Echte Derminga: Ortsvorsteher Gerhard Wagner
Die ehemalige Berg – und Hüttenarbeitergemeinde Dirmingen gehörte bis zur Gebietsverwaltungsreform im Jahre 1973 als selbstständige Gemeinde zur Amtsverwaltung Eppelborn im damaligen Landkreis Ottweiler. Seit 1974 ist Dirmingen ein Ortsteil der Gemeinde Eppelborn im heutigen Landkreis Neunkirchen. Die politische Landschaft in Dirmingen wird bis heute von den politischen Altparteien der CDU und SPD dominiert. Die CDU stellte nach der Gebietsverwaltungsreform im Jahre 1974 mit Hans Baltes für 5 Jahre den Ortsvorsteher. Am 27. Juni 1979 wurde Gerhard Wagner zum Ortsvorsteher von Dirmingen gewählt. Bis zum 31. Oktober 1997 vertrat Gerhard Wagner, genannt „Stombe“ als Ortsvorsteher die Interessen Dirmingens.
Gerhard Wagner war für seine eher unkonventionelle Art und Weise der Amtsführung bekannt und errang sehr schnell einen hohen beliebtheitsgrad. Ortsvorsteher Gerhard Wagner gehörte zu einer Generation, in der das politische Wort noch Gewicht und Annerkennung fand. Dabei war Gerhard Wagner gerade für seine kurzen und präzisen Wortbeiträge bekannt. Lange Festreden waren dem Ortsvorsteher ein Greul. Die Leute sollten viel lieber feiern, anstatt langen Grußworten lauschen zu müssen. Was jedoch gesagt werden musste, wurde laut und deutlich geäußert. Gerhard Wagner war bekannt für seine gradlinige und punktuelle Sitzungsführung. Dabei scheute Wagner auch nicht davor zurück einmal kräftig auf den Tisch zu klopfen.

Gerhard Wagner stammte eigentlich aus Berschweiler. Der gelernte Vermessungstechniker wurde am 20. Oktober 1927 geboren. Am 01. Dezember 1955 entschloss sich Gerhard Wagner in die SPD einzutreten. Von 1958 bis zu seinem privaten Umzug im Jahre 1963 war Wagner der SPD Ortsvereinsvorsitzende in Berschweiler. Am 24. Janaur 1965 übernahm Gerhard Wagner in Dirmingen die Funktion des stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden. In der Zeit vom Dezember 1967 bis November 1969 führte Gerhard Wagner die Dirminger SPD als Vorsitzender an. Von 1967 bis zur Gebietsverwaltungsreform 1973 verfügte Wagner über ein Mandat im Dirminger Gemeinderat. Von 1974 bis 1984 verfügte Wagner über ein Mandat im Eppelborner Gemeinderat. Seine Mitgliedschaft im Dirminger Ortsrat von 1979 bis 1997 wurde durch seine Tätigkeit als Ortsvorsteher hervorgehoben. In der Zeit von 1964 bis 1968 vertrat Gerhard Wagner die Ortsfarben im Kreistag.

Gerhard Wagner war alles andere als glatt und handverlesen. An dem wortkargen Ortsvorsteher konnte man sich gerne auch mal reiben. Gerhard Wagner ging keiner Diskussion aus dem Wege und engagierte sich in diversen Dirminger Vereinen. Seine Treue und seine Beharrlichkeit waren einzigartig. Unter dem Ortsvorsteher Gerhard Wagner bekam Dirmingen im Jahre 1988 endlich ein eigenes Ortswappen. Neben dem Heimat- und Verkehrsverein und dem Vereinsring Dirmingen engagierte sich der Dirminger Ortsvorsteher Gerhard Wagner für die Umsetzung dieses Dirminger Identitätszeichens. Gerhard Wagner fungierte gerne als Bindeglied zwischen den Menschen und Fürsprecher einer Angelegenheit. Dirmingen wurde zu jener Zeit von starken Persönlichkeiten angeführt. Es waren Menschen wir Hans Baltes, Ernst Lutz, Hans-Georg Wagner, Harry Molter, Otto Gordner oder der spätere Ortsvorsteher Rudi Hell die unser Dorf in dieser Zeit gestalteten.
Gerhard Wagner war passionierter Sänger aus Leidenschaft. Viele Jahrzehnte war der Ortsvorsteher Mitglied im Männergesangverein Dirmingen und im Evangelischen Kirchenchor Dirmingen. In der Gesellschaft von Gerard Wagner wurde eigentlich immer gesungen. Der Ortsvorsteher sang gerne viel und auch gerne laut. Bis ins hohe Alter verfolgte Gerhard Wagner diese Leidenschaft und wurde dafür auch von den entsprechenden Verbänden ausgezeichnet. Wie es sich für einen Dirminger Ortsvorsteher gehört war Gerhard Wagner in mehreren Vereinen und Verbänden aktiv.

Gerhard Wagner war ein Typ, eine Marke und eine echte Persönlichkeit. Das Amt des Ortsvorstehers war für Wagner nicht nur ein Ehrenamt, sondern vielmehr eine Verantwortung. Am Ende seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für unseren Heimatort wurde Gerhard Wagner mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Diese Auszeichnung war am Ende mehr als verdient und längst überfällig. Gerhard Wagner war bis zu seinem Tod eng verbunden mit seinem Geburtsort Berschweiler. Besonders in den ersten Jahren seines politischen Wirkens in Dirmingen musste Wagner gegen mit so manchen Gegenwind klarkommen. Gerhard Wagner hat sich niemals unterkriegen lassen und gehört deshalb auch verdientermaßen in den erlesenen Kreis der „echten Derminga“.
