Unsere Kinder gehören zu den großen Verlierern dieser Pandemie

Welches Leben ist mehr wert?

Niemand von uns möchte sich mit dieser sicherlich schwierigen Frage auseinandersetzen. Natürlich ist kein Leben mehr wert als das Andere! Jeder Mensch ist gleich und jedes Leben muss geschützt werden. Dennoch sehe ich die Gefahr, dass wir während der anhaltenden Pandemie das Wohl unserer Kinder aus den Augen verlieren. Zweifellos gehören unsere Kinder zu den größten Verlierern dieser Pandemie.

Wir schützen völlig zurecht das Leben der älteren Menschen. Was wir in den letzten Monaten zugunsten der älteren Generation und der vielen Risikopatient tun, ist aller Ehren wert und nicht mehr als unsere Menschenpflicht. Dennoch beschleicht mich gerade in den letzten Wochen immer mehr die Sorge, dass wir ausgerechnet bei unseren Kindern einen großen Schaden anrichten.

Wenn mir als Kind jemand verboten hätte, ein Jahr lang kein Fußball zu spielen, wäre ich daran zerbrochen. Dabei verlangen wir von unseren Kindern in Zeiten der Pandemie weitaus mehr: Kein Sport, kein Spiel mit den Freunden/innen, keine Schule, keine Rauferei, kein Toben, kein Spielen und auch keine Geburtstagsfeiern, Kinobesuche oder Schwimmbadbesuche. Unsere Kinder versteinern Zuhause vor dem Laptop oder der Spielkonsole. Viele Dinge, die wichtig für ihre Entwicklung unserer Kinder sind, können derzeit nicht stattfinden.

Bis heute ist umstritten, welche Rolle Kinder bei dieser Pandemie spielen. Die jüngsten Studien haben aufgezeigt, dass die neuen Varianten von COVID -19 auch für Kinder gefährlich sind. Während die eine Seite die Kinder als „Virenschleuder“ diffamieren, spricht die andere Seite davon, dass Kinder kaum gefährdet sind. Letztendlich fehlt mir das Know-how um dieses zu beurteilen. Damit sollten sich am besten Virologen, Ärzte und Fachleute beschäftigen.

Mir geht es im Grunde nur um das Wohl unserer Kinder. Ich bin mir absolut sicher, dass Kinder ganz besonders unter der Corona-Krise leiden. Laut einer Studie haben es Kinder aus sozial schwachen Familien besonders schwer. kommen. Mittlerweile treten bei fast jedem dritten Kind Hinweise auf eine psychische Belastung hervor. Fast 85 Prozent der Kinder finden laut eigener Aussage die Corona-Krise für belastend. Man muss davon ausgehen, dass die Auswirkungen dieser Pandemie an unseren Kindern nicht spurlos vorrübergehen wird.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass auch die Kinder- und Jugendarbeit in den Verbänden, Organisationen und Vereinen am Boden liegt. Die Trainer/innen und Betreuer/innen unserer Vereine stehen machtlos und vor allen Dingen arbeitslos vor den Ruinen ihrer Arbeit. Kein Fußball, kein Handball, keine Jugendfeuerwehrübung kein gemeinsames fischen, kein Tennis und auch keine Kampfsportarten. Alles liegt am Boden. Stellt sich die Frage, ob die Kinder am Ende dieser Pandemie wieder den Weg zurück zu ihren Vereinen finden.

Mittlerweile befinden sich die Schülerinnen und Schüler zumindest wieder teilweise im Präsenzunterricht. Welches Kind hätte noch vor einem Jahr daran gedacht, dass es irgendwann einmal Sehnsucht nach der Schule verspürt? Unsere Kinder gehören zweifellos zu dem großen Verlieren dieser Pandemie. Wir alle müssen uns dringend um mehr Normalität bemühen. Dies sind wir der nächsten Generation schuldig.

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