der Mangelern\u00e4hrung und an den hygienischen Umst\u00e4nden. Im Jahre 1870 starben in Deutschland fast 250 von 1000 Kindern. Die h\u00e4ufigste Todesursache war dabei Durchfall, wobei vor allem Kinder gef\u00e4hrdet waren, die nicht gestillt wurden. \u00c4rmere Gesellschaftsschichten hatten dabei eine h\u00f6here Sterblichkeit als reiche die wohlhabende Bev\u00f6lkerung. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"480\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/001-700x480.jpg\" alt=\"\" data-id=\"10046\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=10046\" class=\"wp-image-10046\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/001-700x480.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/001-300x206.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/001-768x526.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/001.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"450\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/002-700x450.jpg\" alt=\"\" data-id=\"10047\" data-full-url=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/002.jpg\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=10047\" class=\"wp-image-10047\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/002-700x450.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/002-300x193.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/002-768x494.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/002.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Das Durchschnittsalter bei Beerdigung lag in den Jahren von 1751 bis 1755 bei 26 Jahren und war ebenfalls den schlechten Lebensbedingungen geschuldete. Beerdigt wurde auf dem Kirchhof zu Dirmingen, der jahrhundertelang wirklich als Kirchhof gepflegt wurde und rund um die Kirche lag. Auch die evangelischen Christen von Berschweiler wurden dort beerdigt. Der Kirchhof war Eigentum der Evangelischen Kirchengemeinde. Dirmingen. Die katholischen Mitb\u00fcrger wurden zu dieser Zeit in Urexweiler beerdigt. Im Jahre 1900 erbaute die Gemeinde Dirmingen einen kommunalen Friedhof am Ortsausgang zwischen Dirmingen und Eppelborn. In Berschweiler wurde ebenfalls ein kommunaler Friedhof auf dem Kappelberg errichtet. \u00dcber viele Jahrhunderte spalteten die Beerdigungen in den D\u00f6rfern die Kluft zwischen Katholiken und Protestanten. Beide Konfessionen schenkten sich nichts und gingen h\u00f6chst fragw\u00fcrdig miteinander um. Der Schl\u00fcssel zu Kirchen wurde nicht rausger\u00fcckt, S\u00e4rge versteckt oder auch willk\u00fcrlich die Beerdigungszeremonie durch Bau- oder Sanierungsarbeiten erschwert. Die Kluft war so gro\u00df, dass beispielsweise in Urexweiler ab 1688&nbsp;insgesamt 53 Jahre lang kein Protestant beerdigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Beerdigungsbr\u00e4uche gab es schon immer: Schon der evangelische Pfarrer Langensiepen vermerkte in seinem Kirchenbuch, dass fr\u00fcher die Toten, ob evangelisch oder katholisch, in einer Reihe bestattet w\u00fcrden, doch die Evangelischen mit den&nbsp; F\u00fc\u00dfen nach Osten und die katholischen mit den F\u00fc\u00dfen nach Westen. Ein Grund dieses Brauchtums k\u00f6nnte darin liegen, dass es Brauch war, dass Gemeindeglieder mit dem Kopf in Richtung Altar der eigenen Kirche gelegt wurden. Leider erschlie\u00dft es sich mir nicht mehr , wie die Verstorbenen auf dem ehemaligen Kirchhof bestattet waren. Es k\u00f6nnte aufgrund der \u00dcberlieferung des Pfarrers Langensiepen jedoch so gewesen sein, dass alle evangelischen Verstorbenen mit dem Kopf in Richtung des Altar lagen. Das ist jedoch nur eine pers\u00f6nliche Anmerkung und keineswegs historisch Belegt. Aus meiner Sicht der Dinge spricht jedoch einiges f\u00fcr diese These.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"450\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/333-700x450.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10049\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/333-700x450.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/333-300x193.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/333-768x493.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/333.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Verschwunden ist auch der Brauch, dass Schulkinder den Leichenzug begleiten. Auch die Konfirmandenklasse musste eine zeitklang den Leichenzug begleiten.&nbsp;Dabei war es Brauch, dass der Pfarrer oder Lehrer mit der Schulklasse am Haus des Verstorbenen und auf dem Friedhof singen mussten. In Dirmingen schlich sich als erstes der Brauch ein, dass in der Kirche eine Trauerfeier stattfand und anschlie\u00dfend die Beerdigung mit kurzer Andacht auf dem Friedhof, Genau an dieser Stelle wird eine Ver\u00e4nderung unserer Bestattungskultur deutlich. Immer weniger Menschen legten pl\u00f6tzlich wert auf einen Gottesdienst. Mit dem Anstieg von Kirchenaustritten in den letzten Jahrzehnten wuchs der Trend zu kurzen Andachten auf dem Friedhof. Immer \u00f6fter wird der Pfarrer durch einen Friedensrichter ersetzt. Die fr\u00fcheren Leichenz\u00fcge wurden aufgrund des verst\u00e4rkten Verkehrsaufkommens auf der heutigen B10 abgeschafft werden. Aus dem sogenannten \u201estillen Weg\u201c wurde eine der meistbefahrensten Stra\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ein weiterer Brauch war, dass der Sarg von Nachbarn oder Freunden und Bekannten zu Grabe getragen wurde.&nbsp; Die Sargtr\u00e4ger mussten den Leichnam fr\u00fcher vom Sterbensort auf den Leichenwagen und zum Grab tragen. Wenn&nbsp;der Sarg versenkt war, entfernten die Tr\u00e4ger die gr\u00fcnen Buchsbaumzweiglein von ihren Rock\u00e4rmeln und warfen diese auf den Sarg. Fr\u00fcher war die Dorfgemeinschaft f\u00fcr die Beerdigung verantwortlich, heute wird dies von Beerdigungsinstituten \u00fcbernommen. Guter Brauch war und ist bis heute der&nbsp;Leichenims. Nach der Beerdigung kam fr\u00fcher das ganze Dorf zusammen. Die Angeh\u00f6rigen, die Nachbarn die Freunde und alle die sich mit dem Verstorbenen verbunden f\u00fchlten. Dabei sorgte die Nachbarschaft und die Freunde f\u00fcr das leibliche Wohl. Es gab Kaffee und Kuchen oder auch mal ein Glas Bier oder Wein. Der Leichenims verlief immer still und ruhig im Gedenken an den Verstorbenen. Den Ims gibt es noch heute, jedoch werden sie immer seltener. Ein Grund daf\u00fcr liegt auch im Aussterben der Gastronomie. Wo soll man heute noch einen Leichenims durchf\u00fchren ?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"532\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/2000-700x532.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10051\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/2000-700x532.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/2000-300x228.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/2000-768x584.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/2000.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Unter der \u00dcberschrift &#8220; Nicht Ende, sondern Anfang&#8220; berichtete die Saarbr\u00fccker Zeitung von der am 12. November 1972 eingeweihten neuen Friedhofshalle. Die damalige Gemeinde Dirmingen musste sich zuvor auf einen langen und teilweise schwierigen Weg begeben. Die Finanzierung sowie die Planung und auch die Bestimmung des Standortes verlangten dem damaligen Gemeinderat einiges ab. Heute wird die Einsegnungshalle, die von ca. 100 Trauerg\u00e4sten benutzt werden kann, immer seltener benutzt. Der Trend geht zu kurzen Beerdigungen die unmittelbar am Grab stattfinden. Die Hygienerichtlinien, die aufgrund der Pandemie beschlossen wurden, haben diese  Vorgehenswiese eigentlich noch beschleunigt. Interessant ist die Tatsache, dass der damalige Dirminger Gemeinderat bereits im Jahre 1972 einen Glockenturm anbringen wollte. Die Umsetzung dieses Vorhabens scheiterte an den finanziellen M\u00f6glichkeiten. Unl\u00e4ngst hat der Dirminger Ortsrat, auf Antrag der  CDU Fraktion, erneut die Anbringung eines Glockenturms beantragt. Wahrscheinlich wird es auch diesmal aus finanziellen und auch technischen Gr\u00fcnden schwierig sein dieses Begehren umzusetzen. Mittlerweile wurde jedoch eine L\u00f6sung gefunden. Zuk\u00fcnftig soll \u00fcber eine Audioanlage der Glockenklang erfolgen. \u00dcber diese Ma\u00dfnahme werden sich  besonders unserer katholischen Christen freuen. Die Baukosten unserer Einsegnungshalle beliefen damals auf 155 000,- \u20ac. Besonders wichtig waren damals die K\u00fchlr\u00e4ume f\u00fcr die S\u00e4rge. Mit der neuen Bestattungskultur kommen diese K\u00fchlzellen heute immer weniger zur Nutzung. F\u00fcr eine Urne ben\u00f6tigt man eben keinen K\u00fchlung. Ganz Fr\u00fcher wurden die Toten von ihren Angeh\u00f6rigen in ihren Schlafzimmern oder sogar im Wohnzimmer aufgebahrt. Gerade f\u00fcr Kinder und Jugendliche war diese Tradition nicht immer einfach zu verkraften. Die Toten hat man bis zur Beerdigung mit Eis gek\u00fchlt. Gerade an warmen Sommertagen war diese Vorgehensweise jedoch immer mit vielen Problemen behaftet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Heute gibt es bundesweit 32.000 Friedh\u00f6fe mit einer Fl\u00e4che von rund 35.000 Hektar. Darauf befinden sich rund 40 Millionen Gr\u00e4ber. Dabei werden, egal ob in der Gro\u00dfstadt oder eben auf dem Land, die so genannten \u00dcberhangfl\u00e4chen immer gr\u00f6\u00dfer. Diese Bereiche werden eben nicht mehr f\u00fcr Bestattungen ben\u00f6tigt. Dennoch m\u00fcssen diese Fl\u00e4chen gepflegt und gem\u00e4ht werden. F\u00fcr die Verwaltung bedeutet dies, dass die Unterhaltskosten steigen. Laut Statistik sind zwischen 20 und 70 Prozent der Friedhofsfl\u00e4chen von diesem Problem betroffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wie bereits erw\u00e4hnt steht das Thema Bestattungskultur auch in unserer Gemeinde Eppelborn ganz oben auf der Agenda. Auf dem Dirminger Friedhof hat es gerade in den letzten Jahren eine deutliche Ver\u00e4nderung gegeben. Der Trend zur Urnenbestattung in der Urnenwand oder im Boden hat Hochkonjunktur. Auch auf die Tatsache, dass immer weniger Menschen vor der Beisetzung des geliebten Menschen auf einen Gottesdienst verzichten, wurden Antworten gefunden. Die Bestatter haben sich l\u00e4ngst auf diese Entwicklung eingestellt. Auch der Ortsrat hat auf diese Entwicklung reagiert und mit guten Entscheidungen eine Antwort gegeben. Wie bereits erw\u00e4hnt, wird die Beschallungsanlage der Einsegnungshalle \u00fcberarbeitet und mit einem Audio-Glockenklang versehen. Diese Ma\u00dfnahme lag besonders der CDU-Fraktion am Herzen und wurde Einstimmig im Ortsrat verabschiedet. W\u00e4hrend die katholische Kirche immer mehr auf Gottesdienste vor der Beisetzung verzichtet und sich verst\u00e4rkt auf die Zeremonie auf dem Friedhof konzentriert, macht diese Anschaffung durchaus Sinne. Die Evangelische Kirche hingegen bietet weiterhin die M\u00f6glichkeit  eines Gottesdienstes an. Nach der Pandemie soll die Einsegnungshalle wieder verst\u00e4rkt genutzt werden. Grund genug diese Halle aufzuwerten. Die Toilettenanlage wurde unl\u00e4ngst saniert und eine W\u00e4rme-Vorrichtung f\u00fcr den Halleninnenraum ist fest eingeplant.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"468\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/00000-700x468.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10053\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/00000-700x468.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/00000-300x200.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/00000-768x513.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/00000.jpg 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Wenn ein Mensch stirbt, muss er laut unserem Gesetz auf einem Friedhof oder einem ausgewiesenen Bestattungswald beerdigt werden. Wie lange h\u00e4lt dieses Gesetz noch ? In osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern und auch in der USA nehmen die Angeh\u00f6rigen die Urne des Verstorbenen mit Nachhause um diese dort aufzubewahren. Ich pers\u00f6nlich habe mich mit dieser M\u00f6glichkeit noch nicht angefreundet, wer wei\u00df ich ich in einigen Jahren dar\u00fcber denken werde. Die Baumbestattung hat durchaus ihren Scham und wird wohl zu den Alternativen der Zukunft geh\u00f6ren. Manchmal ist es gut sich von alten Br\u00e4uchen zu verabschieden. Politik und Kirche sind gut beraten sich auf die Entwicklung einzustellen und L\u00f6sungen anzubieten. Letztendlich sollte man den Menschen den Abschied von einem geliebten Menschen so einfach und angenehm wie m\u00f6glich machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Alles im Leben ver\u00e4ndert sich, auch unsere Bestattungskultur ! Wer wei\u00df, ob dass, was wir heute entscheiden in einigen Jahren nicht Schnee von Gestern ist. Wichtig ist, dass wir die Zeichen der Zeit erkennen. Ich w\u00fcnsche mir, dass sich Kirche und Politik sich noch mehr mit den \u00c4nderungen unserer Bestattungskultur besch\u00e4ftigen. Dabei muss es erlaubt sein, laut nachzudenken. Eine Baumbestattung w\u00e4re noch vor 30 Jahren unvorstellbar gewesen. Ver\u00e4nderungen sind gut, richtig und wichtig. Ver\u00e4nderungen geben unserem Leben neue Impulse. Wenn man sich unsere Friedh\u00f6fe so anschaut, kommt man schnell zu dem Entschluss, dass etwas ver\u00e4ndert und passieren muss. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"493\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/000-700x493.jpg\" alt=\"\" data-id=\"10038\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=10038\" class=\"wp-image-10038\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/000-700x493.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/000-300x211.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/000-768x541.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/000.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"466\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-001-700x466.jpg\" alt=\"\" data-id=\"10039\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=10039\" class=\"wp-image-10039\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-001-700x466.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-001-300x200.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-001-768x512.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-001.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"467\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-004-700x467.jpg\" alt=\"\" data-id=\"10040\" data-full-url=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-004.jpg\" data-link=\"https:\/\/echta-derminga.de\/?attachment_id=10040\" class=\"wp-image-10040\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-004-700x467.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-004-300x200.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-004-768x513.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Dirmingen-004.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bestattungskultur und somit auch unser Umgang mit Tod, Trauer, Gedenken hat sich grundliegend ver\u00e4ndert. Immer mehr Menschen entscheiden sich f\u00fcr kleine und anonyme Rituale. Von der fr\u00fcheren Bestattungskultur, gepr\u00e4gt durch das christliche Brauchtum, ist nicht mehr viel \u00fcbriggeblieben. Auf unseren Friedh\u00f6fen werden Gr\u00e4ber immer individueller gestaltet, wobei die Erdbestattung v\u00f6llig aus der Mode gekommen ist. 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