Stillstand – Schwere Zeiten für unsere Vereine

Alles steht still! Das Vereinsleben ist während der Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen. Keine Vereinsfeste, keine Veranstaltungen, kein Spielbetrieb und somit auch keine Einnahmen.

Der Gemeinschaftssinn, das Miteinander und das Vereinsgefühl bleiben auf der Strecke. Ich mache mir nicht erst seit heute echten Sorgen um unsere Vereinslandschaft. Die Kontaktpflege und der soziale Austausch finden kaum noch statt. Seit mehreren Monaten ruht, aufgrund der Pandemie, das Vereinsleben. Ein Ende ist noch nicht in Sicht und die ersten bleibenden Schäden sind längst entstanden.

Immerhin dürfen Vereine durch die ersten Lockerungen zumindest wieder Vorstandssitzungen oder kleinere Trainingseinheiten durchführen. Die großen Ballsportverbände planen nach den großen Ferien den Auftakt des Spielbetriebes. Stellt sich lediglich die Frage, wie kann oder soll das aussehen? Mich plagt die Sorge, dass unsere Vereine am Ende mehr Verantwortung tragen müssen, als dass sie eigentlich in der Lage sind.

Neben den eigentlichen Vereinsaktivitäten, wie z.B Spiel-und Trainingsbetrieb, Schulungen, Weiterbildungen oder Vereinsfeste gerät auch die Infrastruktur der Vereine mehr und mehr in Gefahr. Fast jeder Verein hat Baustellen, die auf der eigenen Agenda stehen und irgendwann einmal bearbeitet werden müssten. Wie soll man diese Probleme anpacken, wenn keine Einnahmen reinkommen?

Ein Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht und die Menschen bereiten sich vielerorts schon auf eine zweite Welle vor. Das, was stattfinden kann, findet unter den strengsten Hygienerichtlinien statt. In der vergangenen Woche konnten wir schon froh sein, dass unser Tennisverein TC Eppelborn-Dirmingen unter den gegebenen Richtlinien seine Seniorenmeisterschaften durchführen konnte. Alles andere an Großveranstaltungen in unserem Dorf wurde frühzeitig abgesagt. Das ist verständlich und unbedingt nachvollziehbar. Veranstaltungen wie „Unser Dorf spielt Handball“ oder „Unser Dorf spielt Fußball“ sowie das Imkerfest oder das Fischerfest konnte man unter den aktuellen Umständen nicht durchführen. Was bleibt, ist Enttäuschung und Ratlosigkeit. Woher kommen nun die dringend benötigten Einnahmen?

Der saarländische Ministerrat hat bereits im Juni die Richtlinie der Landesregierung zur Unterstützung der durch die Corona-Pandemie betroffenen gemeinnützig anerkannten Vereine verabschiedet. Das Programm „Vereint helfen: Vereinshilfe Saarland“, sieht schnelle und unbürokratische Unterstützung für Vereine vor. Das Land stellt dabei Mittel in Höhe von mehr als 9,7 Millionen Euro bereit. Seit dem 6. Juli 2020 können die Vereine diese Unterstützung online über corona.saarland.de/ Vereinshilfen beantragen.

Die Landesregierung tut gut daran diese Maßnahmen zu ergreifen. Leider sind diese Mittel für viele Vereine nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Unseren Vereinen geht es nicht gut. Das Saarland gilt bekannterweise als Land der Vereinsmeier. Unser Land hat Jahrzehnte lang von den Vereinen profitiert und möchte nun etwas zurückgeben. Dabei genügt diese Finanzspritze bei weitem nicht aus. Was wir brauchen ist ein Programm, das sich im Detail mit den Vereinen befasst und Lösungen aufsucht.

Die Menschen in den Vereinen leben von dem sozialen Miteinander. Plötzlich ist dieses Vereinsleben auf unabsehbare Zeit weggebrochen. In vielen Vereinen gibt es nun große Sorgen und Existenzängste. Wie soll es weitergehen? Damit wir uns nicht falsch verstehen, natürlich ist es unsere Pflicht mit den Verordnungen und der damit verbundenen Situation bewusst und verantwortlich umzugehen. Niemand möchte andere Menschen einer Gefahr aussetzen. Schon allein deshalb haben die vielen Vereine ihre Aktivitäten und Veranstaltungen in diesem Jahr rechtzeitig abgesagt. Auf der anderen Seite geht es aber auch darum, den Vereinen einen Neuanfang zu ermöglichen und Chancen aufzuzeigen.

Dennoch bleiben viele Fragezeichen. Wie soll es nun weitergehen? Die Hoffnungen liegen auf dem nächsten Jahr, wobei mich auch schon bei diesem Blick in die Zukunft viele Fragen begleiten. Ist der Spuk dann wirklich vorbei? Ich mache mir schon heute Sorgen um unser Fastnachtstreiben. Hat man bis zum Jahr 2021 einen Impfstoff gefunden oder müssen wir uns auf ein weiteres Jahr voller Entbehrungen gefasst machen. Auf dem Weg in die neue Realität sind wir noch weit entfernt von der gewohnten Normalität.

Für unsere Vereine wäre die Fortsetzung des Status Quo im Jahr 2021 sicherlich eine Katastrophe, wobei ich mir sicher bin, dass manch ein Verein dies nicht überleben würde. Guter Rat ist teuer. Wir brauchen zukunftsorientierte Lösungen und Ansätze. Eine kurzfristige Finanzspritze allein, mag sie noch so gut gemeint sein, reicht nicht aus. Die Menschen brauchen sozialen Kontakt. Gerade auf dem Land und in Gemeinden und Dörfern unserer Größenordnung sind Vereine und Organisationen unverzichtbar. Wie werden unsere Kinder und Jugendlichen mit dieser angespannten Situation fertig? Jahrelang haben wir versucht, unseren Kindern durch das Vereinsleben eine Schule für das Leben zu bieten. Ich befürchte, dass die verloren gegangenen sozialen Aspekte so manchen Schaden anrichten.

Ganz nebenbei kommt auch noch die Kultur zum Erlegen. Unser Kulturverein macht sich zurecht Sorgen um den Erhalt der eigenen Dorfkultur. Was ist mit der „Kerb“ und inwieweit kann man die Durchführung eines „Mittelalterlichen Weihnachtsmarktes“ ins Auge fassen? Zugegebenermaßen ist die Durchführungen einer solch großen Veranstaltung nur schwer umsetzbar.

Alles steht still. Die Rede ist von einer Entschleunigung. Vielerorts hört man, dass diese Entschleunigung den Menschen gut tut und den Stress blockt. Für die Vereine ist diese Entschleunigung eine Katastrophe. Im Anbracht dieser Tatsache fällt es schwer positiv in die Zukunft zu blicken.

Was bleibt ist die Suche nach Alternativen. Was tun, wenn nichts mehr ist, wie es einmal war? Wichtig ist: Nicht aufgeben und neue Wege suchen.

Wenn diese Krise für etwas gut sein soll, dann allein dafür, dass man sich mal wieder auf das Wesentliche konzentrieren muss. Wir sollten enger zusammenrücken und uns gegenseitig helfen und aufrichten. Dafür benötigen wir einen Schulterschluss und ein harmonisches Miteinander. Ich denke wir sollten die Köpfe zusammenstecken und nach neuen Wegen suchen. Schon alleine das ist leichter gesagt als getan.

2 Kommentare

  1. Hallo Frank.
    Wenn auch das Vereinsleben still steht.
    Bei Sozialen Problemen kann der VdK auch in der jetzigen Situation Helfen.
    Ich biete gerne meine Unterstützung an.
    Martin Kauth

  2. Ein wahrer Beitrag. Ich hoffe wir werden zum Jahresende weitere Lockerungen haben, ansonsten wird 2020 im Gedächtnis bleiben, dass alle gemeinschaftsbildenden Veranstaltungen und Feste nicht stattgefunden haben. Das wäre sehr traurig.

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