Heimatforschung ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits im vorigen Jahrhundert gab es in vielen kleineren Ortschaften sogenannte Dorfchronisten. Meistens wurde dieses Amt von einem Lehrer oder Pfarrer bekleidet. Ohnehin spielt die Kirche für die heutige Heimatforschung eine gewichtige Rolle. Ein Einblick in vorhandene Kirchenbücher gibt wichtige Hinweise auf das Leben der Menschen vor unserer Zeit. Heute wird der Begriff Heimat immer seltener verwendet. Einer Umfrage zufolge verstehen die meisten Menschen unter dem Begriff Heimat den Ort, an dem die eigene Familie lebt. Viele Heimatforscher treibt die Sorge an, dass historische Unterlagen, Bilder und Quellen verloren gehen. Wenn man nicht mehr davon berichtet, wird es in Vergessenheit geraten. Aus meiner Sicht sollte Heimatforschung für jedes noch so kleine Dorf von großer Bedeutung sein.

Wenn man sich mit der eigenen Ortsgeschichte beschäftigt, ist man ständig auf der Suche nach neuen Quellen, Büchern, Bildern und Hinweisen. Wer auf seiner Suche erfolgreich ist, legt schnell Sammlungen und Datenbanken an, um die wertvollen Schätze zu verwalten. Hinter diesem Quellen und Datensammlung steckt enorm viel Arbeit und Zeitaufwand. Die gefundenen Quellen und Bilder müssen genau dokumentiert und ihre Herkunft notiert werden. Diese Arbeit ist am Ende nicht nur für die eigentliche Heimatforschung, sondern neuerdings auch für den Datenschutz enorm wichtig. Ehrlich gesagt macht der Datenschutz die Heimatforschung keineswegs einfacher. Vielmehr wird den Heimatforschern die Arbeit, mit dieser neuen Gesetzesregelung, erschwert.

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit der Geschichte meines Heimatortes. Was einmal völlig belanglos mit der Ahnenforschung begann, endete schließlich in große Welt der Heimatforschung. Obwohl mir diese Arbeit enorm viel Spaß macht, gehört sie zu den zeitaufwendigsten und schwierigsten. Gemeinsam mit meinem Freund Hans-Werner Guthörl sammeln wir historische Gegenstände, Bilder und Dokumente. Unser Ziel ist es die Geschichte unseres Heimatortes zu bewahren. Oftmals sitzen wir Tagelang an irgendwelchem Bildmaterial und fragen uns woher die Bilder stammen und wann sie gemacht wurden. Allein die Geschichte eines einzigen Bildes kann hochinteressant sein. Genau dort, wo Menschen ihre alten Häuser und Keller aufräumen beginnt die Arbeit der Heimatforscher. Immer auf der Suche nach altem Material. Die Frage: Was war früher in diesem Ort und was geschah zu welcher Zeit treibt uns ständig voran!

Heimatforschung muss lebendig und greifbar sein. Wenn es uns nicht gelingt die jüngeren Generationen für diese Arbeit zu begeistern, wird bewahrtes irgendwann vergilben oder vergehen. Ich habe meine Arbeit als Heimatforscher immer so verstanden, dass ich altes vorhandenes Bildmaterial und Dokumente für die Nachwelt erhalten möchte. Ich habe keineswegs den Anspruch, dass die mir vorliegenden historischen Werke mein Eigentum sind. Vielmehr geht es mir darum die Menschen für die Geschichte unseres Heimatortes zu begeistern. Es geht darum Neugierde zu erwecken. Aus diesem Grunde überlegen Hans-Werner und ich uns jedes Jahr, wie wir unsere Arbeit vorstellen und somit das Heimatgefühl unserer Landsleute wecken können. Mit unserer Heimatforschung möchten wir Vergangenes bewahren und ein neues „Wir-Gefühl“ bei den Dirmingern fördern.

Im Jahre 2016 kam erstmals die Idee zu einem „Heimatlichen Bilderabend“ in der Scheune. Die Veranstaltung wurde ein riesen Erfolg und wir mussten sogar eine Folgeveranstaltung durchführen. Inspiriert von diesem Erfolg wurde im Jahre 2017 ein weiterer Bilderabend in der Scheune angeboten. Auch diese Veranstaltung war zweimal ausverkauft.

Heimatlicher Bilderabend 2016

Eine Veranstaltung wie der „Heimatliche Bilderabend“ ist allein nur schwer zu meistern. Relativ schnell hat sich ein Team gebildet, dass in harter Arbeit an dem Konzept „Bilderabend“ arbeitet. Marion Klein, Hans-Peter Hoffmann, Reimund Klein, Michael Polotzek und „Mac“ Gabler sind innovative Menschen, die gerne etwas bewegen möchten. Hans-Werner Guthörl und ich können uns glücklich schätzen solch gute Leute, um uns zu wissen. Optimal ergänzt wird das Team von vielen fleißigen Helferinnen und Helfern, die sich keiner Arbeit zu schade sind. Ohne diese tatkräftigen Mitstreiter, die ich hier nicht alle namentlich nennen kann, würde es keinen Bilderabend geben. Bei der kommenden Veranstaltung wird nun auch der Kulturverein Dirmingen mit anpacken und die Veranstaltung unterstützen.

Der Eintrittspreis wird mit 5,- € bewusst niedrig gehalten. Wir möchten es jedem Dirminger ermöglichen, bei Interesse, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Der Erlös des Bilderabends kommt einem guten Zweck in Dirmingen zugute. Während mit den Einnahmen des Jahres 2016 ein neues Mahnmal auf dem Dirminger Friedhof erbaut wurde, investierte man den Erlös der Folgeveranstaltung in einen Hinweisstein für die historische Stengelkirche, in der Dirminger Ortsmitte.

Am Samstag,09.Februar 2019 findet also nun der dritte „Heimatliche Bilderabend“ statt. Diesmal wird die Veranstaltung um 19:30 Uhr in der Borrwieshalle Dirmingen durchgeführt.

Unser Team hat sich auch in diesem Jahr viel Mühe gemacht. Auf die Besucher wartet ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit vielen alten historischen und bisher unveröffentlichten Bildern und den passenden Informationen und Geschichten dazu. Für die musikalische Umrahmung sorgt auch in diesem Jahr „Mac“ Gabler mit vielen einfühlsamen neuen Songs. Die Moderation liegt in den Händen von Marion Klein und Hans-Peter Hoffmann. Für die Technik trägt Michael Polotzek die Verantwortung. Die einzelnen Bildblöcke werden von Hans-Werner Guthörl und Frank Klein vorgestellt.

Seit einigen Monaten arbeitet das Team fieberhaft an dem Programm des diesjährigen Bilderabends. Der Kartenvorverkauf läuft bereits seit Dezember des vergangenen Jahres 2018. Die Eintrittskarten gibt es zum Preis von 5,- € bei „Schreiben und Schenken“ in der Ortsmitte. Wir freuen uns über jeden Besucher und jedes damit verbundene verkaufte Ticket.