Einführung einer DorfFunk-App bietet neue Chancen für unsere Dorfgemeinschaft

Wir leben in einem digitalen Zeitalter. Unsere Welt hat sich verändert und unsere Politik muss die passenden Lösungen aufzuzeigen. Der Eppelborner Gemeinderat hat sich in seiner letzten Sitzung mit richtungsweisenden Entscheidungen befasst. Dabei wurde unter anderem ein Kooperationsvertrag mit der Firma saarL.Y.T.E beschlossen. In den nächsten Jahren soll der Glasfaserausbau flächendeckend in unserer Gemeinde vorangetrieben werden. Für viele Menschen dürfte dies eine gute Nachricht sein. Das junge Unternehmen aus Bubach/Calmesweiler saarL.Y.T.E investiert rund 10 Mio in sein Vorhaben. Die Maßnahme wird bereits Anfang 2022 in Bubach/Calmesweiler starten. Leider ist der Glasfaserausbau in unserem Heimatort Dirmingen erst für 2025 vorgesehen. Angesichts dessen, dass viele Menschen in unserem Dorf Probleme mit ihrer Internetverbindung haben, ist dies eine lange Wartezeit.

Auf Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion wurde in der besagten Sitzung des Gemeinderates ein weiterer wichtiger Beschluss gefasst. Die Gemeindeverwaltung wurde beauftragt die Einführung einer DorfFunk-App zu prüfen und umzusetzen. Die Tatsache, dass auch dieser Beschluss, wie die meisten an diesem Abend, einstimmig gefasst wurden zeigt mir, dass die Kommunalpolitik die Zeichen der Zeit erkannt hat. Die Zeiten einer gegenseitigen Verweigerungspolitik scheinen endgültig der Geschichte anzugehören. Vernunft setzt sich durch im Eppelborner Land. Natürlich müssen wir bezüglich der Digitalisierung darauf achten, dass wir uns nicht abhängig machen und jeden Einzelnen auf unserer Reise mitnehmen. Auf der anderen Seite jedoch bieten gerade die sozialen Medien großartigen Chancen. Vorrausetzung ist, dass man sie richtig und angemessen benutzt.

Die Einführung der DorfFunk App bietet völlig neue Möglichkeiten der Kommunikation und der Vernetzung. Im Landkreis St. Wendel wird diese App bereits seit längerer Zeit genutzt. Die DorfFunk- App kann auf mehrere Ebnen helfen und unterstützend einwirken. Dabei ist die Einrichtung der App für den Nutzer kinderleicht und vor allen Dingen kostenlos. Die Dorfbewohner können Angebote machen, Hilfsdienste anbieten oder einfach nur zwanglos miteinander kommunizieren. Dabei wird auch die Verbindung zur Gemeindeverwaltung gestärkt. Schnell können Vorschläge, Wünsche oder Mängel direkt an die zuständige Behörde gesendet werden. Die Angebote in der DorfFunk App sind vielseitig und variabel nutzbar. Es gibt einen digitalen Schaukasten der ständig Neuigkeiten und Veranstaltungen präsentiert. Außerdem gibt es die Möglichkeit Dinge anzubieten, zu verkaufen oder einen Einkaufs- und Abholservice einzurichten. Die App bietet also eine neue Art des Online-Marktes. Dabei werden die Vorteile des heutigen Online-Shoppings mit denen des Einkaufens beim Händler vor Ort verknüpft. Unser Gewerbe kann seine Produkte bewerben, präsentieren und anbieten. Die digitale Welt bietet vielfältige Möglichkeiten. Am Ende ist es immer das, was man daraus macht. Aus meiner Sicht der Dinge würde besonders das Gewerbe und unsere Vereine von der Nutzung der App profitieren.

Die Gemeindeverwaltung muss sich die Rechte zur Nutzung dieser Dorf Funk-App kaufen, wobei die Kosten aus meiner Sicht überschaubar sind. Die Bürgerinnen und Bürger hingegen benötigen natürlich einen PC oder ein Smartphone. Besonders interessant ist die Nutzung der Plattform Dorf-News. Hier werden aus verschiedenen Quellen Neuigkeiten rund um das Dorf und die Gemeinde publiziert. Die Menschen erfahren Infos zum Verkehr, zu Veranstaltungen oder bevorstehenden Ereignissen. Die DorfFunk App kann unser Leben leichter und angenehmer machen. Nachbarschaftshilfe wird erleichtert und das Miteinander wird gefördert. Verbesserungsvorschläge, Kritik, Lob, Hilfsgesuche, Verkaufsangebote, Mitbringservice und vieles mehr: mit nur einem Klick können sich Bürgerinnen und Bürger austauschen oder in Kontakt zur Gemeindeverwaltung treten. Neues kann entstehen und altes aufgewertet werden. Unser gemeinsames Dorfleben könnte sich mit der Nutzung dieser App verbessern.

Natürlich vereint diese App auch die verschiedenen Dörfer in unserer Region. Das Wörtchen “Digitale Dörfer” hört sich zugegebenermaßen etwas schrill an. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch leicht die Vorteile einer Vernetzung. Ich glaube, dass der Gemeinderat mit diesem Beschluss einen guten Weg eingeschlagen hat. Natürlich darf die Einführung dieser App nicht dafür sorgen, dass wir uns absondern und den menschlichen Dialog vermissen lassen. Genau dies ist ein wesentlicher Nachteil aller sozialen Medien. Wir schreiben nur noch und vergessen all zu oft das gemeinsame Gespräch. Eine schnelle Nachricht ersetzt immer öfter den wichtigen persönlichen Meinungsaustausch.

Dies gilt es zu ändern! Der Umgangston in den sozialen Medien wird immer härter und politischer. Jeder hat seine eigene Meinung und sollte diese auch gerne kundtun. Ganz leicht verlieren wir uns jedoch in aufreibenden Shitstorm und unüberlegten Äußerungen. Der Populismus regiert nicht erst seit gestern unsere digitale Welt. Heute werden im Netz Kriege begonnen, Menschen vernichtet und Lügen verbreitet. Dabei hat die digitale Welt soviel gutes zu bieten.

Die Wahrheit liegt mal wieder in der Mitte. Ich bin froh, dass wir uns in unserer SPD-Gemeinderatsfraktion dazu entschlossen haben den Antrag auf Einrichtung einer DorfFunk-App einzureichen. Die offene Haltung unseres Bürgermeisters und der anderen Fraktion im Gemeinderat hat aufgezeigt, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde. Dabei stört die eine Enthaltung einer, aus meiner Sicht, eher unwichtigen Partei nicht das geringste. Es ist Zeit für einen neuen Weg, es ist Zeit für die DorfFunk-App.

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