„Sie sind der Anfang und das Licht, doch wir sehen es nicht, sie sind das Wort, dass niemals bricht, doch wir verstehen es nicht, Sie haben Herzen, die begreifen jede Hand, die gibt und öffnen sich dem, der sich zeigt und ihnen Liebe gibt.

(Liedtext: Klaus Hoffmann)

Es gibt nichts Schöneres als ein Kind aufwachsen zu sehen. Das Ganze wird natürlich noch intensiver, wenn es sich um die eigenen Kinder handelt. Heute sollte man in der Öffentlichkeit vorsichtig mit seinen Aussagen sein. Wenn ich sage: Ich liebe Kinder, könnte das von manchem Zeitgenossen falsch verstanden werden und man befindet sich schnell mit einem Bein im Abseits. Dennoch hat mich die Arbeit mit Kindern immer begeistert. Die Kinder- und Jugendarbeit im Verein oder im öffentlichen Leben war mir immer eine Herzensangelegenheit. Wenn man dann noch eigene Kinder hat, wird die Sache meistens sehr emotional. Wenn unsere Kinder klein sind, möchten wir Sie schützen und ihnen alles Glück der Welt mit auf den Weg geben. So sehr wir sie auch auf ihrem Weg begleiten möchten, letztlich müssen unsere Kinder ihren Weg ganz allein bestreiten.

Sie sind das Wasser und die Kraft, doch wir beugen sie, die Kraft, die neues Leben schafft doch wir beschneiden sie, Sie haben Augen, die können viele Sonnen sehn, doch wer sie bricht, der wird in ihnen, seinen Schatten sehn.

(Liedtext: Klaus Hoffmann)

Wir haben drei Kinder! Ich schreibe bewusst „Wir“ weil ich Sie alleine nie bekommen hätte. Am Anfang hieß es: Hauptachse gesund! Einige Jahre später hieß es: Sei fleißig in der Schule! Während der Pubertät hieß es: Schau das etwas aus dir wird! Aber was soll den genau aus unseren Kindern werden? Was ist wichtiger: Erfolg, Glück oder Gesundheit. Eltern wünschen sich wohl alles für ihr Kind. Ich persönlich wünsche mir für meine Kinder das Sie in ihrem Leben folgende wichtige Eigenschaften in ihr Herz schließen: Selbstvertrauen, Offenheit, Respekt, Kampfgeist, Toleranz, Glaube und Liebe. Am besten Sie setzen das Herz immer vor den Verstand. Das Bauchgefühl ist im Leben entscheidend ! Man kann es nicht steuern. Jedes Kind wird Erwachsen und nimmt sein Leben selbst in die Hand. Jedes Kind hat Talent. Es liegt an uns Eltern diese zu erkennen und zu fördern.

Sie sind der Boden, der uns trägt, doch wir belächeln sie, das Grün, das aus den Zweigen schlägt, doch wir zerbrechen sie, Sie sind die Zukunft, doch wir sperren ihre Träume ein und sehen fassungslos, aus unsern Mauern stammt der erste Stein.

(Liedtext: Klaus Hoffmann)

Meine Älteste hat sich wunderbar entwickelt. Früher war sie ist das personifizierte Chaos. Aus einem leicht verpeilten kleinen Mädchen wurde eine junge Frau die locker durchs Leben geht und ihren Alltag meistert. Sie ist mittendrin und schmiedet täglich neue Pläne. Sie ist wundervoll, Sie ist talentiert, Sie singt wunderschön und malt traumhafte Bilder.

Meine mittlere ist klar im Denken und voller Visionen. Sie hat ihr Ziel fest im Auge und zudem feste Vorstellungen von ihrem Leben. Sie ist Realist und weiß genau was Sie von ihrem Leben zu erwarten hat. Auch sie ist wundervoll, kann ebenfalls traumhaft singen und ist ein echtes Organisationstalent.

Mein Sohn ist ein liebevoller Träumer. Er ist erstaunlich ehrgeizig, aufgeweckt und zielorientiert. Auch er hat eine künstlerische Ader und malt wunderschöne Bilder. Täglich nimmt er sich Zeit für diese Leidenschaft. Er hat eine ausgeprägte Phantasie und ist voller Energie und Leben. Er ist richtig und hat das Herz am rechten Fleck.

Wir leben in einer Patch-Work Family und es gibt in meinem Leben noch zwei weitere Jungs. Dabei handelt es sich um zwei junge Männer die ebenfalls mit beiden Beinen im Leben stehen. Auch diese beiden Jungs habe ich aufwachsen sehen und durfte erleben wie aus Ihnen zielstrebige und selbständige Männer wurden.

Warum veröffentliche ich diese doch sehr privaten Dinge? Ganz einfach:

Ich denke wir sollten uns täglich vor Augen führen wie wichtig Kinder sind. In unseren Zeiten ist Kinder bekommen längst nicht mehr in Mode. Wenn überhaupt bekommt man höchstens noch ein Kind. Die Karriere, Urlaub und das eigene Leben stehen im Vordergrund. Hinzu kommen Angst vor Katastrophen und Kriegen. Wir leben in unsicheren Zeiten. Eine Frau sagte mal zu mir: „Wenn ich Kinder bekomme, möchte ich denen auch etwas bieten können“. Die Zukunftsangst blockiert uns in unserem Tun und Handeln. Ich wünsche mir mehr Gottvertrauen oder von mir aus auch mehr Vertrauen in das Leben.

Im Jahre 1942 schreibt Schalom Ben-Chorin in seinem Gedicht „Das Zeichen“ folgende Zeilen.

„Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht in Fingerzeig, dass die Liebe bleibt? Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit, achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit. Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht. Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht. Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt, das bleibt mir ein Fingerzeig für das Leben Sieg.

Später wurde aus diesem Gedicht auch ein Lied gemacht. Ich persönlich finde, dass diese Zeilen wunderbar verdeutlichen, dass das Leben sich immer wieder durchsetzt.

Wenn ich an meine eigene Kindheit und an die meiner Kinder zurückdenke, stelle ich fest, dass sich Vertrauen durchaus lohnt. Ich erinnere mich an viele kleine Mädchen und Jungs, Freundinnen meiner Töchter und Freunde meiner Stiefsöhne, die heute fest im Leben stehen. Ich erinnere mich an meine Schulfreunde und an ihre Kindheit. Viele hatten keine einfache Kindheit und stehen heute dennoch fest im Leben.

Aus wilden kleinen Kickern wurden klasse Fußballer, aus talentierten Ballerinnen wurden wunderschöne Gardemädchen, aus schlechten Schülern wurden eigenständige Handwerker und aus kleinen Chaoten wurden die besten Organisatoren. In jedem Kind steckt ein Talent. Es liegt an uns dieses zu erkennen und zu fördern. Am Beispiel Jugendzentrum Dirmingen können wir eindrucksvoll feststellen, was passiert, wenn man Kinder oder Jugendlichen Vertrauen schenkt. Ohne das Mitwirken und das Engagement zahlreicher Jugendlicher würde es heute kein Jugendtreff in Dirmingen geben. Mich persönlich hat meine „Mittlere“ in dieser Angelegenheit total überrascht. Wir finden vielerorts gute Beispiele die auf eine bessere Zukunft hoffen lassen. Kinder und Jugendliche können gestalten und verwalten. Wichtig ist, dass wir Ihnen unser Vertrauen schenken. Unsere Jugend ist viel besser als ihr Ruf !

Mein Wunsch für das nächste Jahrzehnt: Lasst die Kinder machen – Gebt den Kindern das Kommando! Das Leben setzt sich immer durch !

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