Die Politik ist schmutzig und nichts für zarte Gemüter. In allen Parteien gibt es gute und weniger gute Leute. Das Ganze geht runter bis in die Kommunalpolitik. Natürlich gibt es auch auf dem Land Politiker, die ihre Arbeit nur deshalb verrichten, weil sie sich dadurch Vorteile erhoffen. Bessere Positionen, neue Jobs oder gute Mandate mit hohen Diäten. Ich weigere mich nach wie vor zu glauben, dass irgendein Mitglied eines Orts- oder Gemeinderates aus politischen Gründen eine Blockadehaltung einnehmen und seinem Dorf damit absichtlich schaden könnte. Man sollte jedem Menschen, der ein kommunalpolitisches Ehrenamt ausführt, zutrauen, dass er dieses mit Herzblut zum Wohle seiner Heimat ausübt. Wenn mein Gegenüber anderer Meinung ist, gehört es zum demokratischen Verständnis dies zu akzeptieren und darüber zu reden. Auch das aktuelle Thema Nahversorgung macht deutlich, dass es doch einen Grund geben muss warum Menschen Zweifel in sich tragen und diese äußern. Daraufhin von Blockade zu reden ist nicht fair und völlig unangebracht. Es gibt immer eine andere Seite der Medaille. Auch ich bin lange Zeit meinen politischen Mitbewerber aus dem Dorf nicht immer fair gegenübergetreten. Ich bin kein Heiliger und schon gar kein Kind der Traurigkeit. Ich weiß sehr wohl, dass ich mich gerade vor dem Kita Neubau nicht mit verbalem Ruhm bekleckert und reichlich ausgeteilt habe. Sicherlich gibt es da draußen Menschen oder sogar Leser, die ich auf meinem Weg verletzt habe. Wo gehobelt wird fallen Späne und die Liste derer bei denen ich mich eigentlich mal entschuldigen müsste, ist alles andere als kurz. Gerade zu Beginn meiner Tätigkeit in der Kommunalpolitik bin ich oft übers Ziel geschossen. Damals habe ich nach jedem getreten der nicht meine Meinung vertrat. Aus meinen Fehlern habe ich gelernt und im Laufe der Jahre entstand so etwas wie ein stilles Abkommen mit unserem politischen Mitbewerber. Ich glaube das war die richtige Entscheidung. Warum sollte ich mit jemandem streiten, der für sein Dorf kämpft und unsere gemeinsamen Farben vertritt. Ich glaube heute ganz fest, dass die Menschen diese politischen Machtspiele nicht mehr wollen. Gefährlich wird es, wenn die Sicht undeutlich wird und man zu viel durch die Parteibrille schaut. In den letzten Tagen erlebe ich es immer wieder das Grenzen durchbrochen werden und harte Kritik durchdringt. OK, als Politiker muss man das aushalten. Der öffentliche Angriff macht jedoch traurig und nachdenklich. Ich hatte gehofft, dass es gerade in Dirmingen auch anderes gehen würde und die schlimmsten Zeiten vorbei sind. Ich glaube mit politischen Possenspielen tun wir den Menschen im Dorf keinen gefallen.

Manchmal fehlt es uns an Selbsteinschätzung. Wenn man sich einmal anschaut, was beispielsweise ein Ortsrat heute noch entscheiden darf, wird man nachdenklich. Bestenfalls werden die Mandatsträger des Ortsrates noch angehört und nach ihrer Meinung gefragt. Von eigenen Entscheidungen für das Dorf keine Spur. Im Gemeinderat sieht das schon etwas anders aus. Hier bin ich felsenfest davon überzeugt, dass es schon nicht mehr nur noch um die Liebe zur Heimat geht. Dort wo Geld eine Rolle spielt und Positionen vergeben werden wird es meistens schmutzig.

Die Kommunalpolitik hat es nicht leicht. Schlechte Zeiten für Politiker! Gerade meine Partei durchgeht ein Tal der Tränen. Wenn es jedoch darum geht die eigenen Errungenschaften in Szene zu setzen schenkt sich keiner etwas. Es wird gepostet, geschrieben, fotografiert und behauptet was das Zeug hält. Ich und meine Leute bilden keine Ausnahme. So geht das Geschäft, klappern gehört zum Handwerk und nur wer schreibt, bleibt. Ich merke jedoch immer mehr, dass ich den Boden unter den Füßen verliere und ertappe mich immer öfter dabei meine Position zu hinterfragen. Machen wir uns alle nicht zu viel vor? Wenn wir ehrlich sind hat uns der Wähler doch längst durchschaut. Wenn ich es nicht schaffe ein Problem meines Mitbürgers zu beseitigen, wird eben der politische Mitbewerber kontaktiert und beauftragt. So geht das Geschäft und nur die harten kommen in den Garten. Wenn es nun darum geht unsere eigenen politischen Erfolge zu vermarkten ist die Balance zwischen Realität und Größenwahn sehr schwer einzuhalten.

Wer hat‘s erfunden und wer hat es gemacht? Alle Parteien stürzen sich nun auf das Thema Neubau eines Verbrauchermarktes. Jeder nimmt für sich in Anspruch, dass er die treibende Kraft sei und den wichtigsten Akzent gesetzt hat. Es stimmt, unser neuer Bürgermeister hat das Angebot eines Projektleiters angenommen und den Stein ins Rollen gebracht. Dafür kann aber keine Partei und schon gar kein politischer Ortsverein etwas. Bestenfalls der Gemeinderat darf sich irgendwann einmal mit Federn schmücken. Also um was geht es uns eigentlich und was machen wir den Menschen da draußen vor? Stimmt, die Diskussion um den Neubau eines Netto-Martes geht schon viel zu lange und mit Sicherheit wurden in der Vergangenheit auch Fehler gemacht. Dabei kann jedes zögern schonmal ein Fehler gewesen sein.

Fakt ist: Wenn es keine Grundstücke, keinen Projektleiter sowie kein Interesse des Netto-Marktes gegeben hätte, würden wir alle nichts ausrichten können. Keine Partei kann Leute zwingen ein Gewerbe zu eröffnen oder Grundstücke zu verkaufen. Stimmt, man muss die Zeichen der Zeit erkennen und wissen wofür und wie lange es sich lohnt zu kämpfen. Als Kommunalpolitiker darf man doch wohl noch träumen dürfen, oder? Was ist daran falsch sich Gedanken zu machen und Pläne zu schmieden? Hat man sich schonmal überlegt warum der Ortsrat zunächst den Bau des Netto-Marktes in dieser Form abgelehnt hat? Dafür muss es doch Gründe gegeben haben? Keiner von uns hat etwas gegen den Neubau eines Nahversorgers. Soweit ich das beurteilen kann sind wir doch alle noch recht bei Sinnen! Am Ende muss man jedoch wissen, ob es sich noch lohnt an Träumen festzuhalten oder es vielmehr besser ist zum Wohl der Allgemeinheit einen Kompromiss einzugehen. Das alles hat nichts mit Blockadehaltung zu tun, sondern vielmehr mit Mitsprache und Mitentscheidung. Genau dafür haben uns die Menschen doch gewählt.  Bei der ersten Entscheidung des Ortsrates standen aus unserer Sicht noch zu viele Fragen offen. Ehrlich gesagt hat sich das nur unwesentlich verändert. Um Vorwärts zu kommen muss man jedoch auch mal bereit sein, die eigenen Wünsche hintenanzustellen. Würden wir das nicht tun, könnte man zurecht von einer Blockadehaltung sprechen. Fakt ist: Am Ende fiel die Entscheidung im Ortsrat genauso einstimmig aus wie im Gemeinderat. Blockade sieht anders aus!

Das einzige was wir nun machen müssen ist gemeinsam die Planung, mit seinen Formen, bis hin zum Neubau zu begleiten und die notwendigen Beschlüsse zu fassen. In diesem Punkt sollte der Ortsrat auch zukünftig geschlossen zusammenstehen. Genau das erwarten die Menschen von uns! Dabei ist es wenig hilfreich die vorhandenen Probleme zu ignorieren. Ein Schulterschluss wäre im Sinne der Bevölkerung. Ob es dazu kommt bleibt abzuwarten. Ich frage mich wie man überhaupt davon ausgehen kann, einem Kommunalpolitiker einfach nur so, eine Blockadehaltung zu unterstellen. Ich muss zugegeben, dass diese Aussage mich mächtig ärgerte. Ich finde diesen Vorwurf absurd! Ist es nicht vielmehr unsere Pflicht Dinge zu hinterfragen ?Ich persönlich mache Politik nur für die Menschen in meinem Dorf. Meine Partei steht dabei hinten an. Ich glaube von Tag zu Tag immer mehr daran, dass Freundschaft, Bekanntschaft und eine gemeinsame Heimatliebe wichtiger als jedes politische Interesse sind. Natürlich ist ein politisches Verhalten legitim. Jeder wie er will! Meins ist es jedoch nicht mehr oder vielmehr, wird es immer weniger! Beim Neubau eines Verbrauchermarktes müssen wir die Menschen mitnehmen. Aus diesem Grunde befürworte ich eine Bürgerversammlung, in der die Menschen alle notwendigen Informationen erhalten.

Es stimmt: Der Weg hin zu dem Neubau eines Netto-Marktes war nicht immer eben. Ich selbst musste mir so einiges anhören und fühle mich noch heute missverstanden. Mir persönlich ging es niemals darum etwas zu verhindern, sondern vielmehr zu schauen was man vielleicht besser machen kann. In der letzten Ortsratssitzung bekam ich mal wieder mein Fett weg. Ich kann damit umgehen und stecke das weg. Ich hoffe nur, dass die Menschen mit dem nun eingeschlagenen Weg zufrieden sind und am Ende damit leben können. Es ist gut und richtig das wir nun einen Verbrauchermarkt bekommen! Die Menschen warten schon viel zu lange auf einen Nahversorger. Bei aller Freude dürfen wir jedoch die Sanierung der Ortsmitte, die Schaffung von Wohnraum und die Beseitigung von vorhandenen Leerständen nicht vergessen. Auch nach diesem Neubau wird es immer noch keine Räumlichkeit geben, in der die Menschen zusammenkommen oder feiern können. Mal sehen vielleicht öffnen sich jedoch mit dem Neubau des Marktes neue Türen. Ich würde das begrüßen! Die Frage nach neuem Wohnraum ist gegenwärtig und hochaktuell. Wie gelingt es uns Menschen nach Dirmingen zu locken ? Wie machen wir unsere Heimat für junge Menschen interessant ? Wohnraum ist wichtig! Natürlich wird unser Heimatort durch den neuen Verbrauchermarkt ein Stück-weit aufgewertet. Neben dem Verbrauchermarkt muss, in naher Zukunft, mehr Wohnraum entstehen. Soviel vorweg, wir sind dran und bemühen uns um gute Lösungen.

In diesem Zusammenhang noch eine gute Nachricht am Ende meines Beitrags:  Die Firma Cham Saar GmbH wird im Dezember in Dirmingen eine Zweigstelle, der in Wustweiler vorhandenen Niederlassung eröffnen. Die Cham Saar GmbH stellt Käse und Milchprodukte her und vertreibt diese Waren bereits seit Jahren in großen Geschäften. In den nun gemieteten und sanierten Räumen befand sich früher einmal die ASKO Filiale. Wie man hört sollen neben den selbst hergestellten Käsespezialitäten auch Fleisch, Obst- und Gemüse, internationale Lebensmittel, Getränke und Geschenkartikel verkauft werden. Der Geschäftsinhaber legt dabei, laut eigener Aussage, viel Wert auf frische Produkte aus unserer Region. Ich finde auch diese Neueröffnung wertet unseren Heimatort auf und verbessert die vorhandene Infrastruktur.

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