Die alten Römer haben unsere Region bis heute hin geprägt. Das damalige Gallien wurde nach der Eroberung durch die Römer in mehrere Provinzen aufgeteilt. Das heutige Saarland lag in der neugegründeten Provinz Belgica. Die wichtigsten Städte in unserer damaligen römischen Provinz waren Divodurum (das heutige Metz) und Augusta Treverorum (das heutige Trier). Nach der Eroberung Galliens durch die Römer entstand ein wichtiges Handels- und Straßennetz. Die wichtigsten Städte wurden somit miteinander verbunden. Um die lebenswichtigen Handelswege zu schützen wurden an den wichtigsten Kreuzungen römische Kastelle mit Truppen errichtet. Die Römer nutzen zunächst die vorhandenen eroberten Siedlungen der Kelten. Neben den neu erbauten Kastellen wurden vielerorts römische Anwesen und Villen erbaut. Im benachbarten Tholey entstand ca. 50 vor Christus eine römische Siedlung. Diese Siedlung in Tholey gehörte lange Zeit zu den größten und mächtigsten der Provinz Belgica (heutiges Saarland)

In den 60er,70er und 80er Jahren fand man im Kaselswald, im District „Düsters“, noch die Überreste der „Villa Rustica“. Heute ist davon leider nichts mehr zu sehen. Wenn man den Weg zum Distrikt „Düsters“ auf sich nimmt, wird man auf der Suche nach einem kleinen Stück Vergangenheit schnell enttäuscht. Selbst ein geübtes Auge findet heute kaum noch den letzten Rest des ehemals stolzen römischen Gebäudes. Schade. Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir als Kinder oftmals dorthin zum spielen gingen. Bewaffnet mit Schwertern und Schildern eroberten wir spielend die Grundmauern der alten „Villa Rustica“.

Wo sind die Überreste geblieben und wer hat Sie letztlich entfernt? Aus meiner Sicht wurde es in diesem Fall versäumt, die letzten Überreste der Villa zu erhalten und somit eine Erinnerungskultur bewahren. Wir sind mal wieder mit unserer Geschichte fahrlässig umgegangen! Die kommenden Generationen werden ohne ein Andenken an die „Villa Rustica“ aufwachsen. Die Villa stand auf Dirminger Bann, im Kaselswald, im District „Düsters“ an einem Südhang, nördlich von Wustweiler gelegen. Eine „Villa Rustica“ nannte man damals ein römisches Landhaus oder ein Landgut. Die Villa war Mittelpunkt eines landwirtschaftlichen Betriebs und bestand neben dem Hauptgebäude aus einem Wirtschafts- und Nebengebäude, die meistens innerhalb eines ummauerten Hofes standen. Die Dirminger „Villa Rustica“ wurde nachweislich zu Beginn des 2. Jahrhunderts erbaut und wurde bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts bewohnt. Die Villa war unterkellert und verfügte über ein Kalt- und Warmwasserbad. Eine nordwestliche, oberhalb der Villa, entsprungene Quelle diente der Wasserversorgung. Wie bereits erwähnt, konnte man noch bis in die 1980ger Jahren einige wenige Steine der Ruine erkennen. Der größte Teil der Reste der „Villa Rustica“ wurden in den 1930-ger Jahren zum Straßen- und Häuserbau verwendet. Eigentlich ein Unding und eine Schande!

Das Ausgrabungsgelände im Wareswald zwischen Marpingen und Tholey bietet heute wichtige Erkenntnis aus der römischen Zeit. Im ersten Jahrhundert nach Christus kreuzten am Schaumberg zwei wichtige römische Verbindungsstraßen. Die steigende Nachfrage der Händler und Reisenden nach Unterkunft, Verpflegung und täglichen Bedarfsgütern veranlasste die Römer dazu sich in unserer Region niederzulassen. Mit Sicherheit entstand auch zu dieser Zeit die „Villa Rustica“ in Dirmingen. Auf dem Gelände der ehemaligen „Villa Rustica“ fanden Archäologen und später auch Hobbyforscher viele kostbare Fundstücke aus der römischen Epoche. Einige dieser Exemplare kann man noch heute in Wustweiler oder im Saarlandmuseum besichtigen.

In Dirmingen hingegen gerät die „Villa Rustica“ immer mehr in Vergessenheit! Viele können heute mit dem Begriff “Villa Rustica” und mit ihrem Fundort nichts mehr anfangen. Den Menschen fehlt die Vorstellung und letztlich auch Bindung zu diesem historischen Gebäude. Schade, immerhin handelt es sich um ein echtes Stück Dirminger Geschichte !

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