{"id":9916,"date":"2021-06-17T19:55:33","date_gmt":"2021-06-17T18:55:33","guid":{"rendered":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=9916"},"modified":"2021-06-17T19:59:17","modified_gmt":"2021-06-17T18:59:17","slug":"vom-weinanbau-auf-dem-hoeppesbuesch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echta-derminga.de\/?p=9916","title":{"rendered":"Vom Weinanbau auf dem Dirminger &#8222;H\u00f6ppesb\u00fcsch&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Um den Dirminger \u201eH\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c ranken sich einige interessante Geschichten. Bis zum Jahre 1768 wurde der Bereich \u201eHeppesb\u00f6sch\u201c, sp\u00e4ter auch \u201eAuf dem H\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c genannt. Der Flurname k\u00f6nnte auf den urspr\u00fcnglichen Besitzer deuten. Der Volksmund \u00fcbersetzte den Flurnamen \u201eH\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c als einen Ort, an dem man springen, h\u00fcpfen oder auf Altdeutsch \u201ehoppen\u201c kann. Meister Lampe, der Hase, wurde fr\u00fcher wegen seines H\u00fcpfens \u201eHeppers\u201c genannt. Letztendlich steht das W\u00f6rtchen \u201eB\u00fcsch\u201c auch f\u00fcr einen Niederwald auf einer H\u00f6he oder f\u00fcr eine gro\u00dfe Hecke oder eben Busch. Obwohl ich pers\u00f6nlich glaube, dass diese Erkl\u00e4rung wohl am wahrscheinlichsten ist, l\u00e4sst es sich heute nicht mehr feststellen, woher der Flurname stammt. Mit Hilfe der Vorarbeit engagierte Heimatforscher k\u00f6nnen wir heute die Herkunft des Flurnamens bestenfalls eingrenzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Laut Volksmund befand sich im 19. Jahrhundert auf dem \u201eH\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c ein Weinanbaugebiet. Tats\u00e4chlich sprechen mehrere Indizien daf\u00fcr, dass auf diesem stufenartigen Gel\u00e4nde einmal Wein angebaut wurde. Wenn man sich einmal ins \u201eM\u00fcllbach\u201c oder auf den \u201eG\u00e4nseberg\u201c stellt, kann man noch heute die stufenartige Lage des Abhangs erkennen. Im 19. Jahrhundert fand der Weinanbau in unserer Region seinen H\u00f6hepunkt. In vielen Gegenden zeugen noch heute Flurnamen vom Weinbau in unserer Heimat. Die gr\u00f6\u00dften Weinbaugebiete befanden sich an der mittleren Saar bei Merzig und weiter unterhalb bei St. Arnual und auf dem Saarbr\u00fccker Halberg. Besonders in sogenannten Tald\u00f6rfern wurde gerne Wein angebaut. Der Anbau diente der eigenen Verk\u00f6stigung oder eben dem Handel.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/reebe-1-700x508.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9920\" width=\"700\" height=\"508\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/reebe-1-700x508.jpeg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/reebe-1-300x218.jpeg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/reebe-1.jpeg 759w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption>Weinstube &#8222;Zur Reebe&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ein weiteres Indiz daf\u00fcr, dass in Dirmingen Wein angebaut wurde findet man in unserer Dorfchronik. Schon sehr fr\u00fch fand man in unserem Dorf neben der gew\u00f6hnlichen Bierschenke auch zahlreiche Weinstuben. In sogenannten Strau\u00dfenwirtschaften boten Winzer ihren eigenen Wein an. Wenn die Weinstube ge\u00f6ffnet hatte, wurde ein Strau\u00df, ein Besen, ein Kranz oder eben ein St\u00fcck Hecke des jeweiligen Weingebietes an die T\u00fcr geh\u00e4ngt. Was der Winzer am Ende \u00fcber seine T\u00fcr hing, hatte in der Regel viel mit seiner Heimatregion zu tun.&nbsp;W\u00e4hrend es im Westen Deutschlands die Strau\u00dfwirtschaften gab, sprach man im Badischen von einer Besenwirtschaft und im Fr\u00e4nkischen von einer Heckenwirtschaft.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Eine der bekanntesten Dirminger Weinstuben befand sich noch vor dem zweiten Weltkrieg auf dem \u201eH\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c. Nachweislich vertrieb die Strau\u00dfwirtschaft \u201eSonne\u201c Wein aus der eigenen Herstellung. Auch die Geschichte des alteingesessenen Gasthauses \u201eSchuhhannesse\u201c ist eng mit dem Weinbau verbunden. In der Anfangszeit war das Gasthaus \u201eSchuhhannesse\u201c \u00fcberregional als Weinschenke bekannt. Die Weinstube \u201eZur Rebe\u201c befand sich im \u201eM\u00fcllbach\u201c nicht weit entfernt vom \u201eH\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c. F\u00fcrst Wilhelm Heinrich von Nassau- Saarbr\u00fccken hatte bereits im Jahre 1762 versucht den Weinanbau zu forcieren. Schriften belegen, dass der F\u00fcrst dazu auch gerne die gutgelegenen Tald\u00f6rfer in seiner Herrschaft nutzte. Irgendwann fanden die Bem\u00fchungen um das Dirminger Weinbaugebiet ein Ende. Vermutlich war der Aufwand zu gro\u00df und das Gesch\u00e4ft nicht lukrativ genug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>In der Zeit der Industrialisierung verlief die sogenannte saarl\u00e4ndische Kohlenstra\u00dfe durch Dirmingen. T\u00e4glich nahmen zahlreiche Kohlentransporter, H\u00e4ndler und Arbeiter den Weg durch unser Dorf. Die Gastronomie musste sich diesen neuen Gegebenheiten anpassen, wobei besonders die hiesige Sch\u00e4fer Brauerei von dieser Entwicklung profitierte. Die Zeit des  Weinanbaus in unserem Heimatort fand ein Ende. Das Bier setze sich als Getr\u00e4nk des kleinen Mannes durch. Hopfen und Malz, Gott Erhalts.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"503\" src=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/P-Postkarten-1-700x503.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9922\" srcset=\"https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/P-Postkarten-1-700x503.jpg 700w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/P-Postkarten-1-300x215.jpg 300w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/P-Postkarten-1-768x552.jpg 768w, https:\/\/echta-derminga.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/P-Postkarten-1.jpg 905w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um den Dirminger \u201eH\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c ranken sich einige interessante Geschichten. Bis zum Jahre 1768 wurde der Bereich \u201eHeppesb\u00f6sch\u201c, sp\u00e4ter auch \u201eAuf dem H\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c genannt. Der Flurname k\u00f6nnte auf den urspr\u00fcnglichen Besitzer deuten. Der Volksmund \u00fcbersetzte den Flurnamen \u201eH\u00f6ppesb\u00fcsch\u201c als einen Ort, an dem man springen, h\u00fcpfen oder auf Altdeutsch \u201ehoppen\u201c kann. Meister Lampe, der Hase, wurde fr\u00fcher wegen seines H\u00fcpfens \u201eHeppers\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":9921,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1,9,8],"tags":[5,618,777,310,935,936],"class_list":["post-9916","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-dorfgetratsche","category-sellemols-und-awweile","tag-dirmingen","tag-gemeinde-eppelborn","tag-kreis-neunkirchen","tag-saarland","tag-straussewirtschaft","tag-weinanbau-saar"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9916","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9916"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9916\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9931,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9916\/revisions\/9931"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9916"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9916"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/echta-derminga.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9916"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}