Nachbarschaftshilfe in Dirmingen – In dieser Krise zeigt sich erneut der wahre Charakter unserer Dorfgemeinschaft

Ein Sprichwort sagt: In der Krise zeigt sich der wahre Charakter? Aus meiner Sicht hat unser Heimatort die aktuelle Corona-Krise bisher charakterstark gemeistert. Natürlich gibt es vielerorts immer noch Menschen, die sich nicht an die vorgegebenen Regeln unserer Regierung halten. Immer noch gibt es Leute die sorglos in den Tag leben. Dennoch glaube ich, dass die überwiegende Mehrheit sich vorbildlich verhält. Ich denke die Menschen haben verstanden. In Dirmingen wurde dies gerade in der letzten Woche eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Abstand halten, Zuhause bleiben, Hygiene walten lassen. Das alles sind Vorgaben, die von dem überwiegenden Teil unserer Gesellschaft vorbildlich eingehalten werden. Was unseren Heimatort angeht, bin ich unheimlich stolz auf unsere Leute.

Die Corona-Krise verändert auf unbestimmte Zeit unser Leben. Persönliche Kontakte müssen wir vermeiden und besonders auf Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen müssen wir aufpassen und Distanz wahren. Ich glaube, gerade in dieser Krise liegt auch eine Chance für unsere Gesellschaft oder wenn man so will für unsere Heimat. Wenn wir es richtig anstellen können wir gestärkt als Gemeinschaft aus dieser Pandemie hervorgehen.

Jetzt gilt es! Wir müssen Zusammenhalt, Solidarität, Menschlichkeit vorleben. Ich stelle fest, wir tun es! Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft in unserem Heimatort. Bisher gibt es über 35 Menschen, die sich in eine Helfer-liste eintragen haben lassen. Zudem gibt es eine große Dunkelziffer von Leuten, die sich in ihrem sozialen Umfeld ehrenamtlich betätigen und helfen. Seit Mitte dieser Woche konnten somit schon zahlreiche Mitmenschen geholfen werden.

Nachbarschaftshilfe ist gerade in Dirmingen kein Fremdwort. Wenn ich an die Starkregenereignisse des Jahres 2016 denke, werde ich sentimental. Auch damals hat der Zusammenhalt in unserer Dorfgemeinschaft wunderbar funktioniert. Jeder half dem anderen oder bot seine Unterstützung an. So sollte es eigentlich immer sein und nicht nur in Krisenzeiten. Ich glaube unser Dorf ist damals gestärkt aus dieser Katastrophe hervorgetreten. Die Unwetterkatastrophe des Jahre 2016 hat uns alle etwas mehr zusammengeschweißt. Nun stehen wir vor einer erneuten Herausforderung und ich bin guten Mutes. Ich spüre eine großartige Hilfsbereitschaft und ein harmonisches Miteinander. Jetzt müssen wir anpacken und uns gegenseitig zur Seite stehen. Ich glaube wir kommen da gemeinsam raus! Wichtig ist, dass wir gemeinsam aufeinander achten.

In Dirmingen gibt es seit dieser Woche eine organisierte Nachbarschaftshilfe. Über die sozialen Netzwerke wurden Kontakte geknüpft und Hilfsbereitschaften angeboten. Mittlerweile verfügen wir, wie bereits beschrieben, über 30 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Diese Hilfsgemeinschaft erledigt Einkäufe, Besorgungen, Behördengänge und sonstige Erledigungen. Vor allem junge Menschen engagieren sich auf beeindruckende Weise. Eine diesbezügliche Flyer-Aktion wurde in 3 Stunden abgefertigt. Zahlreiche Menschen erklärten sich bereit diese Flyer flächendeckend zu verteilen uns somit auf das Hilfsangebot aufmerksam zu machen. Ich freue mich unheimlich über diese großartige Entwicklung. Gemeinsam können wir helfen und vieles bewegen.

Was bleibt zu tun? Ich denke wichtig wäre es, die Vorgaben unseres Landes einzuhalten. Für meinen Teil funktioniert das Krisenmanagement der Gemeinde, des Landes und des Bundes recht gut. Klar, einen Grund zum Meckern findet man immer. Wir sollten jedoch nicht zu kritisch sein und anerkennen, dass unsere Regierung und die zuständigen Behörden einen guten Job machen. In einer Zeit, in der man über die Politik im Allgemeinen eher meckert, möchte ich Danke sagen.

Danke sagen möchte ich auch an alle Krankenpfleger/innen, Altenpfleger/innen, Feuerwehrleute, Hilfskräfte, Arzthelfer/innen, Ärzte und allen guten Geistern in unserem Dorf. Ein besonderer Dank geht jedoch an die Leute, die im Hintergrund den Laden am laufen lassen. Ich denke da in erster Linie an die Menschen, die in den noch geöffneten Geschäften für uns ihren Dienst leisten und den Verkauf abwickeln. Ich denke zudem an die vielen Lieferanten und Zusteller. Merci Leute. Zusammenhalt ist das Zauberwort! Wenn wir es wirklich möchten, kommen wir gestärkt aus dieser Krise heraus.

In der Not rückt man etwas enger zusammen. Als gutes Beispiel dienen hier auch unsere beiden Kirchengemeinden. Ab sofort wird jeden Abend um 19:30 Uhr ein gemeinsames Glockenläuten als ökumenisches Signal durchgeführt. Beide Kirchen bieten zudem vielfältige Angebote wie z.B eine Vorlage zum Haus-Gottesdienst an. Gut, dass man sich um die Menschen kümmert.

Jetzt müssen wir an die schwächsten denken und auf die Menschen zugehen, die sich nicht trauen oder keine sozialen Kontakte pflegen. Ansprechen, anrufen oder anschreiben. Nicht warten ob jemand auf den Flyer reagiert oder sich über soziale Medien meldet. Wir müssen weiterhin den ersten Schritt machen und echte Nähe pflegen trotz der großen Distanz.

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