Sind wir Weihnachtsblind? – Stellt euch vor, die Weihnachtsgeschichte wäre wahr?!?

Von weißen Weihnachten wieder mal keine Spur. Wie soll in dieser Zeit eine Weihnachtsstimmung aufkommen? Zu Weihnachten freuen sich die Menschen auf ein paar freie entspannte Tage mit der Familie. Die christliche Botschaft nehmen wir in meisten Fällen kaum noch zur Notiz genommen. Das christliche Abendland ist auf dem besten Wege sich abzuschaffen. Daran trägt keine Migrationspolitik und auch keine andere Religion die Verantwortung. Wenn wir nicht bald lernen unsere eigene Kultur zu pflegen, wird es ein böses Erwachen geben. Umdenken liegt nicht alleine in der Verantwortung irgendeiner Partei, sondern auch bei uns selbst.

Weihnachten ist ein wenig wie Nachhause kommen. Das wurde mir gerade in diesem Jahr wieder deutlich vor Augen geführt. Manchmal benötigen wir einen Schicksalsschlag, der uns wieder auf den Boden der Realität zurückbringt. Viele von uns befinden sich gerade in dieser besinnlichen Zeit auf der Suche nach Weihnachten? Ein schlimmer Verlust, eine Krankheit oder eine schlechte Nachricht bringt plötzlich unsere heile Welt ins Wankeln. In der Not versuchen wir unsere Sterne neu zu ordnen und beginnen zu hoffen und vielleicht sogar zu beten. Wir alle machen uns in der Adventszeit auf den Weg zu mehr Ruhe, Gelassenheit und der inneren Heimkehr. Stellt sich die Frage, warum wir unsere eigene Erwartung so hochstecken und uns unnötigen Stress aussetzen. Haben wir den eigentlichen Sinn von Weihnachten überhaupt verstanden oder sind wir längst Weihnachtsblind geworden?

Ich persönlich diene als abschreckendes Beispiel, Im Radio läuft der Klassiker „Have yourself a merry little Christmas“ und ich stolpere ruhelos durch die Adventszeit. Auf der Suche nach dem schönsten und besten Weihnachtsfest verliere ich die eigentliche Botschaft total aus den Augen. Pünktlich mit dem Entzünden der ersten Kerze, beginnt die Jagd nach den besten Geschenken, dem perfekten Weihnachtsessen und dem schönsten Weihnachtsfest. Wir hetzen und wetzen durch die Adventszeit von einem Termin zum Nächsten und verlieren uns im Alltagsstress. Was ist Weihnachten für dich persönlich? Familie, freie Tage, Urlaubszeit, gutes Essen oder doch innehalten und zur Besinnung kommen?

Weihnachtsmärkte, Weihnachtsdüfte, Plätzchenbacken, Liedersingen. Wir Christen Gedenken an Weihnachten der Geburt des Retters. Da war doch etwas? Ja stimmt, die Weihnachtsgeschichte. Wie war das nochmal mit dem kleinen Kind im Stall? Habt ihr es Vergessen oder bekommt ihr es noch hin? Das Nachlesen im Lukasevangelium kann nicht schaden. Habt ihr euch mal die Frage gestellt, wie es wäre, wenn die Bibel tatsächlich Recht hätte ? Was wäre, wenn sich die Weihnachtsgeschichte tatsächlich genauso zugetragen hätte ? Okay, auch Christen müssen sich eingestehen, dass sich die Geschichte nach Lukas eher nicht so abgespielt haben kann. Die Weihnachtsgeschichte, so wie sie im Lukasevangelium steht, ist ganz offensichtlich kein Tatsachenbericht. Dazu gibt es viel zu viele Ungereimtheiten. Nur die Evangelisten Lukas und Matthäus berichten über Jesu‘ Geburt. Zudem hat kein römischer Historiker die von Lukas erwähnte Volkszählung erwähnt. König Herodes, der laut Lukas während der Geburt regiert haben soll, war bereits zehn Jahre tot, als der Römer Quirinius sein Amt in Syrien antrat. Ja, in der Weihnachtsgeschichte passt offensichtlich so vieles nicht überein. Dennoch beinhaltet die Weihnachtsgeschichte sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen. Genau, dass macht wiederum Hoffnung. Beim Thema Weihnachtsstern ist sich die Wissenschaft nicht einig. Gab es den Stern über Bethlehem tatsächlich ? Gut möglich ! Das Hirten jedoch im Winter ihre Herden auf dem Feld hüteten, ist eher unwahrscheinlich. Die beiden Evangelisten Matthäus und Lukas schrieben ihre Weihnachtsgeschichte ca. 80- 90 Jahre nach Christi tot nieder. Das sind viele Jahre in denen vieles vergessen, angepasst oder verändert werden musste. Am Ende ist auch die Weihnachtsgeschichte eine Glaubensangelegenheit. Die Existenz von Jesus Christus liegt nicht alleine in der Weihnachtsgeschichte zu Grunde. Was wäre jedoch, wenn die Bibel Recht hätte. Wäre dass Leben dann nicht viel schöner und einfacher ? Die Weihnachtsgeschichte, wie wir sie kennen sollten, beinhaltet neben ihrer Romantik auch viel Hoffnung und Zuversicht. Das sind Eigenschaften, die in unserer heutigen Zeit Zusehens verloren gehen.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Die einen können vom Fest nicht genug bekommen und die anderen haben richtig Angst davor. Viele Menschen sind gerade zu Weihnachten allein oder haben im Laufe des Jahres einen geliebten Menschen verloren. Andere wiederum haben eine schlechte Diagnose erhalten und feiern Weihnachten in Angst. Wo finden wir bei soviel Leid noch Platz für die Weihnachtsgeschichte ? Für die Menschen in der Ukraine, im Senegal oder in den vielen Krisengebieten dieser Welt spielt die Weihnachtsgeschichte eine untergeordnete Rolle. Während wir Weihnachten feiern, leben Millionen Menschen weltweit im Krieg oder im Hunger. Kein Schutz, kein Zuhause, keine Nahrung und keine Wärme. Vor dem Fernseher ist das Ganze noch einigermaßen zu ertragen. Eine Spende erleichtert das Gewissen und gibt zumindest kurzzeitig ein gutes Gefühl. Dabei ist es so leicht jeden Tag etwas Gutes zu tun. Der Zauber steckt in den kleinen Dingen des Lebens. Das geht auch ohne Geldspenden oder großen Aufwand. Etwas weniger ich und etwas mehr wir kann Wunder bewirken. Die Chancen dazu eröffnen sich jeden Tag aufs Neue.

Fenster Bild Evangelische Kirche Dirmingen

Der Zeitgeist ist ein rauer Geselle. Harte Zeiten für Gutmenschen, Optimisten und „Ja-Sager“. Wir alle haben das Gefühl, dass uns der ganze Laden in Kürze um die Ohren fliegen könnte. Dabei liegt es alleine in unseren Händen, dass zu verhindern. Ein gutes Wort, ein Schulterklopfen, ein Lob oder ein guter Zuspruch. Das ist wie ne‘ Prise Zimt im Cappuccino oder ein Stück Schokolade zum guten Rotwein. Ganz nebenbei gibt das noch ein gutes Gefühl und wärmt das eigene Herz.

Weihnachten ist wie Nachhause kommen. Das Fest führt mir immer wieder deutlich vor Augen, dass ich nicht aus meiner Haut herauskann. Blut ist dicker als Wasser. Zum Weihnachtsgefühl gehört das Erinnern an die eigene Kinderzeit, an alte Familientraditionen, den Streit unter dem Weihnachtsbaum und den gemeinsamen Kirchgang am heiligen Abend. Wir sind, wer wir sind und „Dehemm es Dehemm“.

Keine Ahnung, wann es bei uns zum letzten Mal an Weihnachten schneite. Ich frage mich: Wo ist mein Weihnachtsgefühl geblieben. Ich höre Weihnachtslieder bis zum Abwinken und verschlinge Tonnen von selbstgemachtem Gebäck. Nichts zu spüren von einem schönen, entspannten Weihnachtsfeeling. Vielleicht habe ich auf der Suche nach diesem unbeschreiblichen Gefühl und dem perfekten Weihnachten das Wichtigste übersehen. Der Fehler steckt allzu oft im Detail. Keine Ahnung, ob es am fehlenden Schnee liegt, aber irgendetwas fehlt! Vielleicht liegt ein gewisser Zauber im Loslassen, Verzeihen und Vergessen.

Ich verbinde Weihnachten immer noch mit Hoffnung. Möglich, dass die Geschichte von dem kleinen Kind in der Krippe frei erfunden wurde und wir uns an ein Märchen klammern. Was aber, wenn die Bibel recht hat und es tatsächlich Hoffnung gibt. Was aber, wenn es sich tatsächlich lohnt zu Glauben? Würde das nicht alles verändern? Wäre das nicht wunderbar? Um es herauszufinden, muss man sich öffnen und der Sache Jesu eine Chance geben. Versuch’s mal, was hast du zu verlieren? Die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukasevangelium beinhaltet eines meiner Lieblingsverse aus der Bibel. Im Vers 2:10 finden wir sehr viel Hoffnung und Zuversicht. Genau dass ist es, was unsere Welt im Moment am meisten benötigt.

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. ( Lukas 2:10)

Ich wünsche euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest mit einer persönlichen inneren Ankunft. Ich wünsche euch ein Weihnachtsfest mit vielen Kindheitserinnerungen, schönen Momenten und ganz viel Herzbeben. Natürlich darf dann auch etwas Entspannung und ein gutes Essen nicht fehlen. Egal, wie ihr es gerne hegt und pflegt. Macht das Beste daraus!

Frohe Weihnachten!

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