Eigentlich wollte ich mich auf meinem Blog nicht mehr mit dem Thema Nahversorgung beschäftigen. Ich habe mir in den letzten Jahren diesbezüglich nicht nur Freunde gemacht. Dabei wollte ich niemals jemandem auf die Füße treten sondern vielmehr helfen. Sei’s drum, dass wichtigste ist bereits gesagt und mit dem Fordern einer Sache sorgt man nicht automatisch für eine Realisierung. Fordern und wünschen kann ich vieles! Allein für die Umsetzung eines solchen Projekts benötigt man einen langen Atem, Durchhaltevermögen, Glück, Innovation und natürlich auch Geld. Was wir jedoch am meisten brauchen ist ein Schulterschluss aller Dirminger und ein gemeinsames Miteinander. Man kann niemanden dazu zwingen ein Gewerbe zu eröffnen oder ein Eigentum zu verkaufen. Wir können soviel fordern wie wir möchten, wenn uns die notwendigen Grundstücke nicht zur Verfügung stehen wird’s auch nichts mit dem Nahversorger.

Aus vielen Gesprächen mit Freunden und Bürgern ist mir gerade nach den letzten Kommunalwahlen 2019 eines sehr bewusst geworden. Die Menschen wollen keine politische Blockadehaltung und auch keine öffentliche Diskussion in der Presse mit diversen Anfeindungen und populistischen Beiträgen. Die Leute interessiert es nicht, wer zuerst auf welche Idee kam!?! Die Menschen möchten das endlich etwas passiert und das wir in den politischen Gremien zum Wohle unseres Dorfes oder unserer Gemeinde zusammenhalten. Parteipolitische Spiele dürfen, wenn es um das Interesse der eigenen Bevölkerung geht, keinen Platz finden.

Beim Thema „Nahversorgung“ Dirmingen sind bis heute zu viele Fragen offen. Bereits während dem letzten Kommunalwahlkampf hatten alle Parteien die Nahversorgung thematisiert. Der Ortsrat Dirmingen hat in seiner ersten Sitzung nach seiner Konstituierung das Thema Nahversorgung ganz oben auf der Prioritätenliste gesetzt. Dies ist ein deutliches Indiz dafür, dass man grundsätzlich das gleiche Ziel verfolgt.

Wenn wir beim Thema Nahversorgung alle gleicher Meinung sind, können wir auch konstruktiv zusammenarbeiten, oder? In letzter Zeit höre ich es immer wieder: “…es geht um’s Dorf, Parteien sind doch egal, arbeitet zusammen“! Ja stimmt, wenn das nur so einfach wäre! Ich habe immer noch das Gefühl, dass so mancher Kommunalpolitiker zu oft durch die Parteibrille blickt. Unser Ortsvorsteher hat in den letzten Monaten immer wieder versucht alle im Ortsrat befindlichen Mandatsträger, egal welcher Couleur, mitzunehmen. Es gab keine Geheimnisse und alle Informationen wurden weitergegeben und gemeinsam diskutiert. Leider müssen wir heute zugeben, dass wir kaum weitergekommen sind. Noch immer gibt es zu viele Fragezeichen beim Thema Nahversorgung.

Um einen Discounter in der Dirminger Ortsmitte zu verwirklichen, müssen zunächst die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Wir können die Menschen nicht zwingen ihr Eigentum zu verkaufen. Nun gibt es einen neuen Bürgermeister und neue Machtverhältnisse im Gemeinderat. Vielleicht können andere mehr bewirken und sind am Ende vielleicht sogar erfolgreicher. Wir werden uns nicht verweigern, konstruktiv mitarbeiten und als Fraktion unsere Stellung beziehen. Die knappe Mehrheit unserer SPD Fraktion im Ortsrat wird jedoch letztlich keine Rolle spielen. Am Ende entscheidet der Gemeinderat über einen möglichen Bauplan. Der Ball liegt nun zweifelsohne bei der CDU in der Gemeinde Eppelborn. Die Mehrheitsverhältnisse sprechen eine eindeutige Sprache. Die Christdemokraten in unserer Gemeinde verfügen über wichtige Kreistagsmandate und über ein Landtagsmandat mit Beziehungen zu der saarländischen Spitzenpolitik. Da würde es doch mit dem Teufel zugehen, wenn da am Ende nichts erreicht würde, oder? Nein, wir dürfen nicht nur fordern wir müssen endlich handeln, helfen und anpacken. Dies sind wir den Menschen in unserem Dorf schuldig. Auch die ortsansässige CDU, die zuletzt viele Vorschusslorbeeren erhalten hat, muss sich zukünftig an ihren Taten messen lassen. Die Schonfrist ist vorbei und ab sofort muss geliefert werden. Im Wahlkampf wurde vieles versprochen, daran werden sich die Wähler bestimmt erinnern. Obwohl, da fällt mir gerade ein, dass muss nicht unbedingt so sein….

Interessant wäre auch mal die Meinung der „Grünen“ im Ortsrat zu hören. Immerhin stürmte die Partei ohne große Wahlkampversprechen in den Ortsrat. Was können wir nun von dieser neuen Fraktion erwarten? Wie stehen die „Grünen“ zu diesem Thema und welche Ideen werden verfolgt? Wie bereits erwähnt, macht ein Neubau nur dann einen Sinn, wenn wir über die notwendigen Grundstücke verfügen. Eine halbherzige „Notlösung“ hilft keinem weiter und schadet mehr als sie dient. Es ist wichtig den Leuten klar zu machen, dass wir nicht jedem Bauplan zustimmen können. Der Ortsrat steht in Verantwortung und muss am Ende an das Wohl unseres Heimatortes denken. Ein Nahversoger ist wichtig und sollte besser heute als morgen gebaut werden. Ich würde jedoch nicht soweit gehen und jedem beliebigen Plan zustimmen nur um meine Ruhe zu haben. Dafür steht zu viel auf dem Spiel. Bei der Entscheidung für einen möglichen Markt müssen wir auch an die Generationen nach uns und an unser Ortsbild denken.

Die Parkplatzsituation sowie die Zu – und Ausfahrt eines möglichen Discounters spielen eine gewichtige Rolle. Außerdem müssen für einen möglichen Markt neue Retentionsmöglichkeiten und ein Schallschutz geschaffen werden. Die städtebaulichen Akzente müssen ebenfalls beachtet werden. Die Ortsmitte ist ohnehin in keinem guten Zustand. Wir können uns jetzt nicht um jeden Preis irgendetwas in das Herz unseres Dorfes bauen lassen. Es muss schon passen! Dieser Anspruch sollte uns trotz allem Druck erhalten bleiben. Wir können nicht ins blaue planen und einem möglichen Projekt einen Freibrief erteilen.

Soweit so gut! Die neuerlichen Bestrebungen des politischen Mitbewerbers in ihrer letzten Pressemitteilung sind verständlich und nachvollziehbar. Darüber müssen wir nicht streiten. Was ich jedoch nicht gut finde, ist die erneute Einmischung von etablierten Politikern aus unserer Gemeinde. Damit haben wir in Dirmingen schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn man es genau nimmt wurde zuletzt viel gesagt, um es danach wieder zu beschwichtigen. Der Ball liegt bei der CDU! vielleicht haben die Christdemokraten mehr Glück und Erfolg. Irgendwie würde ich es ihnen fast wünschen. Letztlich ist das Wohl unseres Dorfes wichtiger als eine politische Profilierung.

Wir, von der Dirminger SPD, haben zuletzt ganz klar Kante gezeigt und uns deutlich geäußert. Zur Realisierung eines Nahversorgers benötigen wir Platz, Grundstücke, einen klugen Bauplan, Geld und etwas Glück. Bleibt zu hoffen, dass es keine politischen Alleingänge gibt! Wir sind bereit mitzumachen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.